Folferinox

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Bastet-2026
Beiträge: 3
Registriert: 17. Dezember 2025, 08:07

Folferinox

Beitrag von Bastet-2026 »

Guten Morgen liebe Teilnehmer,
Ich bekam gestern die gesicherte Diagnose: Duktales Ardenokarzinom am Schwanz der Bauchspeicheldrüse mit wenigen kleinen Metastasen in der Leber.
Am Montag bekomme ich den Port gelegt und soll jetzt 8 Chemotherapien mit Folgerinox bekommen.
Laut Ärztin würden, wenn die Therapie anschlägt, die Metastasen verschwinden und evtl. könnte der Krebs doch noch operabel werden.
Das halte ich aber für wenig glaubhaft.

Ich habe nun zwei Fragen:
Gibt es hier jemand, bei dem das möglich war mit dieser Ausgangsdiagnose?
Kann ich selbst etwas tun um die Nebenwirkungen der Chemo so gering wie möglich zu halten?

Ich bin weiblich, 62 Jahre alt und in guter Verfassung.
Liebe Grüße,
Bastet
Tardis
Beiträge: 21
Registriert: 8. März 2025, 03:23

Re: Folferinox

Beitrag von Tardis »

Hallo Bastet,

seit 4 Wochen ist meine Folferinox adjuvante Chemo beendet (nach totaler BSD Entfernung).

Bezüglich der Nebenwirkungen:
Ich hatte bis zum 9ten Zyklus keine Nebenwirkungen. Ausser zickige Mundschleimhäute.
Ab den 10ten bekam ich dann eine leichte Neuropathie (Hände und Füsse). Darauf hin wurde das Oxaliplatin abgesetzt.
Denn anscheinend ist die Wirkung von Oxaliplatin in der ersten Hälfte der Chemo nachgewiesen, in der zweiten Hälfte jedoch nicht ausreichend belegt. Die Neuropathie wurde in den letzten Wochen etwas stärker. Denn Oxaliplatin wirkt bez. Neuropathie verzögert. Ach ja: Fatigue/Müdigkeit hatte ich während der Chemo. Jetzt hat es sich so gut wie gelegt.

Was ich gemacht habe:

Während der Chemo
  • Kompression. D.h. zu kleine Nitril-/OP Handschuhe anziehen. Dies sollte man 1/2 Stunde vor der Vergabe und noch 1/2 Stunde nach Beenden der Infusion machen.
  • Kühlung: Das wird bei Oxaliplatin absolut nicht empfohlen. Denn es kann zu dauerhaften Schäden (Kälteüberempfindlichkeit) führen. Dennoch gibt es eine Studie die sagt das es helfen kann (ok, da war ein Hersteller von Kühlhandschuhen beteiligt). Ich habe es trotzdem gemacht. Gem. dem Bericht/Studie reichen schon 11C. Es muss nicht eiskalt sein. Ich würde es nicht mehr machen. Hat nix gebracht Schäden habe ich nicht.
Fazit: Kompression schadet nicht. Kühlung ist mit Nebenwirkungen behaftet. Und wird nicht empfohlen. Im Gegenteil.

Nahrungsergänzungsmittel
  • Vom Onkologen empfohlen: Omega-3 und Magnesium
  • Ich hatte noch Alpha-Lipon und OPC genommen
  • Aktuell ein B-12 Präparat und Keltican (Alpha-Lipon und OPC auch noch. Bin mir aber nicht sicher ob das zu viel des Guten ist)
Fazit: Alles unbedingt mit dem Onkologen besprechen! Es könnte ggf. kontraproduktiv sein. Was mir merklich geholfen hat ist das Magnesium.
Alpha-.Lipon war die Empfehlung von einem Bekannten der selbst Neuropathie hatte. Keltican scheint gem. meinem Hausarzt im Moment "in" zu sein. Bemerkung: Meine Krankenkasse (PV) bezahlt die Sachen leider nicht, da es keine anerkannten Medikamente sind. Und günstig ist das Zeug leider auch nicht.

