Hallo Ihr Lieben,
2 Monate ist meine OP nun her und ich wollte hier noch eine Rückmeldung und einen Bericht darüber abgeben, wie es gelaufen ist. Ich habe hier so viel wertvolle Postings und Unterstützung bekommen, so dass es den ein oder anderen von Euch ja vielleicht doch interessiert, was nun passiert ist.
Ich habe mich also vor 2 Monaten in Heidelberg operieren lassen. Die OP wurde von Prof. Büchler und Prof. Müller (Leiter der Sektion minimalinvasive Chirurgie) durchgeführt. Der zystische Tumor erwies sich als seröses Zystadenom und war also, Gott sei Dank!, komplett gutartig. Zum Glück lag das Teil auch so "günstig", dass man es per Enukleation ausschälen konnte. D.h. es war keine Linksresektion notwendig. Meine Bauchspeicheldrüse blieb mir also komplett erhalten!! Und die beiden Profs haben es doch tatsächlich geschafft, das alles komplett minimal invasiv durchzuführen. Mein Bauch zieren nun, neben der Kaiserschnittnarbe, 4 kleine Schnitte (der längste ist 3cm lang). Diese Schnitte wurden auch nicht klassisch genäht, sondern geklebt. So sollen die Narben angeblich später mal noch unauffälliger werden, als wenn sie genäht worden wären. Aber das ist für mich alles zweitrangig. Ich bin extremst dankbar dafür, dass es sich um einen gutartigen Tumor gehandelt hat und dass meine Bauchspeicheldrüse erhalten werden konnte. DAS zählt für mich.
Ich war insgesamt 12 Tage im Krankenhaus. Es hatte sich eine kleine Fistel gebildet, die zwar immer nur ganz wenig Pankreassekret in die Drainage geliefert hatte, dafür aber stetig über 3 Wochen hinweg und auch immer hochkonzentriert. Ich wurde nach 12 Tagen mit Drainage entlassen. Bin dann alle 3 Tage zur Kontrolle nach HD gefahren und nach 3 Wochen konnten sie mir die Drainage dann ziehen, weil ab da dann kein Sekret mehr über die Drainage gefördert wurde. Ich hatte zwar, nach den ganzen Erfahrungsberichten, die ich hier und woanders im Internet zum Thema "Pankreasfistel" gelesen hatte, schon Angst, dass die Drainage ggf. zu früh gezogen wurde, aber letztendlich habe ich dann auf die Erfahrung der Ärzte in HD vertraut.
Die ersten beiden Tage nach der OP durfte ich gar nichts essen. Wurde nur über Infusionen ernährt. Dann begann langsam der Kostaufbau mit Süppchen und Brei. Von den Schmerzen her war es auszuhalten. Ich kam mit Novalgin-Infusionen über die Runden. Ab meiner Entlassung habe ich dann gar keine Schmerzmittel mehr genommen.
6 Wochen durfte ich mein Baby nicht tragen oder heben. Ich hatte zum Glück eine tolle Unterstützung von meiner Mama. Und seit letztem Wochenende trage ich den Kleinen (mit seinen 8,5 Kilo) nun auch wieder.
Letzte Woche war ich zur Kontrolle bei meinem Gastroenterologen. Der Ultraschall des Bauchraums sah komplett unauffällig aus. Und das große Blutbild hat, bis auf eine leicht erhöhte Blutsenkung, keine Abweichungen gezeigt. D.h. meine Lipase- und Amylasewerte waren wieder in der Norm (die Lipase war vor der OP bereits schon erhöht und nach der OP nochmal mehr). Auch der CRP (ebenfalls nach der OP sehr erhöht) war auch wieder unter 1. Ich bin wahnsinnig glücklich, dass mein Körper sich so gut von der OP erholt hat. Dadurch, dass keine Teile der Bauchspeicheldrüse entfernt werden mussten, brauche ich auch keine Angst vor einem Diabetes Typ 3 zu haben und ich kann mittlerweile wieder recht normal essen. Auch von den Portionen her. Anfangs gingen echt nur Mini-Portionen - ich hatte sofort ein Völlegefühl. Und Kreon habe ich bislang auch keines benötigt.
Ich fühle mich eigentlich wieder wie vor der OP. Einzig eine Sache ist seit dem Eingriff anders: Ich habe ganz oft morgens, nach dem Frühstück einmal Durchfall. Und dann den ganzen Tag nicht mehr. Ganz egal, was ich dann auch esse. Ist total komisch. Konnte sich auch noch kein Arzt erklären. Meine Elastase-Werte in der Stuhlprobe waren mit 414 auch völlig okay. Mein Gastroenterologe hat mir Kreon mal mitgegeben und meinte, dass ich es zum Frühstück einfach mal probieren könne. Die Ärzte in HD sind der festen Meinung, dass ich kein Kreon benötigen würde und dies nicht mit der OP zusammenhängen würde. Nur komischerweise habe ich das erst seit der OP. Aber da es mir sonst gut geht, meine Blutwerte passen und ich sonst keinerlei Einschränkungen habe, nehme ich das nun einfach mal so hin und beachte es nicht weiter. Vielleicht legt es sich ja noch von selbst.
Abschließend bin ich sehr sehr froh, das Teil nun los zu sein und bin mit der Wahl der Uniklinik in Heidelberg sehr zufrieden. Ich hatte das Glück, dass diese beiden Professoren mich operiert und so einen guten Job gemacht haben. Und ich habe mich medizinisch dort wirklich immer sehr gut betreut gefühlt.
Allen, die mir hier so kräftig Mut zugesprochen und die Daumen gedrückt haben, möchte ich herzlich Danke sagen
Alles Liebe wünscht Euch
Maja