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meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 5. März 2014, 15:37
von Anne.OE
vor genau einem jahr, (am 05. märz 2013) just in diesen minuten, lag ich in tiefster narkose und ein ärzte-team, unter der leitung von herrn prof. dr. uhl, schnibbelte in meinem bauch herum.... und das 12 stunden lang!!
puah.... ich darf nicht drüber nachdenken.
Entnommen wurde die bauchspeicheldrüse, der zwölffingerdarm, die milz, lympfknoten, die galle und 2/3 des magens.
Bedingt durch diese operation wurde ich zur diabetikerin und muß somit mind. 5 x am tag insulin spritzen.
Anfangs wollte und konnte ich mich mit dieser situation überhaupt nicht abfinden.!! Mittlerweile habe ich meine "krankheit" akzeptiert und versuche nun das beste daraus zu machen. Zu dieser positiven denk-und verhaltensweise hat mir dieses forum sehr geholfen, wie z.b. auch am 01. märz 2014 das AdP-Regionaltreffen Rhein/Ruhr im hörsaalzentrum des St. Josef-Hospital in Bochum.
**ich sage einfach nur DANKE**
ja und heute, genau ein jahr nach dieser op, geht es mir schlichtweg gut.
Ich möchte mit meiner kleinen geschichte all denjenigen die eine solche operation noch vor sich haben oder gerade hinter sich gebracht haben, mut machen!! natürlich möchte ich hier eine solche operation keinesfalls beschönigen, dennoch möchte ich allen sagen, daß man nach solch einer operation ein einigermaßen normales leben führen kann; die voraussetzung hierzu ist allerdings, daß man sich mit dieser krankheit arrangieren kann.
herzlichst
Anne.OE

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 5. März 2014, 15:50
von Kaba18
Hallo Anne
Danke für deinen Bericht. .mein mann ist gerade nach komplett Entfernung der bsd, milz und umliegendes Netz aus dem op zurück und liegt jetzt auf der Intensivstation. Letztes jahr hatte er bereits eine Whipple op. Er hat große Angst vor dem Diabetes und dem spritzen und wie er wohl damit zurecht kommt. Auch arbeitstechnisch macht er sich große Sorgen, er ist Krankenpfleger von Beruf. Ich hoffe sehr dass er so gut zurecht kommt wie du es beschreibst. .meine Nerven liegen allerdings blank wegen der Histologie auf die wir 14 Tage warten müssen und im schnellschnitt waren sie bereits nicht sicher ob es wieder etwas bösartiges ist. ..ich hab ganz schrecklich angst. . Er ist erst 45. .vielleicht macht ihm deine Geschichte aber Mut wenn ich sie ihm vorlesen werde in ein paar Tagen. Alles Gute für dich! !

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 5. März 2014, 16:49
von Anne.OE
hallo Kaba;
ja, ich hoffe natürlich sehr, daß ich deinem mann und auch dir einwenig die angst nehmen kann bzw. euch etwas mut machen kann.
natürlich verläuft es bei jedem, nach so einer op, anders; man darf bei einer bauchspeicheldrüsen-erkrankung nichts verallgemeinern. Bei mir gab es bisher, gott sei dank, keine komplikationen. Natürlich ging es mir nach der op auch zeitweise ganz "mies"; traurigkeit, hoffnungslosigkeit und depressionen überfielen mich immer mal wieder wie ein eiskalter regenschauer...... aber dann fing ich an zu kämpfen und siehe da..... es half mir.
Auch das "spritzen" bereitete mir anfangs angst und schrecken. ich traute mich nicht, selber zu spritzen..... aber dann........... irgendwann nahm ich allen mut zusammen und zack.... es klappte. Heute gehört das tägliche spritzen zu meinem leben, es ist gleichstellend mit zähneputzen, waschen, kämmen usw. und es tut auch nicht weh. Du siehst also liebe Kaba, wenn man bereit dazu ist, geht es; man muß sich halt mit dieser sache auseinander setzen dann ist das alles halb so schlimm.
Dein mann liegt noch auf der intensivstation? hat er sich vor der op auch eine schmerzpumpe legen lassen?? ich habe sie mir damals legen lassen und ich muß sagen, ich hatte nach der op keinerlei schmerzen. (super-tolle erfindung diese schmerzpumpe) Auf der seite von dem st.josef-hospital kann man sich ein filmchen anschauen, worauf das legen dieser schmerzpumpe zu sehen ist).
Liebe Kaba, ich wünsche dir und deinem mann ganz viel kraft, ich hoffe, dein mann kommt ganz schnell wieder auf die beine und ich hoffe daß alles gut wird.
in diesem sinne....
einen lieben gruß für euch beide
Anne.OE

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 5. März 2014, 22:51
von Hortensienbusch
Guten Abend! ;-)

@Anne.OE: Toll, dass du nach diesem schweren Eingriff, den anderen hier im Forum Mut machen kannst! Das ist sehr wichtig, denn genau durch solche Berichte, wie deinem, bekommen die Betroffenen mehr Mut und auch Zuversicht. :daumenh:


@Kaba18: Habe hier im Forum deine Beiträge verfolgt und kann deinem Mann nur alles erdenklich Gute wünschen! Viel Kraft, Schmerzfreiheit und natürlich ein für euch gutes Histologie-Ergebnis wünsche ich euch ebenfalls! Dein Mann kann sich glücklich schätzen, dich als Frau zu haben. Es ist sehr rührend zu lesen, dass du dich so sorgst. Wenn bloß alle Menschen so wären...
Ganz viel Sonnenschein für euch beide. :)


Herzliche Grüße: Hortensienbusch

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 6. März 2014, 17:20
von Anne.OE
hallo Hortensienbusch;
ja es ist richtig, ich möchte wirklich allen betroffenen mut machen, mut, den ich damals nicht hatte, ich dachte nämlich das die bauchspeicheldrüsenerkrankung mein todesurteil sei.
Aber nein, mittlerweile weiß ich, daß man mit dieser erkrankung "ganz gut" leben kann, man muß es halt nur wollen und positiv an diese sache heran gehen; es ist weiß gott nicht einfach, aber immerhin kann man es schaffen. Mittlerweile ist es so, daß nicht mehr diese blöde krankheit mein leben bestimmt, sondern ICH(!!) bestimme mein leben und beziehe diese krankheit mit ein; und so funktioniert das alles wunderbar. *lächel
Was sich allerdings als sehr-sehr schwierig erwiesen hat, ist den richtigen kompetenten arzt nach der entlassung aus dem KH bzw. reha zu finden. Hier vor ort war dies absolut nicht möglich. Somit habe ich mich dann in meiner not telefonisch an AdP-mitglieder gewandt, die mir dann freundlicher weise mit rat und tat zur seite standen.
Dafür natürlich auch meinen herzlichsten dank.
ihr lieben...., die sonne scheint..... ist das nicht schön??
gruß Anne.OE :-D

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 7. April 2014, 17:02
von Anne.OE
07. April 2014 ................

die Sonne scheint....................... (sie scheint für uns alle)

und ich fühle mich gut.

sonnige Grüße für euch alle
herzlichst Anne.OE

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 21. April 2014, 17:00
von klarajo
Schöne Geschichte. Wichtig ist es möglich positiv zu bleiben und an schöne Dinge zu denken, denn eine positive Lebenseinstellung kann viel helfen :daumenh:

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 21. April 2014, 17:39
von Anne.OE
ja, in der tat, so ist es....... eine positive denkweise hilft oftmals das tägliche leben zu meistern.

liebe grüße für dich, klarajo
herzlichst Anne.OE

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 3. Mai 2014, 17:51
von Andrea1309
Hallo Anne.OE

schön das es Dir so gut geht. Ich habe auch keine Bauchspeicheldrüse mehr. Das spritzen ist nicht das Problem zu mal man mir meine eigenen Insel Zellen bei einer zweiten OP in die Leber gepflanzt hat. Zur Zeit muss ich noch spritzen aber mit Glück vielleicht irgendwann nicht mehr oder nur einmal am Tag.
Die OP ist jetzt 7 Wochen her. Ich habe aber immer noch mit Schmerzen zu kämpfen.
Wie lange hat es bei Dir gedauert bis es Dir wieder gut ging?

Re: meine kurze "mut-mach-geschichte"

Verfasst: 4. Mai 2014, 11:57
von Anne.OE
hallo Andrea;
sag mal, was genau soll das einpflanzen dieser insel-zellen bewirken. Ich habe davon wohl schon mal etwas gehört, aber ich habe mich leider nicht genauer danach erkundigt. Magst du mir das mal bitte erklären??
Andrea, du schreibst das deine OP sieben wochen her ist...... und du immer noch schmerzen hast.
Diese schmerzen wirst du sicherlich noch eine ganze weile mit dir herum schleppen, zwar lassen die schmerzen mit der zeit immer mehr nach, aber dennoch........ wird es mal mehr mal weniger pieken und zwicken.
Meine OP liegt nun ein gutes jahr hinter mir, soweit geht es mir ja relativ gut, aber trotzdem merke ich auch heute noch das sich in meinem bauchraum etwas verändert hat. Ich passe akribisch auf, mich nicht zu überanstrengen, nicht schwer zu heben, ich laufe ganz vorsichtig, ich setze mich ganz vorsichtig hin und stehe auch nicht abrupt auf......... das alles mache ich zum wohle "meines bauches".
Einmal hatte ich gedacht, meinen großen hausputz kann ich ganz allein bewältigen..... aber da habe ich offensichtlich falsch gedacht...... resultat: drei wochen schmerzen!!!! Daraus habe ich gelernt!!!
das bedeutet: nicht überanstrengen!!!!!
Ich denke, wir alle brauchen unheimlich viel geduld, unsere "krankheit" zu bewältigen, mal mehr, mal weniger. Einfach ist das alles nicht, aber was ist schon einfach im leben?
In diesem sinne
lb. gruß für dich Andrea
herzlichst Anne.OE