Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Weserberglaender
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Weserberglaender »

Also Blasenkatheter und den ZVK (Halsvenenkatheter) hat man mir erst gelegt, als ich schon in Narkose war. Den Schmerzkatheter aber schon vorher. Das hat aber nicht weh getan, war eher unangehnem. Ich denke Schmerzkatheter deshalb, weil man dann mit weniger Schmerzmittel insgesamt auskommt, die Schmerzen geringer sind und man den Patienten schnell wieder mobilisieren kann. Faulenzen nach der OP ist nicht :mrgreen: . Bei mir stand schon ein paar Tage nach der OP 'ne Physiotherapeutin am Bett und dann ging es los mit aufstehen, rumlaufen und seltsamen gymnastischen Übungen! Außerdem sind Opioide, z.B. Dipidolor, die systemisch wirken auch nicht ganz ohne. Nach einer Woche "Dauerdröhnung" bin ich echt froh gewesen, dass es auch ohne ging.

Falls Du Dir Gedanken machst, wegen dem Ziehen der Katheter und anderer Schläuche: Davon habe ich nicht viel gemerkt. Wenn es so weit ist, freut man sich sowieso mehr darüber, dass man die Dinger los wird, als dass man sich Gedanken macht, ob es weh tut.

Diabetes und exokrine Verdauungsineffizienz hatte ich auch schon vor der OP. Ist zwar manchmal lästig, schränkt mich aber nicht wirklich ein.

LG Bernd
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Paula
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Paula »

Hallo ihr lieben mit Betroffenen.

Warum haben so viele eine so große Angst vor der OP? Zb. bei mir mit einer T3 Diagnose, warum hätte ich Angst vor der OP (klassische Whipple) haben sollen? Wenn ich nichts unternommen hätte wäre in kürzester Zeit mein Ablaufdatum erreicht gewesen. Aus diesem Grund habe ich mich über die Möglichkeit zur OP gefreut und habe dem OP Tag mit freudiger Zuversicht entgegen gefiebert. Diese OP war für mich eine große Chance, ja sicher auch die einzige Chance.

Wenn man mit banger Angst an die Sache herangeht, so hilft das nicht. Der Körper braucht gerade in so einer existenziellen Situation alle Kraft und die Unterstützung einer positiv gestimmten Seele. Der Glaube an was auch immer hilft der Seele die nötige Kraft aufzubringen. Ich habe an mich geglaubt, an meine Kraft, die mich schon so manches im Leben hat bewältigen lassen. Diese starke Seele, Psyche oder wie man es auch nennen mag, hat meinem Körper geholfen in kurzer Zeit wieder auf die Beine zu kommen.

Zu einigen Fragen.
Am Abend vor der OP gab es nur eine leichte Kleinigkeit. Am Morgen der OP einen Schluck Wasser um meine üblichen Medikamente die nichts mit dem Pankreaskarzinom zu tun haben zu nehmen. Um die Mittagszeit wurde ich in den OP gebracht und habe noch einen großen Teil der Vorbereitungen mitbekommen. Ein interessantes Erlebnis. Habe mich noch etwas mit den Schwestern unterhalten bis mir, mit einem wohlig warmen kribbeln die Sinne ins Land der Träume geschwunden sind. In der Nacht um kurz nach 2 Uhr bin ich im Aufwachraum wach geworden und hatte einen schrecklichen Durst und einen völlig trockenen Hals. Nein, ich bin sicher keine pflegeleichte Patientin, gebe ich ja zu. Kaum wach wollte ich was zu trinken haben, habe ich aber nicht bekommen. Wir haben einen Kompromiss geschlossen, in dem man mir eine Tüte Fruchtbonbons gegeben hat mit der ich etwas gegen den trockenen Mund tun konnte und dann auch nicht mehr herum gequengelt habe, wann ich denn nun endlich wieder auf mein Zimmer käme. Ja, kaum aus der Narkose erwacht war ich schon wieder diskussionsfreudig. Das erste mal bin ich an diesem Tag aufgestanden und habe 4,5 Schritte neben dem Bett gemacht. Schmerzen habe ich zu keinem Zeitpunkt gehabt. Jedenfalls würde ich ein leichtes Ziehen an der Bauchnaht zb. beim Aufstehen aus dem Bett nicht als Schmerz bezeichnen. Am 2. Tag habe ich mir die mir vorgesetzten Medikamente erklären lassen und habe die gegen Schmerzen nicht mehr genommen und auch nicht gebraucht. An diesem Tag bin ich das erste mal auf dem Gang spazieren gegangen. Am 3. Tag bis in den Garten. Der 4. Tag, ich habe mich schon wieder so wohl gefühlt, daß das ganze eher nach einer Betten Party aussah wie nach einem Krankenlagers. Am 8. Tag mit dem eigenen Auto 2 Stunden nach Hause gefahren.
Essen war von Anfang an kein Problem,sicher immer nur sehr kleine Portionen und entsprechend Kreon.

