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Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 13. Februar 2015, 10:24
von Norbert
Habe auch mal eine Frage in die Runde,
ich habe ja eine Pankreasinsuffizienz und nehme Verdauungsenzyme. Bisher hat das sehr gut funktioniert. Hatte 3mal tgl. Stuhlgang.
Zu meinem Problem: ich hatte jetzt kurz nach dem Essen massive Oberbauchschmerzen und Verstopfung. Es ging einfach nichts mehr.
Lasse die Enzyme momentan weg und muss Abführmittel nehmen. So ganz langsam kommt alles wieder in Gang.
Die Internisten und Gastroenterologen können mir auch nicht weiterhelfen. Nur ein Achselzucken.
Wer es nicht weiß, habe eine chron. Pankreatitis und wurde vor einigen Jahren nach Frey operiert.
Hatte jemand von euch auch schon dieses Phänomen? Wie seit ihr damit umgegangen?
Viele Grüße
Norbert
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 13. Februar 2015, 22:18
von Christin
Hallo Norbert,
ich habe nach meiner Linksresektion auch regelmäßig Probleme damit, dann auch so heftig das gar nichts mehr geht. Das ist echt quälend. Sonst nehme ich auch Enzyme. Bis es besser ist reduziere ich die Enzyme oder lasse sie je nach dem was ich esse ganz weg. Dann esse ich bewusst mehr Ballaststoffe und Nüsse. Wenn es sehr schlimm ist habe ich die besten Erfahrungen mit Dulcolax Tabletten gemacht. Ich nehme dann bevor ich zu Bett gehe eine davon. Zäpfchen oder Einläufe kann ich dann nicht empfehlen, aber das ist nur meine ( nicht so schöne ) Erfahrung.
Wenn es dann vorüber ist, ernähre ich mich wie immer und nehme meine Enzyme.
Lg
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 16. Februar 2015, 15:55
von Norbert
Hallo Christin,
vielen Dank für deine Rückmeldung. So weiss ich, dass es auch noch andere betrifft.
Weißt du die Ursache dafür? Ist ja schon sehr ungewöhnlich, da wir ja eigentlich zu Durchfällen neigen.
Mir gehts inzwischen wieder gut. Funktioniert alles wieder wie vorher.
Liebe Grüße
Norbert
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 17. Februar 2015, 17:54
von Christin
Hallo Norbert,
die Ursache dafür habe ich such noch nicht wirklich heraus gefunden, aber wie du schon sagst es beruhigt etwas das es auch andere betrifft. Ab und zu habe ich das Gefühl das zu fettarm genau wie eben zu viel Fett im Essen nicht gut ist. Ich versuche mich zwischen 60-100 g Fett am Tag zu bewegen und das funktioniert ganz gut.
Ich war vor einer Woche nochmal in Heidelberg und dort sagte ein Arzt das es evtl. auch eine Rolle spielt wie das Essen mit dem Kreon den Weg durch den Darm findet und es nach so einer Op "Engstellen" gibt. Aber eine Erklärung hatte dafür keiner so richtig.
Ich finde es auch merkwürdig da man hier eher vom Gegenteil liest.
Liebe Grüße
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 18. Februar 2015, 23:52
von Friedhlm Moehlenbrock
Hallo,
damit haben tatsächlich viele Probleme, die meisten BSD-Erkrankten haben auch meistens Macrogol oder Movicol oder ähnliches zu Hause, da es immer wieder zu Verstopfungen kommt. Man bedenke aber auch, dass gesunde ebenfalls mal daran leiden, manche auch regelmäßig, sodass ich glaube, dass es nicht allein an der BSD-Erkrankung liegt, sondern einfach eine "normale" Fehlfunktion ist. Ich nehme dann 1-2 Beutel Macrogol für ein paar Tage und gut iss. Die Enzyme lasse ich nicht weg, weil ich mir denke, bei gesunden Menschen hört die BSD ja auch nicht auf Enzyme zu produzieren! Häufig sind auch Medikamente wie Schmerzmittel für diese Darmträgheit verantwortlich.
