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Fettstuhl ohne Diagnose (Vorsicht langer Text)

Verfasst: 11. Februar 2016, 13:13
von Vincent
Guten Tag zusammen :hallo: ,

Bevor ich meinen Fall schildere, würde ich mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Vincent und ich bin 31 Jahre alt. Bin berufstätig und lebe schon eine ganze Zeit mit meiner Freundin zusammen.
Ich habe mich entschlossen meine Gesundheitliche Biographie in diesen Forum darzustellen, da ich -wie viele andere Menschen auch- auf den regulären Weg, was Diagnostik und Therapie angeht, nicht weiter komme. Zudem macht sich bei mir inzwischen -durch diese Umstände- eine wahnsinnige Resignation breit, wogegen anzukämpfen mir immer schwieriger fällt.


Bei mir hat man vor ca. 7 ½ Jahren eine Glutenunverträglichkeit angenommen. Durch meine damaligen Gesundheitlichen Umständen und der nicht „korrekten“ Begleitung meines Hausarztes, bin ich nicht dazu gekommen vor der Glutenarmen Diät, eine Darmzottenbiopsie mich zu unterziehen.
Die Diät hat so einiges in meinem Leben verändert, zudem habe ich das erste mal zugenommen und hatte einen „normalen“ Stuhlgang.
Ca. drei Jahre später, hat man bei mir eine Histaminunverträglichkeit durch sog. Diaminoxidase Bestimmung im Blut festgestellt. Zu dieser Unverträglichkeit muss man sagen, es gibt kein Verfahren (in der Allgemeinmedizin), was zu 100% aussagekräftig ist.
Die Diäten und detailliertes Tagebuch(Ernährungstagebuch) führen, haben aber langfristig gezeigt, es findet eine deutlich Reaktionen auf diesen Stoff statt, diese man Somatisch beurteilen kann, aber auch Mentale Symptome haben.
Erst seit einem Jahr, halte ich eine sehr strenge Diät ein, diese mir mit erlaubt überhaupt noch arbeiten zu können.
Vor ca. 2 Jahren wurde bei mir Helicopacter Bakterien durch einen Gastroenterologe via Magenspiegelung diagnostiziert.
Behandelt wurden diese mit dem Klassischen Antibiotika/Magensäureblocker Konzept....
Leider ging es mir seit dieser Therapie stetig schlechter, auch die Diäten haben nicht dazu geführt, dass die Symptome der allgemeinen Verfassung wie Erschöpfung, Hautrötungen, Stuhl der nicht verdaut ist, Konzentrationsprobleme, Chronische Müdigkeit, unruhiger Magen und Bauch, Durchfälle aber auch Verstopfungen und vieles mehr nicht mehr verschwunden sind.
Ich hatte letztes Jahr einen Aufenthalt in der Inneren, um einfach nochmal oder einfach mal möglichst genau einen Check vorzunehmen. Hier war halt immer die Fragestellung im Zusammenhang der Histaminintoleranz im Vordergrund gestanden. Leider habe ich bis heute keinen Facharzt oder Arzt getroffen, der so versiert ist, dass er durch sein Wissen eine „gute“ Beratung als auch ggf. eine Differenzialdiagnostik vollzogen hat.
Inzwischen bin ich selber sehr versiert um gewisse Fragestellungen und die Art des Umgehens selber zu formulieren und den Ärzten in den Mund zu schieben, falls es nötig ist.
Im Krankenhaus wurden Magen- als auch Darmspiegelung gemacht, ohne jeglichen Befund -was ich natürlich toll fand und mich weiter auf die Histamin Geschichte konzentriert habe-.
Meine Verfassungen waren sehr schwankend, egal wie oder was ich auch an meinem Leben geändert habe (sei es der Psycho Soziale Aspekte, die Ernährung, die Zeit des Arbeitens oder auch Spirituelle Themen die eventuell nicht genug Aufmerksamkeit bekommen haben).
Letzten Jahr so um Juni rum, ging es mir wieder so schlecht, dass ich anfing mit meinem Ernährungstagebuch, auch eine Photo Dokumentation meiner äußerlichen Verfassung zu machen, um meinen Hausarzt meine beschissene Lage zu verdeutlichen.
Ich bin dann von August für vier Monate krankgeschrieben gewesen und habe ich mich intensiv auf die Suche des Nenners begeben und wurde durch eine Stuhluntersuchung letzten Dezember, durch einen erhöhten Fettanteil und einen erhöhten Zuckeranteil fündig.
Pankreas Elastase Bestimmung durch meinen Stuhl war unauffällig und das Ct konnte nicht im Organischen finden. Ich habe einfach aus der Not heraus und mit der Absprache des Arztes Kreon 2500 getestet. Die ersten zwei Wochen war ich wie ausgewechselt! Stuhl war verdaut, ich hatte Farbe im Gesicht, die Müdigkeit und Erschöpfung war wie weg gepustet und mein Leben sah auf einmal ganz anders aus! Es folgten dann leider schlimme Durchfälle und Hautreaktionen, hier habe ich noch länger durch verschiedene Dosierungen versucht meinen Körper es verträglicher zu machen, jedoch ohne Erfolg.
Ich hatte letzte Woche am 5.2.2016 eine Vorstellung in der Klinik rechts der Isaar in München bei Dr. Weber, der sich meinen Fall angehört hat. Aus seiner Sicht gibt es keine klaren Schlüsse die auf eine Bauchspeicheldrüsen Problematik oder auch Galle schließen lassen, da ja Ct unauffällig war.
Auf die Fragestellung des Phänomenologisch auftretende „akuten“ Entzündung, bejahte er meine Idee und fragte, ob ich Bauchschmerzen hätte... Bei akuten Schmerzen solle ich doch einfach Lipase und Amylase im Blut bestimmen, so könne man sagen ob dies der Fall sei.
Er gehe aber mehr davon aus, es sei eine Frage der Nahrungsmittelunverträglichkeit.... Die Frage, ob er jemals diese Problematik im Zusammenhang eines Fettstuhls beobachten konnte, verneinte er!
Insgesamt konnte er mir hier nicht mehr sagen, war aber auch nicht bemüht neue Schritte einzuleiten oder zu wiederholen, was Untersuchungen angeht.
Ich habe nach diesen Gespräch alle Somatischen Beschwerden aufgelistet und alles was gegen einer Diagnose Richtung Bauchspeicheldrüse, Galle oder eventuell sogar Leber dagegen gestellt also geschrieben. Es stimmt, es spricht einiges dagegen, jedoch sprechen auch einige Fakten dafür. Hätte ich kein Fettstuhl im Nachweis und im betrachten nach einem Stuhlgang, würde ich meine Problematik Richtung Reizdarm Syndrom gehen lassen, jedoch kann ich und will ich nicht diese Tatsache außer acht lassen. Zudem muss man sagen, ich Ernähre mich absolut fett arm!!! Würde ich mich „normal“ ernähren, also Milchprodukte und Rindfleisch und mit normalen Öl mengen kochen, so wäre ich Lebensunfähig!!
Leider ist meine Problematik durch die Vorgeschichten so Diffuse, hier zu erkennen was die Primäre Erkrankung ist und was Sekundäre Folgeerscheinungen sind, ist die wirkliche Frage!!