Was zeigt uns das? Es muß nicht immer alles nur ganz furchtbar sein. Ich bin davon feste Überzeugt, es kommt ganz wesentlich auf einen selbst an, wie man an das Problem herangeht. Die eigene Einstellung, der eigene Wille sind wesentliche Faktoren der Genesung.
In diesem Sinne möchte ich allen Betroffenen nur zurufen, mit Mut und Zuversicht die Herausforderung anzunehmen und erfolgreich zu meistern. Denn die Hoffnung stirbt erst wenn es keine Hoffnung mehr gibt.
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
Bsp26
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Bsp26 »

Hattet ihr auch oder habt ihr so ne extreme Müdigkeit und seit so mega Abegeschlagen und matt. Ich könnte die ganze Zeit nur schlafen undndas vor der OP ??
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Paula
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Paula »

Eine große Müdigkeit ist sicher oft gegeben.Diese Diagnose verursacht sicher so manche schlaflose Nacht,man macht sich Gedanken über die Familie,die Zukunft usw.Wenn Schmerzen einem den Tag verderben, man nicht richtig essen kann, die Gedanken kreisen und machen die Seele schwer. Ja,das alles macht müde.Man sollte versuchen,das positive zu sehen.Wenn eine OP noch möglich ist,so ist das doch großartig.Dieses Glück haben bei weitem nicht alle.Ich wünsche dir viel Kraft und es wird alles gut werden.Aber auch du mußt daran glauben.
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
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Reinhard
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Reinhard »

Bsp26 hat geschrieben:Hattet ihr auch oder habt ihr so ne extreme Müdigkeit und seit so mega Abegeschlagen und matt. Ich könnte die ganze Zeit nur schlafen undndas vor der OP ??
Ja, extrem. Hätte damals nicht mit dem Auto fahren dürfen, ab vor Antritt war ich fit, zu Ende (auch nach kurzen Fahrten) manchmal so müde, dass ich mich auf jede Ampel-Rot- Phase gefreut haben, um die Augen für Sekunden zu schließen.
Hab es dann zwischendurch sein gelassen. Das hat sich aber gegeben, allerdings habe ich nie wieder die Leistungsfähigkeit, die ich vor der Erkrankung hatte, erlangen können.
Lieben Gruß
Reinhard
Weserberglaender
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Weserberglaender »

Bsp26 hat geschrieben:Hattet ihr auch oder habt ihr so ne extreme Müdigkeit und seit so mega Abegeschlagen und matt. Ich könnte die ganze Zeit nur schlafen undndas vor der OP ??
Da würde ich mir jetzt keine Gedanken drüber machen, so kurz vor der OP, das ist schon eine Extremsituation. Vor meiner OP bin ich zum Putzteufel mutiert, habe meine ganze Wohnung geputzt, weil ich dachte: Wer weiß, wann Du dazu wieder kommst? Ist sonst (leider) so gar nicht meine Art!
Reinhard hat geschrieben:allerdings habe ich nie wieder die Leistungsfähigkeit, die ich vor der Erkrankung hatte, erlangen können.
Kann passieren, muss aber nicht. Trotz Diabetes und Verdauungsinsuffizienz arbeite ich 5 - 6 Tage die Woche im Bereich Garten- und Landschaftsbau. Ist nicht immer ganz einfach, aber es geht!

LG Bernd
Bsp26
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Bsp26 »

Hey

Danke für eure freundlichen Zuredungen. Das find ich echt toll. Meine Einstellung hat sich schon etwas verbessert. Es ist erstmal positiv das er erkannt wurde und jetzt entfernt wird.

Aber hattet ihr auch im rechten Oberbauch ab und ein so ein Stechen ?? eigentlich ist das ja im linken typisch ??

Und ist auch jemand von euch in Bochum operiert worden ?

LG
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Sonnenblume
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Sonnenblume »

Hey Du,

ich hatte im September 2009 meine Whipple-OP in Bochum bei Professor Uhl und gehe auch jetzt noch alle 6 Monate stationär zur Kontrolle dorthin.

Du bist dort wirklich in den allerbesten Händen, aber ich weiß, wie nervös man vorher ist und wieviele Gedanken man sich macht. Ich mußte auch 14 Tage auf die OP warten und dann hat Bochum kurz vorher den Termin noch mal um einen Tag verschoben...

Wenn Du noch irgendwelche Fragen haben solltest, dann nur heraus damit..... :)

Alles Gute für Dich und viele Grüße,
Silke
Endokrines Pankreaskopfkarzinom - pp Whipple-OP Sept.'09 (G1, pT2, pN0, M0, L0, V0)

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling,
Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man
auch haben..........

Hans Christian Andersen
Bsp26
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Bsp26 »

Hi

ich versuche mich abzulenken und das klappt auch relativ gut .Hab nur etwas Angst da ich im rechten Oberbauch auch so Schmerzen manchmal habe.

Ja die wirken da echt super kompetent . Und wie lange warst du auf Intensiv ?

LG
Bsp26
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Re: Mein Erfahrungsbericht Pankreas !

Beitrag von Bsp26 »

Hey Leute

kurze Frage. Auf meinem Schreiben zur stat. Aufnahme in Bochum steht bitte kommen Sie nüchtern auf Station Chirurgie 2, da eine Magenspiegelung durchgeführt wird? Das verstehe ich iwie nicht wozu ne Magenspiegelung ? Die haben sich da bestimmt vertan oder hatte jemand zufällig das gleiche.

LG
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