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Untergewicht

Verfasst: 17. August 2012, 10:31
von Sternschnuppchen
Hallo Leute,
seit meiner Whipple-Op 2000 habe ich Probleme, mein Gewicht zu halten. Ich esse 5-7mal am Tage und achte darauf, wenigstens 1700 Kcal zu mir zu nehmen. Laut Diätassistentin ist das zu wenig, denn ihrer Meinung nach müssten es 2200-2300 Kcal sein. Ich kriege aber nicht mehr in mich hinein. Muss ja auch noch zwischendurch trinken, was ja auch etwas sättigt. Mittlerweile fühle ich mich so geschwächt und energielos, dass ich Probleme habe, ein paar Stufen zu steigen.
Bei einer Größe von 171 cm bringe ich 97/98 Pfund auf die Waage. Mein Arzt hat mir ein homöopathisches Medikament verschrieben, was aber nichts gebracht hat. Er hat es auch schon mit B12 Infusionen versucht. Nun kann er mir auch keinen Rat mehr geben, als den, dass ich mehr essen müsste. Aber was bringt das mir, wenn ich im Nachhinein mich übergeben muss. Der Internist konnte mir auch nicht weiterhelfen, denn seiner Meinung nach müsste mein Essen besser anschlagen bei einem einigermaßen normalen Stuhl, den ich ja habe. Habt Ihr vielleicht noch eine hilfreiche Idee? Ich wäre Euch sehr dankbar.

Liebe Grüße
Sternschnuppe

Re: Untergewicht

Verfasst: 17. August 2012, 11:22
von Paula
Hallo
Wenn ich deinen Bericht lese,scheint es ja keinen wirklichen Grund für dein Problem zu geben.Die Verdauung funktioniert offensichtlich und mit Schmerzen hast du wohl auch kein Problem.

Aber du kannst nicht genug essen.
Da stellt sich die Frage nach deiner Lebenssituation.So eine OP ist ja ein einschneidender Punkt im Leben.Die gewohnte Leistungsfähigkeit ist nicht mehr da.Menschen im Umfeld haben vielleicht nicht das nötige Verständnis für deine Situation.Das alles kann schon auf den Magen schlagen,in Sinn von einer inneren Unzufriedenheit mit allem.

Vielleicht könnte zb. eine Gesprächstherapie dir helfen neue Freude am Leben zu finden.Und dann könnte sich auch der Appetit wieder einstellen und dein Gewichtsproblem wäre möglicherweise gelöst.
Einen Versuch wäre es sicher wert.

Re: Untergewicht

Verfasst: 17. August 2012, 11:51
von Sternschnuppchen
Paula hat geschrieben:Hallo
Wenn ich deinen Bericht lese,scheint es ja keinen wirklichen Grund für dein Problem zu geben.Die Verdauung funktioniert offensichtlich und mit Schmerzen hast du wohl auch kein Problem.

Aber du kannst nicht genug essen.
Da stellt sich die Frage nach deiner Lebenssituation.So eine OP ist ja ein einschneidender Punkt im Leben.Die gewohnte Leistungsfähigkeit ist nicht mehr da.Menschen im Umfeld haben vielleicht nicht das nötige Verständnis für deine Situation.Das alles kann schon auf den Magen schlagen,in Sinn von einer inneren Unzufriedenheit mit allem.

Vielleicht könnte zb. eine Gesprächstherapie dir helfen neue Freude am Leben zu finden.Und dann könnte sich auch der Appetit wieder einstellen und dein Gewichtsproblem wäre möglicherweise gelöst.
Einen Versuch wäre es sicher wert.

Hallo Paula,
die üblichen Probleme/Schmerzen wie Krämpfe, extrem aufgeblähter Bauch, Übelkeit (zeitweise auch Dumping und Schüttelfrost) habe ich meistens, mal mehr, mal weniger. Aber das haben Andere ja auch und nehmen trotzdem irgendwann wieder zu, wenn nötig. Mein Stoffwechsel arbeitet zu schnell, das ist das eigentliche Problem, denke ich. Appetit habe ich schon, wie ein Gesunder, aber ich kann nicht den ganzen Tag über essen, das Hungergefühl wird ja im Kopf gesteuert.
Unzufrieden bin ich eigentlich nicht mit meinem Leben, sondern dankbar, dass ich noch lebe. Ja, vielleicht könnte mein Umfeld mir mehr Verständnis und Hilfsbereitschaft entgegen bringen. Darunter leide ich schon ein wenig, aber es verdirbt mir nicht den Appetit, sondern macht mich manchmal ein wenig traurig. Habe es aber mittlerweile so akzeptiert. Da halte ich mich an den Spruch: "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und das eine von dem anderen zu unterscheiden."
Eine lange Gesprächs- bezw. Verhaltenstherapie auf Grund meiner Angstneurose habe ich erfolgreich hinter mich gebracht. Ich brauche diesbezüglich keine Psychopharmaka mehr und habe somit auch wieder mehr Freude am Leben, die ich mir meistens selbst erfülle.

