Linksresektion wegen Pseudozyste?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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da-re-me
Beiträge: 3
Registriert: 2. Dezember 2020, 19:38

Linksresektion wegen Pseudozyste?

Beitrag von da-re-me »

Hallo liebes Forum,

im Februar 2020 hatte ich eine alkoholbedingte akute Pankreatitits, welche zu einer Nekrose und einem vorübergehenden Diabetes Typ 3 geführt hat. Im August 2020 hat mein Diabetologe eine ca. 2 cm "Zyste" (er nannte es unklare Raumforderung) am Pankreaskopf festgestellt. Daraufhin hat er ein MRT angeordnet. Im November hat das MRT eine ca. 6 cm tumorsuspekte nichtzystische Raumforderung im Pankreaskorpus zu Tage gebracht. Es war nicht klar abzugrenzen und es bestand eine Diffusionsrestriktion. Die Radiologie, die das MRT gemacht hat wusste nicht, durch was die Pankreatitis bedingt war. Ein Anfang Dezember durchgeführtes CT hat diesen Befund bestätigt, der behandelnde Radiologe hat das als Folge der Nekrose eingeordnet und aufgrund der Größe des "Prozesses" eine Punktion empfohlen. Das CT hat in der Klinik stattgefunden, in der ich auch wegen der Pankreatitis behandelt worden bin. Es handelt sich dabei um das Helios Bördeklinikum in Oschersleben. Die Ärzte dort haben sich das angeschaut und entschieden, dass das nichts wäre, was da nicht hingehört und eine Nachkontrolle per Sono nach 6 Wochen verordnet. Die Nachuntersuchung hat corona bedingt nun am 07.03. stattgefunden und es wurde festgestellt, dass die Läsion nunmehr echofrei (Flüssigkeit) und klar abgegrenzt ist. Da sich mein Allgemeinzustand deutlich verbessert hat, Diabetes ist weg, Verdauungsprobleme hatte ich gar nicht, etwaige Blähungen und das im Dezember noch manchmal aufgetretene nächtliche Schwitzen ist auch weg, Schmerzen habe ich seit letztem Juni schon nicht und Gewicht konnte ich mit viel Disziplin auch etwas reduzieren, entschieden, dass trotz der großen Läsion nur bei Symptomen wieder untersucht werden soll. Bei 1,98 m Körpergröße wiege ich 149 kg.

Nun habe ich Ende März 2021 auf eigene Faust nochmal ein MRT zur Verlaufskontrolle machen lassen und alle Befunde nach Heidelberg in die Pankreassprechstunde geschickt. Die riefen mich an und sagten, dass es nichts böses sei, sie mir aber dennoch eine Pankreaslinksresektion empfehlen. Sie erklären das damit, dass sich die Flüssigkeit in der Raumforderung nicht allein entleeren kann und auf die Dauer der Schwanz in Mitleidenschaft gezogen wird und eventuell auch andere Organe. Auf nAchfrage sagte sie, dass, wenn man genauer hinschaut, die Läsion eine Wand drumherum hat und somit wohl von einer Pseudozyste auszugehen ist. Sie sehen keinen dringenden Handlungsbedarf, wir könnte auch 3-4 Monate warten und dann nochmal mit CT kontrollieren. Sie machen sich wohl keine Sorgen und sehen das entspannt, da sich aber ein chronischer Verlauf der Entzündung abzeichnet, steige damit auch die Gefahr einer malignen Entwicklung. Daher sollte wohl prophylaktisch die halbe BSD entfernt werden. Allerdings verstehe ich nicht, weshalb alle Wege, Lipase, Entzündungswerte und dergleichen normal aussehen und aber trotzdem von einem chronischen Verlauf auszugehen ist.

Ich habe die Ärztin heute schon dreimal angerufen und panisch nachgefragt, um die o.g. Informationen zu bekommen. Sie sagte aber dann, dass es sich wohl wahrscheinlich um eine Pseudozyste handelt. Was mich bewegt ist die Frage, weshalb gleich eine Linksresektion gemacht werden soll. Könnte man die Läsion nicht erstmal per Drainage in den Bauchraum entlasten? Wieso gleich die heftige OP? Dann hat sie mich auch gefragt, wie es mit dem Gewicht so aussieht, wie es mit dem Gewicht so steht und ob ich denn überhaupt die Narkose überstehen werde ... etc. Ich bin sofort in Panik ausgebrochen. Linksresektionen werden doch nur gemacht, wenn Tumore "gewütet" haben und möglich viel entfernt werden muss. Die Milz müsste dann auch mit raus sagte sie, weil die bestimmt eh nicht mehr durchblutete wird und so...

