Ab wann spricht man von einer Chronischen Pankreatitis ?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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autosamui
Beiträge: 90
Registriert: 14. Januar 2014, 13:57

Ab wann spricht man von einer Chronischen Pankreatitis ?

Beitrag von autosamui »

Servus in die Runde

Bei mir stellt sich immer wieder die Frage in welche Kategorie mein Problem an der
Bauchspeicheldrüse einzuordnen ist.
Vor knapp 3 Jahren hatte ich eine ( vermutl. Akute ) Pankreatitis relativ milde Ausprägung.
2 x Schmerzen ( Typisch Bauchspeicheldrüse ) die ich aber ahnungslos als Magenschmerzen vermutete.
Das ganze jeweils 10-12 St. im Abstand von einer Woche.
Das war eigentlich alles.
Sonst keine weiteren Beschwerden, Verdauung etc.
In der darauffolgenden Zeit ( 2-3 ) Monaten hatte ich kein auffallenden Beschwerden aber Gewichtsverlust.
Dann nach 2,5 Monaten ging es los mit Verdauungsbeschwerden und gelben Durchfall.
Es folgten viele Untersuchungen, CT - MRT - Endosono etc.
Am Anfang war sogar Verdacht auf einen Tumor , welcher sich aber Gottseidank doch nicht zutreffend war.
Seit der Zeit nehme ich Kreon, meinen Gewichtsverlust habe ich wieder ausgeglichen.
Ich kann eigentlich alles essen und vertrage auch alles mit entsprechender Menge Kreon.
Ich bekomme 1 x jährlich eine MRT im Pankreaszentrum im München.
Die Ärzte meine das Organ ist vor allem im Kopfbereich atroph das bedeutet wohl soviel wie eingeschrumpft.
Zucker alles super.
Am Anfang der Sache war immer mal die Rede von einer Chronischen Pankreatitis.
In den letzten Berichten ist man da wieder abgerückt, es gäbe keine Typischen Zeichen einer Chronischen Pankreatitis ( keine Verkalkungen , keine Gangerweiterung oder so was )
Ich hatte seit dem kompl. Abheilen der Sache auch nie wieder einen Entzündungsschub.
Jetzt die eigentliche Frage:
Hat man bei einem Chronischen Prozess immer opt. Auffälligkeiten MRT etc. bzw.
hat man einfach öfters mal einen Entzündlichen Schub ??
Für mich ist die Sache eigentlich auch gegessen.
Ich freue mich über über jede Info !
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Ab wann spricht man von einer Chronischen Pankreatitis ?

Beitrag von thphilipp »

Hallo,

also ich kann nur von mir sprechen, aber bei mir ist in der MRT, MRCP, CT und Sono auch immer alles OK gewesen, trotzdem ist meine Pankreas
lobuliert, sprich entzündlich umgewandelt in fibroses Gewebe. Elastase ist bei mir seit ein paar Wochen komischerweise wieder im normalen Bereich. Blutwerte waren nie erhöht und akute Schübe hatte ich nie. Verkalkungen und Gangerweiterungen habe ich auch nicht!

Trotzdem habe ich zur Zeit vermehrt Probleme mit meinem Bauch und Rücken.

Wie ist denn Deine Elastaste?
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Liebe Grüße Thorsten
autosamui
Beiträge: 90
Registriert: 14. Januar 2014, 13:57

Re: Ab wann spricht man von einer Chronischen Pankreatitis ?

Beitrag von autosamui »

Hallo thphilipp

Meine Elastasewerte sind seit unmittelbar nach dem ersten auftreten sehr niedrig gewesen.
Liegen zwischen 12 und 15 !!
Auch vom Alkohol kann die ganze Sache bei mir nicht kommen.
Ich habe zwar immer mal ein Bier getrunken, aber eben im ges. relativ wenig.
Harte Sachen nie .
Ich vermute der erste Auslöser damals war eine Impfung ( Hepatitis A-B und Polio Diphterie Tetanus ) alles an einem Tag.
Die ganze Sache in leicht geschwächten Zustand ( grippal ) .
2 Wochen nach der Impfung hatte ich eine akute Pankreatitis welche ich nicht als ernsthaft empfand.
Eben nur Bauchschmerzen mittlerer Ausprägung.
Nach der Akuten Phase war ich subjektiv Beschwerdefrei.
Mit ersten auftreten ( Durchfall etc. ) war auch schon die Elastase bei 12 und die hat sich nie wieder verbessert.
Mit Kreon läuft alles soweit gut.
auf meinem letzten Arztbericht steht zwar Chronische Pankreatitis wegen der Atrophie vermehrt im Kopfbereich.
Das passt auch mit dem Wegfall der Exokrinen Funktion zusammen.
Ansonsten aber keinerlei Hinweise auf einen chronischen Prozess.
Die Ärzte definieren jede Art von Veränderung ( Atrophie z.B. ) als chronisch.
Was im Zusammenhang nicht gleich zu bedeuten hat, dass ich weitere Schübe zu erwarten habe.
Es kann sich bei mir genauso gut um eine Akute Pankreatitis gehandelt haben welche eben über einen relativ langen Zeitraum
aktiv war.
Dadurch sind die Zellen dann kaputt gegangen.
Ich hätte gleich nach ersten auftreten Nahrungskarenz gebraucht dann wäre die Sache möglicherweise schnell abgeheilt und das
Organ wäre nicht kaputt gegangen.
Wie ist Deine Geschichte gelaufen ??
Wie alt bist Du ?
War bei Dir evtl. Alkohol an der Sache beteiligt ?
Was hast Du sonst noch so Erfahrungen.
Falls Du Lust hast könnten wir mal miteinander Telefonieren.
Ich kenne niemanden aus meinem Umfeld der mit so einem Scheiß zu tun hat.
Schöne Grüße vom Starnberger See
Mathias
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Ab wann spricht man von einer Chronischen Pankreatitis ?

Beitrag von thphilipp »

Hallo,

ich bin 44 und meine Geschichte läuft ja immer noch. Eine absolut exakte Diagnose habe ich bis heute nicht. Obwohl für mich klar ist, dass ich eine chr. Pankreatitis habe, die nicht dem normalen Bild aus dem Lehrbuch entspricht. Ich spüre die Schmerzen, Empfindungen und Rückenschmerzen, die für mich nicht funktionell sein können. Auch wenn der eine Arzt das so nennt, der andere wiederum chr. Pankreatitis. Obwohl bei mir auch die offensichtlichen Befunde fehlen (Verkalkungen, Gangstenosen- oder Veränderungen, Entzündungsherde etc.). Bei der letzten Endosono im Dezember 2014 hatte ich auch die Elastase wie schon geschrieben bei ca. 187. Seit Monaten im Verlauf steigt sie wieder an und ist seit einigen Wochen bei 3 maliger Messung über 500.

Die Probleme fingen bei mir etwa 2007 an. Von da an war die erste MRCP, dann 2010, 2011 und 2015. In allen MRCP sieht das Pannkreas gleich aus. Eine kleine Gangeinziehung (enger Bereich) ist zu erkennen, aber das seit 2007 und vielleicht schon viel früher. Eine akute Entzündung habe ich nie gehabt, zumindest nicht bewusst, weil so ein paar Wochen stärkerer Bauchschmerz Attacken hatte ich den letzten 10 Jahren bestimmt. Zucker ist bei mir auch normal.

Gern können wir mal telefonieren.

Schönen Abend

Thorsten
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Liebe Grüße Thorsten
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