Nochmal zusammengefasst meine Beschwerden:
Erschöpfung, extreme Müdigkeit die durch schlafen nicht in den Griff zu bringen ist, unverdauter Stuhl, immer wieder Fettstuhl, Magenschmerzen (Mal rechte, mittig und auch links), Übelkeit manche Tage den ganzen Tag lang, habe in den letzten 8 Monaten 13Kg abgenommen!Esse ich z.b. Hühnchen aus dem Ofen, so habe ich danach nicht richtige Magenschmerzen, vielmehr sind es Schmerzen als würde ein Band überdehnt werden und es zerreist mich innerlich!


Meine Ernährung, seit ca. mehr als einem Jahr:
-Mango, Kaki mit Basmati Reis zum Frühstück.
-Seit ca. vier Monate trinke ich Citronen Melisse Tee (nur frisch)
-Gemüse: Zucchini, Karotten, Weiße Zwiebeln, Hühnchen Fleisch, Kartoffeln.
-Getreide: Reis.
-Sontiges: Mais Traubenzucker, Wasser, Rapsöl.

Seit ca. 1 ½ Monate nehme ich ca. einen Teelöffel voll mit Öl zum Kochen!! Seit dieser Zeit ist mein Fettstuhl nicht mehr so häufig aufgetreten.
Ich versuche immer wieder Milchprodukte die Histamin arm sind in meine Ernährung einzubinden, jedoch tritt hier meistens Durchfall, extreme unverdautheit und Fettstuhl auf. Gemüse und sonstiges natürlich auch, weil auch die Hoffnung aufzugeben und mich mit dieser Ernährung abzufinden, nicht in den Sinn passt!


