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Grad der Behinderung

Verfasst: 27. Dezember 2012, 10:31
von Alfonss
Hatte im Juni 2011 eine Pankreaslinksresektion (ca. 2/3 des Organs sind entnommen + Milzentferung) wegen neuroendokriner Tumor (G2) am Pankreasschwanz.
Habe Gott sei Dank keine Beschwerden (keine Diabetes oder Verdauungsprobleme).
Mich würde trotzdem interessieren, ob ein GdB von den Sozialämtern anerkannt wird.
Alfonss

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 27. Dezember 2012, 12:17
von Muggle
Der GdB richtet sich immer nach den Einschränkungen, die du in deinem Leben hast. Ergo- keine Einschränkungen, kein GdB. Es gibt zwar Tabellen, die als Einschätzungshilfe dienen, bei welcher Erkrankung von welcher Einschränkung ausgegangen werden kann, dennoch wird der Einzelfall beurteilt und auch bei der Tabelle wird nicht einfach zusammengezählt. Insofern würde ich mal sagen, es macht keinen Sinn, da was zu beantragen, wenn du keine Einschränkungen hast. Rein für das Entfernen eines Organs gibt es nur etwas, wenn das auch Einschränkungen anch sich zieht. Unter einem GdB von 50 hast du sowieso kaum was davon (höchstens wenn dein Job in Gefahr wäre, dann könntest du Gleichstellung beantragen und ggf. Kündigungsschutz bekommen).

Eventuell, wenn das Tumorthema noch aktuell wäre und du entsprechende Therapien machen müsstest, dann könnte da was bei rum kommen. In dem Fall würde ich einfach mal beantragen.

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 27. Dezember 2012, 13:01
von Andy
Hallo Alfonss,
wie sieht es denn mit einer Chemotherapie aus,
brauchst Du vielleicht zum Glück keine?
Ich habe nach der klassischen Whippel-OP 80 % bekommen.
Hatte allerdings auch viele Probleme.
Mit der Chemotherapie begannen die Probleme sich zu vervielfachen.
Habe dann eine Erhöhung auf 100 & erhalten und für ein halbes Jahr
die Sonderparkberechtigung bekommen(Behindertenparkplatz ).
Momentan geht es mir sehr viel besser und habe nur noch Einschränkungen in der Ausdauer und Leistung.
Ich würde trotz alledem einen Antrag beim Versorgungsamt stellen,
man weiß nie,was auf einem noch zukommt.
Ich hoffe für Dich,das Du auch weiterhin keine Probleme und Beschwerden hast.
Einen guten Rutsch und viel Gesundheit ohne Beschwerden

Andy

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 28. Dezember 2012, 07:49
von Alfonss
Danke für die Antworten; da ich zur Zeit keine Chemo erhalte, wird ein Antrag beim Versorgungsamt in meinem Fall wohl keinen Sinn machen. Mit der Ausdauer ist es bei mir zwar auch nicht mehr ganz so wie vorher, aber das schätze ich so auf 90%. Dachte nur, dass man bei bösartigen Tumoren grundsätzlich einen GdB erhält, vielleicht uach wegen der psychischen Belastung (unsichere Zukunft), die ich schon spüre. Besser aber so als anders.
Allen ein gutes Neues Jahr 2013!

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 28. Dezember 2012, 11:51
von Sonnenblume
Hallo Alfonss,

ich an Deiner Stelle würde auf jeden Fall einen Antrag stellen...

Ich selber hatte in 2009 eine Whipple-OP aufgrund eines neuroendokrinen Karzinoms. Schon in der anschliessenden AHB hatte man mir dazu geraten, einen Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen, was ich dann auch gemacht habe.
Die Bearbeitung des beim für mich zuständigen Versorgungsamtes hat dann etwa 2,5 Monate in Anspruch genommen, dann hatte ich den Bescheid: GdB 100, befristet bis Mitte 2015.
Das ganze ist allein aufgrund der Aktenlage entschieden worden.