Leider konnte ich das die Ärztin heute am Telefon nicht mehr fragen. Für den 14.04. habe ich einen Beratungstermin in Heidelberg ausgemacht. Leider triggert dieses Wort "tumorsuspekt" mein Kopfkino schon seit Dezember mal mehr und mal weniger stark. Ich frage mich halt auch, wie viele hier, ob die Ärzte alles gesagt haben, oder ob das eine übliche Taktik bei wahrscheinlich BSDK erkrankten Menschen ist, damit sie noch ein paar schöne Woche und Monate mit Perspektive und gutem Lebensgefühl haben. Die Gedankenreise geht langsam mit mir durch. Zudem ist mein Onkel vor kurzen an Prostatakrebs gestorben.

Vielleicht hat ja jemand Zeit und Geduld mir ein paar tröstende Wort zu schreiben.

Frohe Ostern und Alles Gute.
DOKASCH
Beiträge: 419
Registriert: 18. Mai 2017, 20:26

Re: Linksresektion wegen Pseudozyste?

Beitrag von DOKASCH »

Hallo Da-re-me, wollte eigentlich hier nicht mehr so schreiben, ich weiß wenn man so drin steckt ist manches nicht leicht. Ich hatte im März 2017 eine nekrotisierende Pankreatitis mit Pseudozystenbildung und mir wurde eine schnell fortschreitende chronische Pankreatitis attestiert. Ich war in heidelberg die meinten damals wenn ich Probleme wegen den Zysten hätte könnte ich sie in meinem Heimatkrankenhaus punktieren lassen das ginge vom Magen aus und wäre keine große sache und evtl. sollte ich meine Gallenblase entfernen lassen die aber vollkommen in Ordung ist. Bei mir wurde ein Pankreas Divisum festgestellt und die Ursache meiner Entzündungen könnte auch durch einen Virus gekommen sein. Ich wurde von meinem Hausarzt gut betreut , Kreon brauchte ich keines und es ging mir besser. Nach einem Jahr wurde bei einer MRCP keine Zysten mehr gesehen oder sonstige Entzündungszeichen. Mir geht es soweit gut beim letzten Ultraschall sieht man daß der Pankreasgang etwas erweitert ist durch die vegangenen Entzündungen. Ich habe mich am Anfang auch fertig gemacht mit negativen Gedanken aber ich fühle mich gut betreut von meinen Ärzten und mir ist bewußt worden daß man nicht nur an Krebs sterben kann sondern auch an so einer Entzündung und daß das auch schnell gehen kann . Du hast ja den Termin wie du schreibst am 14.4. das ist ja schnell, ich denke daß dir niemand Krebs verheimlichen will, höre dir alles in Ruhe an und evtl. kannst du ja noch in ein anderes Zentrum gehen. Auf jedenfall kein Alkohol mehr, beim essen auf deinen körper hören was er verträgt. Der teilnehmer Wasistes hat auch geschrieben was man alles suplimentieren kann. Bei mir ist es noch Curcuma, Vitamin D3 4000i.E tägl., Magnesium 400, und seit einigen Wochen 1 Kps. Rotes Reismehl weil mein Cholesterin sehr hoch war. Ich trinke noch Cistrosentee tägl.
Dorothea
da-re-me
Beiträge: 3
Registriert: 2. Dezember 2020, 19:38

Re: Linksresektion wegen Pseudozyste?

Beitrag von da-re-me »

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort Dorothea. Deine Beiträge zum Thema chron. Pankreatitis und Pseudozysten habe ich schon gelesen, die haben mir auch geholfen. Ich denke, dass ich im Grunde sehr gut dastehe, da ich überhaupt keine Symptome oder Einschränkungen habe und das aktuelle Vergleichs MRT keine negativen Veränderungen zu Tage gebracht hat. Sonstige Hinweise auf einen malignen Verlauf oder Tendenz gibt es gar keine. Wobei man natürlich beim googeln auch auf Fachliteratur stößt die besagt, dass völlige Symptomfreiheit bei Pseudozysten auch verdächtig ist, da etwa 80 % solcher Zysten Symptome verursachen. Mein Gastroenterologe in der Klinik geht davon aus, dass es ein Residuum der Pankreatitis ist und die BSD sich noch in Organisation befindet. Wie es scheint ist die RF nunmehr vom Volumen gleich, dafür etwas länger aber auch schmaler. Naja, jedenfalls habe ich mich nach dem gestrigen Tag wieder etwas beruhigt und die Dinge für mich geordnet. Im Nachhinein hatte ich schon den Eindruck, dass mich die Ärztin zu einer OP drängen wollte, obwohl sie sich meine Unterlagen noch nicht komplett durchgelesen hatte. Es hat mich halt irritiert, dass sie sagte, dass alles nicht schlimm ist und die Wahrscheinlichkeit, dass das was "böses" ist, gering ist, sie dann aber doch diese heftige Operation in den Raum gestellt hat. Auf die Nachfrage, ob denn nicht auch eine Drainage in Frage kommt, sagte sie, dass die Wände dafür zu dick seien und ich das gern versuchen könne, wenn ich jemanden finden würde, der das kann. Dann fügte sie noch hinzu, dass ich mit einer Chirurgie sprechen würde und die nunmal operieren. Ich konnte das Gespräch halt nicht so richtig einordnen.

