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es wird nicht besser
Verfasst: 17. Juli 2016, 10:24
von Dcatta
Guten Morgen,
ich muss mir jetzt hier mal meinen Frust von der Seele reden bzw aus dem Finger schreiben. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde mir eine muzinöse Zyste der BSD entfernt. Inkl Gallenblase und Milz. Danach hatte ich noch ein Adenom an der Nebenschilddrüse, das wurde mir auch entfernt. die Zyste in HD, das Adenom in Frankfurt. Laut HD hat das alles nichts miteinander zu tun. In meinem Hals wurden Thymusreste gefunden, nichts krankhaftes, ich sollte in einem Jahr zur Kontrolle kommen. Hab ich gemacht, und nun soll ich wieder in drei Monaten kommen, denn sie haben wieder Thymus auf dem mrt gesehen. Ausserdem möchten jetzt mein HA und meine Diabetologin abklären lassen, ob nicht eine NET-erkrankung vorliegen könnte. das alles nach über einem Jahr? Hätte das nicht gleich gemacht werden müssen?
Ich vergehe vor Angst, ständig neue Untersuchungen ohne eine einzige klare Entwarnung oder Diagnose. Alles könnte, aber machen sie sich mal keine Sorgen... hä? wie soll das gehen.
Meine Verdauung ist zzt schlecht, ich nehme ppi und Kreon bzw Nortase ein. ich habe ständig abartige Blähungen, besonders Morgens und sehr laute Darmgeräusche. Langsam werde ich zum Zombie der durchs Leben schleicht. Kann das durch die Einnahme von den ppis kommen? Dass die Darmflora verrückt spielt bzw nicht mehr in Ordnung ist? seit neuestem vertrage ich gar keinen Fruchtzucker mehr, das ist eindeutig schlechter geworden.
vielen Dank fürs zuhören, vielleicht kann mir ja jemand Mut machen....
einen schönen Sonntag
Daniela
Re: es wird nicht besser
Verfasst: 19. Juli 2016, 11:17
von Suedhessen
Hallo Daniela,
ich hoffe Du findest bald Möglichkeiten zur Erleichterung. PPI, damit meinst Du Protonenpumpeninhibitoren, z.B. Omeprazol?
Nun, damit habe ich als Patient folgende Erfahrungen:
- Ich komme nicht ohne aus: Einerseits wegen der Reflux, andererseits, weil dann auch die Enzyme (Kreon) nicht wirken.
- Die ersten Jahre nahm ich Omeprazol täglich. In der Regel 20mg.
- Meine damalige Hausärztin war völlig schmerzbefreit, hat mir nicht richtig zugehört und mir in einer Zeit, in der es mir gesundheitlich aus vielen Gründen recht schlecht ging, zu 80mg und sogar deutlich höher geraten. Es kam u.a. dann zu ziemlich blöden Wechselwirkungen mit zwei anderen Medikamenten. Es hat sich auf jeden Fall aber auch nicht für mich bewahrheitet, dass man "einfach so" die Dosis hochschraubt und "alles wird gut".
- Nach ein paar Jahren stellte ich fest, dass Omeprazol bei mir Alpträume und Depressionen erzeugen kann. Ich nehme seither Lansoprazol, musste aber mit den Ärzten ganz schön lange diskutieren. Wie kam ich auf Lansoprazol? Ich habe einfach mehrere Ärzte gebeten, mir Probepackungen zu geben von anderen Mitteln, weil ich am Verzweifeln war. Zumindest damals war es vermutlich teurer als Omeprazol, inzwischen gibt es Lansoprazol aber auch unter den Generika. <-- Du schreibst, Du fühlst Dich wie ein "Zombie"? Irgendwie müde vielleicht? Evtl. kannst Du ein chemisch leicht anderes PPI-Produkt versuchen und ggfs. eine niedrigere Dosis wählen? Sprich darüber mit Deinem behandelnden Arzt!
- Wenn ich einige Zeit lang auf ärztlichen Rat die Dosis von Lansoprazol erhöhe (z.B. für 2-4 Wochen) - und dann wieder runtergehe auf 15mg am Tag, dann stelle ich tagsüber fest, dass ich deutlich wacher und leistungsfähiger bin nach ein paar Tagen. Das ist aber meines Wissens äußerst individuell verschieden. <-- Siehe auch oben Stichwort "Zombie"!
