akute pankreatitis mit rezidiv/chronische pankreatitis?
Verfasst: 29. März 2013, 15:48
Hallo liebe Leute,
Kurz zu mir: Ich bin 25 Jahre alt und studiere an der Musikhochschule in Weimar und bin Vater eines bald 2-Jährigen Sohns.
Meine gesundheitlichen Beschwerden begannen im November 2012, wo plötzlich Verdauungsschwierigkeiten auftraten, die sich durch vermehrten Stuhldrang und blutige Durchfälle auszeichneten. Nach der üblichen hausärztlichen Behandlung wurde ich zur Koloskopie geschickt, bei der ein entzündeter Darm festgestellt wurde. Dort wurde noch gesagt, es sei "eher infektiöser Natur", aber eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit könne nicht ausgeschlossen werden. Daraufhin wurde mir Mesalazin in Form von Salofalkgranulat verschrieben. Es trat daraufhin keine Besserung der Symptome ein und nach etwa 2-3 Wochen kamen auf einmal heftige Oberbauchschmerzen hinzu, die mich dazu veranlassten mich in der ZNA des Uniklikums Jena vorzustellen. Dort wurde anhand der Blutwerte eine akute Pankreatitis festgestellt und ich wurde nach dem üblichen Schema behandelt. (3-4 Tage Nahrungskarenz, danach langsamer Kostaufbau) Es wurde auch einiges an Untersuchungen mit mir angestellt, unter anderem ein CT der BSD, eine Endosonografie und eine weitere Koloskopie. Die Koloskopie ergab den Befund "klassisches Bild einer Pancolitis Ulcerosa mit mittelgradiger Aktivität". Die bildgebenden Verfahren bezüglich der BSD waren alle "tiptop in Ordnung" und die Pankreatitis wurde als mesalazininduziert abgehakt. Es folgte zur Behandlung der Colitis Ulcerosa die Gabe von Prednisolon (anfangs 100mg, danach über 10 Wochen ausschleichend). Während dieser Zeit ging es mir gesundheitlich bestens und nach der vom Arzt verordneten 4-wöchigen Karenz habe ich auch wieder begonnen Alkohol zu trinken (ausschließlich am Wochenende in überschaubaren Dimensionen). Ich habe alles gut vertragen und mir über meine BSD keine weiteren Gedanken gemacht, da ich ja kein Mesalazin mehr zu mir genommen habe und das ganze für mich eine einmalige Geschichte war. Anfang März war ich beim Ausschleichen des Prednisolon bei einer Dosis von 5mg angekommen. Es stellten sich erneut blutige Durchfälle und der bereits bekannte Oberbauchschmerz ein. Ein erneuter Besuch in der Notaufnahme zeigte eine erneute Pankreatitis. An dieser Stelle möchte ich kurz betonen, dass mir mein Körpergefühl und der Krankheitsverlauf das Gefühl vermitteln, dass es einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden der Colitis Ulcerosa und den auftretenden Pankreatiden gibt. Diese auch von mir im Krankenhaus getätigte Aussage wurde von den Ärzten entweder übergangen, oder mit "kann sein" beiseite gelegt. Es kam also wieder zur bereits bekannten Nahrungskarenz und ein ERCP wurde angeordnet. Desweiteren wurde mir auch wieder Mesalazin verabreicht, da nach Meinung der Ärzte durch das Rezidiv ein Zusammenhang zwischen dem Medikament und der ersten Pankreatitis ausgeschlossen werden konnte. Kaum verabreicht explodierten meine Entzündungswerte förmlich und ich konnte die nächsten Tage nur noch mit reichlich Opiaten überstehen, wobei selbst die nicht mehr zur Schmerzbekämpfung reichten. Also wurde das Mesalazin wieder abgesetzt und es trat eine für mein Gefühl schlagartige Besserung ein. Die Entzündungswerte brauchten zwar noch ein paar Tage, um sich endgültig wieder zu erholen, aber das würde ich nach der Stärke der Entzündung als normal einschätzen. Nach 16 Tagen konnte ich also das Klinikum mit einer für meine Begriffe sehr unklaren Diagnose entlassen. Einerseits lautet diese nämlich im Entlassungsbericht "Akute Pankreatitis mit Rezidiv", anderseits fällt im Befund der ERCP der Begriff "chronisch", allerdings verpackt in ein Textmonstrum aus