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Verordnung ausserhalb des Regelfalles

Verfasst: 24. September 2013, 01:01
von Muggle
Das Jahr geht dem Ende zu und so bekomme auch ich zu spueren, was viele Kassenpatienten erleben: eine Vorsicht beim Verschreiben.

Das betrifft vor allem das Kreon. Ich muss zunehmen und kann keine grossen Mahlzeiten auf einmal essen. Stoert mich nicht sonderlich, aber es bedeutet, dass ich relativ viele niedrig dosierte Kreon verbrauche. Bis zu zehn am Tag sind keine Seltenheit und wie ich diesem Forum entnommen habe, ist das keinesfalls eine unnormale Menge. Nun sieht mein Hausarzt das natuerlich nicht so gern. Er machte schon den Vorschlag 4 Mahlzeiten mit hochdosiertem Kreon zu versorgen und die drum herum zu verteilen, so dass sie sozusagen mit erfasst wuerden. Ich nehme an das waere billiger. Bisher lief alles unkompliziert, jedoch seit Neuestem merkt man einen Widerstand...ich nehme an dass das finanzielle Gruende hat, auch wenn er es nicht sagt.

Nun gibt es ja die Moeglichkeit der Verordnung susserhalb des Regrlfalles. Abr nutzt das wirklich etwas? Ich habe gelesen dass diese Ausnajme den Arzt zwar bezueglich seines Budgets entkastet, jedoch nicht vor Regressforderungen bewahrt, da sie da nicht ausgenommen sind.

Ob ich trotzdem mal versuche meiner Krankenkasse eine Genehmigung sbzutrotzen? Ich muss dazu sagen, dass ich auf dem Land lebe. Hier duerfte jeder Arzt extrem regressgefaehrdet sein, denn natuerlich verschreiben sie viel...es ist ja niemand anders da.

Ich verstehe durchaus das Dilemma der Aerzte und wenn das mit dem Kreon so ginge wie er sich das vorstellt, waere ich bereit, das zumindest zeitweise so zu handhaben. Aber im Prinzip finde ich es ein Ding dass mir damit quasi vorgeschrieben wird was und wieviel ich esse. Wie soll ich zunehmen wenn ich pro Tag nur 6 Kreon verbrauchen darf? Vorerst haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das Kreon nehme wie bisher und er es mir auch verschreibt, aber ich merke doch dass er arg unter Druck ist.

Vielleicht haben ja einige von euch Verordnungen susserhskb des Regelfalles

Re: Verordnung ausserhalb des Regelfalles

Verfasst: 5. Oktober 2013, 19:15
von Paula
Hallo
Das Problem betrifft doch alle nicht Verschreibungspflichtigen Medikamente. Wie zb Kreon oder auch Macrogol. Aber Pankreas (Krebs) Patienten laufen doch außerhalb des Budgets und dann sind diese Medikamente Verschreibungsfähig und belasten das ärztliche Budget nicht. Für diese Budget Befreiung muß der Arzt aber erstmal einigen Papierkram auf sich nehmen. Und, viele Hausärzte hatten es noch nie mit Pankreas Patienten zu tun und wissen so möglicherweise nicht wie mit dieser Bürokratie umzugehen ist.

Übrigens, mein Kreon Bedarf liegt zur Zeit bei bis zu 3 mal 40000 für die Hauptmalzeiten und bei 25000 für ein paar Kekse zwischendurch.

Re: Verordnung ausserhalb des Regelfalles

Verfasst: 10. Oktober 2013, 02:49
von Muggle
z Also verschreibungsfaehig ist das bei mir. Ob ich aber ausserhalb des Budgets laufen kann weiss ich nicht. Bei mir war ja Gott sei Dank alles gutartig und die Komplikationen das groessere Problem als die Grunderkrankung. Klar, ich bin einen Teil der Leber los, vom Pankreas ist auch nicht all zu viel uebrig und die Milz ist weg. Damit sollte man ja aber ganz gut leben koennen. Ich bin also im Prinzip "Zustand nach" und ob man damit aus dem Budget genommen werden kann weiss ich nicht.

