Whipple OP

(zystische Pankreastumore und neuroendokrine Tumore des Magen-Darm-Traktes und der Bauchspeicheldrüse)

Mit diesem Diskussionsforum, das wir hier als weitere Säule des AdP- Forums zur Verfügung stellen, geben wir Ihnen die Gelegenheit, sich über Seltene Tumore an der Bauchspeicheldrüse untereinander und/oder im Bedarfsfall auch mit Herrn Prof. Dr. Marco Siech (marco.siech@ostalb-klinikum.de) auszutauschen. Beiträge, die keinen Bezug zu dieser besonderen Thematik haben, müssen wir leider ohne weitere Ankündigung entfernen bzw. verschieben.
Antworten
Lotti
Beiträge: 3
Registriert: 25. Februar 2021, 19:10

Whipple OP

Beitrag von Lotti » 25. Februar 2021, 20:20

Hallo ihr Lieben,
vor 2 Wochen wurde bei mir wahrscheinlich ein Franz-Tumor/ SPN im Pankreaskopf diagnostiziert. Ich habe mich in der Charité Virchow vorgestellt und mir wurde die Whipple-OP angeraten. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir noch nicht mitgeteilt, ob die OP offen oder mittels Robotter erfolgt.
Da ich mich erst seit 10 Tagen mit dem Thema beschäftige, stellt sich mir die Frage, ob ich eine Zweitmeinung einholen sollte.
Hat jemand von euch schon eine Whipple-OP per Robotter machen lassen bzw. sich in der Charité operieren lassen? Wie sind eure Erfahrungen? Empfiehlt ihr eher Bochum, Heidelberg oder Lübeck?
Habe große Angst die Falsche Klinik auszuwählen.
Danke für eure Antworten...
Lotti

Andi
Beiträge: 656
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Whipple OP

Beitrag von Andi » 26. Februar 2021, 15:56

Hallo Lotti,
Ich bin nicht operiert, deine Fragen und Sorgen sind aber berechtigt.
Suche dir eine Klinik mit hohen Fallzahlen an Pankreasoperationen, je mehr das sind, um so erfahrener die Chirurgen.
In einer großen Klinik bist du hinsichtlich der medizinischen Betreuung bezüglich evtl.
( Komplikationen)besser aufgehoben .
Meines Wissens ist eine offene Operation die besser Wahl, weil die Sache sehr individuell ist.
Ein Vorteil ist auch, wenn die Klinik wohnortnah ist, seine Lieben in der Nähe zu haben ist sehr tröstlich bei dieser schweren Operation.
Ich wünsche dir eine gute Entscheidung.

Lg Andi

Kerstin2015
Beiträge: 92
Registriert: 23. August 2019, 08:43

Re: Whipple OP

Beitrag von Kerstin2015 » 26. Februar 2021, 17:19

Hi Lotti ! Eine zweitmeinung ist nie verkehrt,gerade weil du auch die Zeit hast bei SPN.Die Whipple OP ist eine sehr große Op,die ich,jetzt im Nachhinein auch in einem Pancreas Zentrum wie Bochum oder Heidelberg gemacht hätte, einfach weil die Erfahrung dort am größten ist...wie Andi schon sagt.Bei mir war vor OP noch nicht klar,was es für ein Art Tumor ist, bezw. woran er wächst.Die Whipple ist gut verlaufen...ich hatte einen guten Chirurgen in einem "normalen "Krankenhaus mit Gastroabteilung erwischt. ..Zum Glück. P.S ich hatte auch ne SPN. .. viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung LG Kerstin

Lotti
Beiträge: 3
Registriert: 25. Februar 2021, 19:10

Re: Whipple OP

Beitrag von Lotti » 26. Februar 2021, 22:37

Lieber Andi und liebe Kerstin,
erst einmal vielen Dank, dass ihr eure Erfahrungen und Gedanken mit mir teilt.
Ich freue mich für dich Kerstin, dass deine OP gut verlaufen ist!
Darf ich dich etwas näher ausfragen über deine Erfahrungen? Bzw. hattest du eine offene oder mit Robotter gesteuerte OP, wie war die erste Zeit nach der OP, was nimmt man mit ins Krankenhaus, wann ist man wieder einigermaßen fit, wie ist es mit der Ernährung und den Verdauungsstörungen nach der OP...
Ist dein Leben nahezu wie vor der OP?
So viele Fragen...
Da die Charité wohnortnah gelegen ist ( und auch gute Fallzahlen aufweist ), wird meine Wahl wohl darauf fallen. Ich stimme mit Andi überein, dass bezüglich der Psyche die Nähe zu Familie und Freunden eine Rolle spielt, ggf. auch für die Nachsorge?
Aber die Angst sich falsch zu entscheiden oder die Angst vor Komplikationen kann einem ja leider niemand nehmen. Um
so mehr bin ich für eure Informationen und Erfahrungen dankbar!
Euch weiterhin alles erdenklich Gute...
Lotti

