Wie geht es nun weiter ?
Verfasst: 5. Februar 2012, 18:03
Hallo,
ich bin recht neu im Forum und habe über meine Tochter, die im letzten Jahr ab und zu im Forum war, erfahren wie nett und zügig doch geantwortet wird.
Im letzten Jahr Januar 2011 wurde mir wegen Steinbildungen die Gallenblase entfernt. Leider ging es mir danach nicht richtig gut. Am 16.2.11 bin ich mit dem Notarztwagen wieder ins gleiche Krankenhaus gekommen, da ich zu Hause kollabiert bin, so starke Schmerzen hatte ich. Der Notarzt konnte weder Puls noch Blutdruck feststellen. Nach stundenlangem Warten im Krankenhausflur, ohne das jemand überhaupt mal Blutdruck gemessen hätte, oder Schmerzmittel verabreicht hat, bin ich nachts mehrfach geröngt worden, Ultraschall etc. wurde noch gemacht, das war es aber auch. Alles ohne grossen Befund, man vermutete einen Gallensteinabgang. Da meine Leber- und Bauchspeicheldüsenwerte aber shr schlecht waren, wollte der Stationsarzt gerne nochmal zur OP, doch der Oberarzt lehnte ab, es wäre doch wohl eindutig ein verspäteter Gallensteinabgang.
Auch danach ging es mir nicht besser.
Im April und Mai schaukelte sich alles so weiter. Anfang Juni ging es mir wieder schlechter. Leider musste mein Mann
am 21.6.11 wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus, ich gleich 2 Tage später, da ich wieder zu Hause kollabierte und es vor Schmerzen kaum noch aushielt.
Nachdem ich auch im Krankenhaus kollabierte wurde mir zu einer ERCP-Untersuchung geraten.
Nach der ERCP ging es mir erst richtig mies. Vor Schmerzen wusste ich nicht mehr was um mich geschah, kollabierte ständig. Nach langem Hin und Her wurde eine Not-OP angesetzt, da es mir immer schlechter ging und die Blutwerte total im Keller waren - ausgeprägte Blutvergiftung durch eine Leckage im Darmbereich - verursacht durch Gallensäfte und Bauchspeicheldrüsensäfte, die nicht mehr korrekt in den Darm gingen. Man vermutete einen Riss im Gallengang.
Klartext= völlig versiffter Bauchraum, Nieren und Leber angegriffen, Loch im Darm. Das heißt: Man hat mir zudem noch einen Ileostoma gelegt.
Wegen meines Zustandes versetzte man mich ins Koma. Am nächsten Tag wieder eine Not-OP, mein Zustand verschlechterte sich ständig. Die Ärzte haben dann meiner Tochter geraten, eine Betreuervollmacht beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen, damit sie als Familienanghörige über weitere gesundheitliche Eingriffe entscheiden konnte.
Während der 2. Not-OP hatte ich toatales Nierenversagen und Probleme mit dem Tubus. Man hat also einen Luftröhrenschnitt gesetzt, damit ich ausreichend beatmet werden konnte. An diese Zeit auf der Intensivstation habe ich die schlimmsten Erinnerungen. Die oberen Bronchien waren ständig verschleimt, abhusten ging nicht, es wurden per Schlauch die Bronchien frei gemacht. Dabei hatte ich immer das Gefühl zu ersticken. Albträume jede Nacht. Obwohl ich durch mein komatöses Dahindämmern oft nicht wusste, ob es Tag oder Nacht war. Dieses Ausgeliefertsein und die Abhängigkeit von den Pflegern und Schwestern haben mir sehr zugesetzt. Doch meine Tochter und ihr Freund waren ständig da - ebenso meine Schwestern. Man hatte ihnen gesagt, das mein Gesundheitszustand sehr sehr schlecht wäre und man mit dem Schlimmsten rechnen müsste!
Ich habe gut 14 Tage im künstlichen Koma auf der Intensivstation gelegen. Nach der ersten Woche musste wegen nekrösem Gewebe an der Bauchspeicheldrüse wieder eine Not-OP gemacht werden. Nach der ersten Not-OP hat man die Bauchdecke geöffnet gelassen und mit einem Schwamm verschlossen, der jede Woche um 1-2 OP-Eingriffe verkleinert wurde. 7 Drainageschläuche hingen aus meinem Bauch, plus der VAC-Pumpe in dem Schwamm.
Nach 6,5 Wochen wurde ich auf die chirugische Station verlegt. Hier habe ich dann noch einmal 5 Wochen verbracht.
Durch die Absetzung der Temgesic-Tabletten hatte ich starke Entzugserscheinungen, die sich in einem schrecklichen, tagelangem Übergeben äussertem. Nach Absetzung der künstlichen Nahrung ging es mir dann endlich etwas besser.