Das groesste Problem, weswegen die Sache mit den Hauptmahlzeiten auch nicht geht, ist dass ich die Magen-Darm-Probleme noch nicht im Griff habe. Durch die vielen Operationen und Entzuendungen haben sich ganz gut Verwachsungen gebildet, die die Darmpassage behindern. bei der Koloskopie.kamen sie nur mit der Optik fuer Kinder durch und auch das nur svhwer. Trotz Macrogol entstehen...sicher mit bedingt durch Opiattherapie, die leider.auch immer noch notwendig ist...Verstopfungen. wenn ich groessere Mengen esse habe ich direkt extremen Druck auf dem Magen mit Schmerzen und ggf mit Koliken und dann kommt der ganze Kladderadatsch wieder heraus. Nach einem Broetchen ist Schluss sonst tritt die Mahlzeit den Rueckweg an. Ich gehe davon aus dass es sich da um ein Rueckstauproblem hinter den verstopften Stellen handelt. der Magen ist jedenfalls in Ordnung und da konnte keine Ursache gefunden werden. Die Koliken koennen so stark sein dass ich Schuettelfrost bekomme und sie dauern so lang bis das Essen, das zu viel war, wieder draussen ist. Dann ist schlagartig besser. So komne ich also zu meinen 10 Mahlzeiten.

So wirklich Hauptmahlzeiten gehen ja garnicht. Hier ein Brot, da rin Joghurt, ein kleines Schaelchen Mittagessen dafuer eben dreimal... das ist natuerlich echt bloed fuer die Kreoneinnahme. Denn im Prinzip ist das oft ueberdosiert weil nicht immer 10g Fett in dem was ich essen will drin ist. Unter 10 "Mahlzeiten" halte ich mein Gewicht nicht. Ich habe einen relativ aktiven Alltag und die Energie dafuer muss ja irgendwo her kommen.

Merkst du rund um die Hauptmahlzeiten noch was von den Kreon? Also wenn du ne Stunde spaeter noch Kekse essen willst, geht das oder musst du eine Neue nehmen? Mein Hausarzt schlug ja vor zu den Mahlzeiten (hahaha) die 40000er zu nehmen und dann quasi den Windschatten davon noch fuer die naevhste kleine Mahlzeit zu nutzen. Aber ob das so funktioniert?

Gilt die Herausnahme aus dem Budget pro Patient? Also wenn man einmal draussen waere fuer alles egal was? Oder.pro Erkrankung? Ich haette ggf die Moeglichkeit wegen neurologischer Erkrankung aus dem Budget genommen zu werden. Das versuchen wir sowieso da ich die Physiotherapie jetzt doch intensiver brauche. Aber das gilt dann vermutlich nicht fuer alkes andere, oder?

ich habe auch gehoert dass die Aerzte trotz Rausnahme aus dem Budget in Regress genomnen werden koennen weil das zwei verschiedene Dinge sind. Dann wuerde es den Arzt ja immer nich nicht sorglos versvhreiben lassen? Die Aerzte hier sind alles Landaerzte und damit sitzt denen das alles noch ein wenig mehr im Nacken, weil sie einfach die einzigen sind und viel mehr abdecken muessen als ein Arzt der noch drei Kollegen seiner Fachrichtung im Stadtteil hat. Die liegen naturgemaess mit ihren Vrschreibungen ueber denen ihrer Kollegen und auch ueber dem Durchschnitt. Ich verstehe das Problem und will da gern daran mitarbeiten die Zahlen nicht unnoetig nach oben zu treiben. Aber es muss auch lebbar sein fuer mich.

