Was kann ich tun?

an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Menschen. Was bedeutet eine Pankreas- / Bauchspeicheldrüsenerkrankung für das Umfeld der Patienten?
Hier können sich Angehörige und Freunde von Pankreas- / Bauchspeicheldrüsenpatienten austauschen
und haben die Möglichkeit über andere Angehörige / Freunde Rat und Hilfe zu finden.
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Janaza1984
Beiträge: 1
Registriert: 27. Dezember 2019, 16:42

Was kann ich tun?

Beitrag von Janaza1984 » 27. Dezember 2019, 17:13

Hallo,

Mein Freund (35) leidet seit 3 Jahren an einer chronologischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Teils kommt er damit ganz gut klar und weiss genau was er machen muss wenn er zum Beispiel wieder was "falsches" gegessen hat (Nahrungsverzicht für ein paar Tage und Schmerzmittel).
Wenn dies nicht mehr hilft geht er ins KH.

Bisher habe ich ihn auch unterstützt wo es nur geht.
Allerdings komme auch ich langsam an meine Grenzen da ich nicht mehr weiter weiß.
Sobald er einen zu großen Schub hat sind seine Schmerzen so unerträglich das es ihn förmlich von innen zerreißt. Die Schmerzmittel wirken dann auch nicht mehr. Er ist dann mega schlapp und immer davor aufzugeben weil er die Schmerzen nicht mehr erträgt.

Ich kann ihm in diesen Situationen schwer helfen außer bei ihm zu sein. Es geht aber an meine Substanz da ich ihm nicht helfen kann obwohl ich ihm gern die Schmerzen nehmen möchte und nicht kann :-(
Er gibt sich dann meist selbst auf weil er mittlerweile auch immer wieder Angst hat ins KH zu gehen (er hat Panik das sie dann etwas Schlimmes neues feststellen oder das er nicht mehr raus kommt).

Wie geht ihr mit solchen Situationen um?!
So langsam weiss ich auch nicht mehr wie ich damit umgehen soll. Die Krankheit hat mein Leben schon sehr in Griff genommen.

Wie helft ihr euren Partnern / Familienangehörigen in solchen Situationen?
Was macht ihr um ihnen die Schmerzen erträglich zu machen?!

Danke euch im voraus für einen guten Rata

Jana

RudiHH
Beiträge: 2
Registriert: 26. Dezember 2019, 06:06

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von RudiHH » 28. Dezember 2019, 07:38

Hallo Jana
Ich mache das schon seit jetzt 6 Jahren bei meiner Frau mit, sie hat Krebs (BSDK).
Es hat lange gedauert und ich habe mich fast komplett verloren, habe nicht mehr auf mich geachtet alles der Krankheit meiner Frau untergeordnet.
Das ist und war keine gute Idee, ich bin auch krank geworden, kann dadurch nicht mehr so gut helfen.

Mir hat geholfen zu akzeptieren, dass ich eigentlich im Großen und Ganzen hilflos bin, ich kann nur begleiten, vielleicht noch organisatorisch tätig werden, mehr kann ich nicht.
Du bist für ihn da, bist bei ihm, das ist schon mehr als viele Menschen an Hilfe bekommen.
Sprecht miteinander, höre ihm doch mal zu was du für ihn machen kannst, schilder deine Lage, die schmerzen abnehmen das geht sicher nicht aber euch vielleicht ein geborgenes Umfeld bereiten das könnte gehen.
Lieben Gruß und alles Gute zu euch.
Rüdiger

Andi
Beiträge: 646
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von Andi » 30. Dezember 2019, 15:33