- Andere Faktoren können ebenfalls größtmöglichen Einfluss auf die Magensäure haben: Stress und Ärger, andere Medikamente, Sport und Leibesertüchtigung, Ernährung und ggfs. soetwas wie Flohsamenschalen.
- Manche Ärzte bestehen darauf, dass PPI nur morgens genommen werden sollen, andere sagen: nur abends vor dem Einschlafen. Beide Lager scheinen sehr hartnäckig ihre Ansichten zu verteidigen. Das ist sehr verwirrend. Mein Rat: Probier es selber aus.
- Was ich jahrelang nicht wusste, was mir erst eine Apothekerin sagte: Morgens nach der Einnahme sollte man mindestens 30 Minuten warten, bevor man frühstückt. Wenn ich das einhalte, geht es mir bedeutend besser, wobei ich am besten noch länger warte, z.B. 2 Stunden. Das ist natürlich nicht einfach, wenn man arbeiten muss. Ich vermute für Diabetiker wäre das evtl. besonders schwierig, wenn dann der Blutzucker absinkt, wenn man sehr spät frühstückt.
Alles Gute und viele Grüße aus Südhessen
Re: es wird nicht besser
Verfasst: 19. Juli 2016, 11:30
von Suedhessen
So, noch etwas, was mir zu Deinen Verdauungsbeschwerden einfällt:
Wie dosierst Du Deine Enzyme? Evtl. dosierst Du zu niedrig.
Lebensmittelunverträglichkeiten:
Soweit ich weiß, werden manchmal Lebensmittelunverträglichkeiten wie z.B. Fruktoseintoleranz teilweise fehldiagnostiziert und auch in der Wirkung einfach mal überschätzt. Allerdings sollte man sich das vermutlich schonmal anschauen: Hast Du z.B. schonmal einen H2-Atemtest gemacht?
Es gibt, glaube ich, eine ganze Vielzahl an Menschen, die mit Fruchtzucker ihre Probleme haben und das kann auch im Erwachsenenalter "plötzlich" auftreten. Man kann teilweise mit reinem Traubenzucker (z.B. als Pulver) entgegenwirken, um dann evtl. doch ein paar Erdbeeren zu vertragen.
Insgesamt halte ich persönlich es aber auf jeden Fall für sinnvoll, sich selbst zu beobachten:
Welche Lebensmittel vertrage ich? Vertrage ich Rohkost? (Wenn du eine exokrine Insuffizienz hast, wage ich mutzumaßen: Eher nicht...) Vertrage ich Obst? Welches Obst vertrage ich und wieviel davon?
Vertrage ich Vollkorn, insbesondere z.B. Brot mit Körnern und Schrot-Anteilen?
Vertrage ich Salat, vertrage ich sehr saure oder scharfe Lebensmittel?
Soweit ich weiß können die Unterlagen des AdP-Vereins, der dieses Forum unterhält, sehr hilfreich sein. Man bekommt so einen Ordner, wenn man Mitglied wird.
Zu Deinen anderen Themen weiß ich nichts, daher kann ich nicht darauf antworten.
Gute Besserung!
Re: es wird nicht besser
Verfasst: 19. Juli 2016, 21:54
von Dcatta
Hallo Südhessen,
vielen Dank für deine Antwort. Ich nehme 20 mg Pantoprazol am Morgen, vor dem Frühstück. ( Gut 30 Minuten) wg der Enzyme, die sonst nicht so gut wirken können. Eigentlich würde ich mich gerne entwöhnen, denn ohne bekomme ich gleich Magenweh, bin also schon irgendwie abhängig davon. Ausserdem habe ich die Tabletten bzw den Wirkstoff im Verdacht ziemlich massiv meine Verdauung zu beeinträchtigen. Einerseits brauche ich diese Enzyme, andererseits ist meine Darmflora durcheinander. Was ist wohl das kleinere Übel? ich versuche jetzt Nortase, die sind säurestabiler.
Ich laufe wie ein Zombie durch die Gegend, da ich so viel Ängste habe und meine Gedanken so furchtbar blokiert sind.
Ich werde meine Verträglichkeiten bezüglich des Essens noch genauer beobachten und nun endgültig anfangen alles zu notieren.
Viele Grüsse aus Hessen, Frankfurt
Daniela
Re: es wird nicht besser
Verfasst: 20. Juli 2016, 00:03
von Suedhessen
Mach Dich aber bitte nicht verrückt wegen der Ernährung. Alles Gute!
Vielleicht schreibt ja jemand anderes hier im Thread und hat gute Tipps.