Fachchinesisch, welches ich nicht in der Lage bin zu entschlüsseln. Nun weiß ich nicht so recht woran ich bin und fühle mich auch ganz ehrlich unzureichend aufgeklärt, da ich nur mit der Aussage "Alkohol ist für Sie bis auf weiteres Tabu" entlassen worden bin. Seitdem habe ich auch keinen Tropfen mehr angerührt. Die weitere Behandlung mit Prednisolon wurde abgelehnt, da ich laut Chefarzt "deutlich sichtbare Zeichen des Cushing-Syndroms" entwickelt hätte. Diese Meinung hat er allerdings exklusiv, da weder ich noch mein näheres Umfeld die gleiche Sicht auf mein Äußeres hatten. In Folge dessen wurde eine Behandlung mit Remicade begonnen. Inwiefern die Verordnung einer so kostenaufwändigen Therapie im wirtschaftlichen Interesse des Arztes oder des Krankenhauses liegt kann ich höchstens spekulieren. Was die Gabe dieses Medikaments nebenwirkungstechnisch bedeuten kann bereitet mir große Sorgen, allerdings erzielt es bis jetzt den gewünschten Erfolg. Im Moment bereitet mir die Colitis keine Schwierigkeiten und auch mein Pankreas scheint sich beruhigt zu haben. Natürlich bereitet mir jetzt aber jedes kleine Druckgefühl im Bauch Sorgen und aufgrund der für mich unklaren Diagnose stellen sich mir viele Fragen:
Wie sollte ich jetzt am besten weiter vorgehen? Ein Termin beim niedergelassenen Gastroenterologen ist für den 16.4. anberaumt und für den 18.4. steht dort eine Magenspiegelung an, die mir die Schwester mit "Standardprozedur in solch einem Fall" erklärte.
Wie zuverlässig ist die Diagnose einer chronischen Pankreatitis? Meine Eigenrecherche zeigte, dass eine solche Diagnosestellung sehr schwierig und fehlerbehaftet ist und gerade nach so einem kurzen Krankheitsverlauf zumindest fragwürdig erscheint. Dazu muss gesagt, dass vor der ersten akuten Pankreatitis nie irgendeine Auffälligkeit in meinen Blutwerten gab und auch danach alle Blutwerte in einem ausgezeichneten Zustand waren.
Viele Grüße und danke schonmal!
Kurz zu mir: Ich bin 25 Jahre alt und studiere an der Musikhochschule in Weimar und bin Vater eines bald 2-Jährigen Sohns.
Meine gesundheitlichen Beschwerden begannen im November 2012, wo plötzlich Verdauungsschwierigkeiten auftraten, die sich durch vermehrten Stuhldrang und blutige Durchfälle auszeichneten. Nach der üblichen hausärztlichen Behandlung wurde ich zur Koloskopie geschickt, bei der ein entzündeter Darm festgestellt wurde. Dort wurde noch gesagt, es sei "eher infektiöser Natur", aber eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit könne nicht ausgeschlossen werden. Daraufhin wurde mir Mesalazin in Form von Salofalkgranulat verschrieben. Es trat daraufhin keine Besserung der Symptome ein und nach etwa 2-3 Wochen kamen auf einmal heftige Oberbauchschmerzen hinzu, die mich dazu veranlassten mich in der ZNA des Uniklikums Jena vorzustellen. Dort wurde anhand der Blutwerte eine akute Pankreatitis festgestellt und ich wurde nach dem üblichen Schema behandelt. (3-4 Tage Nahrungskarenz, danach langsamer Kostaufbau) Es wurde auch einiges an Untersuchungen mit mir angestellt, unter anderem ein CT der BSD, eine Endosonografie und eine weitere Koloskopie. Die Koloskopie ergab den Befund "klassisches Bild einer Pancolitis Ulcerosa mit mittelgradiger Aktivität". Die bildgebenden Verfahren bezüglich der BSD waren alle "tiptop in Ordnung" und die Pankreatitis wurde als mesalazininduziert abgehakt. Es folgte zur Behandlung der Colitis Ulcerosa die Gabe von Prednisolon (anfangs 100mg, danach über 10 Wochen ausschleichend). Während dieser Zeit ging es mir gesundheitlich bestens und nach der vom Arzt verordneten 4-wöchigen Karenz habe ich auch wieder begonnen Alkohol zu trinken (ausschließlich am Wochenende in überschaubaren Dimensionen). Ich habe alles gut vertragen und mir über meine BSD keine