:hallo: Jana,
Ich habe deinen Beitrag gelesen und kann gut verstehen wie du dich fühlst, ich habe auch eine liebe Frau, die für mich da ist. Ich selber habe auch eine chron. Pankreatitis und das schon 25 Jahre. Ich finde es Klasse, das du zu deinem Freund stehst, mitempfindest , mitfühlst ihn Wahrnimmst, das ist schon mal das erste, mir tut das sehr gut, schon das ein lieber Mensch da ist und ich nicht allein bin. Meine Frau tut was sie kann, nimmt Rücksicht, verzichtet, bringt mir das Wärmekissen, kocht Wermuttee usw., das alles ist lobenswert, ihr als unsere Partner müsst auf so vieles verzichten, glaube mir ihr helft ungemein.
Ich denke bezüglich der Schmerzmittel läuft es evtl. nicht optimal bei Deinem Freund, es sollte so dosiert sein, das er nicht leidet, ich habe verschiedene Medikamente, je nach Stärke der Schmerzen, damit bekomme ich es so hin, das ich nicht jedes Mal ins KH muss. Werdet ihr diesbezüglich gut begleitet?
Die andere Schiene ist die Psyche. Es ist äzend und die Krankheit beeinflusst den ganzen Tagesablauf . Auf Dauer ist das sehr belastend, auch für euch Partner und Angehörige.
Hinzu kommen soziale und finanzielle Probleme , die einem belasten, ich selber bin sehr froh, das meine Frau mich sehr unterstützt, ich selber würde das alles gar nicht mehr schaffen, trotzdem muss man um alles kämpfen hier im Land, das fängt damit an einen Internisten zu finden und hört bei der Lieferbarkeit von Medikamenten auf, das kostet wertvolle Kraft und Nerven.
Vielleicht ist dein Freund in schweren Phasen auch dann etwas traurig, depressive Stimmung kommt auf, ein guter Psychologe könnte Abhilfe bringen, ihr könnt ja auch zusammen hingehen.
Schön wäre, wenn du jemanden hast, wo du deine Sorgen mal loswerden kannst, der dich versteht und dir Hilfe anbietet, auch mal was gemeinsam macht mit dir, wo du neue Kraft tanken kannst.
Fakt ist eines, Partner leisten oft eine große Unterstützung die man nicht genug würdigen kann.
Vielleicht kannst du mit deinem Freund auch über seine Ängste und Sorgen sprechen, das schweißt zusammen in der Beziehung.

Ich Wünsche dir ganz viel Kraft verzweifle nicht

Liebe Grüße Andi

Vulkan
Beiträge: 1
Registriert: 12. Januar 2020, 22:14

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von Vulkan » 15. Januar 2020, 00:35

Ich wollte auch wissen, was ich in solchen Situationen tun kann.

Heleni22
Beiträge: 9
Registriert: 10. September 2020, 21:50

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von Heleni22 » 15. September 2020, 11:20

Hallo Jana,

dein Post ist mittlerweile schon ein Weilchen her, jedoch weiß ich momentan auch nicht wie ich so einer Situation helfen kann. Ich lese mich momentan viel in die Thematik ein, da ein sehr naher Freund darunter leidet. Ich empfinde es ebenso als extrem schwer, weil einem die Hände gebunden sind und man selber nichts so viel tun kann. Aber ich bin mir jedoch sicher, dass dein Partner deine Hilfe wertschätzt und dankbar ist, dass du bei ihm bist. Ich hoffe euch geht es gut und wüsche euch alles gute. Danke für deinen Post, da er mir ein wenig weitergeholfen hat.

Schönen Tag noch.

Ponte11
Beiträge: 1
Registriert: 12. Oktober 2020, 21:30

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von Ponte11 » 12. Oktober 2020, 21:54

Moin moin,
Ich kenne die Sorgen deines Freundes nur zu gut. Ich hatte auch eine Chronische BSD entzündung über 4 Jahre. Andauernd ins Khs immer um die 2 Wochen, und die scmerzen wurden immer stärker. Nach längerer Zeit waren auch die Medikamente ( MORPHIUM) keine Hilfe mehr.
So entschloss ich mich, die Op anzugehen, da es wirklich kein leben mehr war permanent mit diesen schmerzen zu leben. Ich musste an einen Montagmorgen im Khs sein und wurde so ca. 7 Stunden operiert.
Eine Woche später bin ich entlassen worden, obwohl man mit mir 2 bis 3 wochen gerechnet hat. Ich weiß aus Erfahrung das die Schmerzen nach der Operation, keineswegs so doll sind als wie vor der Op. Heute bin ich zwar Diabetiker 1 habe aber sonst keine Probleme mehr mit der BSD. Das einzige was ich mir vorwerfe ist, das ich mich 4 Jahre gequält habe bis zur Op.
Wünsche allen Gute Besserung

