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Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 10. September 2014, 09:45
von uwe
Hallo zusammen,
bei einem Regionaltreffen des AdP unterhielten wir uns über die persönlichen Erfahrungen mit der Diabeteseinstellung bei uns
Typ 3c Betroffenen.
Dabei unterhielten wir uns auch über die Gefahr der Unterzuckerung.
Einige hatten ein Hypokit dabei...Eine Spritze die bei Bewustlosigkeit eingesetzt werden soll.
Habe vor einiger Zeit meinen Diabetologen danach gefragt...und von Ihm die Info erhalten, das die bei mir nicht funktioniert weil ich als operierter Mensch zu wenig Glucagon bilde und auch keine Reserven habe....?
Aus den Aussagen des Herstellers werd ich auch nicht recht schlau....
Wer hat die schon mal eingesetzt oder wer weis weiter!
Ist dies eine Frage die an den wissenschaftlichen Beirat des AdP weitergeleitet werden kann?
Euch allen einen beschwerdefreien Tag
uwe
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 10. September 2014, 19:36
von Weserberglaender
Hallo Uwe,
warum das Hypokit nicht funktionieren sollte verstehe ich nicht. Das Hypokit enthält ja gerade Glucagon, um im Notfall u.a. die Leber zu stimulieren Glykogen (gespeicherter Zucker) abzubauen und damit den Blutzuckerspiegel anzuheben.
Kann es sein, dass dein Diabetologe meinte, dass man als Pankreasoperierter zu wenig Glykogen bildet und daher nicht ausreichend Reserven vorhanden sind? Ob dem so ist kann ich Dir aber auch nicht sagen. Würde mich aber wundern, da der Glykogenaufbau durch Insulin erfolgt. Darum sollte das eigentlich funktionieren. Ich sehe da keinen Unterschied zum Typ 1 Diabetiker.
Ich selber habe kein Hypokit. Man braucht ja auch immer jemand, der sich damit auskennt, wenn man ohnmächtig ist.
LG, Bernd
Edit: Link zu einer Patienteninformation für DM nach PankreasOP der Uni Heidelberg:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/f ... _klein.pdf
Da wird die Anwendung des Hypokits beschrieben. Daher sollte das wohl auch funktionieren

!
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 10. September 2014, 20:03
von uwe
Hallo Bernd,
Ja genau der Artzt sagte, das nur vorhandene Reserven aktiviert werden..
In bei Beschreibung vom Hersteller sind auch verschiedene Zustände beschrieben wann das nicht wirkt...z.B bei
längerem fasten...
Hab ich denn nicht den gleichen Status wenn ich immer kämpfe um nicht an Gewicht zu verlieren?
Was spitzen denn die Notfallärzte wenn man umgefallen ist?
Vielleicht weiss noch jemand einen Rat?
Bis dann
Uwe
.....den link habe ich erst jetzt gesehen werd ich mal studieren...vielen Dank!
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 11. September 2014, 10:35
von Lutz Otto
Hallo Uwe,
ich habe die Notwendigkeit mit meiner Diabetologin besprochen und habe seit zwei Jahren zwei davon zu Hause, d,h. eines auch am Mann wenn ich vereise.
Ansonsten schließe ich mich voll Bernd seiner Meinung an (Leber).
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 11. September 2014, 11:52
von Norbert
Hallo,
warum der Hypokit nicht funktionieren sollte, verstehe ich auch nicht ganz. Bernd hat ja schon die Wirkung beschrieben. Wieso Pankreatektomierte kein Glykogen in der Leber speichern sollen ? Dass kein Glucagon vorhanden ist stimmt ja. Aber das enthält ja genau die Spritze.
Hier noch ein Link um die Physiologie des Zuckers besser zu verstehen.
http://www.diabetes24.at/zuckerstoffwechsel.html
Übrigens Uwe, der Notarzt spritzt 40% ige Glucose.
Ich selbst habe keinen Hypokit, weil ich bis jetzt immer merke, wenn ich unter 60 mg/dl bin. Bewusstlos war ich noch nicht.
Liebe Grüße
Norbert
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 11. September 2014, 14:10
von Weserberglaender
Norbert hat geschrieben:Übrigens Uwe, der Notarzt spritzt 40% ige Glucose.
Glukose wird intravenös gegeben. Ist also nichts für den 'unbedarften' Heimwerker

