Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
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Uschi
- Beiträge: 28
- Registriert: 14. November 2014, 16:59
Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Ich hatte vor einem Jahr eine Pankreas-Linksresektion, danach 6 Monate Chemo.
Der Chefarzt im Krankenhaus will bei jeder Nachsorge-Untersuchung ein CT machen, das ist mir aber zuviel, weil ich innerhalb des letzten Jahres schon 8 CTs hatte.
Zum 2. Nachsorgetermin bin ich nun zu einem niedergelassenen Gastroenterologen gewechselt. Dieser macht nur Ultraschall, hält das CT nur im Verdachtsfall für nötig und meinte am Schluss: Seiner Meinung nach bräuchte es bei einer R0-Resektion (wenn der Tumor also komplett entfernt werden konnte) überhaupt keine Nachsorge.
Nun bin ich völlig verunsichert. Schließlich gibt es ja auch Leitlinien für die Nachsorge, wo für den Anfang eine engmaschige Überwachung empfohlen wird (die aber wohl nicht unbedingt mit CT erfolgen muss). Ich hab noch nirgends gelesen, dass Nachsorge überflüssig ist.
Kann mir dazu jemand was sagen? Danke für eure Antworten.
Uschi
Der Chefarzt im Krankenhaus will bei jeder Nachsorge-Untersuchung ein CT machen, das ist mir aber zuviel, weil ich innerhalb des letzten Jahres schon 8 CTs hatte.
Zum 2. Nachsorgetermin bin ich nun zu einem niedergelassenen Gastroenterologen gewechselt. Dieser macht nur Ultraschall, hält das CT nur im Verdachtsfall für nötig und meinte am Schluss: Seiner Meinung nach bräuchte es bei einer R0-Resektion (wenn der Tumor also komplett entfernt werden konnte) überhaupt keine Nachsorge.
Nun bin ich völlig verunsichert. Schließlich gibt es ja auch Leitlinien für die Nachsorge, wo für den Anfang eine engmaschige Überwachung empfohlen wird (die aber wohl nicht unbedingt mit CT erfolgen muss). Ich hab noch nirgends gelesen, dass Nachsorge überflüssig ist.
Kann mir dazu jemand was sagen? Danke für eure Antworten.
Uschi
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Fritzpop
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Hallo, Neben dem R-Wert sind auch noch die anderen Tumorparameter für die Nachsorge
von Bedeutung. So wäre G1 von Vorteil. Dieser Wert sagt was über die "Giftigkeit" es Tumors
aus. In so einem Fall gibt es gute Gründe, die Nachsorge weniger aufwendig zu gestalten.
Jedes CT verursacht ja eine enorm hohe Strahlenbelastung. Alles Gute weiterhin!
von Bedeutung. So wäre G1 von Vorteil. Dieser Wert sagt was über die "Giftigkeit" es Tumors
aus. In so einem Fall gibt es gute Gründe, die Nachsorge weniger aufwendig zu gestalten.
Jedes CT verursacht ja eine enorm hohe Strahlenbelastung. Alles Gute weiterhin!
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Uschi
- Beiträge: 28
- Registriert: 14. November 2014, 16:59
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Hallo Fritzpop,
danke für die Antwort und die guten Wünsche! Mein Tumor hatte G2.
Ich werde am 7. Januar bei der Hotline des AdP anrufen und mit einer der anwesenden Ärztinnen darüber sprechen.
Frohe Weihnachten Dir und allen Forums-BesucherInnen,
Uschi
danke für die Antwort und die guten Wünsche! Mein Tumor hatte G2.
Ich werde am 7. Januar bei der Hotline des AdP anrufen und mit einer der anwesenden Ärztinnen darüber sprechen.
Frohe Weihnachten Dir und allen Forums-BesucherInnen,
Uschi
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Kaba18
- Beiträge: 180
- Registriert: 9. Juli 2012, 08:38
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Hallo Uschi, es spielen noch mehr Werte da mit rein. Hast Du zufällig die komplette Histologie..?
Da muss auch irgendwas stehen mit pN pM und Lymphknoten.
Ich kann Dir nur dringend empfehlen, die Nachsorgen samt CT durchführen zu lassen, auch Tumormarker-Bestimmung CA 19/9 und
CEA.
Auch bei meinem Mann (46) wurde (angeblich) R 0 reseziert.
