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starker Haarausfall und hohe Leberwerte bei Gemcitabine
Verfasst: 14. November 2014, 13:40
von Veronica
Bei mir wurde im Juli ein Pankreaskopftumor festgestellt und ich wurde Whipple operiert. Seit 3 Monaten bekomme ich nun Chemo mit Gemcitabine (Gemzar). Alle Ärzte hatten mir fest versichert, dass meine Haare nicht ausgehen würden. Nun, ich hatte echt schöne lange Haare, die plötzlich anfingen büschelweise auszugehen. Ich sprach meinen Onkologen darauf an, der meinte, es komme nicht von der Chemo, evtl. von meinen durch die Krankheit kaputtgegangenen Nerven oder durch die schwere Operation. Jedenfalls habe ich, als es immer schlimmer wurde, meine Haare schwersten Herzens kurz geschnitten. Ich hoffte, dass der Haarausfall sich bessern würde. Gerade eben nach dem Duschen alles voller Haare, Nach dem Kämmen, nach dem Föhnen,bei jedem Kopfschütteln immer das Gleiche. Haare in der ganzen Wohnung. Ich bin total verzweifelt. Kennt das jemand von Euch auch? Außerdem habe ich seit Wochen alle Leberwerte ziemlich erhöht, was ich noch nie hatte. Ich trinke auch keinen Alkohol. Auch das übrige Blutbild ist nicht in Ordnung. Die Ärzte spielen alles runter. Ich habe das Gefühl, die denken, mit meiner Diagnose ist man sowieso schon so gut wie tot, da spielt das keine Rolle. Als ich auch noch sagte, dass meine Beine ständig eingelaufen sind, bekam ich ohne Kommentar Wassertabletten. Da ich auch öfter Fieberschübe habe, bekomme ich Antibiotika. Sollte ich als Dauermedikation nehmen, hab sie aber abgesetzt. Es wäre schön, wenn mir jemand von seinen Erfahrungen berichten könnte.
Re: starker Haarausfall und hohe Leberwerte bei Gemcitabine
Verfasst: 14. November 2014, 17:16
von Uschi
Hallo Veronica,
die Probleme mit der Chemo, die du beschreibst, kenne ich gut. Ich hatte im Dezember 2013 eine Linksresektion und bekam von Januar bis Juli Gemcitabine. Auch bei mir hieß es, dass mit Haarausfall nicht zu rechnen sei, aber ich verlor fast alle Haare. Die Ärzte waren sehr überrascht und meinten, es läge daran, dass ich noch relativ jung sei (50 Jahre). Da würden sich die Haarwurzelzellen viel häufiger erneuern als bei älteren Patienten und wären deshalb von der Chemo noch stärker betroffen.
Schweren Herzens habe ich dann doch eine Perücke getragen. Aber ich kann dir Mut machen: Etwa 6 Wochen nach Ende der Chemo fingen die Haare ganz stark an zu wachsen und ich habe immer noch das Gefühl, ihnen dabei zusehen zu können! Sie haben eine andere Beschaffenheit als vorher, sind feiner und leicht gewellt. Mal schauen, ob sich das wieder ändert. Ich habe schon gehört, dass die Veränderung damit zusammenhängt, dass der Körper durch die Chemo übersäuert ist - mal soll darauf achten, sich basisch zu ernähren.
Hohe Leberwerte hatte ich auch (Gamma-Gt z.B. 350 statt normal unter 36). Da blieben die Ärzte auch entspannt, und inzwischen haben sich die Werte normalisiert.
Bei den kribbeligen Beinen hat mir Magnesium sehr geholfen. Die Ärzte meinten, das sei okay; selber sagten sie nichts dazu.
Leider kann ich dir zu den Fieberschüben nichts sagen, das hatte ich nie.
Wie gehts dir sonst mit der Chemo? Bei mir waren Schwäche und Übelkeit phasenweise sehr ausgeprägt. Außerdem bekam ich eine Lungenembolie, obwohl ich seit Monaten Heparin spritzte. Das sei unter der Chemo nicht ungewöhnlich.
Alles Gute und Kopf hoch! Es wird besser!
Uschi