Harpyia
Beiträge: 32
Registriert: 21. August 2017, 08:38

Re: Whipple OP

Beitrag von Harpyia » 27. Februar 2021, 10:21

Hallo Lotti,
bei mir wurde Ende 2017 erst der Pankreas-Kopf entfernt, dann, in einer Not-OP, die gesamte Bauchspeicheldrüse nebst Milz, Galle und Zwölffingerdarm, näheres siehe auch in meinen vorherigen Beiträgen unter „Harpyia“. Ich war vorher, da die Ursache meiner schweren Entzündungen und Schüben ein Pankreas-Divisum war, in verschiedenen Kliniken unter anderem in Oldenburg, angeblich eine Fachklinik für die Bauchspeicheldrüse, im Pankreaszentrum Münster sowie im Pankreaszentrum der Universitätsklinik Essen, all diese Kliniken kann ich aufgrund sehr schlechter persönlicher Erfahrungen gar nicht empfehlen. Die Klinik, die mir letztendlich das Leben gerettet hat und die richtigen Entscheidungen getroffen hat, war das Josef Hospital in Bochum beziehungsweise Professor Uhl. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass deine Operation gut und schnell verläuft, dass du keine Schmerzen hast und du schnell wieder auf die Beine kommst! Liebe Grüße Inge

Kerstin2015
Beiträge: 92
Registriert: 23. August 2019, 08:43

Re: Whipple OP

Beitrag von Kerstin2015 » 27. Februar 2021, 14:34

Hallo Lotti! Ich hatte eine offene OP.Die Genesung geht bei jedem anders voran .Wenn der Tumor klein ist ,muss vielleicht dementsprechend auch nicht so viel weg....dementsprechend weniger Probleme hat man später mit Verdauung ect....das zeigt sich aber meist erst bei der Op.Bei mir war der Tumor groß und es kam der Kopf der BSD ,zwölffingerdarm, Gallenblase, Magenpförtner und ein kleiner Teil des Magens weg. Eine Woche nach OP konnte ich mühsam zum Bad laufen, nach 3 Wochen wurde ich entlassen, anschließend Reha mit Ernährungsberatung,Hocker Gymnastik, Massagen,Psychotherapie. Für mich war die Rehazeit gut und wichtig.So 12 Wochen lang hatte ich Starke Schmerzen im Rücken und Bauchbereich,auch die Verdauung spielte verrückt...es braucht seine Zeit um sich alles einzuspielen ...1-1 1/2 Jahre dauert es bei den meisten mit der großen Op ,bis sie wieder"die alten" sind. Bei anderen geht die Genesung schneller , es gibt da kein Schema F. Für die Zeit im Krankenhaus war für mich wichtig, neben den üblichen Sachen...ein gut duftendes Duschgel,extrem weite Sachen, vor allem Hosen, weil ich keinen Druck am Bauch ertragen konnte und feste Sandalen zum reinschlüpfen,ohne das man sich bücken musste. So weit erstmal. Bei mir ist das ganze bald 6 Jahre her ...körperlich halte ich nicht mehr so lange durch,wie vor Op. Die Verdauung spinnt zeitweise immer mal wieder und das wiederrum stresst den Kopf auch immer mal wieder ....aber man lernt damit umzugehen. Aber wie gesagt, es gibt kein wirkliches "genau SO wird es sein" und die ,bei denen es alles perfekt lief, treiben sich hier nicht mehr...oder kaum noch... im Forum rum.Lg Kerstin

Lotti
Beiträge: 3
Registriert: 25. Februar 2021, 19:10

Re: Whipple OP

Beitrag von Lotti » 28. Februar 2021, 10:01

Liebe Inge,
ich bin froh zu hören, dass du einen so steinigen und harten Weg relativ gut überstanden hast! Das Leben spielt manchmal nicht fair, umso besser, wenn man ihm die Stirn bietet und nicht aufgibt.

Liebe Kerstin,
hab Dank für die hilfreichen Informationen.
Das klingt natürlich alles grusellig und beängstigend, aber da muss man wohl durch.
Ich hoffe, dir geht es heute wieder gut- mental wie körperlich! Die Psyche ist nicht zu unterschätzen. Auch bei mir spielen Kopf und Magen zur Zeit Achterbahn. Ich bin dankbar, dass ihr mir geantwortet habt. Es ist bestimmt nicht immer leicht darüber zu sprechen? Ich gebe euch gern ein Feedback, nachdem die OP erfolgt ist ( falls ihr das wollt).
Ich muss mich hier im Forum erst mal zurechtfinden. Deshalb bin ich nicht so schnell im Antworten.
Morgen geht's erst mal wieder in die Charité zum weiteren Gespräch.
Also... An uns alle.... Kopf und Schultern hoch.
Vielen Dank an euch.
Eure Lotti

Harpyia
Beiträge: 32
Registriert: 21. August 2017, 08:38

Re: Whipple OP

Beitrag von Harpyia » 28. Februar 2021, 17:04

Hallo Lotti,
ein Feedback wäre klasse. Ich kann nur von mir sprechen, aber mir hat es nach den schweren Operationen sehr gefehlt mich mit Menschen hin und wieder mal auszutauschen, die ähnliche Krankheitsverläufe hatten. Ich kam aufgrund der schweren und langwierigen Operationen nur extrem langsam wieder in die Gänge und hatte noch Monate danach teils sehr starke Schmerzen. Zum Glück sind die Schmerzen nun so gut wie vorbei:-). Kämpfe aber nun mit starken Erschöpfungssymptomen bzw. einem Recht ausgeprägten Fatigue-Syndrom. Aber ich werde super von meiner Hausärztin unterstützt und bin guter Dinge, dass wir auch das in den Griff bekommen:-), und ganz ehrlich, das Fatigue-Syndrom und schon eher ein Luxusproblem im Gegensatz zu den „Aktionen“ Ende 2017:-). Drücke dir für morgen fest die Daumen, ich kenne die Charité zwar nur vom Hörensagen, glaube aber trotzdem, dass du dort in sehr guten Händen bist! Liebe Grüße Inge

Antworten