Am 30.08.11 wurde ich mit offener Bauchwunde aus dem Krankenhaus entlassen. Zwischenzeitlich wurde bei meinem Mann eine Mitralklappenschädigung festgestellt - er lag also wieder zeitgleich in der MHH Hannover. Hier wurde minimalinvasiv die Mitralklappe gewechselt. Zu unserem grossen Kummer hat er sich nicht davon erholt, auch er hatte eine Blutvergiftung, Lungen- und Nierenversagen und alles ist nicht gut ausgegangen, er ist am 03.0911 gestorben, nachdem man die Geräte abschalten musste.
Eine AHB konnte ich deshalb nicht antreten, da auch meine Bauchdecke noch nicht verheilt war. Ende November 2011 habe ich mir den Ileostoma zurückverlegen lassen. Damit ist mein Bauch total zerschnitten und immer noch um ca. 15 cm angeschwollen, druckempfindlich und es stört mich total.
Aber man sagt mir von ärztlicher Seite ich hätte noch Glück gehabt, Medikamente für die Verdauung brauche ich nicht.
Diabetikerin bin ich auch nicht - doch es tröstet mich natürlich nicht.
Da ich dieses Jahr 60 Jahre alt werde ist wohl an eine weitere berufliche Tätigkeit nicht zu denken. Meine Mobilität ist noch stark eingeschränkt, Bauchmuskeln habe ich noch nicht wieder und durch die grossen Narben muss jetzt etwas passieren. Langes Sitzen, Stehn oder Gehen ist noch nicht möglich, weil ich dann ein starkes Spannungsgefühl im Bauchraum habe, als wenn der Bauch platzen würde.
Auf ärztlichen Rat habe ich einen Schwerbehindertenausweis beantragt, genehmigt wurden bisher 20%, also habe ich Widerspruch eingelegt - aber noch nichts wieder gehört.
Erwerbsminderungsrente beantragt, da ich nicht lange in einer Position sitzen kann ( ich bin Buchhalterin); sowie eine Kur beantragt, damit sich mein Gesundheitszustand verbessert. Vielleicht ist ja noch eine Halbtagsbeschäftigung möglich.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat jemand aufgrund einer nekrösen Pankreatitis einen Schwerbehindertenausweis bekommen und wenn ja, wieviel Prozent?
Erwerbsminderungsrente bekommen?
Es wäre schön, Antworten und Erfahrungen austauschen zu können. Ich lebe in Hannover.
Viele Grüsse sendet Monika
ich bin recht neu im Forum und habe über meine Tochter, die im letzten Jahr ab und zu im Forum war, erfahren wie nett und zügig doch geantwortet wird.
Im letzten Jahr Januar 2011 wurde mir wegen Steinbildungen die Gallenblase entfernt. Leider ging es mir danach nicht richtig gut. Am 16.2.11 bin ich mit dem Notarztwagen wieder ins gleiche Krankenhaus gekommen, da ich zu Hause kollabiert bin, so starke Schmerzen hatte ich. Der Notarzt konnte weder Puls noch Blutdruck feststellen. Nach stundenlangem Warten im Krankenhausflur, ohne das jemand überhaupt mal Blutdruck gemessen hätte, oder Schmerzmittel verabreicht hat, bin ich nachts mehrfach geröngt worden, Ultraschall etc. wurde noch gemacht, das war es aber auch. Alles ohne grossen Befund, man vermutete einen Gallensteinabgang. Da meine Leber- und Bauchspeicheldüsenwerte aber shr schlecht waren, wollte der Stationsarzt gerne nochmal zur OP, doch der Oberarzt lehnte ab, es wäre doch wohl eindutig ein verspäteter Gallensteinabgang.
Auch danach ging es mir nicht besser.
Im April und Mai schaukelte sich alles so weiter. Anfang Juni ging es mir wieder schlechter. Leider musste mein Mann
am 21.6.11 wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus, ich gleich 2 Tage später, da ich wieder zu Hause kollabierte und es vor Schmerzen kaum noch aushielt.
Nachdem ich auch im Krankenhaus kollabierte wurde mir zu einer ERCP-Untersuchung geraten.
Nach der ERCP ging es mir erst richtig mies. Vor Schmerzen wusste ich nicht mehr was um mich geschah, kollabierte ständig. Nach langem Hin und Her wurde eine Not-OP angesetzt, da es mir immer schlechter ging und die Blutwerte total im Keller waren - ausgeprägte Blutvergiftung durch eine Leckage im Darmbereich - verursacht durch Gallensäfte und Bauchspeicheldrüsensäfte, die nicht mehr korrekt in den Darm gingen. Man vermutete einen Riss im Gallengang.
Klartext= völlig versiffter Bauchraum, Nieren und Leber angegriffen, Loch im Darm. Das heißt: Man hat mir zudem noch einen Ileostoma gelegt.