Soweit hoffe ich ein gutes Bild meiner Situation, möglichst objektiv, geschildert zu haben. Mich würden Konstruktive Vorschläge bezüglich des weiteren Umgangs wirklich freuen! Ich würde sogar soweit gehen, falls hier jemand ist der mich durch seine Idee oder sein Wissen zu einen gewissen Nenner führt, wäre ich auch bereit eine Finanzielle oder was auch immer Entlohnung zu tätigen!!!
Manchmal kann sowas ja motivieren!
Soweit vielleicht noch, alternative Medizin -habe ich wirklich schon sehr viel gemacht und Erfahrung gesammelt- sehe ich sehr kritisch!!

Liebe Grüße, Vincent.

Ergänzungen:
Fructoseintoleranz Test war negativ!

Re: Fettstuhl ohne Diagnose (Vorsicht langer Text)

Verfasst: 11. Februar 2016, 14:47
von lisa-m
Lieber Vincent,

was deine Thematik betrifft, kann ich dir leider keine Hilfestellung geben. Bin selber in einer ähnlichen Situation wie du und noch auf der Suche.
Was mir allerdings aufgefallen ist bei deinem Text - auch wenn das natürlich nicht die Ursache ist, aber vielleicht reagierst du (weil eben alles so durcheinander ist) auch schon auf Salicylat. Zucchini und Kartoffeln sind mir da gleich ins Auge gesprungen. Macht ähnliche Symptome wie Histamin.

Ich drücke dir die Daumen.
Viele Grüße
Lisa

Re: Fettstuhl ohne Diagnose (Vorsicht langer Text)

Verfasst: 11. Februar 2016, 15:10
von Vincent
Salicylat bei Kartoffeln reagiere ich! Aber man kann Kartoffeln wässern und somit löst sich dieser Stoff! Mit erfolg erprobt und auch Langzeit dokumentiert :P . Zucchini ist auch davon betroffen? Die Symptome bei Salicylat sind bei mir vor allem Halsschmerzen Kratzen Erkältungsgefühl...

Aber nett von dir mich darauf hinzuweisen! Auch dir wünsche ich alles gute und Erfolg!

Re: Fettstuhl ohne Diagnose (Vorsicht langer Text)

Verfasst: 17. Februar 2016, 11:53
von Vincent
Ich habe kommenden Montag ein Vorstellungsgespräch bei Prof. Uhl in Bochum. Hier hoffe ich, auf Interesse zur Abklärung zu stoßen.

Grüße.

Re: Fettstuhl ohne Diagnose (Vorsicht langer Text)

Verfasst: 30. März 2022, 13:28
von PatRick555666
Moin,

der Thread ist sehr, sehr alt aber ich habe so ziemlich das gleiche.
Fettstuhl unabhängig der gegessenen Fettmenge.
Mehrerere Intoleranzen innerhalb kürzester Zeit. ( Fructose, Sorbit, Getreide ( auch Glutenfreier Hafer ), Laktose, Casein und sogar Reis ! Ärztlich alles ohne Befund ( nur erhöhter Iga Wert ) aber alles mit ganz klaren beschwerden. Bei Getreide gibt es extremen Blähbauch, Kreislaufprobleme ( Blutdruck geht schnell auf 93 zu 80 runter ) Magenschmerzen und 3 Tage blutiger Durchfall und noch vieles mehr. Aktuell geht es bei mir weiter richtung CFS da ich nicht viel Leistung bringen kann und auch einige Symptome darauf hindeuten aber noch ist nichts dingfest.
Auch abgenommen habe ich innerhalb der letzten 6 Monate 16 Kilo aber die letzten 2 Monate ist das gewicht recht stabil da ich das mit der Reisunverträglichkeit erst vor grob 2 Monaten herausgefunden habe.

Hat jemand ähnliches ? Vor allem das mit dem Fettstuhl ohne befund ?

Re: Fettstuhl ohne Diagnose (Vorsicht langer Text)

Verfasst: 16. April 2022, 11:25
von ankepanke
Vincent hat geschrieben: 17. Februar 2016, 11:53 Ich habe kommenden Montag ein Vorstellungsgespräch bei Prof. Uhl in Bochum. Hier hoffe ich, auf Interesse zur Abklärung zu stoßen.

Grüße.
Hallo Vincent,
dein Post ist ja schon lange her, aber ich wollte mal fragen, ob dir in Bochum weitergeholfen werden konnte? Ich überlege auch, dahin zu gehen, weil niemand bei mir eine Idee hat.