Uniklinik Frankfurt oder Heidelberg?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Johannes1988
Beiträge: 3
Registriert: 19. Mai 2013, 13:03

Uniklinik Frankfurt oder Heidelberg?

Beitrag von Johannes1988 »

Hallo zusammen,
Ich bin 25 Jahre und leide an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung. Diese wurde erstmalig 2009 diagnostiziert.
Mittlerweile ist die Uniklinik Frankfurt seit 1,5 Jahren bei mir am "stenten" mit mäßigem Erfolg, da ich doch häufiger Probleme habe.
Aus diesem Grund hatte ich mir einen Termin in Heidelberg geben lassen, die mir, nachdem Sie vll. 20 Minuten meine Unterlagen durchgeschaut haben, zu einer OP geraten haben.
Dies fand ich doch etwas dubios weil man so eine Entscheidung doch nicht in so schneller Zeit treffen kann oder? In der Uniklinik in Frankfurt heißt es immer, dass die OP die letzte Alternative ist.
Habt ihr evtl. Erfahrungen, ob es nach Stent-Therapien besser wird oder ob doch nur eine OP hilft?
Hat jemand Erfahrungen mit der Uniklinik Frankfurt? Von Heidelberg scheint man ja nur gutes zu hören?

Vielen Dank vorab!
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Reinhard
Beiträge: 656
Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
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Re: Uniklinik Frankfurt oder Heidelberg?

Beitrag von Reinhard »

Hallo,
Meine Meinung (leider etwas verspätet) ist die, eine dritte Meinung einzuholen. Ich würde in jedem Fall so machen, bevor ich mir meinen Bauch aufschneiden lassen würde. Heidelberg ist sehr "Chirurgenlastig", und die operieren schon sehr gern. Allerdings spricht dagegen, dass Prof. Büchler öffentlich zuviel OP's angeprangert hat (dies war im Zuge der allgemeinen öffentliche Debatte in den letzten Tagen). Allerdings praktisch werden die meisten OP's von seinen Oberärzten durchgeführt.
Das ist alles jedoch meine persönliche Meinung uns muss nicht immer richtig sein.
Alles Gute
Reinhard
Johannes1988
Beiträge: 3
Registriert: 19. Mai 2013, 13:03

Re: Uniklinik Frankfurt oder Heidelberg?

Beitrag von Johannes1988 »

Hallo zusammen,

Ich dachte im melde mich nochmals zurück, da mir die Erfahrungsberichte hier im Fourm viel gebracht haben.
Habe mich nach langem hin und her überlegen im August 2013 operieren lassen und einen Teil der Bauchspeicheldrüse entfernen lassen und nach nun einem guten halben Jahr gehts mir wieder blendend.
Keine Schmerzmittel oder sonstigen Einschränkungen mehr und Kreon gab es ja auch vorhher schon!

Eventuell hilft dies jemand bei der Entscheidung bei einer OP. Im Nachhinein hätte ich die OP früher machen sollen und mich nicht so lange mit Schmerzen rumschlagen sollen.

Gruß Johannes
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Reinhard
Beiträge: 656
Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
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Re: Uniklinik Frankfurt oder Heidelberg?

Beitrag von Reinhard »

Hallo Johannes,
ich freue mich, dass die Operation bei dir solchen Erfolg hatte. Danke für die Rückmeldung!
Wo hast du dich letztlich operieren lassen? Wie hast du dich kurz nach der Operation bis zum jetzigen "Ist-Zustand" gefühlt. Das könnte für viele gleichartige Betroffenen ein Signal sein, Geduld zu haben. Es braucht nach unseren Erfahrungen schon eine geraume Zeit bis ein deutliche Besserung erreicht wird. Ich denke ein halbes Jahr, um diesen Zustand zu erreichen, ist angesichts einer solchen Operation schon relativ kurz.


