Die meisten Karzinome bilden sich als duktale Adenokarzinome aus. Sprich sie entarten sich aus Gewebezellen der Haupt- oder Nebengänge des Pankreas.
Zu erkennen sind dann Veränderungen an den Gangstrukturen.
Sie bilden sich häufig aus invasiven Läsionen im Hauptgang aus, seltener aus den Nebengängen.
Das MRCP zeigt ja insbesondere die Hauptgänge (Ductus Pancreaticus und Ductus Hepaticus) sehr genau.
Wenn hier nichts auffällig war, ist es meiner Auffassung nach (ich bin kein Arzt, auch wenn mich manche "Fans" hier gerne so betiteln) also nicht von einem duktalen Pankreas-CA auszugehen.
Ob eine Nebengang IPMN vorliegt, die noch sehr klein ist kann man natürlich nicht ganz ausschließen, allerdings sollten auch diese durch gute Bilder (also ich gehe mal davon aus das die bei der Radiologie ein gutes Gerät haben und vernünftige Bilder machen) ab einer Größe von 2 -4 mm erkennen können.
Nebengang IPMNs sind aber deutlich seltener invasiv und dementsprechend entarten auch nur ca 30% dieser Vorläuferläsionen zu einem Karzinom.
Aus diesen Gründen würde ich behaupten, dass man ein Pankreas-CA (oder Vorläuferläsion) in einer MRCP höchstwahrscheinlich gesehen hätte.
Der CA 19-9 ist kein wirklich zuverlässiger Marker um Rückschlüsse darüber zu erhalten, ob ein Krebs vorliegt.
Er ist eher zur Verlaufskontrolle gedacht bei Patienten die ein Pankreas-CA haben aber auch hier nicht wirklich Aussagekräftig.
Die hier genannte minimale Schwankung ist meiner Meinung nach (meines "Laien"-Verständnisses ;)) zu vernachlässigen.
Ich würde dir wirklich davon abraten, ein PET/CT zu machen. Zum einen ist es sehr teuer (die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Kosten hier nur in absoluten Ausnahmefällen), zum anderen ist die Strahlenbelastung deutlich höher als bei einem normalen CT.
Die Chance dass du dadurch langfristig mehr Schaden als Nutzen bekommst ist nicht zu vernachlässigen.
Wenn du den Ergebnissen des MRCPs nicht vertraust, kannst du dir auch überlegen die Bilder an ein Pankreas-Zentrum zur Zweitbegutachtung zu übersenden.
Eine Endosonographie kannst du auch machen lassen. Dies wäre in dem Falle sinnvoll, wenn du vermutest das eine beginnende Gewebeveränderung z.B. beim Vorliegen einer Chronischen Pankreatitis vorliegt.
Zu guter Letzt:
Ich habe mal gelesen, dass bei einem Ca19-9 Anstieg von 10% in 6 Wochen von einer Tumorprogression auszugehen ist.
Kannst du diese Studie nochmal hier verlinken?
Ich gehe stark davon aus, dass sich die Aussage auf Pankreas-CA Patienten bezieht, bei denen der Tumor nicht entfernt werden konnte.
In diesen Fällen ist der CA 19-9 dann aber deutlich erhöht und nicht im Referenzbereich.
Bei dir ist ja überhaupt kein Indiz für ein Pankreas-CA aktuell festzustellen.