Hallo Kollegen,
ich wende mich an das Forum weil ich seit ca. einem Jahr unterschiedlich starke Bauchbeschwerden unklarer Herkunft habe.
Zum Thema medikamenteniduzierte Pankreatitis habe ich zwei Fragen:
- muß einer chronischen Pankreatitis immer eine akute Pankreatitis vorausgehen ?
- wie ist der verlauf einer medikamenteninduzierten Pankreatitis, wenn das Medikament nicht abgesetzt wird bzw. nicht abgesetzt werden kann ? Wird die "immer schlimmer" oder ist der Verlauf ebenfalls schwanken, d.h. mal besser mal schlechter ?
Zu beiden Fragen habe ich im Netz nichts gefunden.
Danke.
Gruß Thomas
allgemeine Fragen
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thphilipp
- Beiträge: 1615
- Registriert: 2. November 2010, 07:17
Re: allgemeine Fragen
Hallo,
kann Dir leider nur zu Deiner ersten Frage eine Antwort geben. Nein, es muss auf keinen Fall immer eine akute Entzündung vorgehen, um eine chronische Variante zu erhalten. Das habe ich leider am eigenen Leibe erfahren müssen. Ich habe nie eine akute Entzündung gehabt, geschweige denn irgendwelche Blutwerte waren auffällig. Trotzdem ist sie da die chronische Entzündung!
kann Dir leider nur zu Deiner ersten Frage eine Antwort geben. Nein, es muss auf keinen Fall immer eine akute Entzündung vorgehen, um eine chronische Variante zu erhalten. Das habe ich leider am eigenen Leibe erfahren müssen. Ich habe nie eine akute Entzündung gehabt, geschweige denn irgendwelche Blutwerte waren auffällig. Trotzdem ist sie da die chronische Entzündung!
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Liebe Grüße Thorsten
Liebe Grüße Thorsten
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Suedhessen
- Beiträge: 52
- Registriert: 20. Mai 2016, 12:56
Re: allgemeine Fragen
Hallo,
idiopathische chronische Pankreatitis hier. Ich würde aus dem Bauch raus sagen, dass thphilipp recht hat.
Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass vielleicht nicht jede akute Pankreatitis bemerkt wird!
Die ersten bösen Schmerzen, wie man sie von einer akuten Pankreatitis her kennt, hatte ich zum Beispiel erst nach zwei ERCPs, die direkt nacheinander durchgeführt wurden. Da war die Bauchspeicheldrüse trotzdem schon richtig kaputt.
Mir hatten die Ärzte auch gesagt, dass eine Pankreatitis da sein kann, ohne, dass man alle Symptome zeigt.
Relativ eindeutig ist bei akuter Pankreatitis meines Wissens ein hoher Lipasewert im Blut - aber Lipase wird ja nicht unbedingt IMMER abgenommen. Ich kann mir schon vorstellen, dass auf diese Weise eine akute Pankreatitis auch mal quasi unbemerkt abläuft.
Achtung: Ich will niemandem zunahetreten, der eine akute Pankreatitis hinter sich hat, weil ich sehr gut weiß, wie extrem die Schmerzen sein können. Aber für mich wäre das eine Erklärung - ein milder Verlauf, was die Schmerzen betrifft. Oder vielleicht hat man auch schmerzintensive Vorerkrankungen und hat daher sowieso schon starke Schmerzmittel zuhause und steht es so einfach durch ohne Arztbesuch.
Die Ärzte meinten bei mir, dass es durchaus möglich sei, dass ich schon mehrere akute Schübe hinter mir hatte (über Jahre hinweg), die aber unbemerkt geblieben waren. Letztendlich hielten sie es sogar für wahrscheinlich, dass frühere unbemerkte akute Schübe zur dauerhaften Zerstörung der Bauchspeicheldrüse führten.
