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Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 16. Dezember 2011, 20:09
von heinz05
Hallo,
ich habe im Forum einige Berichte gelesen und auch mein Problem beschrieben komme aber nicht weiter. Deshalb nochmals meine Anfrage.
Vor 3 Jahren wurde mir der BSD-Kopf wegen eines gutartigen Tumors nach Whipple entfernt. Seit der Zeit habe ich regelmäßig, ca 1 X im Monat, folgende Beschwerden. Fängt an mit Gliederschmerzen, Kopfschmerz und Abgeschlagenheit, dann kommt eventl noch Fieber dazu. Meist nur kurz und nicht besonders hoch. Das ganze dauert ein paar Tage dann gehts mir wieder gut.
Ich war schon dies bezüglich mehrfach im Krhs, MRT, CRT und was weiß ich noch alles wurden gemacht. Ein echter Befund war nicht feststellbar.
Da oft die Entzündungswerte recht hoch waren habe ich Antibiotikum bekommen, in diesem Sommer einmal 8 Wochen lang. Genutzt hat es nicht viel, auch während der Zeit hats mich getroffen
Seit ein paar Tagen sitze ich wieder zu Hause, habe heute vom Arzt die Blutwerte telefonisch erhalten: Entzündungswerte normal, Leberwerte zu hoch. Genaues erfahre ich erst nächste Woche. So langsam bekomme ich die Krise weil man nichts genaues findet, ich bin total kaputt und alles ist OK, nur ein bischen erhöhte Leberwerte. Toll. Meine Leberwerte waren früher immer OK und ich habe sicher kein Alk-Problem.
Nach etwas Googeln komme ich auf Gallenwegsstau. Aber ich bin nicht gelb und habe auch nicht die geschilderten starken Symptome.
Kann es sein dass ich nur ein "bisschen" Gallenstau habe der diese Beschwerden auslöst oder bin ich mittlerweile ein Hypochonder ?
Den Beitrag von Ingo habe ich mit Bestürzung gelesen. Er hat mir eimal eine ziemliche Klatsche verpasst, Ingo eben, ich habe Ingo ständig im Kopf und wünsche ihn Hoffnung.
Heinz
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 17. Dezember 2011, 09:08
von Lutz Otto
Hallo Heinz,
ich leide seit Jahren an einer " Cholangitis". Nach " Whipple nicht untypisch.
Eigentlich ist dann u. a.auch der Bilirubin im Blutbild erhöht. Bei einer akuten Stauung ist dieses aber auch bei bildgebenden Untersuchungen sichtbar.
Hast du mit deinem Verdacht einmal die Ärzte konfrontiert??
Deine Symptomatik würde wiederum dafür sprechen. Du musst dafür nicht zwingend " Gelb" sein. Ähnlich liegt es dann auch bei mir. Es kommt völlig unerwartet Fieber und Schüttelfrost gleichzeitig.
Meist reicht eine kurze Novalgingabe und es verschwindet. Dauer meist zwei Tage. Für den Notfall habe ich immer ein " Notfallantibiotikum auf Lager.
Ich würde das bei deiner nächsten Arztkonsultation ansprechen.
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 17. Dezember 2011, 13:05
von heinz05
Hallo Lutz,
was mich so nervt ist dass trotz aufwendiger Diagnostik, ich war immer als Privatpatient im Krhs, keine eindeutige Aussage getroffen wird. Die Untersuchungen wurden immer ein paar Tage später gemacht, Stauungen waren nicht sichtbar. Es wurde auch von bakteriellen Entzündungen der Gallengänge, ausgehend vom fehlenden Verschlussmechanismus zum Darm gesprochen, wogegen wiederum für mich das Auftreten der Beschwerden während der 8 wöchigen Antibiotikumtherapie spricht.
Ich kann nicht sagen dass ich jetzt starke Schmerzen habe, spüre aber eine Spannung im Bereich rechts Höhe Bauchnabel. Außerdem immer wieder ein kurzes feines Stechen rechts unterhalb des Rippenbogens. Bin total schlapp. Bei den Kopfschmerzen kann man auch das tolle Wetter verantwortlich machen. Seit der OP habe ich keinen normalen Stuhlgang mehr, daher auch hier keine beschriebenen Veränderungen zielführend.
Ich weiß ja dass nach einem derartigen Eingriff nichts mehr wie früher ist und bin auch bereit die Beschwerden zu ertragen.
Aber wenn ich schon wieder höre "erhöhte Leberwerte" dann gehen bei mir alle roten Lampen an. Möchte nicht vom Regen in die Traufe kommen.
Heinz
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 17. Dezember 2011, 15:52
von Lutz Otto
Hallo Heinz,
ich würde deine Vermutung bezüglich deiner Ängste sprich V.a. Cholangitis direkt ansprechen.
Ist es bei mir Akut, ist ein sicheres Indiz resultierender " ganz dunkler Urin "= Bilirubin.
Leider kann ich dir somit auch nicht weiterhelfen, alles andere wären reine Spekulationen.
Ich wünsche dir bei der Suche nach einer sicheren Diagnostik, baldigen Erfolg.
LG
Lutz
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 17. Dezember 2011, 17:57
von heinz05
Danke Lutz für deine Antworten, den dunklen Urin kann ich nicht feststellen. Eben alles so undurchsichtig.