Sonstiges
  • Mir hilft am Besten viel Bewegung: Laufen (auspowern muss nicht sein aber so leicht in Schwitzen war mein Ziel) und Fahrrad fahren.
  • Ernährung: Ok, die Kortison Tabletten vor einer Chemo waren Raketentreibstoff für meinen Zucker. Unter 40 IE ging der die ersten 3 Tage nicht runter. Regelmässige Mahlzeiten auch zwischendurch haben die Situation verbessert und den "Glukose-Stress" gemildet. ...ok, ich konnte/durfte auch alles essen.
  • Kein Stress machen. Die Tagesstruktur der Situation anpassen. Für mich war das vor allem Ausschlafen und halt ein Nickerchen machen wenn mir danach war.
so long
Michael
Gela
Beiträge: 44
Registriert: 27. März 2025, 18:47
Wohnort: Hamburg

Re: Folferinox

Beitrag von Gela »

Hallo Bastet,
bei der Beschreibung Deiner Ausgangssituation viel mir gleich die METAPANC Studie ein.
Vielleicht hat Deine Ärztin genau diese Therapie mit Dir vor:
Erstmal 8 Zyklen mFolfininox mit einer Beurteilung des Ansprechens nach dem 4. und 8. Zyklus.
Bei einem Ansprechen könnte eine chirurgische Resektion des Primärtumors kombiniert mit der operativen Therapie und Ablation der hepatischen Metastasen erfolgen.
Danach würden noch weitere 4 Zyklen mit mFolfirinox erfolgen.
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass die Chemotherapie anschlägt und die OP erfolgen kann!

Bezüglich der Nebenwirkungen von der Chemo hätte ich noch folgenden Tipp:
Bei Durchfall hilft Loperamid und bei Verstopfung hilft Movicol.
Bei Gewichtsverlust kann Deine Onkologin hochkalorische Trinknahrung oder Pudding z.B. von Fresubin verschreiben. Es ist wichtig das Gewicht zu halten, damit Du fit für die OP bist.
Da man von der Chemotherapie extrem kälteempfindlich wird, kann ich eine Kühlung der Hände und Füße zur Vorbeugung von Neuropathie nicht empfehlen.
Eventuell könntest Du noch prüfen lassen, ob Du einen Vitamin B12 Mangel hast.
Ein Vitamin B12 Mangel könnte sich zusätzlich zur Chemotherapie negativ auf die Nerven auswirken.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Zuversicht für die anstehende Therapie,
Liebe Grüße, Gela
Bastet-2026
Beiträge: 3
Registriert: 17. Dezember 2025, 08:07

Re: Folferinox

Beitrag von Bastet-2026 »

Herzlichen Dank für Eure Antworten! 🤩
Dafür bin ich sehr dankbar!

Ja, vorerst war die Rede von 8 Einheiten.

Ich werde die Punkte beim Onkologen ansprechen und die übrigen Ratschläge beherzigen.
Leider habe ich wegen der Feiertage erst am 29.12. das Vorgespräch, aber so ist das eben, man muss sich in Geduld üben.

Ich wünsche Euch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, alles Gute und passt auf Euch auf!

Daniela
HoKa
Beiträge: 174
Registriert: 7. Januar 2012, 12:27
Wohnort: Sachsen-Anhalt

Re: Folferinox

Beitrag von HoKa »

Hallo Bastet,

ich wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Glück.

Du hast schon gute Tipps bekommen.

Herzliche Grüße
Kathy
*Was auch immer gut für deine Seele ist: MACH ES!*
Alexy6
Beiträge: 1
Registriert: 19. Dezember 2025, 13:07

Re: Folferinox

Beitrag von Alexy6 »

Guten Abend Bastet,
zunächst einmal viel Kraft für die kommende Zeit. FOLFIRINOX ist zwar belastend, wird aber nicht ohne Grund eingesetzt: Gerade dieses Protokoll hat in den letzten Jahren bei manchen Patienten überraschend gute Ergebnisse gezeigt, selbst bei begrenzten Lebermetastasen. Ich habe Berichte gelesen, in denen sich die Metastasen so stark zurückgebildet haben, dass eine Operation möglich wurde, auch wenn das nicht der Regelfall ist. Was Nebenwirkungen betrifft, berichten viele, wie wichtig es ist, gut zu essen, früh über Müdigkeit oder Kribbeln zu sprechen und sich an guten Tagen etwas zu bewegen. Auch die innere Haltung hilft – nicht als Wundermittel, sondern als Unterstützung. Hoffnung zu haben ist in Ihrer Situation völlig legitim.
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