Seite 1 von 1
Bitte Bitte suche unbedingt Zuhörer
Verfasst: 1. August 2014, 13:03
von Veronica
Ich habe schon lange hier mit gelesen, mich aber irgendwie nicht getraut zu schreiben. Ich heiße Veronica und bin Mitte 50. Seit vielen Monaten habe ich schon die typischen Darmbeschwerden. Irgendwann ging ich zum Arzt, der die Pankreaselastase unter 17 feststellte. Dann MRT der BSD, wo ein mir komischer Befund herauskam und der Radiologe mich 6 Wochen weiter vertröstete, dass man dann noch eine Aufnahme machen würde, um besser was zu sehen. Nach 4 Wochen war ich bereits psychisch so am Ende, weil ich durch lauter Googeln fest davon überzeugt war, ein Karzinom zu haben. Als ich dann Fieberschübe und schlechte Blutwerte bekam, schickte mich ein anderer Arzt endlich ins Pankreaszentrum zur näheren Abklärung. Nach zahlreichen Untersuchungen stand fest: Pankreaskopfkarzinom. Am Montag aus dem normalen Leben ins Krankenhaus, am Freitag schon mit Whipple operiert. Mein Leben und das meiner Familie ist komplett zusammengebrochen. Am Anfang nach der großen OP hieß es, ich hätte noch keine Metastasen, sie hätten über 30 Lymphknoten heraus, keiner wäre befallen gewesen und der Krebs wäre gut operabel gewesen. Nach und nach kamen keine guten Aussagen mehr, es hieß, das ein Schnittkreis K 1 oder so befallen wäre. Ich jedenfalls durchlebte trotz psychologischem und seelischem Beistand in der Klinik mehr als die Hölle. Jetzt schlugen sie vor, eine Reha zu machen, danach eine milde Chemo und mir das Leben noch so schön wie möglich zu machen. Seit gestern bin ich daheim. Ich komme überhaupt nicht klar. Wir sind vor kurzem erst in unsere Traumwohnung gezogen, die noch nicht mal eingerichtet ist. Ich bin gerade Oma von einem behinderten Kind geworden, um das ich mich kümmern möchte. Meinen Alten Vater muss ich versorgen. Ich renne trotz Psychopharmaka in meiner halbfertigen Wohnung hin und her, kann nicht schlafen, nicht lesen, einfach gar nichts tun. Sehe mich im Sarg, denke nur noch, was ich nicht mehr machen kann. Außerdem habe ich operationsbedingt noch starke Schmerzen, Übelkeit, Verdauungsprobleme, keinen Appetit. Meine Kinder sind selber schon krank vor Sorge. Ich bin so verzweifelt. Sorry, dass mein Beitrag so lang geworden ist. Kann mir denn niemand auch nur ein kleines bisschen Hoffnung geben.
Re: Bitte Bitte suche unbedingt Zuhörer
Verfasst: 2. August 2014, 09:41
von tara
liebe veronica...
erstmal ein trauriges willkommen hier. es tut mir unendlich leid, dass du diese diagnose bekommen hast.
ich habe gestern abend noch deinen beitrag gelesen und habe dir heute früh eine pn geschickt.
du kannst dich gern bei mir melden.
ganz liebe grüße
tara
Re: Bitte Bitte suche unbedingt Zuhörer
Verfasst: 4. August 2014, 10:35
von Rudi-HH
Hallo Veronica
Meine Liebe hat im Januar die Diagnose BSDK bekommen interoperabel Metastasen Bauchfell Lunge und Leber.
Sie sollte ihren Geburtstag nicht mehr erleben ,der war vor 4 Monaten

und heute sitzt sie beim Onkologen bekommt Chemotherapie und ihr geht es den Umständen entsprechend gut.
Alles wurde Kleiner oder ist nicht mehr nachweisbar.
Es steht quasi.
Wir wollen jedenfalls noch unsere Goldene Hochzeit feiern (In 15 Jahren)
Ich werde mal einen kleinen Bericht hier einstellen über den Werdegang ihrer Erkrankung.
