Neu hier und Hilfe suchend
Verfasst: 23. April 2014, 16:38
Hallo miteinander,
ich habe jetzt schon etliche Beiträge gelesen und mich in einigen wiedergefunden.
Seit über 20 Jahren (bin Mitte 40) habe ich ein "empfindliches" Verdauungssystem, wie man so schön sagt, wenn man die Ursache nicht kennt. Symptome waren überwiegend fiese Blähungen, die ich mit horizontaler Körperhaltung einigermaßen loswerden konnte. Im Laufe der Jahre ist es aber immer schlimmer geworden. Irgendwann kamen noch Beinschmerzen (Wade, Schienbein, manchmal Oberschenkel hinten) dazu. Es könnten Muskelschmerzen sein, genau weiß ich es aber nicht. Mir fiel auf, dass die Beschwerden mit den Beinschmerzen schlimmer wurden, wenn ich viel Fleisch aß. Also hab ich das von heute auf morgen weggelassen und bin Vegetarier geworden. Eine Zeit lang ging es mir besser, so 3 - 4 Monate. Dann fuhren wir mit Freunden für eine Woche in den Urlaub, wo ich zwar kein Fleisch aß, aber sonst relativ ungesund gelebt habe (viel Süßkram und jeden Abend Bier oder Wein). Als ich heim kam, ging es mir richtig dreckig. Blähungen ohne Ende, schlimme Schmerzen in den Beinen - ich habe nur noch von Schmerzmitteln gelebt und fast nichts mehr gegessen. Mein Hausarzt hatte selbst grad Urlaub. Irgendwie bin ich aufs Fasten gestoßen, habe ich mich eine Woche intensiv damit beschäftigt und dann 8 Tage Heilfasten nach Buchinger gemacht. Die 8 Tage waren hart (von wegen Bäume ausreißen können, wie man es oft liest), aber meine Verdauungsbeschwerden und Beinschmerzen waren schon am 2. Tag komplett weg. Danach habe ich vorsichtig wieder angefangen zu essen. Aber gut war es noch lange nicht, nur erträglicher. Manchmal hab ich nach einer Mahlzeit nichts gemerkt, manchmal ging es mir so schlecht, dass ich es kaum bis zum Feierabend ausgehalten hab. Ich hab gedacht, es zerreisst meinen Bauch. Die Beinschmerzen sind aber über viele Monate nach dem Fasten nicht wiedergekommen, erst jetzt wieder.
Ich war dann auch beim Hausarzt. Der hat Ultraschall gemacht und Bluttest. Alles in Ordnung, sagt er und hat mich zur Ernährungsberatung geschickt. Die haben dann gesagt, ich brauch erst mal Befunde. Daraufhin wurde ich zur Magenspiegelung zum Internisten geschickt. Diese und die Darmspiegelung waren unauffällig bis auf die Tatsache, dass ich einen sehr trägen Darm hätte und ich soll doch jeden Morgen einen Löffel Leinsamen zu mir nehmen. Mein Hausarzt meinte dann, es wäre genug mit Ursachenforschung und der Fall für ihn erledigt. Meine Beschwerden wurden aber nicht besser, irgendwie ist es mit der Verdauung immer schlimmer geworden. Dazu kam noch, dass mein Allgemeinzustand immer schlechter wurde. Ich wurde ständig krank, ganz banale Erkältungen, wo ich mich einfach nur sch... gefühlt habe. Zu Hause habe ich nichts mehr auf die Reihe gebracht. Ich hab auch 3x hintereinander so komische Fieberattacken gehabt, wo ich einen Tag richtig hohes Fieber hatte und dolle Kopf- und Gliederschmerzen, am nächsten Tag war alles vorbei! Zum Schluss war es so, dass ich quasi nur ein bisschen Erkältungssymptome hatte (bissl Schnupfen oder Halsschmerzen), aber mich so allgemein richtig krank gefühlt habe. Mein soziales Leben kam langsam aber sicher zum Erliegen, weil ich einfach zu kaputt und zu müde war, um am Leben teilzunehmen. Um meinen Sohn (11) konnte ich mich nicht mehr angemessen kümmern und mein Fernstudium hab ich vor 5 Monaten auch abgebrochen. Meinen Hausarzt habe ich dann auch gewechselt, weil er mir indirekt vorgeworfen hat, ich wäre ein Simulant und würde auf Kosten des Arbeitgebers Urlaub machen, als ich ihn um eine Krankschreibung kurz vor Jobwechsel gebeten habe. Dabei war ich einfach nur am Ende und erhoffte mir ein paar Tage Erholung, bevor der neue Job losging.