VG
Freddy
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 27. März 2015, 14:04
von Zorika
Hallo,
bevor ich mein Symptombild beschreibe erstmal zu meiner Person: Ich bin 23, männlich, derzeit 68kg bei 1,86m und Student.
Seit ungefähr 4,5 Jahren hatte beziehungsweise habe ich immer wieder episodenhaft mit starker Übekeit zu kämpfen, gelegentlichen Bauchschmerzen im rechten Oberbauch und in letzter Zeit auch vermehrt Blähungen. Da ich dann meistens auch keinen Appetit habe bzw. weniger esse verliere ich dahingehend auch immer Gewicht. Stuhlveränderungen sind kaum vorhanden, kein Durchfall, eher
leichte Verstopfung.
Eine Magenspiegelung ´09 ergab damals eine Gastritis, vermutlich durch Stress verursacht. Eine Fruktose- und Laktoseintoleranz wurden zuvor auch ausgeschlossen. Ich nahm dann über mehrere Wochen und Monate Omeprazol, ernährte mich mit Schonkost und nahm immer wieder nach Bedarf etwas gegen Übelkeit. Die Beschwerden ließen nach und ich konnte auf Medikamente und Schonkost verzichten.
Die Beschwerden kamen immer nach ein paar Wochen oder Monaten wieder und meistens konnte ich sie durch Ernährungsumstellung wieder abklingen lassen. Einen wirklichen Bezug zu Stress konnte ich auch nicht mehr finden, da ich in einer extremen Prüfungsphase in der Uni und auch ein paar monate später bei einem Umzug keine Beschwerden hatte.
Da sie allerdings in letzter Zeit erstaunlich hartnäckig waren, vermehrt mit geblähtem Ober- und Unterbauch einhergingen und auf das Übliche nicht reagierten wurde vor 2 Monaten erneut eine Magenspiegelung durchgeführt. Erneut eine Gastritis und wieder Omeprazol.
Aber ich gab mich diesmal nicht damit zufrieden und war hartnäckiger. Meine Gastroenterologin untersuchte weiter und konnte auch ein Sprue/Zöliakie und eine Fehlbesiedelung des Darms ausschließen. Sämtliche Blutwerte waren einwandfrei und im Ultraschall stellten sich sämtliche Organe des Ober- und Unterbauches regelrecht dar. Stattdessen wurde eine Insuffizienz des exokrinen Pankreas festgestellt, da meine Elastase im Stuhl deutlich erniedrigt waren.
Jetzt heißt es für mich Enzymsubstitution mit Kreon und entsprechender Diät.
Seit knapp einer Woche nehme ich jetzt Kreon in Abstimmung auf den Fettgehalt meiner Mahlzeiten, die Beschwerden sind jedoch kaum weg, wobei ich zugeben muss, dass ich noch nicht mit großer Sorgfalt eine entspechende Diät einhalte.
Gibt es hier jemanden der mit Kreon und einem ähnlichen Krankheitsbild Erfahrung hat?
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 27. März 2015, 14:59
von Karl-Josef
Hallo zusammen,
bei mir ist die OP ja nun auch schon über 8 Jahre her, aber ich hatte auch des öfteren diese Verstopfungen.
Habe ich eigentlich mehr gehabt, wenn ich viel Süßes wie z.B. Haribo gegessen habe. Aber da ich oft zu Unterzuckerungen neige, brauche ich das hin und wieder.
Jetzt esse ich seit gut 2 Jahren regelmäßig abends Naturjoghurt mit selbstgemachtem Apfelkompott (ca. 200 g).
Das hat mir wesentliche Erleichterung und insgesamt eine bessere Darmflora gebracht.
