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Kreon hilft nicht??
Verfasst: 10. November 2016, 08:14
von Anonymus-003
Hallo zusammen,
wie ja einige von Euch wissen leide ich wissentlich seit einem Monat an einer chronischen Pankreatitis.
Um die Frage ganz knapp zu stellen, Kreon hilft bei mir nicht. Vielleicht noch nicht? Ich weiß nicht wie lange so etwas dauern kann bis es anspringt?
Ich dosiere lieber über als unter! Esse auch keine Fette mehr! Nur magere und gedünstete Sachen wie FIch und Gemüse. Natürlich auch Brot.
Aber es hilft irgendwie nicht. Mein Stuhl wird kaum fester??? Gestern war ich bestimmt 20 mal auf Toilette, mit bösen Unterleibkrämpfen.
Hat hier jemand Erfahrungen?
LG,
Tommi
Re: Kreon hilft nicht??
Verfasst: 10. November 2016, 08:47
von nick0609
Moin Moin,
wie nimmst du die Enzyme denn ein? Vor dem Essen? .. Man soll die, soweit ich weiß, während der Mahlzeit nehmen.
Also du nimmst eine Tablette, isst ein bisschen, dann wieder eine, usw.
Ist ja bei mir ähnlich wegen meiner Lactose Problematik. Wenn ich Nahrungsmittel mit sehr hohem Lactase Anteil essen will, muss ich die Lactase Enzyme auch während des Essens nehmen.
LG Nick
Re: Kreon hilft nicht??
Verfasst: 10. November 2016, 08:50
von Anonymus-003
Genau so mache ich es. Während der Mahlzeit! Nicht davor und auch nicht danach.
LG,
T
Re: Kreon hilft nicht??
Verfasst: 16. November 2016, 22:42
von heinz05
Hallo Tommi,
Enzyme benötigen ein basisches Milieu sonst wirken sie nicht. Aus dem Magen kommt es sauer.
Eine gesunde Bauchspeicheldrüse produziert ein Sekret das den sauren Magensaft neutralisiert. Das Sekret enthält Hydrogenkarbonat = alkalischer pH-Wert. Täglich werden 1 - 1,5 Liter an Bauchspeichelsekret produziert.
Bitte mit Arzt darüber sprechen.
Meist wird ein Protonenpumpenhemmer, = Medikament "Pantoprazol" zur Verringerung der Magensäure verordnet.
Alles Gute
Heinz
Re: Kreon hilft nicht??
Verfasst: 25. November 2016, 12:35
von Suedhessen
Wie dosierst Du Kreon?
Wenn Du nur 1 * 10.000 nimmst zum Beispiel zur Mahlzeit, dann könnte es viel zu wenig sein. Wie komme ich darauf? Naja, das ist das Übliche, mit dem Ärzte manchmal anfangen bei frischen Patienten. Sind nicht alle so, manche sagen einem ins Gesicht: "Wenn Sie schon eine merkliche Insuffizienz haben, dann versuchen Sie es gar nicht erst mit den lächerlichen 10.000ern, sondern fangen Sie mit der üblichen Dosis von 2.000 Einheiten pro 1 g Fett an, von da aus orientieren Sie sich nach oben, wenn es nicht reicht."
Was heißt "nach oben orientieren"?
Es gibt Berichte, dass manche die 2- bis 3-fache Menge an Kreon benötigen, die als Standard empfohlen sind. Man braucht dann einen willigen Arzt, der diese hohe Mengen dann auch bereit ist zu verschreiben (sind ja nicht ganz billig).
Irgendwo habe ich mal in einer Art Fachbeitrag etwas gelesen, dass eine Bauchspeicheldrüse an sich für eine einzelne Mahlzeit schonmal soviel raushaut, dass es 6- oder sogar 7-stelligem Einheiten Lipase in Kreon-Kapseln entspräche. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Die gesunde Bauchspeicheldrüse würde es also hemmungslos teilw. "übertreiben". Finde ich faszinierend. Wenn das stimmt, dann wäre es so, als würde man schnell mal ein Dutzend 40.000er Kreons bei einer einzelnen Mahlzeit einwerfen.
Re: Kreon hilft nicht??
Verfasst: 28. November 2016, 16:38
von Leopold
Hallo zusammen,
nach einer Whipple-Op (BSD-Kopf-Res) wurde ich von den Ärzten und auch in Reha bezüglich der Einnahme von Kreon völlig falsch beraten. Nachdem ich trotz gutem Appetit weiter abnahm, habe ich mich einmal selbst mit dem Thema auseinandergesetz und mir das Buch "Fett for Live" von Abbott besorgt. Dort sind rund 1200 Speisen mit den Fettwerten aufgeführt. Danach habe ich dann für jedes Essen - beginnend mit dem Frühstück - die Kreon-Menge mit 2000 Einheiten je g berechnet und genaue Aufzeichnungen über die Wirkung des Essens gemacht. Wenn ich bei einzelnen Speisen Probleme mit Bauchschmerzen, Durchfall u.a. hatte, erhöhte ich, wenn ich das nächste Mal das Gleiche gegessen habe, einfach die Menge. Das Ganze habe ich 6 Wochen durchgezogen und dann für mich ein alphabetisches Verzeichnis zussammengestellt. In 6 Wochen isst man doch immer wieder das Gleiche. Diese Methode hat sich sehr bewährt und ich habe in den letzten 1 1/2 Jahren 11 kg zugenommen, nachdem ich vorher rd. 15 kg verloren habe.
Alles Gute für die Zukunft.