Eine neue Kollegin mit Fructoseintoleranz hat mir begeistert von ihrem Gastro...Spezialisten erzählt. Da habe ich mich gleich gemeldet und vor dem ersten Termin beim Arzt wurden erst mal Unverträglichkeitstests gemacht (Fructose, Lactose, Sorbit). Alles okay. Das Gespräch mit dem Arzt war ernüchternd und frustrierend. Ich muss mit den Beschwerden leben, die Medizin wäre da nicht so weit usw. usf. Und meine Erkältungs- und Erschöpfungssymptome hätten überhaupt nichts mit der Verdauung zu tun! Er fragte dann noch, ob ich schon mal eine Stuhlprobe abgegeben hätte. Hatte ich nicht. Der Arzt war sich soooo sicher, dass man nichts findet, aber der Vollständigkeit halber machen wir halt mal einen - so sinngemäß seine Aussage. Ich hab mich schon drauf eingestellt, dass man nichts findet - bin ich ja gewohnt... Bis dann Donnerstag vor Ostern ein Anruf aus der Praxis kam. Man hätte da was gefunden im Labor. Die Bauchspeicheldrüse würde nicht richtig arbeiten, ich soll mir ein Rezept abholen und in 4 Wochen hätte ich ein Arztgespräch. Mehr könne sie mir nicht sagen. Toll! So kann man auch Menschen verunsichern. Ich bin dann gestern nach der Arbeit in die Praxis gefahren und mein Rezept geholt. Da stand wortwörtlich unter der Medikamentbezeichnung drauf: "D: Exokrine Pankreasinsuffizienz". Die Schwester konnte mir nur sagen, dass ich das Mittel 3x täglich zu den Hauptmahlzeiten nehmen soll, immer eine Kapsel. Ach ja, das Mittel heißt "Kreon 40000". Was soll das? Nennt man das Patientenaufklärung? Ich war und bin einfach nur sauer.
Vor drei Wochen habe ich meine Ernährung komplett auf vegan umgestellt. Seitdem geht es mir besser. Ich habe noch Beschwerden, aber eben alles abgeschwächt. Was mich nach wie vor nervt, dass die Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe zurzeit sehr schlimm sind und ich immernoch sehr kaputt bin. Aber wenigstens ist meine Dauererkältung weg. Nachdem ich mich in die Thematik Pakreasinsuffizienz eingelesen habe, könnten das schon Vitaminmangelerscheinungen sein. Ich vermute es einfach mal.
Ich wollte das jetzt einfach mal hier loswerden. Hier gibt es ähnliche und noch viel schlimmere Fälle wie meiner. Vielleicht versteht mich hier jemand. Zu Hause ist man ja doch isoliert. Es hat halt keiner weiter solche Beschwerden und manchmal fehlt eben auch das Verständnis, wenn man wieder mal eine Zusammenkunft/Feier mit Freunden absagt, weil es einem einfach nicht gut geht. Ich hätte ja wenigstens mal kurz vorbeikommen können...
Was ich jetzt als Nächstes tun soll, weiß ich noch nicht. Ich belese mich noch ein bisschen, nach einem Tag ist man schließlich kein Experte auf diesem Gebiet. Und ich hab ja nicht mal Laborwerte wie die meisten von euch, nur diese Diagnose auf dem Rezept...
