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Exokrine Pankreasinsuffizienz?! Oder doch etwas anderes?

Verfasst: 29. Juli 2016, 10:16
von Christl
Hallo zusammen,

leider habe ich schon einen längeren Leidensweg hinter mir, der jedoch noch nicht zu ende ist.

Als ca. 13 jährige (jetzt bin ich 34) hatte ich eine Salmonelleninfektion. Daraufhin eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Seit ca. 10 Jahren reagiere ich auf zu große, zu fettige (vor allem Milchfett) Mahlzeiten mit massiven Durchfällen und Krämpfen. Dies wird immer schlimmer bzw. werden die Auslöser immer geringer. Bekam das bisher aber durch kontrollierte Ernährung gut in den Griff.
Vor ca. drei Monaten bekam ich, nach einer fettigen Mahlzeit wieder diese Krämpfe, die dieses Mal jedoch keinen Durchfall auslösten und nicht verschwanden. Hausarzt verschrieb mir Pantoprazol. Nach zwei Tagen Krämpfen bin ich ins Krankenhaus gefahren. Hohe Dosis Schmerzmittel und Pantropazol i.V. halfen mir dann. Ich blieb stationär. Ultraschall der Gallenblase o.B., EKG o.B..
Am nächsten Tag wurde eine Magenspiegelung gemacht o.B.. Mir ging es Tag für Tag besser. Nach vier Tagen wurde ich entlassen.
Der Hausarzt wollte keine weiteren Untersuchungen machen. Es hieß Psychosomatische Magen Darmbeschwerden. :evil:
Daraufhin bin ich zu einer Heilpraktikerin, die auch Allgemeinmedizinerin ist. Diese hat eine Stuhluntersuchung angeordnet und mir pflanzliche Medikamente verschrieben. Hierbei kam folgendes raus (in Klammern Referenz):

PH-Wert im Stuhl erhöht: 7,5 (5,5-6,5)
Escherichia coli erhöht
Enterokokken erniedrigt
Laktobazillen erniedrigt
Keine Pilze und sonstige Bakterien i.O.
Eiweiss im Stuhl erhöht: 1,3 g/100g (<1)
Stärke im Stuhl zu niedrig: 6 g/100g (9-13)
Sonstige Rückstände i.O.
Alpha-1-Antitrypsin erhöht: 50,5 mg/dl (<27,5) (Entzündungsmarker)
Calprotectin erhöht 152,1 mg/kg (<50) (Entzündungsmarker)
Pankreaselastase zu niedrig 136,2 (>200)
Gallensäure nachweisbar
Sekretorisches lgA erhöht 2541,6 (510-2040)

Dies natürlich alles auf eigene Kosten. Aber was macht man nicht alles wenn es einem schlecht geht.

Blutbild ist o.B.

Daraufhin bin ich zu einem niedergelassenen Gastroentereologen und bekam eine Magen (im KH wurden keine Proben entnommen :o ) - und Darmspiegelung. Hierbei wurde ein spärlicher Befall von Helicobacter festgestellt, der gerade behandelt wird, aber keine Darmentzündung im untersuchten Bereich.

Es wurde gestern eine Blutuntersuchung durch den Gastroenterologen gemacht (Ergebnis steht aus) und heute habe ich dort noch Stuhl abgegeben. Nur auf Nachfrage wird jetzt neben dem Calprotectin auch noch die Pankreaselastase untersucht. Alles andere nicht.

Jetzt meine Frage: kann es sein, dass eine Pankreasinsuffizienz besteht (durch die o.g. Werte im Stuhl)? Bereitet diese solche Beschwerden (Durchfälle und Krämpfe auf zu große, fettige Mahlzeiten). Geringe Mengen Fett vertrage ich. Viel Milchfett (Sahne, Eis) überhaupt nicht. Oder meint ihr, dass da mehrere Sachen zusammen spielen? Wenn ja was?

Ich bin sehr gespannt wie jetzt die Pankreaselastase im Stuhl aussieht. Kam es bei euch schonmal vor, dass diese nur einmal zu niedrig war und später wieder normal? Gibt es Verbindungen zu erhöhtem Calprotectin?

So viele Fragen.... Vielleicht kann mir ja jemand helfen.

LG Christl

Re: Exokrine Pankreasinsuffizienz?! Oder doch etwas anderes?

Verfasst: 29. Juli 2016, 12:16
von Dieter Prey
Hallo Christel,
Deine beschriebenen Beschwerden deuten m. E. auf die vermutete Exokrine Pankreasinsuffizienz hin.
Bei dieser Diagnose sollte der behandelnde Arzt zunächst Verdauungsenzyme verordnen um die Durchfälle und Krämpfe zu stoppen. Oder bekommst Du diese schon? Wenn ja, die Dosierung erhöhen und während der Mahlzeit einnehmen.
Danach in einem Pankreaszentrum die Ursache feststellen lassen und richtig therapieren.
Herzliche Grüße
Dieter Prey