Als ich alleine einen Termin beim Onkologen hatte, hat der kein Blatt vor den Mund genommen
und ganz klar gesagt, R 0 bedeutet gar nichts. Er ist sich sicher, dass ALLE BSDK Patienten ein Rezidiv
innerhalb der ersten 1 - 2 Jahre bekommen - und das ist schon "weit vorgegriffen" sozusagen...
Somit hat er mir und unserem Sohn, der bei dem Gespräch anwesend war, jedwede Hoffnung genommen,
das alles wieder gut wird.... meinem Mann haben wir von dem Gespräch nichts gesagt - er soll die Hoffnung behalten.
Schlimm genug, dass wir uns mit dem Wissen rumschlagen müssen.
Bitte nimm alle Nachsorgen wahr.... mit allem was dazu gehört - bei uns ist sogar alle 3 Monate Nachsorge, nicht alle 6.
Da muss auch irgendwas stehen mit pN pM und Lymphknoten.
Ich kann Dir nur dringend empfehlen, die Nachsorgen samt CT durchführen zu lassen, auch Tumormarker-Bestimmung CA 19/9 und
CEA.
Auch bei meinem Mann (46) wurde (angeblich) R 0 reseziert.
Als ich alleine einen Termin beim Onkologen hatte, hat der kein Blatt vor den Mund genommen
und ganz klar gesagt, R 0 bedeutet gar nichts. Er ist sich sicher, dass ALLE BSDK Patienten ein Rezidiv
innerhalb der ersten 1 - 2 Jahre bekommen - und das ist schon "weit vorgegriffen" sozusagen...
Somit hat er mir und unserem Sohn, der bei dem Gespräch anwesend war, jedwede Hoffnung genommen,
das alles wieder gut wird.... meinem Mann haben wir von dem Gespräch nichts gesagt - er soll die Hoffnung behalten.
Schlimm genug, dass wir uns mit dem Wissen rumschlagen müssen.
Bitte nimm alle Nachsorgen wahr.... mit allem was dazu gehört - bei uns ist sogar alle 3 Monate Nachsorge, nicht alle 6.
Liebe Grüße
Kaba
"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
Kaba
"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
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Karl-Josef
- Beiträge: 364
- Registriert: 8. März 2008, 16:54
- Wohnort: Düsseldorf
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Hallo Kaba,
es wäre besser, euer Arzt würde nicht solche Horror Mitteilungen an die Angehörigen weitergeben.
Besser wäre es, er würde mehr Ahnung haben und ein wenig mehr Hoffnung verbreiten.
Es ist schon ein großer Unterschied, ob R0, R1 oder R2 klassifiziert.
Bei mir war es R0, ich habe 6 Jahre alle Nachsorgungen wie Ultraschall, CT und Blutuntersuchungen (Tumormarker) mitgemacht, jetzt habe ich dieses Jahr zum ersten Mal keine Lust mehr gehabt.
Bei mir ist kein Rezidiv aufgetaucht.
Liebe Grüße
Karl-Josef
es wäre besser, euer Arzt würde nicht solche Horror Mitteilungen an die Angehörigen weitergeben.
Besser wäre es, er würde mehr Ahnung haben und ein wenig mehr Hoffnung verbreiten.
Es ist schon ein großer Unterschied, ob R0, R1 oder R2 klassifiziert.
Bei mir war es R0, ich habe 6 Jahre alle Nachsorgungen wie Ultraschall, CT und Blutuntersuchungen (Tumormarker) mitgemacht, jetzt habe ich dieses Jahr zum ersten Mal keine Lust mehr gehabt.
Bei mir ist kein Rezidiv aufgetaucht.
Liebe Grüße
Karl-Josef
Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern
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SaSem
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Karl-Josef hat geschrieben:Hallo Kaba,
es wäre besser, euer Arzt würde nicht solche Horror Mitteilungen an die Angehörigen weitergeben.
Besser wäre es, er würde mehr Ahnung haben und ein wenig mehr Hoffnung verbreiten.
Es ist schon ein großer Unterschied, ob R0, R1 oder R2 klassifiziert.
Bei mir war es R0, ich habe 6 Jahre alle Nachsorgungen wie Ultraschall, CT und Blutuntersuchungen (Tumormarker) mitgemacht, jetzt habe ich dieses Jahr zum ersten Mal keine Lust mehr gehabt.
Bei mir ist kein Rezidiv aufgetaucht.
Liebe Grüße
Karl-Josef
Hallo Karl-Josef,
ich finde das auch sehr verwerflich den Patienten inkl. Angehörigen solche Angst zu machen. Wenn der Arzt schon nicht an Heilung glaubt, wie soll erst der Patient daran glauben. Nicht jeder Krebspatient oder schwer Kranker stirbt nach Lehrbuch! Es sollten daher mehr Ärzte ganzheitlich Behandeln.