Liebe Grüße
nathalie-anne
ich habe jetzt schon etliche Beiträge gelesen und mich in einigen wiedergefunden.
Seit über 20 Jahren (bin Mitte 40) habe ich ein "empfindliches" Verdauungssystem, wie man so schön sagt, wenn man die Ursache nicht kennt. Symptome waren überwiegend fiese Blähungen, die ich mit horizontaler Körperhaltung einigermaßen loswerden konnte. Im Laufe der Jahre ist es aber immer schlimmer geworden. Irgendwann kamen noch Beinschmerzen (Wade, Schienbein, manchmal Oberschenkel hinten) dazu. Es könnten Muskelschmerzen sein, genau weiß ich es aber nicht. Mir fiel auf, dass die Beschwerden mit den Beinschmerzen schlimmer wurden, wenn ich viel Fleisch aß. Also hab ich das von heute auf morgen weggelassen und bin Vegetarier geworden. Eine Zeit lang ging es mir besser, so 3 - 4 Monate. Dann fuhren wir mit Freunden für eine Woche in den Urlaub, wo ich zwar kein Fleisch aß, aber sonst relativ ungesund gelebt habe (viel Süßkram und jeden Abend Bier oder Wein). Als ich heim kam, ging es mir richtig dreckig. Blähungen ohne Ende, schlimme Schmerzen in den Beinen - ich habe nur noch von Schmerzmitteln gelebt und fast nichts mehr gegessen. Mein Hausarzt hatte selbst grad Urlaub. Irgendwie bin ich aufs Fasten gestoßen, habe ich mich eine Woche intensiv damit beschäftigt und dann 8 Tage Heilfasten nach Buchinger gemacht. Die 8 Tage waren hart (von wegen Bäume ausreißen können, wie man es oft liest), aber meine Verdauungsbeschwerden und Beinschmerzen waren schon am 2. Tag komplett weg. Danach habe ich vorsichtig wieder angefangen zu essen. Aber gut war es noch lange nicht, nur erträglicher. Manchmal hab ich nach einer Mahlzeit nichts gemerkt, manchmal ging es mir so schlecht, dass ich es kaum bis zum Feierabend ausgehalten hab. Ich hab gedacht, es zerreisst meinen Bauch. Die Beinschmerzen sind aber über viele Monate nach dem Fasten nicht wiedergekommen, erst jetzt wieder.
Ich war dann auch beim Hausarzt. Der hat Ultraschall gemacht und Bluttest. Alles in Ordnung, sagt er und hat mich zur Ernährungsberatung geschickt. Die haben dann gesagt, ich brauch erst mal Befunde. Daraufhin wurde ich zur Magenspiegelung zum Internisten geschickt. Diese und die Darmspiegelung waren unauffällig bis auf die Tatsache, dass ich einen sehr trägen Darm hätte und ich soll doch jeden Morgen einen Löffel Leinsamen zu mir nehmen. Mein Hausarzt meinte dann, es wäre genug mit Ursachenforschung und der Fall für ihn erledigt. Meine Beschwerden wurden aber nicht besser, irgendwie ist es mit der Verdauung immer schlimmer geworden. Dazu kam noch, dass mein Allgemeinzustand immer schlechter wurde. Ich wurde ständig krank, ganz banale Erkältungen, wo ich mich einfach nur sch... gefühlt habe. Zu Hause habe ich nichts mehr auf die Reihe gebracht. Ich hab auch 3x hintereinander so komische Fieberattacken gehabt, wo ich einen Tag richtig hohes Fieber hatte und dolle Kopf- und Gliederschmerzen, am nächsten Tag war alles vorbei! Zum Schluss war es so, dass ich quasi nur ein bisschen Erkältungssymptome hatte (bissl Schnupfen oder Halsschmerzen), aber mich so allgemein richtig krank gefühlt habe. Mein soziales Leben kam langsam aber sicher zum Erliegen, weil ich einfach zu kaputt und zu müde war, um am Leben teilzunehmen. Um meinen Sohn (11) konnte ich mich nicht mehr angemessen kümmern und mein Fernstudium hab ich vor 5 Monaten auch abgebrochen. Meinen Hausarzt habe ich dann auch gewechselt, weil er mir indirekt vorgeworfen hat, ich wäre ein Simulant und würde auf Kosten des Arbeitgebers Urlaub machen, als ich ihn um eine Krankschreibung kurz vor Jobwechsel gebeten habe. Dabei war ich einfach nur am Ende und erhoffte mir ein paar Tage Erholung, bevor der neue Job losging.
