Unterschiede Bildgebung

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Bela
Beiträge: 81
Registriert: 22. August 2021, 09:33

Unterschiede Bildgebung

Beitrag von Bela »

Hallo, nach nicht ganz zufriedenstellender Recherche im Netz frage ich jetzt einmal Euch...Kann mir jemand den Unterschied erklären zwischen MRT ubd MRCP?
Es hieß, MRCP wäre einfach ein MRT des Bauches aber ich habe Einträge mit und ohne Kontrastmittel gefunden, ist es dann nicht einfach ein MRT?
Gardolinium (schwer abbaubares Schwermetal) würde ich gern vermeiden wenn es geht, man kann auch Ananassaft bekommen, um Die Gewebe besser zu unterscheiden oder ein anderes Mittel, (Namen find ich grad nicht)

Und den Unterschied zwischen Endosono und ERCP bitte.
Vielen Dank im Voraus, viele Grüße, Bela
Paladin25
Beiträge: 273
Registriert: 18. März 2023, 15:41

Re: Unterschiede Bildgebung

Beitrag von Paladin25 »

Ich kann dir das jetzt nur so wiedergeben wie es bei mir vor 2 Wochen war.
Ein MRT Abdomen ist ein normales MRT des Bauchraumes.
Leber, Nieren, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und alles was dazwischen liegt und auch ein Teil der Lunge.
Das MRCP ist bei mir mit Kontrastmittelgabe gemacht worden, welches weiß ich nicht.

Das ist da um die Gänge von Galle, Leber, Harn und BSD genau darzustellen und eben Hindernisse, Verengungen und Gallensteine etc zu erkennen.
Lymphknoten kann man hierbei nicht besser beurteilen wie im CT mit KM.
Die Aussagekraft ist eher ähnlich und völlig ausreichend. Tumore und veränderte Lymphknoten leuchten recht gut im Bild.

Auch die Eingeweide, Knochen und Adern sind gut zu beurteilen.


Bei einer Endonoso wird dir wie bei der Magenspiegelung ein Schlauch in den Magen eingeführt. Diesmal mit Ultraschallkopf.
So kann dieser die BSD direkt durchleuchten und auch die kleinen Verästelungen der BSD Gänge betrachten, welche mit anderen Verfahren nicht zu erkennen wären. Auch das Fortschreiten einer chronischen Pankreatitis lässt sich hiermit früher und genauer beurteilen.
Natürlich auch kleinste Veränderungen im Gewebe wie Tumore, Zysten und Co.


Das ERCP erklärt dir am besten jemand der sich damit mal genau beschäftigt hat. Ich weiß es grob, aber nicht gut genug um dir das sinnvoll zu erklären.
Frau2023
Beiträge: 57
Registriert: 15. April 2023, 22:23

Re: Unterschiede Bildgebung

Beitrag von Frau2023 »

Hallo Bela,

genau, die MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie) ist einfach ein spezielles MRT Verfahren. Da hier Erkrankungen und Anomalien der Gallenwege und des Pankreas dargestellt werden sollen wird für klarere Bilder immer Kontrastmittel (KM) verabreicht. Bei einem normalen MRT obliegt es dem Arzt und der Indikation ob KM notwendig ist. Die MRCP ist also ein reines Diagnostikmittel (nicht invasiv) wo man nicht wie im Gegensatz zur ERCP gleich therapeutisch (invasiv) Intervenieren kann. Bei der MRCP ist man sofort wieder fit da keinerlei Beruhigungs- oder Narkosemittel gegeben werden. Bei der ERCP bekommt man meist Midazolam oder Propofol und muss danach auch abgeholt werden da man 24h keine Fahrzeuge und Maschinen führen darf. Die MRCP muss nicht nüchtern erfolgen, die ERCP schon.
Ich würde MRT immer bevorzugen. Es ist neben dem PET CT das genauste Mittel der Bildgebung und noch dazu im Gegensatz zum CT strahlungsfrei.

Gadolinium ist ein zweischneidiges Schwert. In den USA zB verboten. Bei uns sind es gewisse Verbindungen die nicht mehr gegeben werden dürfen aber generell ist Gadolinium das Mittel der Wahl. Man konnte nachweisen dass sich Gadolinium bei mehrfachen Gaben irgendwann im Gehirn ablagert. Man konnte aber nicht nachweisen dass es dort schaden verursacht. Es ist das gleiche wie bei Aluminum in Deos.