Als Alkoholiker ist meine Prognose natürlich eh schlechter, auch was die chron. Pankreatitis betrifft. Allerdings bin ich jetzt seit Februar 2020 trocken und aufgrund der Schmerzen in der akuten Phase und der Angst vor einem Tumor, die mich zum Nachdenken über den Wert des Lebens gebracht hat, ist mein Suchtgedächtnis wie ausgelöscht. Die Angst vor einer ungünstigen Entwicklung ist so groß, dass ich mich voll und ganz auf das gesundsein konzentriere. Das kann natürlich manchmal auch etwas aus den Fugen geraten. Jedenfalls hat in meine Fall die Angst auch etwas förderliches.

Naja, jedenfalls habe ich mich jetzt wieder beruhigt und werde sie Montag nochmal anrufen und versuchen das Beratungsgespräch online zu machen, dann muss ich nicht so weit fahren. Werde das Beratungsgespräch aber auf jeden Fall machen und tendiere im Moment dazu, der BSD nochmal 3 Monate Zeit zu geben, um das "Problem" selbst zu lösen.

LG
DOKASCH
Beiträge: 419
Registriert: 18. Mai 2017, 20:26

Re: Linksresektion wegen Pseudozyste?

Beitrag von DOKASCH »

ja meine Zysten waren wohl an der Außenwand und von daher besser zu drainieren gewesen aber wie gesagt nach einem jahr waren sie von allein verschwunden. Viel Glück zu deiner trockenheit gehst du in eine Gruppe ? Das Suchtgedächtnis kann jederzeit wieder kommen, ich wünsch dir gute 24 Std. . Ich gehe in eine Angehörigen Gruppe,da mein Mann Alkoholiker ist. Selber habe ich in meinem ganzen Leben nur wenig Alkohol getrunken. Ich hatte damals in heidelberg auch den Eindruck daß es halt Chirurgie ist und man halt auf Op`s aus ist. Es gibt ja auch keine Behandlung für in `Anführungsstriche `normale chr. Entz. wo man nichts von außen sieht oder nur wenig. Das wenige was man tun kann ,ist auf seine Drüse ( ich sag immer meine Diva ) zu achten ,sie zu pflegen mit Ernährung, Subliemieren und kein Alk.
Dorothea
da-re-me
Beiträge: 3
Registriert: 2. Dezember 2020, 19:38

Re: Linksresektion wegen Pseudozyste?

Beitrag von da-re-me »

Im Moment bin ich nicht in einer SHG. Von 2012 bis 2013 habe ich schon mal eine Therapie gemacht. Danach war ich etwa 1 Jahr trocken und habe mich dann zu sicher gefühlt und probiert, ob ich nicht kontrolliert trinken kann. Was dann von 2015 bis 2020 solche Ausmaße angenommen hat, dass die Drüse in 2019 stark verfettet und Anfang 2020 dann entzündet war. Ich werde aber versuchen wieder in psychotherapeutische Behandlung zu kommen, um die Abstinenz zu sichern.

Waren deine Zysten ein Jahr nach der Diagnose verschwunden oder hattest du auch eine ursächliche akute Entzündung? Die Frage für mich ist halt, ab welchem Zeitraum nach der akuten Entzündung solche Zysten noch von alleine weggehen. Weiterhin habe ich auch gelesen, dass Zysten die größer als 6 cm und länger als 6 Wochen bestehen, nicht mehr von alleine weggehen und dann operiert werden sollten, auch wenn sie keine Beschwerden machen. Da widersprechen sich die Quellen teilweise.

Hattest du Probleme mit der Verdauung und nimmst die Medikamente deshalb oder nimmst du die zur Unterstützung? Ich hab ja bis Dezember zur Unterstützung Tresiba gespritzt. Allerdings war ich dann häufig unterzuckert, was ich als Zeichen für Zuviel Insulin gedeutet habe. Vielleicht kann ich die Heilung der Zyste ja auch durch Insulin, Kreon oder solche Dinge unterstützen. Da ich Optimalen Langzeitzucker und keinerlei Verdauungsprobleme oder Unverträglichkeiten habe, habe ich über die Einnahme von Enzymen nie nachgedacht. Mangelerscheinungen, wegen fehlender Vitamine oder Nährstoffmangel, ist auch nicht festzustellen. Stuhlgang ist auch optimal und regelrecht.

Frohe Ostern!
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