weiteren Gedanken gemacht, da ich ja kein Mesalazin mehr zu mir genommen habe und das ganze für mich eine einmalige Geschichte war. Anfang März war ich beim Ausschleichen des Prednisolon bei einer Dosis von 5mg angekommen. Es stellten sich erneut blutige Durchfälle und der bereits bekannte Oberbauchschmerz ein. Ein erneuter Besuch in der Notaufnahme zeigte eine erneute Pankreatitis. An dieser Stelle möchte ich kurz betonen, dass mir mein Körpergefühl und der Krankheitsverlauf das Gefühl vermitteln, dass es einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden der Colitis Ulcerosa und den auftretenden Pankreatiden gibt. Diese auch von mir im Krankenhaus getätigte Aussage wurde von den Ärzten entweder übergangen, oder mit "kann sein" beiseite gelegt. Es kam also wieder zur bereits bekannten Nahrungskarenz und ein ERCP wurde angeordnet. Desweiteren wurde mir auch wieder Mesalazin verabreicht, da nach Meinung der Ärzte durch das Rezidiv ein Zusammenhang zwischen dem Medikament und der ersten Pankreatitis ausgeschlossen werden konnte. Kaum verabreicht explodierten meine Entzündungswerte förmlich und ich konnte die nächsten Tage nur noch mit reichlich Opiaten überstehen, wobei selbst die nicht mehr zur Schmerzbekämpfung reichten. Also wurde das Mesalazin wieder abgesetzt und es trat eine für mein Gefühl schlagartige Besserung ein. Die Entzündungswerte brauchten zwar noch ein paar Tage, um sich endgültig wieder zu erholen, aber das würde ich nach der Stärke der Entzündung als normal einschätzen. Nach 16 Tagen konnte ich also das Klinikum mit einer für meine Begriffe sehr unklaren Diagnose entlassen. Einerseits lautet diese nämlich im Entlassungsbericht "Akute Pankreatitis mit Rezidiv", anderseits fällt im Befund der ERCP der Begriff "chronisch", allerdings verpackt in ein Textmonstrum aus Fachchinesisch, welches ich nicht in der Lage bin zu entschlüsseln. Nun weiß ich nicht so recht woran ich bin und fühle mich auch ganz ehrlich unzureichend aufgeklärt, da ich nur mit der Aussage "Alkohol ist für Sie bis auf weiteres Tabu" entlassen worden bin. Seitdem habe ich auch keinen Tropfen mehr angerührt. Die weitere Behandlung mit Prednisolon wurde abgelehnt, da ich laut Chefarzt "deutlich sichtbare Zeichen des Cushing-Syndroms" entwickelt hätte. Diese Meinung hat er allerdings exklusiv, da weder ich noch mein näheres Umfeld die gleiche Sicht auf mein Äußeres hatten. In Folge dessen wurde eine Behandlung mit Remicade begonnen. Inwiefern die Verordnung einer so kostenaufwändigen Therapie im wirtschaftlichen Interesse des Arztes oder des Krankenhauses liegt kann ich höchstens spekulieren. Was die Gabe dieses Medikaments nebenwirkungstechnisch bedeuten kann bereitet mir große Sorgen, allerdings erzielt es bis jetzt den gewünschten Erfolg. Im Moment bereitet mir die Colitis keine Schwierigkeiten und auch mein Pankreas scheint sich beruhigt zu haben. Natürlich bereitet mir jetzt aber jedes kleine Druckgefühl im Bauch Sorgen und aufgrund der für mich unklaren Diagnose stellen sich mir viele Fragen:
Wie sollte ich jetzt am besten weiter vorgehen? Ein Termin beim niedergelassenen Gastroenterologen ist für den 16.4. anberaumt und für den 18.4. steht dort eine Magenspiegelung an, die mir die Schwester mit "Standardprozedur in solch einem Fall" erklärte.
Wie zuverlässig ist die Diagnose einer chronischen Pankreatitis? Meine Eigenrecherche zeigte, dass eine solche Diagnosestellung sehr schwierig und fehlerbehaftet ist und gerade nach so einem kurzen Krankheitsverlauf zumindest fragwürdig erscheint. Dazu muss gesagt, dass vor der ersten akuten Pankreatitis nie irgendeine Auffälligkeit in meinen Blutwerten gab und auch danach alle Blutwerte in einem ausgezeichneten Zustand waren.
Viele Grüße und danke schonmal!