Lb. Gruß
Sternschnuppe

Re: Untergewicht

Verfasst: 18. August 2012, 14:47
von Weserberglaender
Hallo Sternschnuppe,

hier einige Ideen, die mir beim Lesen Deines Beitrags so spontan eingefallen sind:
Wurde eine Schilddrüsenüberfunktion ausgeschlossen? Falls Du nicht sowieso schon einen Magensäureblocker nimmst, könnte der die Wirkung der Verdauungsenzyme verbessern. Falls Du Diabetes hast, können BZ-Werte über der Nierenschwelle dazu führen, dass Kohlenhydrate, statt in den Zellen, in der Toilette landen. Hast Du schon mal 'Astronautennahrung' (Fresubin, Fortimel,...) ausprobiert?

Leider sind das auch nur 'Standard'-Ideen. Ich geh' mal davon aus, dass Du die Verdauungsenzyme auch richtig einnimmst :zw: !

Grüße Bernd

Re: Untergewicht

Verfasst: 18. August 2012, 20:17
von Sternschnuppchen
Guten Abend, Bernd,
Schilddrüse ok, 20 mg Magensäureblocker täglich, kein Diabetes, Astronauten-Unverträglichkeit wegen Zucker, Fruchtzucker, Laktose. Nehme täglich bis zu 20 Kreon-Kps 25000 zu 5-7 Mahlzeiten WÄHREND des Essens. Mehr wie 1700-1800 Kcal bekomme ich nicht herunter. Ich renne den ganzen Tag mit einem glucksenden, aufgeblähten Bauch herum, so dass ich ab dem Nachmittag die Hose nicht mehr zubekomme. Ich habe es schon ein Zeit lang mit den MCT-Fetten versucht, aber da machte mein Darm nicht mit.
Vor der Whipple Op 2000 wog ich fast 130 Pfund, die ersten 6 Jahre nach der Op 110 Pfund, und dann 105, 102, 98 Pfund bei gleichem Essverhalten. Was läuft da nur schief? Vielleicht sollte ich mal an den Tropf, aber mein Hausarzt reagiert nicht darauf.
Danke für deine netten "Standard"-Ideen.

Lb. Grüße
Sternschnuppe

Re: Untergewicht

Verfasst: 18. August 2012, 22:29
von Weserberglaender
Hallo Sternschnuppe,

jetzt fällt mir gerade ein, dass ein Bekannter von mir mal eine Infektion mit Darmpilzen hatte, der hatte auch 'nen Blähbauch und fühlte sich schlapp und kraftlos.

Es ist natürlich blöd, dass Du keinen Zucker verträgst, denn damit fülle ich meinen Kalorienbedarf auf, in Form von Süßigkeiten :lol: . Ich habe da nämlich auch so meine Probleme mein Gewicht (68kg bei 1,91m) zu halten. Glücklicherweise fühle ich mich aber recht fit, so dass mein Gewicht für mich eigentlich kein Problem ist. Nervig sind manchmal nur die lieben Mitmenschen mit ihren Kommentaren, z.B. 'Gibt es bei euch zuhause nichts zu essen? :evil: '. Man hat ja auch nicht immer Lust, jedem seine Krankengeschichte auf die Nase zu binden. Da gibt es dann 'ne blöde Antwort 'Ich muss noch ein paar Kilo abnehmen, ich bin viiiiel zu fett!' oder 'Und selbst schon wieder fetter geworden?' zurück. Zu 99% ist dann Ruhe im Karton.

Grüße Bernd

Re: Untergewicht

Verfasst: 19. August 2012, 07:39
von Danny67
Hallo Sternschnuppe,

ich kann nicht wirklich etwas beitragen, lese aber gerne die Antworten, da ich hier vielleicht auch etwas für Yannik "rausziehen" kann - er wiegt nämlich bei einer Größe von 1,91 mittlerweile nur noch 80 Kilo - mit einer Tendenz nach unten :( .

