Und nun zu meiner Geschichte. Ich bin 29 Jahre alt und hatte im Alter von 17/18 Jahren einen ganz ordentlichen Gallenstein, der natürlich auch ordentliche Entzündungen und Choliken verursacht hat. 2004 wurde dann die Gallenblase samt Stein entfernt und auch eine schwere exokrine Pankreasinsuffizienz festgestellt. (Den genauen Wert habe ich nicht mehr im Kopf)
Choliken hatte ich seit der Gallenentfernung vor 11 Jahren keine mehr, aber der schlechte Elastase-Wert blieb. Die letzte Untersuchung ergab irgendwas um die 50.
Soweit so doof, aber das eigentlich erwähnenswerte ist - ich habe so gut wie gar keine Beschwerden. Weder nehme ich seither an Gewicht ab (eigentlich bin ich sogar viel zu dick und habe einen extrem langsamen Stoffwechsel), noch habe ich übermäßig viele Durchfälle oder Fettstühle. Bauchschmerzen habe ich nach dem Essen zum Glück auch nicht.
Es gibt zwar Dinge, die ich nicht vertrage (Der Zuckeraustauschstoff Erythrit zum Beispiel, der zu 90% im Dünndarm verstoffwechselt wird, bringt mich über Tage an meine Grenzen. Ich habe letztes Jahr meiner (fructoseintoleranten) Tochter einen Kuchen damit gebacken und davon auch zwei Stücken gegessen und danach zwei Tage im Bett gelegen. Auch hier kein Durchfall, aber ich habe mich ganz plötzlich total bedrohlich merkwürdig gefühlt, kaltschweißig, usw, das volle Programm. Bei einem erneuten Versuch mit dem Zeug dasselbe Problem und ich nehme an, das liegt an der BSD)
Ansonsten kann ich uneingeschränkt alles essen. Sehr fettige Sachen machen mir zwar schon auch Durchfall, aber der ist schnell überstanden. Auch süßes macht mir keine Probleme, nur Alkohol merke ich schnell an Bauchschmerzen. (Da ich den allerdings ohnehin nicht so mag, schränkt mich das nicht großartig ein.)
Blähungen und, je nachdem was ich gegessen habe, Völlegefühl sind eigentlich die einzigen Probleme, die ich habe.
Ich nehme keine Enzyme. Weil ich keine Probleme habe, sah ich dazu keine Notwendigkeit (und eigentlich befürchte ich, dann nur noch schneller zuzunehmen als ohnehin schon). Ich habe mal eine Zeitlang 40.000er Pangrol genommen, und ich fühlte mich damit auch etwas fitter, aber so groß war der Unterschied nicht, deshalb habe ich sie wieder weggelassen.
Bicarbonat - Produkte kann ich überhaupt nicht nehmen, die bringen bei mir alles durcheinander und damit geht es mir richtig schlecht.
Hin und wieder mache ich mal eine Orthomol-Kur, womit die Vitaminlager mal wieder aufgefüllt werden, aber eigentlich merke ich hier auch nichts.
Und nun meine Frage an Euch - wie passt das zusammen? Und meint ihr, ich muss trotzdem die Enzyme nehmen? Eigentlich lebe ich seit über 11 Jahren mit eine exokrinen PI fast nur auf dem Papier, obwohl der Laborwert wiederholt wirklich mies ist. Sonst geht es mir sehr gut (naja, zumindest bis auf meinen Nasenkrebs :-/ ).
Gibt es vielleicht auch andere Erkrankungen, die schlechte Elastase-Werte verursachen? Vielleicht auch irgendwelche erblichen Dünndarm-Probleme? Schon meine Oma hatte mit 17/18 Gallensteine und meine jüngste Tochter (fast 6) hat eine Fructoseintoleranz (wobei die Werte im Atemtest nicht so dramatisch aussehen, aber die Symptome sind extrem, schlimm Durchfall, Bauchweh, gelbe Stühle, auch das Labor findet Fett im Stuhl, nach zuviel Fructose riecht das ganze Kind und dadurch schnell auch das ganze Haus ungelogen wie eine alte Frau mit einem Leberproblem). Bei uns beiden wurde via Bluttest Zöliakie ausgeschlossen. Wir beide haben einen extrem langsamen Stoffwechsel, "einmal durch" dauert gut und gerne zwei bis drei Tage. Bei einem Endokrinologen war ich schon, der wundert sich nur, weiß aber nix zu sagen. Der Zwerg wurde beim Kinderarzt auch komplett durchgecheckt, zu finden war nur die Fructoseintoleranz, die aber auch auf dem Papier nicht so schlimm aussieht, wie sie sich allerdings darstellt. Seit wir das aber bei ihr beachten, halten sich die Durchfälle in Grenzen. Fett macht ihr allerdings auch ordentlich Probleme. Lactoseintolerant ist sie nicht.
Alles ein bisschen mysteriös
Liebe Grüße, Annie