Resignation kommt auf....

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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ManuXY79
Beiträge: 8
Registriert: 5. Juli 2019, 11:47

Resignation kommt auf....

Beitrag von ManuXY79 »

Erstmal ein liebes Hallo in das noch unbekannte Forum. Aber wie mein Thema ja offensichtlich erklärt, bin ich evtl. froh die Seite gefunden zu haben, auf der sich anscheinend Menschen austauschen, die gewissen background haben und nicht mit gefährlichem Halbwissen um sich schmeißen.
Um sich mal ein Bild von mir und meinem Problem zu machen, stell ich mich mal so komprimiert wir mir momentan möglich vor: Ich bin 40 Jahre, männlich, und bis auf gelegentlicher Gastritis bis dato ohne pathologisch-organischem Befund. Mit 13 angefangen zu rauchen und zu saufen. Kontinuierlicher Kiffer seit dem 14.. Vom 20.-30. Lj zusätzlich exzessiver Konsum von chem. Substanzen (MDMA, Speed, Koks, LSD). Seit ca. einem Jahr weg vom Alk. Heißt, z.Z. sind ca. 5-10 Zigaretten tägl. das einzig bewusst Ungesunde, was ich meinem Körper antue. Nachdem ich `ne handvoll stationäre- wohl 100 kalte Entzüge, eine Langzeittherapie gemacht und mich auch Selbsthilfegruppen angeschlossen hatte, ist evtl. noch Folgendes erwähnenswert: Meine Suchtkarriere verlief - im Bezug auf die Menschen mit gleicher Problematik, die ich kennenlernen durfte - auf einer anderen als typischen Ebene. Es war wenn nicht eine Pille, Pappe, Näschen etc. sondern 10, 20 +++, und die letzten 10 Jahre bis zu 2,5 Liter 40%igen täglich. Da ich an einer diagnostizierten Borderliner-Störung leide, während der ganzen Zeit voll berufstätig war - das über Jahre 365 Tage, 15 Std. - bezeichnete mich meine damalige Therapeutin als "high-functioning-alcoholic" inkl. einer "high-sensitiv-person", womit sie sich meine Konsumtoleranz und einiges andere erklärte. Jeder Arzt, dem ich meine Geschichte annähernd erzähl, fragt mich/sich, wieso ich noch lebend vor ihm sitz, es keine optischen Spuren hinterlassen hat und ich aus ärztlicher Sicht noch alle Tassen im Schrank hab....wobei man die Meinung nicht generell teilen muss ;)

So, und wer jetzt noch nicht schon genervt den thread gewechselt hat, dem schilder ich jetzt mal das aktuelle Problem: Vor etwas mehr als 6 Monaten hab ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, dass irgendwas nicht stimmt. Ständig abgeschlagen und müde, und undefinierbares Ziehen, Drücken im Oberbauch. Erstmal ignoriert und auf den Magen und meine Psyche geschoben, mit denen ich ja schon so meine Erfahrungen hab. Bis es dann vor 4 Monaten so nervig wurde, dass ich zum Internisten bin. Blutbild, Gastro- u. Koloskopie, Sonographie -> alles ohne besonderen Befund. Lipase minimal erhöht - nichtmal Gastritis, womit ich eigentlich gerechnet hatte! Aufgrund meiner Drogen- und vor allem Alkkarriere kam mir dann natürlich chronische Pankreatitis in den Sinn. Also vor 3 Monaten wieder zum Arzt, weil das Spektrum an Symptomem sich quasi überfallartig ausdehnte. Krämpfe, Stiche in Rücken und Schulter. Absolut unerträgliche Blähungen, Verstopfungen einhergehend mit `nem Bauch, der sich anfühlt als wär man schwanger^^. Nachtschweiß, Benommenheit, Sterne-sehen, und das Schlimmste für mich, eine dermaßen ausgeprägte körperliche Schwäche, dass ich mich salopp gesagt komplett im Arsch fühl. Morgens aufstehen und in Spiegel schauen reicht schon. Teilweise kreidebleich und seh aus wie Tod auf Latschen. 100m Spazierengehen dann Schwindel, Benommenheit, weiche Knie, bis hin zum Gefühl "Ok, gleich geht's Licht aus", oder ich kein Schritt mehr vor den anderen setzen kann...
Seit einer Woche bin ich stationär auf der Gastroenterologie. Enzyme gechecked, wieder Gastro und Sono ohne Befund. Lipasewerte sind sogar unter dem Referenzwert. Gestern CT, von der ich mir `ne konkrete Diagnose erhofft hab. Aber,OHNE BEFUND. Das heißt, die Diagnostik ist für meine behandelnde Ärzte erledigt, und, ich werde entlassen. Also hock ich hier jetzt mit Schmerzen, ohne den Ansatz einer Diagnose und `ner Pulle Novaminsulfon.
Ich frag mich natürlich "Und jetzt?". Soll ich hier die Axt auspacken und auf weitere Untersuchungen bestehen? Das Kontingent ist ja noch lange nicht erschöpft. Oder mich nach einem spezifischem Pankreaszentrum umsehen?

Sry, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben. In der Hoffnung, dass mir vielleicht hier jemand den ein oder anderen Ratschlag geben kann. In diesem Sinne....

greetz Manu
Fragender
Beiträge: 7
Registriert: 5. Juli 2019, 18:33

Re: Resignation kommt auf....

Beitrag von Fragender »

Deine "Karriere" erinnert mich etwas an meine, obwohl letztere etwas weniger krass ist. Zunächst sei mal froh, dass nichts Verdächtiges gefunden wurde. Dein Körper scheint resistent zu sein. Hast du schon an ein vollständiges "Detox-Programm" gedacht? LG
ManuXY79
Beiträge: 8
Registriert: 5. Juli 2019, 11:47

Re: Resignation kommt auf....