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katarazuendel
Beiträge: 6
Registriert: 5. November 2020, 23:09

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von katarazuendel » 8. November 2020, 21:08

Hallo alle zusammen,

ich habe mich aus dem gleichen Grund hier angemeldet: eine gute Freundin von mir hat auch mit ihrer Bauchspeicheldrüse zu kämpfen. Ich versuche für sie da zu sein, fühle mich aber so hilflos. Ich möchte so gerne ihr Leid auf mich nehmen, aber das kann ich leider nicht :( von ihrer Familie bekommt sie leider keine Unterstützung, deshalb finde ich es umso wichtiger, ihr zu helfen. Ich habe ihr gesagt, dass sie mich jederzeit anrufen kann, wenn es ihr akut schlecht gehen sollte, allerdings nimmt sie das leider nicht in Anspruch, da sie mir nicht zur Last fallen will. Wie kann ich ihr klar machen, dass sie mich gerne belasten kann? Ich dringe irgendwie nicht richtig zu ihr durch.

Ich wünsche euch allen viel Kraft,

liebe Grüße,

Katara
Hoffnung braucht Mut.

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gesundheitimleben41
Beiträge: 12
Registriert: 9. November 2020, 11:07

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von gesundheitimleben41 » 11. November 2020, 16:42

Hallo,

ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst. Ich kümmere mich schon seit geraumer Zeit um meinen Freund, der ein sehr ähnliches Leiden hat. Ich habe eine Zeit gehabt, in der ich hilflos, verzweifelt und wütend auf mich und ihn und die ganze Welt war. Ja, man möchte helfen, ja, man möchte, dass es dem Partner gut geht, ja, man würde alles dafür tun, dass die Schmerzen aufhören. Mir ist es selbst dann immer schlechter mit der Situation gegangen, ich habe auf mich und meine Bedürfnisse komplett vergessen, ich habe schlecht geschlafen, mir Vorwürfe gemacht, zu hohe Erwartungen an mich selbst gehabt usw. So konnte es nicht mehr weitergehen, denn ich hatte keine Freude mehr an irgendwas! Ich habe dann nach und nach gelernt, mich psychisch abzugrenzen - ich habe viel gemacht, was MIR gut tut (z.B. Yoga, Klavier spielen, Malen etc.) und gelernt zu akzeptieren, dass ich nicht für seine Gesundheit und seinen Zustand verantwortlich bin. Ich bin nach wie vor für ihn da, unterstütze ihn, wo es geht, aber ich habe aufgehört, mir zu viel zuzumuten und angefangen, mich auch wieder um mich selber zu kümmern. Glaub mir, das war die beste Entscheidung meines Lebens, denn es geht nicht nur mir besser, sondern auch unserer Beziehung!
Gesundheit geht übers Reichsein!

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a_kunz
Beiträge: 5
Registriert: 16. Februar 2021, 22:19

Re: Was kann ich tun?

Beitrag von a_kunz » 21. Februar 2021, 21:22

Hallo zusammen,

es ist wichtig in so einer Situation stark zu bleiben. Auch, wenn der Weg nicht einfach ist, bin ich sehr sicher, dass ihr es gemeinsam schafft. Mit Verständnis und Akzeptanz kommt ihr dadurch. Manchmal muss man als Angehöriger verstehen, dass auch einfach nur da sein sehr hilfreich ist.
Suche doch einfach mal das Gespräch mit deinem Freund auf. Sei offen und ehrlich zu ihm. Wenn ihr dann so ein vertrautes Umfeld aufgebaut habt, werdet ihr es einfach haben miteinander zu kommunizieren.

Ich wünsche dir alles Gute!
Krankheit spürt man, Gesundheit nicht.

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