Hallo Leute,
ich bin gerade dabei einen Blog zu schreiben wo ich meine Erfahrungen mit meiner Krankheit vearbeiten möchte sowie versuche nützliche Infos für uns alle Betroffene zu sammeln.
Hierzu gehört auch das Thema Schmerzen. Ich bin mir sicher, dass dies auch für euch sehr interessant sein könnte, insbesondere dir Richie, weil du scheinbar exakt die gleiche Schmerzcharakteristik hast wie ich.
Hiermal kurz meine Schmerzbeschreibung:
https://docs.google.com/document/d/15B4 ... lrKDT04Xgo
Na, kommt euch das zum Teil bekannt vor?
Mit dieser Beschreibung bin ich nun bei zwei Schmerzexperten gewesen, einem Facharzt für Allgemeinmedizin und Osteopathie und Experte für chronische Schmerzen.
Einer Schmerztherapeutin mit jahrelanger Erfahrung und auch entsprechend beliebt unter den Patienten (lange Wartezeiten).
Beide kamen relativ schnell zu folgendem Ergebnis:
Muskuläre Dysbalance möglicherweise auf Grund einer Schonhaltung.
Ja es ist richtig, dass eine Skoliose/Fehlhaltung der Wirbelsäule entweder durch Verkürzungen oder deg. Veränderungen zu ähnlichen Beschwerden führen kann, ebenso das sogenannte Psoas-Syndrom, bei der der Musculus psoas major verkürzt ist, was zu Beschwerden entlang des ganzen Körpers führen kann.
Typisch hierfür ist auch eine einseitige muskuläre Verspannung neben der Wirbelsäule aber auch vielfältige andere Beschwerden, hierzu gehören unter Anderem:
- Beschwerden am Unter- und Oberschenkel
- Schmerzen am unteren oder mittleren Rücken, insbesondere neben der Wirbelsäule
- Schmerzen und muskuläre Verspannung unter den Rippgenbögen bzw. entlang der Rippenzwischenmuskulatur
- Schmerzen der schrägen Bauchmuskulatur
- Schmerzen in oder unterhalb der Schultern
- Spannungskopfschmerzen
- Schwindel
- Kalte Extremitäten usw.
Meine Schmerztherapeutin hat es mir wiefolgt erklärt:
Der Beginn liege wohl in der Pankreatitis und den starken Schmerzen die ich
Ende 2017/ Anfang 2018 entwickelt habe. Da mein Ärztehopping bis zu diesem Zeitpunkt unerfolgreich war und man mich eher in die Klapper stecken wollte als mir zu helfen oder eine adäjuate Schmerzbehandlung zu geben, habe ich eine starke Schonhaltung mit einseitiger Belastung eingenommen. Irgendwann wurden die Schmerzen dann besser eben auch durch Schmerzmedikamente in meinem Fall half aber auch eine kurzzeitige Kortisondosis. Was blieb waren die o.g. Restschmerzen. (Passt auch übrigens zur Rostocker Langzeitstudie chr. Pankreatitis, dass nämlich nur 7% unter Dauerschmerzen zu leiden haben).
So eine Fehlhaltung und muskuläre Dysbalance ist schwer wieder loszuwerden, laut Schmerztherapeutin stehe mir ein langer Weg bevor.
Allerdings habe ich schon folgendes gemerkt was hilft:
- Sport, insbesondere Joggen, Training zur Stärkung der Rücken-, Bauch- und Hüftmuskulatur. Dehnen und Strecken der seitlichen Bauchmuskulatur.
- Yoga zur Dehnung der seitlichen Bauch und Rückenmuskulatur, ebenso des Psoas major.
- Wärmeapplikation kann helfen, z.B. regelmässig warme Bäder, ein elektrischer Wärmegürtel usw.
- Möglichst Stress vermeiden, soweit es geht zumindest ^^
- Die eigene Sitzposition überdenken, insbesondere wenn diese starke Beschwerden verursacht (siehe Schmerzbeschreibung)
- Andere Schlafposition ausprobieren, z.B. mal das Kissen weglassen oder auf dem Bauch legen
Was auch helfen kann ist z.B. einen Schal oder langes Tuch um den mittleren/unteren Rücken zu binden und ebenso über das Knie zu hängen. Durch den Zug nimmt man automatisch eine korrekte, nicht schlafe Sitzhaltung ein.
Weitehrin regelmässig aufstehen sich überdehnen, Positionswechsel, nach Vorne strecken usw..
Weiterhin sich überlegen eine andere Sitzgelegenheit zu holen, z.B. einen ergonomischen Sattelhocker der einen automatisch in eine "bessere" Sitzposition zwingt, oder ein Gymnastikball.
Drei Übungen die mir bisher scheinbar wirklich geholfen haben:
1. Auf eine möglichst feste erhöhte Position (z.B. Tisch oder Sofa) auf die Seite legen. Nun das obere Bein anwinkeln und möglichst hochziehen, hierzu den oberen Arm zur Hilfe nehmen und damit das Knie welches nun angewinkelt ungefähr auf Höhe der Hüfte sein sollte runterdrücken. Die Hüfte sollte nun schräg stehen (da das obere Bein ja nach unten gedrückt wird). Nun den Oberkörper in die entgegengesetzte Richtung drehen, so das der Oberkörper auch schräg steht aber in die entgegengesetzte Richtung. Mit dem unteren Arm auf die Schulter (die zur Oberseite) fassen und die Schulter möglichst in die entgegengesetzte Richtung drücken.
In dieser Position drei Minuten verharren. Dabei kann auch die Position des Rückens jeweils etwas nachjustiert werden.
Anschließend Seitenwechsel.
2. Auf den Rücken legen möglichst nahe an einer Wand. Die Beine nun anwinkeln so das die Füsse gegen die Wandfläche drücken. Die Beine sollten jetzt im 90 Grad Winkel angelehnt sein. Die Arme liegen zunächst neben dem Oberkörper am Boden. Nun eines der Beine anwinkeln und mit den Fuss über das Knie des anderen liegen, so etwa wie wenn man das im Sitzen anwinkeln würde.
Nun Druck aufbauen mit dem Fuss also von der Wand abstossen (während das andere Bein angewinkelt ist). Gleichzeitig mit dem Arm gegen das angewinkelte Knie drücken (in entgegengesetzter Richtung). Auch möglichst drei Minuten aushalten. Im Takt kann jeweils der Druck vom Fuss gegen den eigenen Körper (also das Abstossen), als auch der Druck gegen das Knie mit dem Arm erhöht werden.
Danach Lagewechsel der Beine und wiederholen.
3. Auf eine halberunde oder runde Rolle mit den Rücken legen. Die Rolle sollte nicht zu hart sein. Etwa bis zur Mitte der Wirbelsäule. Darauf achten das auch der Nacken und Kopf auf der Rolle aufliegt. Die Beine liegen ausgestreckt. Nun beide Arme seitlich voneinander zur Seite auf den Boden ablegen, so dass sie möglichst gestreckt sind.
Man spürt nun eine starke Dehnung entlang der Oberarme und Brustmuskulatur.
Währenddessen kann die Position des Kopfes welche ja auch auf der Rolle aufliegt zur Seite gedreht werden, so dass der Nacken teilweise seitlich neben der Rolle gestreckt wird.
Diese Übungen möglichst konsequent jeden Tag wiederholen und schauen ob sich was bessert.
Zur Darm/Pankreasbeschwerdesymptomatik werde ich Beizeiten auch noch was schreiben, in Bezug auf Darmobilität, Blähbauch usw.
Dann aber in Form meines Blogs.