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Medikamente --> Pankreatitis: Ich persönlich würde versuchen, Alternativen zu finden, wenn es welche gibt. Meine Leber wurde z.B. durch Medikamente angegriffen - ein Arzt meinte, dass die Leber Chancen hat sich wieder zu erholen, wenn ich die Medikamente weglasse. Auf lange Sicht ging er aber auf jeden Fall davon aus, dass die Leber Schaden nehmen würde durch weitere Einnahme der Medikamente.
Aus meiner Laiensicht klingt es wie ein glücklicher Zufall - die Vorstellung, dass eine Bauchspeicheldrüse nicht weiter zerstört wird durch Medikamente, die bisher für Schaden am Organ verantwortlich waren. Eine Verbesserung des Organzustands könnte ich mir aus Laiensicht unter weiterer Medikamentenzugabe kaum vorstellen, das wäre natürlich toll. Ein Stagnieren über lange Zeit wäre noch gut, aber ich würde persönlich nicht darauf wetten. Die Bauchspeicheldrüse ist meiner Meinung nach nicht dafür bekannt, dass sie sich gerne selber heilt.
Grüße aus Südhessen
idiopathische chronische Pankreatitis hier. Ich würde aus dem Bauch raus sagen, dass thphilipp recht hat.
Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass vielleicht nicht jede akute Pankreatitis bemerkt wird!
Die ersten bösen Schmerzen, wie man sie von einer akuten Pankreatitis her kennt, hatte ich zum Beispiel erst nach zwei ERCPs, die direkt nacheinander durchgeführt wurden. Da war die Bauchspeicheldrüse trotzdem schon richtig kaputt.
Mir hatten die Ärzte auch gesagt, dass eine Pankreatitis da sein kann, ohne, dass man alle Symptome zeigt.
Relativ eindeutig ist bei akuter Pankreatitis meines Wissens ein hoher Lipasewert im Blut - aber Lipase wird ja nicht unbedingt IMMER abgenommen. Ich kann mir schon vorstellen, dass auf diese Weise eine akute Pankreatitis auch mal quasi unbemerkt abläuft.
Achtung: Ich will niemandem zunahetreten, der eine akute Pankreatitis hinter sich hat, weil ich sehr gut weiß, wie extrem die Schmerzen sein können. Aber für mich wäre das eine Erklärung - ein milder Verlauf, was die Schmerzen betrifft. Oder vielleicht hat man auch schmerzintensive Vorerkrankungen und hat daher sowieso schon starke Schmerzmittel zuhause und steht es so einfach durch ohne Arztbesuch.
Die Ärzte meinten bei mir, dass es durchaus möglich sei, dass ich schon mehrere akute Schübe hinter mir hatte (über Jahre hinweg), die aber unbemerkt geblieben waren. Letztendlich hielten sie es sogar für wahrscheinlich, dass frühere unbemerkte akute Schübe zur dauerhaften Zerstörung der Bauchspeicheldrüse führten.
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Medikamente --> Pankreatitis: Ich persönlich würde versuchen, Alternativen zu finden, wenn es welche gibt. Meine Leber wurde z.B. durch Medikamente angegriffen - ein Arzt meinte, dass die Leber Chancen hat sich wieder zu erholen, wenn ich die Medikamente weglasse. Auf lange Sicht ging er aber auf jeden Fall davon aus, dass die Leber Schaden nehmen würde durch weitere Einnahme der Medikamente.
Aus meiner Laiensicht klingt es wie ein glücklicher Zufall - die Vorstellung, dass eine Bauchspeicheldrüse nicht weiter zerstört wird durch Medikamente, die bisher für Schaden am Organ verantwortlich waren. Eine Verbesserung des Organzustands könnte ich mir aus Laiensicht unter weiterer Medikamentenzugabe kaum vorstellen, das wäre natürlich toll. Ein Stagnieren über lange Zeit wäre noch gut, aber ich würde persönlich nicht darauf wetten. Die Bauchspeicheldrüse ist meiner Meinung nach nicht dafür bekannt, dass sie sich gerne selber heilt.
Grüße aus Südhessen