Er hat Appetit, daran liegt es nicht - bei ihm ist es eher eine Kopf-Sache denn er sagt, wenn der Magen leer ist fühlt er sich besser, dann kommen auch keine Koliken und kein Bauchweh .... aber das ist ja auch kein Zustand. Zur Zeit schläft er recht lange, steht oft erst um 13 Uhr auf, dann isst er vielleicht erst um 16 Uhr etwas und dann recht wenig.

Wir haben jeden Tag Ärger im Haus deswegen - ich weiß, dass der Druck von mir falsch ist, aber ich kann nicht anders.

Hast Du mal Maltodextrin 6 Instant probiert?
Das ist zur Energieanreicherung von Speisen und Getränken. Oder verträgst Du das nicht?

Ja, es ist nichts mehr wie es mal war nach so einer OP *seufz*

LG, D.

Re: Untergewicht

Verfasst: 19. August 2012, 07:52
von Chrissie
Hallo Sternschnuppe,

hast Du die MCT-Fette langsam eingeschlichen? Meine Ernährungsberaterin meinte, dass ist sehr wichtig, sonst gibt es Darmunverträglichkeiten.

Wie wäre es mit Nüsse, natürlich zusammen mit Kreon? Oder verträgst Du die nicht?

Ich wünsche Dir, dass Du noch eine Lösunf findest. Ja, Tropf wäre auch eine Möglichkeit, aber da muss der Arzt mit spielen. Vielleicht sprichst ihn noch mal drauf an.

Lg Chrissie

Re: Untergewicht

Verfasst: 19. August 2012, 12:14
von Sternschnuppchen
Hallo,
habe die MCT-Fette für ein halbes Jahr (Öl sowie Margarine) einschleichend meinem Körper zugeführt. Er reagierte aber schon nach einer geringen Menge mit Weichstuhl/Durchfall. Dann wandte ich mich wieder meiner Butter und dem Leinöl zu, was ich in geringer Menge besser vertragen kann. Mit Nüssen läuft gar nichts, denn ich habe eine Allergie und außerdem sind sie leider zu fettig für mich. Habe alles schon praktiziert.
Ob es hier in diesem Forum einen entsprechenden Arzt gibt, an den ich mich mal wenden könnte???? Vielleicht könnte er mit weiterhelfen.
Maltodextrin 6 und 19 habe ich auch schon versucht, aber auch leider ohne Erfolg. Die Optik und die unüberlegten, lästigen Sprüche der Schwätzer stören mich mittlerweile nicht mehr, aber mein geschwächter Körper, der nach jeder Kleinstarbeit schon streikt, so dass mein Tagesprogramm dadurch leidet.
Ich hoffe, dass ich das irgendwie in den Griff bekomme, denn Aufgeben gibt es bei mir nicht so schnell.

Ich danke Euch, dass Ihr mir bei dieser Hitze geantwortet habt und wünsche Euch einen gute Zeit.
Gruß
Sternschnuppe

Re: Untergewicht

Verfasst: 19. August 2012, 12:29
von Tina R.
Meine liebe Sternschnuppe,

Was dann noch übrigbleibt sind Haferflocken und zwar die "Blütenzarten von Kölln". Das ist ein richtiges Kraftfutter und das hat mir, zusammen mit dem Bockshornklee (aber das weißt Du ja bereits) echt geholfen meine 40 kg (bei 170 cm) wieder nach oben hin zu korrigieren. Ich wiege jetzt wieder 60kg und 20 kg plus ist doch schon enorm, oder? Ich habe immer und überall Haferflocken druntergemischt und es war auch das Einzige was ich überhaupt anfangs vertragen habe.
Übergewichtige sollen nämlich Haferflocken unbedingt meiden, weil es dick macht und man soll Hunden z.B. auch nicht zu viel Haferflocken geben, weil sie sonst Moppel werden! Bei mir hat`s auf jeden Fall gewirkt und gegen letztes Jahr (aber das war auch nicht mehr witzig, denn ich konnte mich noch nicht mal bequem in die Badewanne legen ohne überall anzuecken.....) bin ich jetzt eine Hummel!
Alles, alles Liebe..... bis dann!
Liebe Grüße von Tina