Hausarzt, Gastroenterologe und Klinik konnten mir immer prima helfen aber es gibt keine Veränderung der wiederkehrenden Beschwerden.
Nun bekam ich von der Krankenkasse den Hinweis auf die Deutsche Klinik für Diagnostik GmbH in Wiesbaden. Hat jemand mit dieser Klinik in Bezug auf unsere speziellen Probleme Erfahrungen gemacht ?
Freue mich auf Eure Meinungen dazu.
Viele Grüße
Heinz
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 18. Dezember 2011, 11:22
von heinz05
ich mach mal wegen der Klinik ein neues Thema auf
Heinz
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 12. Februar 2012, 14:29
von Karl-Josef
Hallo Lutz,
hatte am Freitag mal wieder so einen kollikartigen Schmerzüberfall im Oberbauch mit Schüttelfrost und hohem Puls, kein Fieber.
Habe das erst einmal mit Buscopan-Zäpfchen und Paracetamol in den Griff bekommen, aber am Samstag Nachmittag wurde es wieder schlimmer. Da habe ich dann zu meinem "Nofall-Päckchen" Ciprohexal gegriffen. Gestern Abend habe ich noch 2 Paracetamol und heute nach dem Frühstück noch eine genommen. Jetzt ist der Schmerz erträglich und etwas zentriert Oberbauch und leicht rechts davon.
Ist wohl mal wieder eine Cholangitis, mit der Du Dich ja doch sehr gut auskennst
Du hast dazu einmal geschrieben, dass Du zur Vorbeugung Ursofalk 500 mg 3x1 täglich nimmst und als Antibiotikum Tavanic 500 mg.
Sind das spezielle Medikamente gegen eine Cholangitis und nimmst Du das Ursofalk als Dauermedikation?
Ist das Antibiotikum Tavanic besser geeignet als die Cipro-Antibiotika?
Wäre toll, wenn Du mir da für meinen morgigen Besuch bei meinem HA was schreiben könntest.
Übrigens sind in 3 Wochen meine 5 Jahre seit Entfernung des Karzinoms durch die Whipple-OP vorbei.
Liebe Grüße
Karl-Josef
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 12. Februar 2012, 16:40
von Lutz Otto
Hallo Karl-Josef,
Ich nehme seit meiner Diagnose " chron. Cholangitis" als Dauermedikation 3x 1 Ursofalk 500 mg. tägl..
Ich habe mit Abstimmung meines Prof. diese mal über ein paar Wochen abgesetzt, hatte dann aber vermehrt Schübe zu beklagen.
Ursofalk dient unter anderem unterstützend für den Gallenabfluss.
Cipro hatte ich auch mal. Nehme aber jetzt seit langem schon Tavanic. Diese setze ich aber nur zur Therapie ein, wenn ich durch Gabe von Novalgin keinen Erfolg erziele.
Welches Medi jetzt wirklich besser ist, wage ich nicht zu beurteilen.
Hatte ganz zum Anfang mal bei Fieber und Schüttelfrost ebenfalls Paracetamol eingenommen. Dieses hat man mir wörtlich " verboten" da diese wohl sehr stark über die Leber gehen.
Alternativ nehme ich jetzt Novalgin, meist mit Erfolg.
Karl-Josef, wie immer sind diese Erläuterungen eigene Erfahrungen und somit ohne Garantie. Aber das weißt du ja als " alter Hase ".
Hoffe ich konnte dir erst einmal ein wenig weiterhelfen.
LG Lutz
Re: Nachwehen der Whipple OP
Verfasst: 12. Februar 2012, 18:13
von Karl-Josef
Ja, danke dir Lutz, das hilft mir schon weiter.
Paracetamol nehme ich, weil ich eine Allergie gegen Novalgin habe, hatte da schon einmal einen allergischen Schock.
Paracetamol geht auf die Leber, das habe ich auch gehört, aber nur, wenn man das Produkt häufig und auch über längere Zeiträume nehmen muss.
Das ist bei dir sicherlich der Fall, bei mir halten sich die Schübe doch in Grenzen. Und alle, die ich hatte waren auf anstrengende Tätigkeiten zurück zu führen.
Wir kamen bis jetzt eben nicht darauf, woher es dieses Mal bei mir gekommen sein könnte. Da sind meine Frau und ich noch einmal alles aus der vergangenen Woche durchgegangen. Die Lösung scheint wahrscheinlich: Basteln an der Modelleisenbahn. Ich habe die ganze Woche intensiver gebastelt und zwar am von meinem Stand äußeren Rand. Da musste ich ständig tief gebäugt arbeiten und habe mir dabei auch noch den Gürtel in den Bauch gedrückt. Beim Basteln habe ich das natürlich nicht gemerkt, aber gerade jetzt tut mir diese Haltung extrem weh.
An was man nicht alles denken muss.
Ende Oktober mussten wir leider unseren Huskey Balduin einschläfern lassen. Er war ein halbes Jahr sehr krank, wir haben alles versucht, auch noch viele Umstellungen beim Fressen. Aber er hat immer weiter abgenommen (7 kg) bei 28 kg Anfangsgewicht.
Er hat nur noch gefressen, aber nach wenigen Minuten kam alles wieder raus. Wir waren alle sehr traurig. Wir versuchen zwar, soviel wie möglich zu laufen, aber so regelmäßig wie mit dem Hund ist es dann doch nicht mehr.
Viele Grüße und alles Gute weiterhin für dich
Karl-Josef