Viele Grüße
Karl-Josef
Re: Verstopfung bei Pankreasinsuffizienz
Verfasst: 1. April 2015, 00:23
von Muggle
Eventuell sind Nerven geschädigt worden bei der OP oder Verwachsungen behindern die Darmtätigkeit. Normalerweise wird dagegen mit Movicol vorgegangen. Gerade wenn man noch Opiate nimmt ist der Darm enorm träge. Bei mir kommt auch noch eine neurologische Erkrankung dazu, da ging dann überhaupt nichts mehr. Weder Movicol noch Laxoberal halfen noch weiter, Letzteres konnte ich schon fast trinken. Auch Enzymreduktion half nichts, ich hatte dann nur zusätzlich zu Verstopfung und Bauchweh übelste Blähungen, der Transport stockte trotzdem. Ich hatte Subileus und Ileus am laufenden Band, dauernd Notaufnahme, selbst eine Verwachsungs-OP brachte hier nur mangelnden Erfolg, obwohl die Engstellen im Darm fürs erste beseitigt werden konnten, so dass die Nahrugnsaufnahme wieder besser klappte und ich keine Flüssigkost mehr benötigte, für fast ein Jahr gab es keinen Rückstau mehr. Doch trotzdem- eine Woche nach Entlassung aus der Klinik war ich wieder drin- nächstes Mal Subileus. Solange man mit Ernährung und Medikamenten hinkommt, ist ja prima, dann macht man das. Alle anderen, die vielleicht schon ziemlich verzweifelt sind, sollten sich vielleicht mal das Peristeen Irrigationssystem genauer anschauen. Das macht man jetzt nicht unbedingt freiwillig, wenns nicht sein muss, aber für mich war es die Lösung. Es ist nicht gerade das Angenehmste und muss regelmässig alle 2 Tage gemacht werden, aber lieber das als Dauerkunde bei der Notaufnahme. Seitdem ist Ruhe. Als Hilfsmittel belastet Peristeen das Bugdet des Arztes nicht und es ist auch bei chronischer Verstopfung erstattungsfähig. Die KK muss es allerdings genehmigen, man benötigt ja Verbrauchsmaterial. Beim Genehmigungsverfahren helfen die entsprechenden Firmen, die dann auch die Einweisung in den Gebrauch durchführen. Man gewöhnt sich dran und mir hat es eine Menge Lebensqualität zurück gebracht. Ich kann wieder planen, ohne im HInterkopf haben zu müssen, dass ich da vielleicht in der KLinik sein könnte, falls wieder was dazwischen kommt. Weichmacher wie Movicol müssen aber weiterhin eingenommen werden. Das ist sicherlich nur etwas für absolute Härtefälle, aber vielleicht liest der eine oder andere hier mit, dem das helfen kann. Inzwischen sind für mein Gefühl wieder Engstellen imDarm vorhanden, ich kann auch wieder nicht mehr so viel auf einmal essen ohne dass es zurückstaut, aber momentan geht es noch. Die Verwachsungsproblematik wird leider oft unterschätzt und selten sagt einer was Hilfreiches dazu, weil man eben auch nicht so viel machen kann. Man kann es operieren, aber die OP verursacht neue Wunden und das wiederum kann neue Verwachsungen verursachen. Es gibt keine Garantie, dass es nach einer OP besser ist, es kann genausogut schlechter werden und genau deswegen wird die Indikation zur OP da sehr sehr streng gestellt. Durch das Irrigationssystem habe ich in Verbindung mit der Ernährung aber einen relativ guten Einfluss auf die Sache. Wenn ich merke, es klemmt sehr, dann gehe ich für einige Zeit auf Flüssigkost (Suppen, Haferschleim, Smoothies usw.) und verwende das Peristeen ein paar Tage lang jeden Tag anstatt jeden zweiten. Zudem führt meine Physiotherapeutin dann Colonmassagen durch. All das regt den Darm an und lässt weiter oben hängenden Darminhalt mit ein wenig Glück nach unten rutschen. Ein paarmal hab ich mich so schon selbst vor kommenden Problemen retten können und schon allein das Gefühl, selber etwas tun zu können, statt zu wissen, irgendwann kommen jetzt die Koliken und dann gehts in die Kinik- das ist schon Gold wert.