CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlgang

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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*Maike*
Beiträge: 8
Registriert: 22. Februar 2014, 20:58

CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlgang

Beitrag von *Maike* »

Hallo,

bei der Suche nach Information für meine Mutter (74) bin ich auf den AdP gestoßen....und habe mich angemeldet.

Meine Mutter hatte einen Tumor am Bauchspeicheldrüsenkopf und wurde Ende November 2013 nach Kausch/Whipple operiert (6,5 Stunden - der Tumor konnte vollständig entfernt werden, einer von 17 Lymphknoten war befallen, keine Metastasen - neue "Innenarchitektur" habe ich gelesen, ich finde, das trifft es sehr gut).
Mitte Dezember kam sie nach Hause (wir wohnen in einem Haus) und rückblickend hat sie sich schon ganz gut erholt. Meine Mutter war bis zu dieser Erkrankung immer total fit und körperlich sehr aktiv, normalgewichtig mit Tendenz zum Dünnsein.
Seit Januar 2014 macht sie eine Chemotherapie, die sie bisher auch ganz gut verträgt.

Es gibt viele Fragen und Gedanken, die sie und uns als Angehörige beschäftigen.

Da meine Mutter ziemlich dünn geworden ist, ist der Wunsch nach Gewichtszunahme natürlich ein großes Thema.

Sie nimmt eher ab als zu, obwohl sie gut isst (was sie mengen- und inhaltsmäßig eben kann und darf), Insulin spritzt - ca. 10 Einheiten über den Tag verteilt - und Kreon einnimmt (erst immer die Kapseln, jetzt hat sie die Kapseln mal geöffnet und die Pellets ohne die Hülle eingenommen - bisher (seit 2 Tagen) kein Unterschied).
Sie hat bis zu 4/5 mal Stuhlgang (riecht sehr) am Tag, und der nimmt einfach keine Form an. Nicht richtig dünn wie Durchfall, aber eben nicht geformt, wie man so schön sagt. Und man sieht manchmal auch Fettrückstände in der Toilette.
Wenn die Nährstoffe nicht aufgenommen werden, dann kann man auch nicht zunehmen.

Sie nimmt ja schon viel Kreon ein (15 am Tag plus die für zwischendurch) - daran kann es eigentlich nicht liegen. Dauert es vielleicht einfach länger, bis sich das Verdauungssystem auf die Veränderungen, die neue "Innenarchitektur" einstellt? Oder bleibt es immer so? Aber meine Mutter muss ja mal zunehmen....Fresubin hilft auch nicht, das ist eher stuhlgangfördernd... (meine Theorie: die reichlichen Nährstoffe können nicht aufgenommen werden, überfordern das Verdauungssystem und rauschen durch - vielleicht....). Die Ernährungsberatung sagt ausprobieren, ausprobieren...

Wer hat Erfahrungen und kann Tipps geben?


Viele Grüße
Maike
Sternschnuppchen
Beiträge: 232
Registriert: 14. Oktober 2009, 10:41
Wohnort: Kaiserslautern

Re: CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlg

Beitrag von Sternschnuppchen »

Guten Abend, Maike,
ich hatte vor 14 Jahren auch eine Whipple-Op nach Kausch. Vor der Op wog ich 125 Pfund. Danach 108 Pfund und seit ein paar Jahren nur noch 97 Pfund bei einer Größe von 171 cm.
Ich esse 6 Mahlzeiten am Tage und nehme dazu je nach Fettgehalt bis zu 20 Kps. Kreon 25000. Ich glaube, ich komme so im Schnitt auf 1800 Kcal. Anfangs war mein Stuhl auch immer volumenös, übel riechend, meistens weich und auch mehrmals täglich. Das hat sich aber gebessert in den vergangenen Jahren und heute kann ich oft nur jeden 2. Tag auf die Toilette und dann ist der Stuhl meistens schön geformt. Niemand kann mir wirklich erklären, warum ich nicht nicht mal ein paar Gramm zunehmen kann. An den Enzymen kann es nicht liegen, sonst wäre der Stuhl fett und weich. Es wird wohl der Stoffwechsel sein, der nicht mehr richtig funktioniert. Du solltest noch ein bisschen Geduld haben mit deiner Mutter, denn die Op war doch erst vor kurzem.
Viel Energie habe ich auch nicht mehr und ich muss sie sorgsam einteilen, um den Tag einigermaßen gut zu überstehen. Dazu gehört auch ein 1-stündiger Mittagsschlaf/Ruhe, öfters mit Leberwickel. Danach fühle ich mich wieder gestärkt.
Ich kam eigentlich immer ganz gut mit den Folgebeschwerden der Whipple-Op zurecht, bis sich die Allergien und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten einstellten. Jetzt spielt sich mein Leben nur noch in der Küche ab und ich stoße manchmal an meine Grenzen.
Wieso braucht denn deine Mama eine Chemotherapie?
Wie sieht denn die Innenarchitektur deiner Mama aus? Sicherlich hat sie noch ihren Magenpförtner, der mir leider fehlt und deswegen immer das Essen unkontrolliert vom Magen in den Dünndarm stürzt, wenn ich beim Essen zu viel trinke.
Die Zusatznahrung brachte mir auch nichts. Weder Fresubin noch Maltodextrin.
Vielleicht kannst du mit meinem Bericht etwas anfangen?

