Liebe Elfe, eigentlich lohnt es nicht, zu fragen, wie es anderen gegangen ist. Es kann immer so oder so werden. Ich bin ins Krankenhaus gegangen mit der Voraussicht, in 3 Wochen wieder draußen zu sein- weil ich auf Erfahrungsberichte anderer mich verließ. Bin völlig positiv gestimmt ins Krankenhaus, da ich bisher gute Erfahrungen mit OPs gemacht hatte und allgemein der Sache nicht so riesigen Stellenwert beimaß... so dass man mich mehrfach darauf aufmerksam machte, dass es doch eine schwere OP sei, damit ich nicht unvorbereitet mit einem Schlauch in der Nase aufwachen würde (direkt über die OP informiert hatteich mich nicht, hatte gedacht,die werden schon wissen, was sie tun, wie bisher bei den Ops ja auch).
Nach 3 Wochen allerdings lag ich noch auf Intensiv und brauchte noch Sauerstoff- nix war mit eigenen Beinen, nichtmal aus dem Bett- ich hab einfach Komplikationen gehabt, die vorher nicht zu vermuten waren und eine zog die andere nach sich. Das kann bei jeder- auch noch so kleinen- OP so sein- oder eben auch nicht. Bisher hab ich alle Operationen (u.a. Bandscheibe HWS) völlig problemlos überstanden und bei denen war ich dann zuweilen am Post-OP-Tag schon heimlich ins Gärtchen gewackelt

So in etwa hatte ich das diesmal auch erwartet. Aber diesmal war nix mit unkompliziert und ich war anfangs nichtmal in der Lage, meine eigene Situation zu überblicken weil das Denken schlichtweg überhaupt nicht vernünftig funktionierte, am Telefon schlief ich nach ein paar Sätzen schlichtweg ein. Es ist nicht immer so, wie ja oft behauptet wird, dass man besonders wehleidig oder negativ sein muss, um sie zu bekommen. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle... ob die Naht aufgeht, dafür kann die Psyche nix. Es ist sicherlich gut, ein Krankenhaus mit erfahrene Chirurgen zu wählen, um die Chance auf Komplikationen klein zu halten.
Was ich dir sagen kann: wenn man sie bekommt, dann ist es kein Spaziergang, es dauert, es ist ein Anschlag auf die GEduld, aber auch dann ist es zu überleben. Und bei der Nasensonde ist das Schlimmste das Schlucken und das brauchst du vermutlich nicht, da sie sicherlich nach der OP direkt liegen wird. Geh an die Sache heran mit der festen Gewissheit: was auhc immer passiert, du wirst es schaffen! Irgendwie geht es immer weiter.
Es ist gut, wenn man beides weiß und dann aus dem, was einen betrifft, das Beste macht. Du weißt nie, ob du eine derjenigen sein wirst, wo alles glatt läuft oder eine derjenigen, die die Komplikationen kriegt. Selbst die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation ist unrelevant, wenn man sie bekommt.
Wenn alles gut läuft, dann kannst du in 3 Wochen draußen sein, dafür, dass die Schmerzen bekämpft werden, wird in einem guten Krankenhaus gesorgt, zumindest sollte das so sein- das lässt sich medikamentös in Schach halten. Wichtig ist, dass du für dich und deine Bedürfnisse eintrittst. Wenn du Schmerzen hast: sag es. Wenn du Angst vor einer Untersuchung/Behandlung hast, dann gibt es oft Möglichkeiten, das weniger schlimm zu gestalten, wenn du danach fragst. Für manche Untersuchungen und Behandlungen- sollten diese notwendig werden- gibt es die Möglichkeit eine Sedierung.
Lass dich informieren, was man mit dir macht und warum. Frag, wenn dir etwas unklar ist. Im Krankenhaus geht manches unter, man kann eine Menge dazu beitragen, dass es einem gut geht. Sei nicht zu zurückhaltend, nimm dich selbst und deine Bedürfnisse auch wichtig. Es ist schon gut, wenn man als Patient auch mal warten kann- andere Patienten brauchen die Pflege ja auch- aber was ich erlebt habe, waren oft Menshcen, die sehr unsicher waren, ob sie z.b. die Schwester noch einmal erinnern oder noch einmal nachfragen dürfen. Ja, du darfst. Und so kannst du eine Menge dazu beitragen, dass es dir im Krankenhaus gut geht. Auch, indem du bei den Therapien gut mitarbeitest (z.b. das kleine Dings zum reinpusten regelmäßig benutzt, dich bewegst sofern esdir möglich ist usw. - diese aktive Mitarbeit des Patienten ist super wichtig!) Bis auf ein paar Ausnahmen habe ich durchweg Ärzte, Schwestern und Pfleger mit einem guten Willen erlebt- die wollen einem nix Böses, man hat ein gemeinsames Ziel, nämlich dass man selbst schnell wieder auf die Beine kommt.
Also kurz auf den Punkt: du steckst nicht drin, was passieren wird- aber du kannst immer deine Situation ins Positive lenken. Wenn du dir dessen bewusst bist, sollte die Angst vor der OP eigentlich schon etwas schwinden.