Wir müssen ebenfalls lernen, dass nicht jede Diagnose das Ende bedeutet.
Lg Sabine
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Uschi
- Beiträge: 28
- Registriert: 14. November 2014, 16:59
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Die Aussage des Onkologen, die Du, Kaba, zitiert hast, hat mir große Angst gemacht. Ich bekomme die Phantasie, dass mein Arzt deshalb Nachsorge für überflüssig hält, weil er derselben Meinung ist - d.h. es kommt eh ein Rezidiv, also soll man die verbleibende Zeit genießen, ohne sich durch Untersuchungen verunsichern zu lassen ...
Neulich habe ich eine Studie gelesen, dass von einer Gruppe R0-Rezesierter alle Frauen, aber nicht alle Männer ein Rezidiv bekamen. Als ich meinen Arzt darauf ansprach, meinte er, dass die Gruppe so klein war (21 Patienten), dass das mehr mit Zufall zu tun habe als mit wissenschaftlicher Erkenntnis.
Auf der anderen Seite gibt es ja wohl auch einige, die nach so einer Diagnose gut und lange weiterleben (danke, Karl-Josef, das macht Mut!).
Ich versuche, mich nicht in die Angst hineinfallen zu lassen und an meiner bisherigen Zuversciht festzuhalten, dass alles gut werden wird ...
Uschi
Neulich habe ich eine Studie gelesen, dass von einer Gruppe R0-Rezesierter alle Frauen, aber nicht alle Männer ein Rezidiv bekamen. Als ich meinen Arzt darauf ansprach, meinte er, dass die Gruppe so klein war (21 Patienten), dass das mehr mit Zufall zu tun habe als mit wissenschaftlicher Erkenntnis.
Auf der anderen Seite gibt es ja wohl auch einige, die nach so einer Diagnose gut und lange weiterleben (danke, Karl-Josef, das macht Mut!).
Ich versuche, mich nicht in die Angst hineinfallen zu lassen und an meiner bisherigen Zuversciht festzuhalten, dass alles gut werden wird ...
Uschi
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Fritzpop
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Prognosen aufgrund vorliegender Statistiken sind ein ganz heikles Thema.
Ich bin schon froh, dass in diesem Forum nicht so häufig darüber geschrieben wird.
Dennoch, die nun wirklich nicht so tollen Prognosen stecken in den Köpfen der Ärzte.
Achtet auf die Gesichtsausdrücke, wenn Ärzte den Arztbrief liest.
Nun, als Extrakt aller statistischen Feststellungen lässt sich sagen, dass
die ersten drei Jahre signifikant die Todesrate bestimmen. Bis dahin haben die
Mikrometastasen - so postoperativ vorhanden - ihr böses Werk verrichtet.
Es ist tatsächlich so, dass viele Ärzte der Meinung sind, dass jedwede Kontrolluntersuchungen
sinnlos sind. Metastasen machen sich irgendwann per Beschwerden bemerkbar und deren frühere
Entdeckung hätte keine erfolgversprechende Therapie auslösen können.
Daraus muss jeder Betroffene nun selbst seine Schlüsse ziehen.
Alles Gute!!
Ich bin schon froh, dass in diesem Forum nicht so häufig darüber geschrieben wird.
Dennoch, die nun wirklich nicht so tollen Prognosen stecken in den Köpfen der Ärzte.
Achtet auf die Gesichtsausdrücke, wenn Ärzte den Arztbrief liest.
Nun, als Extrakt aller statistischen Feststellungen lässt sich sagen, dass
die ersten drei Jahre signifikant die Todesrate bestimmen. Bis dahin haben die
Mikrometastasen - so postoperativ vorhanden - ihr böses Werk verrichtet.
Es ist tatsächlich so, dass viele Ärzte der Meinung sind, dass jedwede Kontrolluntersuchungen
sinnlos sind. Metastasen machen sich irgendwann per Beschwerden bemerkbar und deren frühere
Entdeckung hätte keine erfolgversprechende Therapie auslösen können.
Daraus muss jeder Betroffene nun selbst seine Schlüsse ziehen.
Alles Gute!!
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baru
- Beiträge: 37
- Registriert: 27. März 2013, 15:41
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Hallo an alle hier im Board und erst mal hier im Beitrag.
Habe lange nichts von mir hören lassen.