Bei der Endosonographie wird wie bei der Magenspiegelung ein Schlauch mit Kamera in den Magen-Darm-Trakt oral eingeführt. Zusätzlich verfügt der Schlauch noch über einen Ultraschallkopf mit dem sich Strukturen wie nahe Lymphknoten etc. besser beurteilen lassen als durch die Haut von außen. Nebenbei hat man noch einen Arbeitskanal mit dem man Gewebeproben also Biopsien nehmen kann. Das Verfahren ist invasiv und diagnostisch. Therapeutisch intervenieren lässt sich hier nicht. Das kann dann aber die ERCP leisten. Bei der ERCP (endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie) wird auch wieder eine Kamera/Endoskop eingeführt die mehrere Arbeitskanäle besitzt. Die hat keinen Ultraschall dabei. Daher wird während der ERCP ein CT unter Kontrastmittelgabe gefahren. Es sind nicht nur die Entnahmen von Proben möglich sondern auch ein therapeutisches (invasives) Intervenieren wie das Entfernen eines Gallensteins oder das Einsetzen eines Stents in den Gallengang. Die ERCP ist aber auch mit Vorsicht zu genießen. Infektionen und die Post-ERCP-Pankreatitis sind häufige Komplikationen. Mein Endoskopie Arzt (bin Krankenschwester) meinte mal zu mir man müsse die Pankreas nur anstubsen und sie würde mit einer Entzündung reagieren. Auch Blutungen sind häufige Komplikationen weil man „etwas“ verletzt oder perforiert. In der notfallmässigen schnellen Intervention ist die ERCP aber unabdingbar.

👍🏻👋🏻
Bela
Beiträge: 81
Registriert: 22. August 2021, 09:33

Re: Unterschiede Bildgebung

Beitrag von Bela »

Ich danke Euch vielmals für die super ausführlichen Informationen, das hilft mir sehr weiter. Ich werde dann ERCP nur im Notfall machen lassen und mit dem Kontrastmittel bin ich mir sicher, dass ich kein Gardolinium möchte, es ist einfach zu schwer abbaubar im Gehirn, bin so schon vergesslich genug ;-)
Und danke für den Hinweis der Empfindlichkeit der Bspd, wenn es mal etwas besser geht, hau ich immer zu sehr rein, freu mich und verdränge die Problematik, mit dem Erfebnis, dass ich abends wieder Schmerzen unterm rechten Rippenbogen habe und morgens Nervenreizungen im Oberbauch.
Meine HA meinte Gallengang und Galle sähen gut aus, nur etwas zu dicke Gallenflüssigkeit (Ultraschall) daher halte ich es für möglich, dass evt der Zwölffingerdarm die Schmerzen macht ((phasenweise Nüchternübelkeit, hält sich aber in Grenzen) oder der Pankreaskopf...irgendwoher müssen die Schmerzen ja kommen.
Paladin25
Beiträge: 273
Registriert: 18. März 2023, 15:41

Re: Unterschiede Bildgebung

Beitrag von Paladin25 »

Mein Gastrologe hat mir mal gesagt, das verdickte Gallenflüssigkeit echte Probleme machen kann.
Wenn du dann Nahrung zu dir nimmst und eine vermehrte Produktion von Verdauungssäften stattfindet, können diese unter Umständen nicht schnell genug "abfließen". Es bildet sich eine Art Rückstau und du bekommst das auch zu spüren.
Schmerzen im Bereich der Gallenblase ( die ja rechts sitzt) wären da vermutlich nicht unüblich und könnten in dem Bereich sitzen den du beschreibst. Denn diese will ja normal arbeiten.

Ich habe das jetzt mal quasi so wieder gegeben.
Etwas in eigene Worte verpackt.
Bela
Beiträge: 81
Registriert: 22. August 2021, 09:33

Re: Unterschiede Bildgebung

Beitrag von Bela »

Das hört sich logisch an, es ist ja auch teilweise besser, was ja für temporäre Prozesse spricht und nicht für z. B. Tumore, es tut auch erst im Tagesverlauf mehr weh und manchmal habe ich in dem Bereich das Gefühl von " heißem Fließen oder Brennen" könnte dann ein plötzlicher Abfluss sein, Ich probiere es mal mit mehr Bitterstoffen.
Momentan mache ich auch über Nacht Kamillenauflage, habe heute lange schlafen können, das tat mal ganz gut.
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