Wegen meines Zustandes versetzte man mich ins Koma. Am nächsten Tag wieder eine Not-OP, mein Zustand verschlechterte sich ständig. Die Ärzte haben dann meiner Tochter geraten, eine Betreuervollmacht beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen, damit sie als Familienanghörige über weitere gesundheitliche Eingriffe entscheiden konnte.
Während der 2. Not-OP hatte ich toatales Nierenversagen und Probleme mit dem Tubus. Man hat also einen Luftröhrenschnitt gesetzt, damit ich ausreichend beatmet werden konnte. An diese Zeit auf der Intensivstation habe ich die schlimmsten Erinnerungen. Die oberen Bronchien waren ständig verschleimt, abhusten ging nicht, es wurden per Schlauch die Bronchien frei gemacht. Dabei hatte ich immer das Gefühl zu ersticken. Albträume jede Nacht. Obwohl ich durch mein komatöses Dahindämmern oft nicht wusste, ob es Tag oder Nacht war. Dieses Ausgeliefertsein und die Abhängigkeit von den Pflegern und Schwestern haben mir sehr zugesetzt. Doch meine Tochter und ihr Freund waren ständig da - ebenso meine Schwestern. Man hatte ihnen gesagt, das mein Gesundheitszustand sehr sehr schlecht wäre und man mit dem Schlimmsten rechnen müsste!
Ich habe gut 14 Tage im künstlichen Koma auf der Intensivstation gelegen. Nach der ersten Woche musste wegen nekrösem Gewebe an der Bauchspeicheldrüse wieder eine Not-OP gemacht werden. Nach der ersten Not-OP hat man die Bauchdecke geöffnet gelassen und mit einem Schwamm verschlossen, der jede Woche um 1-2 OP-Eingriffe verkleinert wurde. 7 Drainageschläuche hingen aus meinem Bauch, plus der VAC-Pumpe in dem Schwamm.
Nach 6,5 Wochen wurde ich auf die chirugische Station verlegt. Hier habe ich dann noch einmal 5 Wochen verbracht.
Durch die Absetzung der Temgesic-Tabletten hatte ich starke Entzugserscheinungen, die sich in einem schrecklichen, tagelangem Übergeben äussertem. Nach Absetzung der künstlichen Nahrung ging es mir dann endlich etwas besser.
Am 30.08.11 wurde ich mit offener Bauchwunde aus dem Krankenhaus entlassen. Zwischenzeitlich wurde bei meinem Mann eine Mitralklappenschädigung festgestellt - er lag also wieder zeitgleich in der MHH Hannover. Hier wurde minimalinvasiv die Mitralklappe gewechselt. Zu unserem grossen Kummer hat er sich nicht davon erholt, auch er hatte eine Blutvergiftung, Lungen- und Nierenversagen und alles ist nicht gut ausgegangen, er ist am 03.0911 gestorben, nachdem man die Geräte abschalten musste.
Eine AHB konnte ich deshalb nicht antreten, da auch meine Bauchdecke noch nicht verheilt war. Ende November 2011 habe ich mir den Ileostoma zurückverlegen lassen. Damit ist mein Bauch total zerschnitten und immer noch um ca. 15 cm angeschwollen, druckempfindlich und es stört mich total.
Aber man sagt mir von ärztlicher Seite ich hätte noch Glück gehabt, Medikamente für die Verdauung brauche ich nicht.
Diabetikerin bin ich auch nicht - doch es tröstet mich natürlich nicht.
Da ich dieses Jahr 60 Jahre alt werde ist wohl an eine weitere berufliche Tätigkeit nicht zu denken. Meine Mobilität ist noch stark eingeschränkt, Bauchmuskeln habe ich noch nicht wieder und durch die grossen Narben muss jetzt etwas passieren. Langes Sitzen, Stehn oder Gehen ist noch nicht möglich, weil ich dann ein starkes Spannungsgefühl im Bauchraum habe, als wenn der Bauch platzen würde.
Auf ärztlichen Rat habe ich einen Schwerbehindertenausweis beantragt, genehmigt wurden bisher 20%, also habe ich Widerspruch eingelegt - aber noch nichts wieder gehört.
Erwerbsminderungsrente beantragt, da ich nicht lange in einer Position sitzen kann ( ich bin Buchhalterin); sowie eine Kur beantragt, damit sich mein Gesundheitszustand verbessert. Vielleicht ist ja noch eine Halbtagsbeschäftigung möglich.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Hat jemand aufgrund einer nekrösen Pankreatitis einen Schwerbehindertenausweis bekommen und wenn ja, wieviel Prozent?
Erwerbsminderungsrente bekommen?
Es wäre schön, Antworten und Erfahrungen austauschen zu können. Ich lebe in Hannover.
Viele Grüsse sendet Monika