Nur soviel, mir geht es sehr gut.
Ich habe alles hier beschriebene selbst erlebt und muss erst einmal allen Recht geben.
@Uschi - Nachsorge auf jeden Fall, Du spielst mit Deinem Leben, werde Dir dem bewusst,
@SaSem - aus diesem Grund muß jeder Angst haben, da er um sein Leben fürchten muss,
und ohne Leben nützt Dir alles nichts. Natürlich ist jedes Schicksal anders und jeder Arzt
bringt es anders rüber. Die Aussage meines 2. Onkologen nach der Überlebensfrage
meinerseits (zu diesem Zeitpunkt war ich noch ziemlich unbelegt und hoffte vieleicht zu
den 5 % Überlebenden zu gehören wie Karl-Josef. ) Die Aussage:
"WENN ES JE EINER ÜBERLEBT HABEN SOLLTE; WAR DIE ANFANGSDIAGNOSE FALSCH"
Dies macht doch mut oder ?
Mein erster Onkologe machte mir mut und Sprach nicht vom sterben etc. .Was er wirklich dachte weiß ich nicht. Fand ich auf jeden Fall die bessere Lösung zum damaligem Zeitpunkt.
Es war ca. 3 Monate nach meiner OP. Es kommt immer auf die Verfassung des Patienten an um
richtig zu reagieren als Arzt. Er sollte auf keinen Fall alle Hoffnung nehmen, es gibt Leute, die nehmen dann sogar einen Strick. Andere drückt es noch weiter runter und das ist auch nicht gut.
Es gibt aber auch Patienten, wie mich, welche alles einstecken und sich sagen: "bis jetzt lebe ich noch und morgen kannst auch Du schon tot sein".
Dies alles ist nun über 2 Jahre her.
Die Onkologen denken vermutlich alle, das es niemand überleben kann.
Hier mus ich noch eine kleinen Zusatz machen.
Und da kommt Karl Josef ins Spiel. Hier im Board war damals ein Beitrag, welchen ich sehr gut fand, da fragte ein Mitglied nach positiven Verläufen, es sollten sich alle Überlebenden mit positiven Verlauf melden. Dieser Beitrag öffnete mir dann die Augen und holte mich mit meiner Realität ein. Karl-Josef und alle anderen Langzeitüberlebenden betonten , daß sie nie Metastasen hatten, daraufhin wurde mir klar, wer die 5 % Überlebenden sind.
So kam es dann auch. Ich hatte auch eine 0-Resektion allerdings mit Lebermetastasen, welche mit
entfernt wurden. Der fantastische zweite Onkologe mit dem glorreichem Spruch meinte.
Wären die Metastasen bekannt gewesen, hätte man mich nicht operiert.
Heute kann ich dazu nur sagen. Nur gut , daß die vor der OP niemand gesehen hat, sollte er Recht haben.
Nun zu den letzten 2 Jahren, ich habe mich intensiv mit allem beschäftigt was mit meiner Krankheit zu tun haben könnte. So zu tun als wäre nichts gewesen und auf Gott und die weißen Götter zu hoffen ist absolut falsch. Es soll Leute geben, welche sogar gleich wieder zur Arbeit gehen, da kann ich nur sagen-lebensmüde-.
Wer überleben will muß sich selbst kümmern.
Alle zwei Wochen lasse ich den CA19-9 und CEA Wert bestimmen.
Fragen Sie einen Onkologen und sie bekommen die Antwort: "Nicht sehr aussagekräftig" oder " nicht so wichtig"- klar um sein überleben geht es ja auch nicht.
Der beste war wieder mein zweiter Onkologe, als ich ihn nach der Abnahme des CA19-9 fragte,
bot er mir beim verlassen des Behandlungszimmer an, daß ich mir auch einen anderen Arzt suchen könnte, wenn mir seine Behandlungsmothode nicht passt. Dies tat ich dann auch in Folge.
Anhand des CA19-9 konnte ich genau verfolgen wie die Metastasen gewachsen sind und wie die Chemotherapie wirkte, wann ein Stillstand eintrat usw. Ich konnte mir ein genaues Bild machen
und mache ich auch heute noch. Anhand der Werte konnte ich auch abschätzen ob und wie lange ich mit der momentanen Chemo pausiere. Denn auch dies muss manchmal sein.
Geht es nach dem Onkologen, immer Therapie, solange es geht.
Nur noch soviel im Mai 2014 Stand er bei 7000 und zur Zeit bei 50 bis 90.