Re: Verordnung ausserhalb des Regelfalles

Verfasst: 10. Oktober 2013, 18:55
von Paula
Hallo
Wenn Opiate verschrieben werden müssen sind Abführmittel in entsprechender Dosierung immer zwingend. Nach so einer OP kann man in der Regel keine große Mahlzeit mehr zu sich nehmen.Da ist dann die Hauptmahlzeit vielleicht 1/3 einer normalen Mahlzeit. 7 oder 10 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind da nicht ungewöhnlich.Kreon kann man praktisch nicht überdosieren und wenn die Mahlzeit gegessen ist, ist auch das Kreon weg, zur Verdauung verbraucht. Die Verdauung beschränkt sich ja nicht nur auf Fett. Je nach dem wie weit die BSD ihre Arbeit eingestellt hat, wird Kreon für die ganze Verdauung gebraucht.
Keine Kassen Praxis kann sich einen Pankreas Patienten innerhalb des Budget leisten.Ob sich die Budget Befreiung auf den Patienten mit allen seinen Erkrankungen bezieht, oder nur auf Krankheiten die im Zusammenhang mit der Pankreas Grunderkrankung stehen, kann ich nicht sagen.

Re: Verordnung ausserhalb des Regelfalles

Verfasst: 11. Oktober 2013, 03:22
von Muggle
Ja, das Macrogol bekomme ich und da gibts auch kein Theater. Dadurch habe ich wieder regelmaessigen Stuhlgang aber an manchen Stellen scheints trotzdem schlecht durch zu gehen. Ich kann ja schlecht das so rauf dosieren dass ich nur noch Duennsch...habe? Im Moment hab ich ein Tuetchen am Tag. An manchen Tagen ist der Stuhlgang damit normal (abgesehen von der Menge ... wir hatten schon 2x das Klo verstooft von diesen Megahaufen). Es gibt aber trotzdem immer wieder diese Verdtopfungen und wenns erstmal irgendwo klemnt krieg ich den Rest zwsr mittels Macrogol durch ...langsamer halt...aber das Hindernis scheint zu bleiben. Nach so Megaabfuehraktionen wie fuer Darmspiegelung gings ne Weile gut aber dann verklemmte sich wieder was. Wenn ich zwei Tuetchen Macrogol am Tag nehm wirds zu duenn. Vielleicht waer das ja das kleinere Uebel? Bloss dann muss man ja staendig beim Klo bleiben das geht im Allrag ja garnicht.

Dass es immer kleine Mahlzeiten sein muessen gilt auch fuer Linksresektion oder nur wenn der Magen mit operiert wurde? Waere schon schade wenn das so bleiben wuerde.
Der Kopf meiner Bauchspeicheldruese ist noch da. Dass das Kreon dann mitsamt dem Nahrungsbrei weg ist dachte ich mir auch. Sieht mein Doc halt anders aber wenn ich ausserhalb des Budgets bin sollte es ihn eigentlich nicht stoeren. Die letzte Verschreibung hat uebrigens problemlos geklappt. ob das so bleibt werden wir sehen. Heute maekelte die Arzthelferin wegen Opiaten rum. Ich haette ja erst vor 10 Tagen welche bekommen. Tja...wenn man 4,5 Pillen pro Tag nehmen muss dann ist das natuerlich wirklich verwunderlich wenn der Patient wenn er eine 50iger Pavkung hatte nach 10 Tagen ankimmt und neue will. Also manchmal mag ich denen evht einen Taschenrechner schenken.


Werde meinen Doc mal drauf ansetzen die Befreiung zu erstreiten.

Re: Verordnung ausserhalb des Regelfalles

Verfasst: 11. Oktober 2013, 15:09
von Paula
Hallo Muggle
Hast du schon mal Kontakt zu einer AdP Gruppe aufgenommen? Bei dir läuft doch alles irgendwie schief. Warst du schon mal in einem Pankreas Zentrum zur Besprechung der derzeitigen Lage und einer möglichen Weiterbehandlung. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man denen auch die Unterlagen vorenthält. So ein Zentrum könnte vielleicht auch deinem Hausarzt eine Behandlungsempfehlung für dich geben. Für eine eigentlich selbstverständliche Medikation kämpfen müssen, das kann es doch nicht sein.