Eine neue Kollegin mit Fructoseintoleranz hat mir begeistert von ihrem Gastro...Spezialisten erzählt. Da habe ich mich gleich gemeldet und vor dem ersten Termin beim Arzt wurden erst mal Unverträglichkeitstests gemacht (Fructose, Lactose, Sorbit). Alles okay. Das Gespräch mit dem Arzt war ernüchternd und frustrierend. Ich muss mit den Beschwerden leben, die Medizin wäre da nicht so weit usw. usf. Und meine Erkältungs- und Erschöpfungssymptome hätten überhaupt nichts mit der Verdauung zu tun! Er fragte dann noch, ob ich schon mal eine Stuhlprobe abgegeben hätte. Hatte ich nicht. Der Arzt war sich soooo sicher, dass man nichts findet, aber der Vollständigkeit halber machen wir halt mal einen - so sinngemäß seine Aussage. Ich hab mich schon drauf eingestellt, dass man nichts findet - bin ich ja gewohnt... Bis dann Donnerstag vor Ostern ein Anruf aus der Praxis kam. Man hätte da was gefunden im Labor. Die Bauchspeicheldrüse würde nicht richtig arbeiten, ich soll mir ein Rezept abholen und in 4 Wochen hätte ich ein Arztgespräch. Mehr könne sie mir nicht sagen. Toll! So kann man auch Menschen verunsichern. Ich bin dann gestern nach der Arbeit in die Praxis gefahren und mein Rezept geholt. Da stand wortwörtlich unter der Medikamentbezeichnung drauf: "D: Exokrine Pankreasinsuffizienz". Die Schwester konnte mir nur sagen, dass ich das Mittel 3x täglich zu den Hauptmahlzeiten nehmen soll, immer eine Kapsel. Ach ja, das Mittel heißt "Kreon 40000". Was soll das? Nennt man das Patientenaufklärung? Ich war und bin einfach nur sauer.
Vor drei Wochen habe ich meine Ernährung komplett auf vegan umgestellt. Seitdem geht es mir besser. Ich habe noch Beschwerden, aber eben alles abgeschwächt. Was mich nach wie vor nervt, dass die Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe zurzeit sehr schlimm sind und ich immernoch sehr kaputt bin. Aber wenigstens ist meine Dauererkältung weg. Nachdem ich mich in die Thematik Pakreasinsuffizienz eingelesen habe, könnten das schon Vitaminmangelerscheinungen sein. Ich vermute es einfach mal.
Ich wollte das jetzt einfach mal hier loswerden. Hier gibt es ähnliche und noch viel schlimmere Fälle wie meiner. Vielleicht versteht mich hier jemand. Zu Hause ist man ja doch isoliert. Es hat halt keiner weiter solche Beschwerden und manchmal fehlt eben auch das Verständnis, wenn man wieder mal eine Zusammenkunft/Feier mit Freunden absagt, weil es einem einfach nicht gut geht. Ich hätte ja wenigstens mal kurz vorbeikommen können...
Was ich jetzt als Nächstes tun soll, weiß ich noch nicht. Ich belese mich noch ein bisschen, nach einem Tag ist man schließlich kein Experte auf diesem Gebiet. Und ich hab ja nicht mal Laborwerte wie die meisten von euch, nur diese Diagnose auf dem Rezept...
Liebe Grüße
nathalie-anne