Alles Gute wünscht

Sternschnuppchen
*Maike*
Beiträge: 8
Registriert: 22. Februar 2014, 20:58

Re: CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlg

Beitrag von *Maike* »

Hallo Sternschnuppchen,
danke für deine Antwort. Ich finde es sehr interessant und hilfreich, von anderen Betroffenen und deren Erfahrungen zu lesen.
Wir werden erstmal so weitermachen und hoffen, das es einfach Zeit braucht.
Mal ein paar Wochen nichts hören, und sehen, sich keine Gedanken machen....das wär' gut, aber das geht nicht. Nicht als Angehöriger und schon gar nicht als Betroffener. So schwere Erkrankungen verändern das Leben komplett, und jeder geht anders damit um.
Die Chemo bekommt meine Mutter, um eventuelle Krebszellen, die nicht sichtbar sind, zu zerstören - in der Absicht, die Erkrankung zu heilen.
Bei der Op wurde auch 1/3 des Magens entfernt, der untere Teil, so auch der Pförtner wie bei dir. Der Dünndarm wurde hochgezogen, weil der Zwölffingerdarm weg ist, und Verdauungssäfte gehen an anderer Stelle auch in den Dünndarm..... Dass das alles so hält und funktioniert, ich bin immer wieder zutiefst beeindruckt. Eigentlich kann man schon ganz zufrieden sein, da hast du recht. Wir brauchen eben Geduld!

Ich wünsche dir einen sonnigen Sonntag, bis bald mal wieder, viele Grüße
Maike
Kai
Beiträge: 6
Registriert: 13. März 2014, 08:04

Re: CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlg

Beitrag von Kai »

Hallo Maik, ich hatte selbst 12/2012 eine totale Op und hatte am Anfang auch Probleme mit dem Gewicht. Habe die Kronen gewechselt nehme jetzt zur Zeit Pangrol. Die sind angenehmer beim Schlucken für mich. Ich nehme zur Zeit überwiegend immer so zwischen 40000-80000 zu den Mahlzeiten und habe es geschafft nach der Op 10 Kilo zuzunehmen. Halte mein Gewicht auch gut dadurch.
*Maike*
Beiträge: 8
Registriert: 22. Februar 2014, 20:58

Re: CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlg

Beitrag von *Maike* »

Hallo Kai,
danke für Deine Antwort.
Meinst Du mit Kronen die Kreon Kapseln? 10kg zuzunehmen, das könnte meine Mutter auch vertragen.
Ich sag ihr das mit Pangrol. Die Ernährungsberatung hat ihr Malto (so eine Riesendose Pulver zum Anreichern von Speisen und Getränken) empfohlen, das hat sie sich gekauft. Wie lange hat es gedauert, bis das mit dem Gewicht wieder aufwärts ging? Dauert es, bis sich die Verdauung an die neuen Gegebenheiten anpasst? Vielleicht zehrt die Chemo jetzt auch noch zusätzlich.
Viele Grüße
Maike
Kai
Beiträge: 6
Registriert: 13. März 2014, 08:04

Re: CA Pankreaskopfresektion Kausch/Whipple - Gewicht/Stuhlg

Beitrag von Kai »

Hallo Maik, ja Kreonen waren gemeint. Meistens werden immer zu wenige genommen, daher die Fettstühle. Ich halte zur Zeit gut mein Gewicht und habe ca. 4-5 Monate gebraucht um zuzunehmen. Wenn Du magst kannst mich per Mail anschreiben dann gebe ich dir meine Tel. Nummer. Kai.becker68@gmx.de Gruß Kai
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