! Hypokit geht ja subkutan, da kann man nicht viel falsch machen

.
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 13. September 2014, 14:25
von Friedhlm Moehlenbrock
Hallo zusammen,
Moin, Moin, Uwe,
also mein Diabetologe verschreibt die Kitt´s nur sehr sehr selten bis gar nicht, weil sie zu 99% immer verfallen. Wie auch schon beschrieben muss auch jemand zugegen sein der das Ding dann auch spritzt. Man informiert zwar sein Umfeld, aber genau in diesem Augenblick ist natürlich kein Informierter da. Und die, die die Spritze setzen sollen, haben oft auch ein Problem damit, schlimmstenfalls vermeiden sie dann den Kontakt mit dem Patienten, schlicht aus Angst helfen zu müssen, das wurde so schon bei etlichen Schulungen beschrieben. Die Patienten haben dann das Kitt freiwillig wieder Abgegeben, oder sich erst gar nicht verschreiben lassen, um ihr Umfeld damit nicht zu belasten. Hinzu kommt dass das engste, eingeweihte Umfeld eine Unterzuckerung evtl. so früh erkennt das man schon frühzeitig mit Traubenzucker oder Cola reagieren kann.
Dass die Spritzen bei uns operierten nicht helfen soll habe ich noch nicht gehört, im Gegenteil:
Für unser AdP-Handbuch hat Dr. Fischer gerade den Diabetes-Teil überarbeitet, eine wie ich finde sehr gelungene Arbeit. Darin wird sogar darauf hingewiesen dass, wenn man zu bewustlosen Unterzuckerungen neigt, sich die Glukagon-Spritze verschreiben lassen sollte und Partner oder Kollegen in das Spritzen einweiset.
Die Spritze wirkt NICHT bei Unterzuckerungen nach Alkohol und Extremsport, da dann die Zuckerspeicher leer oder blockiert sind. Eine sehr wichtige Aussage!!
Ich überlege aber auch mich noch einmal mit meinem Diabetologen darüber auszutauschen, weil, gerade gestern Abend wieder passiert, ich manchmal extrem schnell mit dem Blutzucker absacke, gestern in 40 min. von 220 auf 47 mg/dl, ich habe keine korrektur gespritzt, bei nur geringer Anstrengung, ich habe den Rasenmäher gereinigt, also bestimmt keine körperliche Überanstrengung. Ich habe gegen allen Warnungen erst gemessen und dann gegessen, weil ich einfach wissen wollte wo ich stand, meine Frau war informiert. Selbst wenn man die Messabweichungen nach unten wie auch nach oben voll mit einrechnet sind diese Schwankungen schon extrem und Körperlich fühle ich mich danach tagelang als hätte ich einen Marathon
gelaufen. Ich bekomme dann sehr schwer den Zucker wieder hoch, nach 8 Plätchen Traubenzucker und 4 Glas Saft hatte ich nach einer halben Stunde nur einen Blutzuckerwert von gerade mal 79 mg/dl. Vieleicht ist da das Gluko-Kitt hilfreicher.
Ich wünsche euch ein schönes Restwochenden mit viel Sonne und keine Unterzuckerungen.....
LG
Freddy
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 13. September 2014, 23:27
von Muggle
Die Frage ist ja, speichert die Leber bei einem Pankreatektomierten genauso viel Glykogen wie bei anderen Leuten? Vielleicht ist ja auch der Einlagerungsprozess gestört? Der Einwand, dass man sich, wenn man ständig um sein Gewicht kämpft, ja quasi im "Fastenzustand" ist, ist auf jeden Fall überdenkenswert. Allerdings wenn man isst, dann ist ja Glucose vorhanden, um sie einzulagern. Beim Fasten wird ja keine aufgenommen, d.h. der Körper baut Eiweiss und Fett ab. Ob das in der Form schon auftritt, wenn man um sein Gewicht kämpft? Auf jeden Fall hatte ich lange nach der Op, als ich so untergewichtig war, keine Periode und brauchte immer was zu essen wenn ich unterwegs war. Letzteres ist heute immer noch so, wenn ich länger unterwegs bin, muss ich mir ein Brot mitnehmen, obwohl ich ja nicht insulinpflichtig bin. Nun sind meine Erfahrungen sicherlich nicht wegweisend, da meine Leber auch operiert ist, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es zu Besonderheiten bei der Einlagerung von Glykogen kommen kann- das würde mich auch mal interessieren. Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde ist, wenn so jemand, der regelmässig essen muss, damit der BZ ok bleibt, dann für einen Glucosebelastungstest nüchtern bleiben muss, ob die Werte dann überhaupt aussagekräftig sind, weil natürlich der Körper sobald er wieder was kriegt nur eins macht: seine Speicher füllen. Ich esse z.b. normalerweise mind. 2x in der Nacht, weil ich vor Hunger aufwache. Das ist ja bei "normalen" Menschen anders.
Was ich auf jeden Fall in der Schulung gelernt habe, ist dass in zwei Fällen die Glucagonspritze nicht wirkt: Bei Sport (weil das Glykogen, das in der Leber war, dann schlichtweg verbraucht ist und wo keins ist, kann auch keins ausgeschüttet werden) und nach Alkohol (weil die Leber mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist und somit grad nicht für die Ausschüttung von Glukagon zur Verfügung steht, da die Leber nicht gerade multitaskingfähig ist).
@Freddy: unterschätze Konzentration nicht. Wenn du dich konzentrieren musstest, um den Rasenmäher zu reparieren bzw. es kniffelig war, den Fehler zu finden, kann es gut sein, dass dein Gehirn die Glucose verbraucht hat. Das Gehirn ist ja überhaupt der größte Abnehmer und Denkleistung "kostet" ganz schön
Re: Hypokit bei Typ 3c Diabetes?
Verfasst: 14. September 2014, 01:32
von Friedhlm Moehlenbrock
Moin Moin,
das ist verry richtig, aber ich habe den Rasenmäher nur gereinigt, also kein wirklich komplizierter Vorgang.....
LG
Freddy