Nur Mut, Verzweiflung bringt nicht weiter, auch wenn sie noch so verständlich ist.
Wir (Sie vor allen Dingen) Kämpfen weiter.
Lieben Gruß aus Hamburg
Re: Bitte Bitte suche unbedingt Zuhörer
Verfasst: 4. August 2014, 22:15
von sternej
Hallo Veronica,
sch... Krankheit! Es fällt einem erstmal nicht so leicht, Dir zu antworten, da ich Dir viel geben möchte, aber weiß es gar nicht kann:
Innere Gelassenheit, Gesundheit, Heilung.
Ich kenn mich nicht so gut mit den Fachbegriffen aus, R1 heißt doch, kleiner Tumor, oder? Was haben die Ärzte denn gesagt, welche Lebensdauer Du hast, welche Heilungschancen ...
Ich finde es in Deinem Fall sehr schwierig für Dich, da du vor der Diagnose keine Zeit hattest, Dich auf so eine Diagnose vorzubereiten. Jezt bist Du sehr krank, nimmst starke Medikamente und hattest eine schwere OP. Eine schwere Zeit, da noch zusätzlich klare Gedanken zu fassen.
Ich selbst bin zwar an der BSD erkrankt, habe aber keinen Tumor. Ich weiß jedoch, dass ich ein viel höreres Risiko als andere habe, irgendwann BSDK zu bekommen. Das hat mir geholfen, schon jetzt mit der Frage "War wäre wenn ...." umzugehen. Jeder geht anders damit um. Also muss man seinen eigenen Weg finden.
Klar ist, keiner möchte diese schlimme Krankheit haben und jeder will das Leben genießen. Klar ist leider aber auch, dass keiner das Leben überleben kann. Deshalb hat es mir geholfen, mich gedanklich auf alles vorzubereiten.
Auch Ärzte wissen nicht alles, sie empfehlen und handeln nach ihrem Wissen und nach Ihren Erfahrungen. Jeder Mensch und jede Krankheit ist komplett anderes. Auch für Ärzte gibt es viele Überraschungen positive(wie z. B. mein eigener Vater) und leider auch negative. Um die Krankheit bekämpfen zu können, glaube ich tut man immer gut dran, seinem ganzem Körper, seinen Geist und seiner Seele gutes zu tun. Du hast Familie, die es auf jeden Fall Wert ist für Dein Leben zu kämpfen. Finde DEINEN Weg zu kämpfen.
Jetzt der nicht so schöne Teil... Auch ich habe mich der Frage gestellt "Was ist, wenn ich sterben muss....". Der Frage nicht auszuweichen hat mir geholfen, mit ihr umzugehen. Ich habe antworten auf die daraus folgenden Fragen gesucht und teils gefunden (Was passiert mit meinen Kindern?, Was möchte ich das auf meiner Beerdigung gesagt wird, Was glaube ich?..) Was möchte ich, dass meine Familie als letztes von mir in Erinnerung hat ....
Ich selbst habe einen starken Glauben. Ich bin Christ. Ich weiß, so schön ich es auch immer hier finde, so ungern ich von hier gehen möchte; wenn ich gehen muss, wird es mir an dem Ort zu dem ich gehe viel besser gehen, als ich es je für möglich gehalten habe. Es wird mir super gehen.
Ich empfinde riesige (!!!!) Dankbarkeit, dass ich so lange soooooo gesund war. Ich bin wahnsinnig Dankbar für meine Familie. Klar, dass Du jetzt Deine Familie brauchst. Aber sie brauchen Dich jetzt auch. Es wird ihnen helfen, wenn Du ihnen zeigst, wie dankbar du bist, sie zu haben. Materielle Dinge, wie Deine Wohnung, sind ja wirklich unwichtig. Ich glaube das versteht jeder, dass dir danach jetzt nicht der Sinn steht.
Es tut mir leid, dass ich Dir keine wirklich Hilfe sein kann.
Ich werde für Dich beten, dass Gott Dir und Deiner Familie für die nächste schwierige Zeit Kraft gibt. Ich glaube das es Wunder gibt. Und ich bete, dass Du lebst.
Esther