Dadurch bekomme ich nun 5 Tage Urlaub pro Jahr mehr (bin wieder Vollzeit tätig) und habe einen, wenn auch nur sehr kleinen, Steuervorteil.

Viele Grüße und einen guten Rutsch in 2013,
Silke

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 28. Dezember 2012, 13:09
von Dieter
Hallo Alfonss,

ich würde auch einen neuen Antrag stellen, denk bitte vielleicht an andere Vorerkrankungen, die können auch mit angegeben werden.
Obwohl ich nicht operabel bin :( habe ich auf die Bauchspeicheldrüse 70% bekommen,
durch Alterkrankungen bin ich so auf 100% gekommen.
Die muß ich ja nach 5 jahren wieder stellen, wo sie denn geprüft werden.

Einen Guten Rutsch ins Neue Jahr :prost: wünsche ich euch allen!! :daumenh:

Gruss Dieter

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 28. Dezember 2012, 14:50
von Muggle
Alfonss hat geschrieben:Mit der Ausdauer ist es bei mir zwar auch nicht mehr ganz so wie vorher, aber das schätze ich so auf 90%. Dachte nur, dass man bei bösartigen Tumoren grundsätzlich einen GdB erhält, vielleicht uach wegen der psychischen Belastung (unsichere Zukunft), die ich schon spüre.
Das sind doch Einschränkungen. Vielleicht hast du noch mehr, die du nur auf den zweiten Blick erwähnen würdest? Das alles ist sehr wichtig und solltest du bei Antragstellung unbedingt mit aufschreiben. Auch Sachen, die manchmal auftreten, kannst du auflisten. Also manchmal Schmerzen (Frequenz angeben) oder manchmal Übelkeit/Verdauungsstörungen o.ä.
Letztlich: Antrag stellen kostet nix. Und je nachdem, wer da im Versorgungsamt sitzt, kriegst du gleich das, was dir zusteht oder musst erst Widerspruch einlegen.

Mir hatten sie beim ersten Antrag (nicht wegen Bauchspeicheldrüse) 30% zugestanden, Widerspruch eingelegt, begutachtet worden, jetzt hab ich 80% B und G (man sieht, das kann also ganz schön abweichen) ... und da kommt die Bauchspeicheldrüse noch dazu, allerdings habe ich da noch keinen Antrag gestellt, weil das, was ich bisher habe, unbefristet ist und das hat schon was, nie wieder begutachtet zu werden oder verlängern zu müssen. Im Moment hat es für mich keine besonderen Vorteile, auf mehr zu beantragen, erst wenn ich aG bräuchte, würde ich es nochmal machen.

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 28. Dezember 2012, 16:07
von katze_daggi
Hallo Alfons, auch ich hatte im Juni 2011 eine CA Pankreaslinkssektion mit Entfernung der Milz und Gallenblase für mich hat der Sozialverband den Antrag gestellt und ich hatte innerhalb von 4 Wochen einen Bescheid von 100% unbegrenzt.

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 28. Dezember 2012, 16:51
von Alfonss
Hallo liebe Mitgenossen und Mitgenossinnen,
allen ein herzliches Dankeschön für die informativen Antworten. Nun bin ich tatsächlich soweit, den Antrag zu stellen und auch die kleinen Beschwerden zusammenzutragen. Man soll nichts unversucht lassen und positiv denken. Das habe ich jedenfalls lernen müssen.
Werde mich melden, wenn die Antwort da ist; vielleicht hilft es jemand in ähnlicher Lage.
Gruß Alfonss

Re: Grad der Behinderung

Verfasst: 30. Dezember 2012, 09:56
von Dieter
Hallo katze_daggi

Du hast geschrieben das du 100% Behinderrung hast und das unbegrenzt!
Soviel mir bekannt ist, ist das unbegrenzt, auf maximal 5 Jahre, wo man dann wieder geprüft wird. und dann neu festgelegt wird.

Gruss Dieter