Ich weiß auch warum der Wert so trastisch gefallen ist, dies wüsste ich ohne die Tumormarkerkontrolle nicht.
Darum meine Meinung: Kümmert Euch selbst.
Respekt vor der Krankheit gehört dazu, nur die Angst sollte sich in Grenzen halten.
Wenn ein Arzt sagt: lebt und genießt das Leben, hat er nicht Unrecht, denkt aber:
Lebe solange Du noch kannst. Von mir aus soll jeder denken was er will , ich weiß nur eines,
ich will solange überleben wie nur geht.
Gruß baru
Habe lange nichts von mir hören lassen.
Nur soviel, mir geht es sehr gut.
Ich habe alles hier beschriebene selbst erlebt und muss erst einmal allen Recht geben.
@Uschi - Nachsorge auf jeden Fall, Du spielst mit Deinem Leben, werde Dir dem bewusst,
@SaSem - aus diesem Grund muß jeder Angst haben, da er um sein Leben fürchten muss,
und ohne Leben nützt Dir alles nichts. Natürlich ist jedes Schicksal anders und jeder Arzt
bringt es anders rüber. Die Aussage meines 2. Onkologen nach der Überlebensfrage
meinerseits (zu diesem Zeitpunkt war ich noch ziemlich unbelegt und hoffte vieleicht zu
den 5 % Überlebenden zu gehören wie Karl-Josef. ) Die Aussage:
"WENN ES JE EINER ÜBERLEBT HABEN SOLLTE; WAR DIE ANFANGSDIAGNOSE FALSCH"
Dies macht doch mut oder ?
Mein erster Onkologe machte mir mut und Sprach nicht vom sterben etc. .Was er wirklich dachte weiß ich nicht. Fand ich auf jeden Fall die bessere Lösung zum damaligem Zeitpunkt.
Es war ca. 3 Monate nach meiner OP. Es kommt immer auf die Verfassung des Patienten an um
richtig zu reagieren als Arzt. Er sollte auf keinen Fall alle Hoffnung nehmen, es gibt Leute, die nehmen dann sogar einen Strick. Andere drückt es noch weiter runter und das ist auch nicht gut.
Es gibt aber auch Patienten, wie mich, welche alles einstecken und sich sagen: "bis jetzt lebe ich noch und morgen kannst auch Du schon tot sein".
Dies alles ist nun über 2 Jahre her.
Die Onkologen denken vermutlich alle, das es niemand überleben kann.
Hier mus ich noch eine kleinen Zusatz machen.
Und da kommt Karl Josef ins Spiel. Hier im Board war damals ein Beitrag, welchen ich sehr gut fand, da fragte ein Mitglied nach positiven Verläufen, es sollten sich alle Überlebenden mit positiven Verlauf melden. Dieser Beitrag öffnete mir dann die Augen und holte mich mit meiner Realität ein. Karl-Josef und alle anderen Langzeitüberlebenden betonten , daß sie nie Metastasen hatten, daraufhin wurde mir klar, wer die 5 % Überlebenden sind.
So kam es dann auch. Ich hatte auch eine 0-Resektion allerdings mit Lebermetastasen, welche mit
entfernt wurden. Der fantastische zweite Onkologe mit dem glorreichem Spruch meinte.
Wären die Metastasen bekannt gewesen, hätte man mich nicht operiert.
Heute kann ich dazu nur sagen. Nur gut , daß die vor der OP niemand gesehen hat, sollte er Recht haben.
Nun zu den letzten 2 Jahren, ich habe mich intensiv mit allem beschäftigt was mit meiner Krankheit zu tun haben könnte. So zu tun als wäre nichts gewesen und auf Gott und die weißen Götter zu hoffen ist absolut falsch. Es soll Leute geben, welche sogar gleich wieder zur Arbeit gehen, da kann ich nur sagen-lebensmüde-.
Wer überleben will muß sich selbst kümmern.
Alle zwei Wochen lasse ich den CA19-9 und CEA Wert bestimmen.
Fragen Sie einen Onkologen und sie bekommen die Antwort: "Nicht sehr aussagekräftig" oder " nicht so wichtig"- klar um sein überleben geht es ja auch nicht.
Der beste war wieder mein zweiter Onkologe, als ich ihn nach der Abnahme des CA19-9 fragte,
bot er mir beim verlassen des Behandlungszimmer an, daß ich mir auch einen anderen Arzt suchen könnte, wenn mir seine Behandlungsmothode nicht passt. Dies tat ich dann auch in Folge.
