Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Grete Anne
Beiträge: 45
Registriert: 10. Juni 2021, 22:57

Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Grete Anne »

Hallo zusammen, ich soll mich innerhalb von 3 Monaten einer Whipple Op unterziehen.Obwohl ich ein langes Gespräch mit dem Chirurgen hätte kommen mir erst jetzt wieder zu Hause die vielen Fragen.Ist es wirklich notwendig, auf was muss ich mich nach der Op einstellen, wie ist es mit den Schmerzen nach der Op. Wann ist man wieder auf den Beinen.Was ist wenn ich mich nicht operieren lassen.Zu mir ich bin 72 Jahre alt,bis jetzt geht es mir gut ,bis auf Kleinigkeiten, lohnt sich so ein schwerer Eingriff NOCH.?
Über Antworten von euch würde ich mich sehr freuen,welche Erfahrungen habt ihr gemacht
sprotte
Beiträge: 65
Registriert: 1. September 2018, 13:55

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von sprotte »

Hallo Anne Grete,

um deine Fragen beantworten zu können, bräuchte man etwas mehr Informationen. Warum sollst du operiert werden, welche Diagnose? Warum erst in 3 Monaten? In welchem Krankenhaus hattest du das Chirurgengespräch?
Ich wurde vor 3 Jahren mit 60 operiert, es hat etwas gedauert , aber schon seit längerem geht es mir gut, kaum Probleme, obwohl ich keine Enzyme nehme.
Lieben Gruß
Grete Anne
Beiträge: 45
Registriert: 10. Juni 2021, 22:57

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Grete Anne »

Vor 2 Jahren wurde im Rahmen einer anderen Diagnose in der Uniklinik Göttingen bei mir eine Zyste Größe 2x3 cm an der Bauchspeicheldrüse festgestellt, Biopsie war gutartig erst sollte operiert werden dann hieß es Verlaufskontrolle alle 6 Monate. Nun ist die Zyste auf 3x4 cm gewachsen .Es wurde erneut eine Biopsie gemacht da heißt es 2 neue kleine Zysten sind zu der großen dazu gekommen. Orginalsprache der Pathologie
Kritische Stellungnahme: der Befund ist zumindest als zytologisch suspekt einzustufen und erscheinen vom zytomorphologischen Aspekt vereinbar mit einer klinisch vermuteten IPMN.
Es legt sich keiner fest ich war in Kassel im Diakonissenkrankenhaus. Der Professor dort hat wirklich einen guten Ruf und ist mir sympathisch. Er meinte innerhalb der nächsten 3Monate solle ich mich entscheiden es gehe um den Zeitfaktor.Dazu ein Lymphknoten geschwollen, 2 Läsionen an der Milz und noch andere Kleinigkeiten. Liebe Grüße Grete Anne
sprotte
Beiträge: 65
Registriert: 1. September 2018, 13:55

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von sprotte »

Hallo Grete Anne,

jetzt ist es leichter nachvollziehbar, trotzdem bestimmt schwierige Entscheidung für dich. Vielleicht solltest du deine Befunde einmal für eine Zweitmeinung in einem Pankreaszentrum sichten lassen (Kiel, Lübeck, Bochum oder Heidelberg?). Hast du jemanden, der dich bei der Entscheidungsfindung unterstützt? Die OP ist schon heftig, aber die mögliche Alternative auch.
Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass du für dich die richtige Entscheidung findest und alles gut wird.
LG Sprotte
Jana
Beiträge: 360
Registriert: 29. September 2020, 17:29

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Jana »

Ich habe persönlich keine Erfahrungen mit der Whipple OP. Ich würde mir definitiv eine Zweitmeinung holen, du musst hinter deiner Entscheidung, egal wie du sie triffst, dann auch stehen können. Ich möchte dir ganz viel Kraft für deine Entscheidung und die Zeit danach, falls es zur OP kommt, wünschen.
Grete Anne hat geschrieben: 15. August 2021, 10:29 Zu mir ich bin 72 Jahre alt,bis jetzt geht es mir gut ,bis auf Kleinigkeiten, lohnt sich so ein schwerer Eingriff NOCH.?
Dazu möchte ich noch eine Sache sagen. Klar, du bist schon 72 Jahre alt. Aber lohnen tut sich egal wie du dich entscheidest, es sicher. Du könntest noch 10-20 Jahre leben, ggf. sogar noch länger.
Kerstin2015
Beiträge: 333
Registriert: 23. August 2019, 08:43

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Kerstin2015 »

Liebe Grete Anne ,ob die OP wirklich nötig ist,sehen die Chirurgen leider oft erst beim reinschauen. Aber du hast jetzt noch die zeitliche Möglichkeit auf eine zweite Meinung !!! . Ich hatte nach der OP 12 Wochen starke Rückenschmerzen und die Verdauung brauchte schon seine Zeit ,um sich durch die OP zu regulieren. Das erste halbe Jahr fand ich schon sehr anstrengend . Nach 1 1/2 Jahren hatte ich den Zustand erreicht, wo ich für mich sagen konnte....ok damit kannst du gut leben. Jetzt nach 6 Jahren nach OP habe ich 50 % Schwerbehinderung, arbeite Teilzeit und genieße mein Leben. Die Verdauung spinnt manchmal, allerdings esse ich auch fast alles und vergesse auch oft genug genügend trinken... da muss man dann rechtzeitig gegensteuern:) Bei mir wurde der Bauchspeicheldrüsenkopf,der 12 Fingerdarm, Gallenblase und ein kleiner Teil des Magens samt Pförtner entfernt.....es gibt auch Whipple OP s ,wo weniger weg muss,was sich sicherlich auch entscheidend auf Probleme nach Op äußert. Ein Bericht darüber: so wird es sein ! Kann dir leider niemand geben...die Verläufe sind doch oft sehr unterschiedlich. Ich wünsche dir alles Gute und Erfolg bei der Entscheidungsfindung...einfach ist es leider nicht....Liebe Grüße Kerstin
Grete Anne
Beiträge: 45
Registriert: 10. Juni 2021, 22:57