Beitrag von ManuXY79 »

Hi Fragender,

also was du evtl. unter Detox-Programm verstehst, hab ich noch nicht gemacht. Wobei ich aber schon seit längerer Zeit extrem auf meine Ernährung achte. Ich kann mir momentan aufgrund der Intensität der Symptome auch leider schwer vorstellen, das Problem in irgendeiner Form auf quasi homöopathischer Basis zu lösen. Egal was ich versuch bezgl. Ernährung, Bewegung, Stress meiden usw. hat alles null Effekt. Und psychisch halt ich mich für extrem stabil. Heißt, ich hab keine Angst vor Diagnosen oder dem Tod - was ja durchaus bei Vielen `ne Rolle spielt, das "sich-verrückt-machen" Es geht mir nur tierisch auf'n Keks nicht zu wissen, woher das alles kommt und mich von Ärzten auch langsam nicht mehr ernst genommen fühl...

Wie kommst denn überhaupt auf Detox? Hast selbst gute Erfahrung damit gemacht?
Fragender
Beiträge: 7
Registriert: 5. Juli 2019, 18:33

Re: Resignation kommt auf....

Beitrag von Fragender »

Hi, nein. Ich habe so etwas noch nie gemacht. Ich fände es aber nicht unplausibel, wenn dein Lebensstil irgendwelche wie auch immer gearteten Vergiftungen im Körper insgesamt hinterlassen hätte, selbst wenn du jetzt nicht mehr so lebst.
ManuXY79
Beiträge: 8
Registriert: 5. Juli 2019, 11:47

Re: Resignation kommt auf....

Beitrag von ManuXY79 »

Da geb ich dir durchaus recht! Das hat nach der akuten Phase der Karriere auch seinen unschönen Prozess genommen, was dann nach einigen Wochen auch beschwerdefrei i.O. war. Die momentanen Probleme fingen erst Monate später an.
Richie
Beiträge: 125
Registriert: 11. Oktober 2018, 08:51

Re: Resignation kommt auf....

Beitrag von Richie »

Moin!

Ich mach's mal kurz: macht ggf. schon Sinn ein Pankreaszentrum aufzusuchen, wobei meine Erfahrung ist, dass letztlich die Untersuchungen (MRCP und ggf. Endosonographie machen schon noch Sinn) nicht durch die Pankreasexperten, sondern logischerweise durch die Radiologen gemacht werden. Wenn dann nichts direkt auffälliges zu sehen ist, wird das von den Pankreasexperten mehr oder weniger so hingenommen, ohne, dass sie sich selber intensiv die Bilder nochmal ansehen. Ist meist auch eine Zeitfrage...

Wurde mal die Elastase bestimmt? Ist schon ein sehr guter Indikator, ob die Drüse noch funktionsfähig ist. Wie sind die Leberwerte? Diese werden auch häufig schlechter bei Pankreasproblemen.

Zu der niedrigen Lipase. Das kann (muss aber nicht!!!!) für eine chronische Pankreatitis sprechen. Da gibt es entsprechende Studien aus den USA. Dann ist das Gewebe praktisch schon so zerstört, dass selbst bei einer Entzündung der Lipasewert praktisch nicht mehr ansteigen kann. Z. B. bewegt sich meiner auch immer zwischen 6 (das war das niedrigste) und zuletzt 12. Ich habe aber auch bis heute keine wirkliche Diagnose und gehe mehr oder weniger mit den Schmerzen um. Stichwort Supplements! Damit komme ich eigentlich ganz gut zurecht. Schau am besten mal in den Thread von wasistes. viewtopic.php?f=14&t=4216
ManuXY79
Beiträge: 8
Registriert: 5. Juli 2019, 11:47

Re: Resignation kommt auf....

Beitrag von ManuXY79 »

Hey Richie, zunächst mal :daumenh:
Endlich spricht bzw. schreibt mal jemand exakt das, was bei mir in der Mütze abläuft. Der momentane Stand ist, dass auf mein Drängen hin ab Montag weiter Diagnostik betrieben wird. Heißt, Elastase checken und Endosono. Lustiger Weise arbeite ich selbst beim Internisten, aber in der Veterinär-Medizin. Und wenn bei Hund, Katze, Maus etc. was an Pankreasinsuffizienzen diagnostiziert wird, stellt sich eigentlich nur noch die Frage "Wann?", und nicht ob, wie oder was - kein Vergleich mit der Informationsflut, mit der ich mich gerade auseinandersetz.

GOT/GPT/Gamma 24/21/15, einzig der Calcium-Wert ist erhöht und Leukos minimal. Aufgrund meiner Sauferei und den stationären Entgiftung kann ich die Lipasewerte ganz gut zurückverfolgen, und die waren immer ziemlich ums Doppelte erhöht vom Referenzwert. Und genau wie du schreibst ist's auch meine Befürchtung, dass die Werte jetzt runtergehen weil die langsam ihren Dienst quittiert. Für die Art von Diskusion sind meine behandelnden Ärzte aber nicht offen - fühlen sich dann quasi auf'n Schlips getreten - weshalb ich Montag auch mal dem Chef hier auf'n Sack geh. :hallo:

Wie sieht's bei dir denn mit den Schmerzen aus, bzw. wie kriegst du die in Griff? Nur mit Protein-Bomben? Mich pumpen die momentan i.v. mit Morphin-Derivaten voll. Und selbst das hilft nur bedingt, so dass ich zumindest nicht die Wände hochgeh.
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