Anhand des CA19-9 konnte ich genau verfolgen wie die Metastasen gewachsen sind und wie die Chemotherapie wirkte, wann ein Stillstand eintrat usw. Ich konnte mir ein genaues Bild machen
und mache ich auch heute noch. Anhand der Werte konnte ich auch abschätzen ob und wie lange ich mit der momentanen Chemo pausiere. Denn auch dies muss manchmal sein.
Geht es nach dem Onkologen, immer Therapie, solange es geht.
Nur noch soviel im Mai 2014 Stand er bei 7000 und zur Zeit bei 50 bis 90.
Ich weiß auch warum der Wert so trastisch gefallen ist, dies wüsste ich ohne die Tumormarkerkontrolle nicht.
Darum meine Meinung: Kümmert Euch selbst.
Respekt vor der Krankheit gehört dazu, nur die Angst sollte sich in Grenzen halten.
Wenn ein Arzt sagt: lebt und genießt das Leben, hat er nicht Unrecht, denkt aber:
Lebe solange Du noch kannst. Von mir aus soll jeder denken was er will , ich weiß nur eines,
ich will solange überleben wie nur geht.
Gruß baru
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SaSem
Re: Nachsorge nach BSDK - überhaupt nötig, wenn ja: wie?
Hallo,
danke für Deine bewegte Schilderung Deiner Lage. Jeder geht mit seinem Schicksal anders um, was ich auch wichtig finde. Ich glaube aber heute nicht mehr daran, dass mich meine Todesangst am Leben erhält. Oder mich irgendwie selbstbestimmter durch Leben gehen lässt. Für mich ist die Angst immer sehr beklemmend gewesen, sie hat mich gelähmt. Wie kannst Du Leben, wenn Ärzte Dir eine kurze Lebenserwartung in die Hände legen? Ich konnte und wollte das nicht, nach der Erwartung wäre ich bereits seit 8 Jahre Tod! Heute weis ich, dass die Angst zu sterben mich dermaßen gelähmt hat, dass ich das Leben nicht mehr gesehen hatte. Ja, ich bin einer dieser Menschen die nach der Intensivstation wieder arbeiten gehen,nur das hält mich am Leben. Ja, und ich bin einer dieser Menschen, die nicht alle Behandlungen machen möchte, auch wenn das mein Leben kosten würde. Und ja, ich habe heute nicht mehr diese Angst zu gehen (nun ab und an schon), ich möchte den Tod nicht nur fürchten, ich möchte ihn so langsam in mein Leben rein lassen. Er kommt so oder so. Ich finde es nur echt sehr schade, dass wir nicht im Ganzen gesehen werden. Ich möchte auch nicht mehr die Angst der Anderen leben, warum? Ich weiß nicht wie lange ich noch bleiben darf aber ich weis heute ich bin gerne hier, wenn die Zeit gekommen ist, dann gehe ich.
Lg Sabine
danke für Deine bewegte Schilderung Deiner Lage. Jeder geht mit seinem Schicksal anders um, was ich auch wichtig finde. Ich glaube aber heute nicht mehr daran, dass mich meine Todesangst am Leben erhält. Oder mich irgendwie selbstbestimmter durch Leben gehen lässt. Für mich ist die Angst immer sehr beklemmend gewesen, sie hat mich gelähmt. Wie kannst Du Leben, wenn Ärzte Dir eine kurze Lebenserwartung in die Hände legen? Ich konnte und wollte das nicht, nach der Erwartung wäre ich bereits seit 8 Jahre Tod! Heute weis ich, dass die Angst zu sterben mich dermaßen gelähmt hat, dass ich das Leben nicht mehr gesehen hatte. Ja, ich bin einer dieser Menschen die nach der Intensivstation wieder arbeiten gehen,nur das hält mich am Leben. Ja, und ich bin einer dieser Menschen, die nicht alle Behandlungen machen möchte, auch wenn das mein Leben kosten würde. Und ja, ich habe heute nicht mehr diese Angst zu gehen (nun ab und an schon), ich möchte den Tod nicht nur fürchten, ich möchte ihn so langsam in mein Leben rein lassen. Er kommt so oder so. Ich finde es nur echt sehr schade, dass wir nicht im Ganzen gesehen werden. Ich möchte auch nicht mehr die Angst der Anderen leben, warum? Ich weiß nicht wie lange ich noch bleiben darf aber ich weis heute ich bin gerne hier, wenn die Zeit gekommen ist, dann gehe ich.
Lg Sabine