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Grete Anne »

Ihr Lieben, ich danke euch für die Antworten, das hilft mir schon.Ich habe gestern mit einer Gutachterin von der Kasse gesprochen,die sagte um Gottes Willen lassen Sie sich operieren,es ist nicht 5 vor zwölf,es ist 12 Uhr.Ich solle es als Geschenk betrachten,das es jetzt noch möglich ist. Sie meinte aber auch selbst wenn der Professor hier in Kassel gut sei er macht so 20 dieser großen Whipple Ops im Jahr ,ich solle an ein zertifiziertes Zentrum gehen.
Liebe Grüße und nur das Beste für euch wünscht von Herzen
Grete Anne
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Madhouse
Beiträge: 103
Registriert: 16. Oktober 2020, 14:49

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Madhouse »

(Zitat: Sie meinte aber auch selbst wenn der Professor hier in Kassel gut sei er macht so 20 dieser großen Whipple Ops im Jahr ,ich solle an ein zertifiziertes Zentrum gehen.)

Hallo Liebe Grete Anne, dem möchte ich stark bei pflichten (am besten Heidelberg/Bochum).

Ich selbst bin heute 53 Jahre alt, bei op 51, top fit, kein Übergewicht, sehr sportlich.
Bei meiner Genesung ging es mir wie zuvor von Kerstin geschildert.

Bei guter Allgemeinverfassung wirst Du die Operation gut meistern, wenn es auch Geduld/Zeit benötigt.
Ich bekam ja damals ziemlich schnell nach der Op noch eine sehr starke Chemotherapie, welche sich 1/2 Jahr hinzog und mir enorm viel Kraft kostete.
Derzeit bin ich krebs frei, es geht mir ganz gut.

Essen tue ich wie Kerstin, fast alles.
Anfänglich hatte ich Probleme mit starken Durchfällen, Magenschmerzen, Gewichtsverlus (12 Kg).
Inzwischen komme ich viel besser hiermit zurecht.
Operiert wurde ich nicht in einem Fachzentrum (Fallzahlen ca 70 im Jahr), empfehle das aber inzwischen trotzdem, wegen weniger Komplikationen im Anschluss vermutlich.

Ich wünsche dir auch guten Zuspruch wie Unterstützung durch Menschen denen Du vertraust und somit auch tragen, alles gute auf deinem weiteren Weg,
herzliche Grüße
Torsten
:zw:
Jeder Mensch bereitet uns auf seine Art Freude.
Der eine wenn er kommt, der andere wenn er geht.
:hallo:
Herzlichen Dank wie Grüße & alles erdenklich Gute für DICH
- auf bald Torsten
Saskia486
Beiträge: 1
Registriert: 19. August 2021, 20:05

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Saskia486 »

Hallo :)
Ich kann total verstehen, dass das ganz schön belastende Fragen für dich sind. Falls du dich für eine Operation entscheiden solltest, gibt es von der Uni Marburg gerade eine laufende Studie zu einem Online-Angebot, das genau darauf ausgelegt ist, Menschen auf OPs vorzubereiten und sie dabei zu unterstützen. Es gibt da schon viel Forschung, die zeigen konnten, dass der Operationsverlauf und die Erholung durch eine professionelle Vorbereitung verbessert werden können. Vielleicht interessiert dich das ja, dann kannst du mal unter diesem Link bei der Studie reinschauen: https://www.soscisurvey.de/Online-Tool/

Alles Gute und viele Grüße :)
Rheinlaenderin
Beiträge: 25
Registriert: 7. Juli 2016, 08:53

Re: Whipple Op,und dann,was kommt danach,Lebensqualität.?

Beitrag von Rheinlaenderin »

Hallo Grete,
deine Sorge ist gut nachzuvollziehen.
Zweifellos stellt eine Whipple Operation einen schwerwiegenden Eingriff dar, der entsprechend des notwendigen Umfangs, aber auch je nach Kondition der Patientin/des Patienten mehr oder weniger starke Einschränkungen nach sich zieht, die mindestens für geraume Zeit bestehen.
Auf einen notwendigen Eingriff zu verzichten, kann allerdings den Tod bedeuten.
Man sollte aber immer auch die dritte Möglichkeit bedenken, nämlich dass eine OP gar nicht oder nicht so umfänglich wie vorgesehen nötig ist. Am besten kann dies mit Sicherheit in einem Pankreaszentrum beurteilt werden. Also auch mein Rat: Stell dich unbedingt dort vor. Es geht dabei nicht allein um chirurgisches Können, sondern darum, dass das gesamte Haus auf die anspruchsvolle Pankreasdiagnostik, -chirurgie und die Pflege nach der OP eingestellt ist. Dazu ist vielleicht folgender Beitrag einer ARD Produktion aus 2019 interessant (etwa ab der 25. Sendeminute), in dem der Leiter des Europäischen Pankreaszentrums, Prof. Büchler, zu Wort kommt:
https://www.youtube.com/watch?v=nHXN79bLSmA
Noch etwas: Da deine Operation ja offenbar nicht unmittelbar erfolgen soll, rate ich dir, wenn du normalgewichtig oder gar sehr schlank sein solltest, vor der OP so viel zuzunehmen wie möglich. Mit drastischer Gewichtsabnahme ist auf jeden Fall zu rechnen. Wie viel Konditionseinbuße damit verbunden ist, hatte ich mir nicht vorstellen können.
Alles Gute!
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