Pame hat geschrieben: ↑27. Mai 2022, 08:04
Liebe Henni
Bei der Ernährung bin ich noch am Ausprobieren und Testen. Aber vereinfacht: Mehr pflanzlich, Gemüse und Obst (vor allem Beeren), weniger Fleisch, vor allem rotes und weniger verarbeitete Produkte. Und nicht zuviel Kohlehydrate. Bei Süssem konnte ich Zum Glück schon immer Widerstehen. Was ich mag, ist Schokolade und da nehm ich nun einfach die Dunkle. Bei Fetten auf Gesunde achten (vor allem Omega 3).
Ja, die psychologische Unterstützung hilft mir. Es ist noch nicht alles gut, aber es hilft. Es geht halt auch um Themen, warum ich so Angst habe vor dem Tod. Klar hat man das. Mit 50 ist man noch nicht bereit. Und dennoch: Sterben müssen wir alle. Und damit befasse ich mich auch zum ersten Mal im Leben, auch wenn ich hoffentlich noch viele Jahre habe. Ein Buch, dass ich dazu wärmstens empfehlen kann: "Das Antikrebs Buch" von David Servan-Schreiber. Er war Psychiater und bei ihm wurde mit 30 ein Glioblastom diagnostiziert. Er hat damit aber noch sehr viele Jahre gelebt und zeigt in seinem Buch neben Ernährung etc. wie er auch mental mit der Diagnose umgegangen ist. Das Buch ist sehr gut geschrieben, ist wissenschaftlich und man kriegt auch viele Gedanken mit zum Umgang mit der Angst vor Krebs.
LG
Pame
Hallo Pame
Vielen Dank für deinen Beitrag! Als ich 2018 erkrankt bin, hatte ich auch panische Angst vor Krebs, eben aufGrund meiner Symptome (Gewichtsverlust, Nachtschweiß, vergrößerte Lymphknoten, veränderte Blutwerte).
Als medizinischer Laie habe ich mir schnell eingeredet, dass alle Symptome und Befunde eindeutig bedeuten müssen, dass das Karzinom in mir schlummert.
Ich bin von Arzt zu Arzt, Klinik zu Klinik, einer Untersuchung zur nächsten gerannt.
Tatsächlich war ich krank, aber nicht mit der Diagnose die ich mir selber gestellt hatte.
Ich denke das man nicht vergessen sollte, das so eine Diagnosestellung immer noch in die Hände eines ausgebildeten Mediziners gehört.
Was mir geholfen hat aus dieser Angstspirale rauszukommen (die teilweise echt heftig war und psychisch behandlungsbedürftig!) war mir zu sagen:
1. Ich möchte die Krankheit, egal welche es ist als Herausforderung ansehen aber nicht als etwas, was mich in meine Knie zwingt, den es ist mein Leben und ich
2. Bestimme darüber wie ich mit meinem Leben SELBSTBESTIMMT umgehe, selbst wenn es eine maligne Erkrankung wäre die mich in wenigen Monaten oder Jahren dahin rafft, möchte ich die verbleibende Lebenszeit nicht mit Ängsten plagen sondern die Zeit genießen und das beste daraus machen.
Mit dieser Einstellung habe ich dann einen besseren Umgang mit der Erkrankung finden können - den Seele und Körper müssen eine Einheit bilden wenn man gesund werden möchte.
Was auch helfen kann vor der Krebsangst ist sich die nüchternen Statistiken vor Augen zu führen:
1. Wieviele Patienten mit einer Pankreaserkrankung bekommen den Krebs (es sind unter 10%)
2. Wieviele Patienten in meiner Altersklasse bekommen den Pankreaskrebs (die Chance im Lotto zu gewinnen ist höher)
3. Wie hoch ist die Sensitivität und Spezifität einer Untersuchung z.b. eines MRCPs oder einer Endosono um eine Raumforderung über 8 mm zu erkennen (es sind annäherend 100%!)
4. Können meine Beschwerden wirklich von einem Krebs herrühren? Der Pankreaskrebs heißt nicht umsonst der Silent-Killer weil in den meisten Fällen Beschwerden wie Schmerzen erst auftreten, wenn er bereits inoperabel, mindestens über 2 cm groß ist, oder Metastasen gebildet hat.
Wenn dann die Bildgebung nichts zeigt ist es sehr wahrscheinlich kein Krebs.