Lieben Gruß und weiterhin alles Gute!
Reinhard
Johannes1988
Beiträge: 3
Registriert: 19. Mai 2013, 13:03

Re: Uniklinik Frankfurt oder Heidelberg?

Beitrag von Johannes1988 »

Hallo Reinhard,

Also ich habe mich final in Mainz operieren lassen. Habe dort einen Arzt gefunden der sich intensiver mit der Sache beschäftigt hat.

Wir haben dann dort ausgemacht, dass ich eine Woche vor der OP ins Krankenhaus komme, um dort überwacht und "aufgepeppelt" zu werden. Wog zu dem Zeitpunkt nur noch 65 kg bei 190cm. Die Woche bestand dann hauptsächlich darin, intravenös ernährt zu werden, Blutwerte kontrollieren und einfach für die OP in einer guten gesundheitlichen Verfassung zu sein.
Nach der OP war natürlich erstmal ein Schock, da man sogut wie nichts mehr alleine machen kann. Durch die OP wird ja die komplette Bauchmuskulatur zerstört (ein Schnitt quer über den Bauch) und somit wird das aufstehen aus dem Bett eine Herausforderung. Diese wieder aufzubauen hat auch die meiste Zeit gedauert. Ich konnte bestimmt 2 Monate nicht alleine oder nur unter starker Anstrengung aufstehen. Auch durfte ich nach der OP für etwa 2 Monate nichts schweres heben.
Mit der Ernährung hatte ich komischerweise keine Schwierigkeiten, habe also eigentlich nach Entlassung aus dem Krankenhaus (war in Summe knapp 4 Wochen inkl. der Vorbereitungswoche) wieder normal gegessen. Natürlich zu Beginn noch etwas darauf geachtet, dass ich nicht direkt die "schlimmen Nahrungsmittel" zu mir nehme, aber mittlerweile habe ich mich sogar mal wieder an Chicken McNuggets von McDonalds gewagt, auch wenn man da fast mehr Kreon als wirklich essen zu sich nehmen muss :lachen: .
Schmerzen waren in der Zeit so eine Sache. Ich denke einfach man ist in der Zeit überempfindlich was solche Sachen angeht und ich habe immer mal wieder welche in komischen Regionen gehabt, die dann aber immer weggegangen sind (hatte 3 Wochen Schmerzen in der Leistengegend und wirklich Panik dass dort etwas ist, aber das ist dann irgendwann weggegangen).
Jobtechnisch habe ich nach etwa 2,5 Monaten wieder mit einer Einarbeitungsphase angefangen zu arbeiten. Hier waren zu Beginn 4 Stunden pro Woche angesagt und das war zu Beginn auch wirklich schwierig und ich dachte zeitweise wirklich, dass ich nie wieder eine "normale Arbeitswoche" überstehe. Aber auch das ging vorüber. Habe nun zwar meine Kündigung bekommen, aber bis August Zeit mir einen neuen Job zu suchen :)

Jetzt ist ein halbes Jahr nach der OP vergangen und ich kann uneingeschränkt wieder alles machen und essen. Das Gewicht ist auch einigermaßen konstant bei 75 kg, wobei ich dies auch täglich kontrollieren und wenn ich mal einen Tag drunter liege, zwinge ich mir so "Mass Gainer" für Bodybuilder mit 1000 kcal rein, damit ich auf mein Gewicht komme, da ich dieses Fresubin-Zeug nicht mehr sehen kann :D . Klar hat man Tage wo es nicht so 100 %ig läuft, das schiebe ich dann aber auf die Falschdosierung vom Kreon und dann ist eben abends mal die Wärmflasche mein bester Freund :daumenh: :daumenh:

Zusammenfassend lässt sich sagen dass ich viel Glück hatte mit der OP und es auch seine Zeit dauert aber ich bereue es nicht, den Schritt gegangen zu sein.

Bei Fragen könnt ihr mir gerne schreiben!

Gruß
Johannes
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