kiki hat geschrieben:Hi SaSem Ich danke Dir für den sehr interessanten Beitrag und werde das bei meinem nächsten Termin bei meiner Hausärztin ansprechen habe mir einige Adressen von Schmerztherapeuten herausgesucht obwohl das in meiner Ecke garnicht so einfach ist Die 4 die es hier gibt sind Anästhesisten mit Weiterbildung zur Schmerztherapie reicht das aus? Habe gehört das das St.Josef Hospital in Bochum recht gut sein soll werde es mal dort probieren
Liebe Grüsse Christian
Ich denke schon, dass Anästhesisten mit Zusatzausbildung Dir weiterhelfen können. Ich würde mich nur nicht abspeisen lassen mit Mitteln die nicht ausreichend wirken. Ich hatte schon Kontakt mir Ärzten die mir wirklich nur Paracetamol oder Buscopan angeboten haben!!!Hier musst Du gleich wieder kehrt machen und gehen. Peripher wirksame Analgetika haben bei mir starke Übelkeit und Kopfschmerzen hervorgerufen, Zentral wirksame Analgetika vertrage ich super. Anbei eine kleine Erklärung der Analgetika:
Analgetika greifen über unterschiedliche biochemische Mechanismen in die Schmerzentstehung, Schmerzweiterleitung oder Schmerzverarbeitung ein und führen zur Aufhebung (Analgesie), Abschwächung oder Modifikation des Schmerzes. Das Bewusstsein, die sensorische Wahrnehmung und andere wichtige Funktionen des ZNS werden bei Verwendung in therapeutischen Dosen nicht beeinflusst.
3 Einteilung
Analgetika lassen sich nach mehreren Gesichtspunkten einteilen:
3.1 Wirkstärke
Diese Unterteilung richtet sich nach der analgetischen Wirkung der einzelnen Substanzen, wobei berücksichtigt werden muss, dass die Wirkstärke eines Analgetikums auch maßgeblich von seiner Dosierung abhängt.
Schwach wirksame Analgetika: Dazu zählen Paracetamol, Metamizol und NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen und andere.
Schwach zentral wirksame Analgetika: Dazu zählen niederpotente Opiate bzw. Opioide wie Codein, Tramadol oder Tilidin.
Stark zentral wirksame Analgetika: Dazu zählen hochpotente Opiate bzw. Opioide wie Buprenorphin, Morphin, Oxycodon, Hydromorphon oder Levomethadon.
3.2 Wirkort
Nach dem Angriffspunkt der Wirkung lassen sich Analgetika differenzieren in:
Peripher wirksame Analgetika: Sie wirken in der Körperperipherie und greifen durch Hemmung der Cyclooxygenase in die Biosynthese der Prostaglandine ein. Dadurch kommt es zu einer Blockierung der Schmerzweiterleitung.
Zentral wirksame Analgetika: Sie setzen an Nervenzellstrukturen im ZNS an, die für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich sind und beinflussen sie über bestimmte Rezeptoren. Dazu zählen Endorphin-Rezeptoren (Opiatrezeptoren) oder NMDA-Rezeptoren. Der Patient kann den Schmerz weiterhin lokalisieren, jedoch verliert der Schmerz den für den Patienten bedrohlichen Charakter (Der Schmerz tut nicht mehr weh.).
3.3 Rezeptor
Eine weitere Dimension zur Unterteilung stellt der von den verschiedenen Analgetika besetzte Rezeptor dar:
Nicht-Opioidanalgetika: Hierzu zählen alle Schmerzmedikamente, die nicht an Opiatrezeptoren wirksam sind, unabhägig davon, ob sie nur periphere oder auch zentrale Wirkungen entfalten. Hierzu gehören die nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR), das Paracetamol, die Pyrazolone (Metamizol), sowie Flupirtin und Nefopam.
Opioidanalgetika: In die Klasse der Opioidanalgetika fallen alle Wirkstoffe, die an einem Opiatrezeptor analgetisch wirksam sind, zum Beispiel das Morphium.
NMDA-Rezeptorantagonisten: Sie werden auch als Anästhetika eingesetzt. Ein Vertreter ist das Ketamin.
N-Typ Calciumkanalblocker: In diese Gruppe fällt der Wirkstoff Ziconotide. Diese Medikamente werden direkt intrathekal injiziert.