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Bauchspeicheldrüsenerkrankung - was erwartet mich?

Verfasst: 2. Februar 2017, 13:45
von El Duderino
Hallo Leute,

Ich bin ganz frisch hier und lege gleich mal los. Davor möchte ich noch loswerden, warum ich mich angemeldet habe: ich würde gerne wissen, falls jemand ähnliches schon hinter sich hat, was mich genau erwartet.

Ich weiß nicht genau, wie ich anfangen soll. Vielleicht mit der momentanen Diagnose: nach mindestens 6 Monaten Durchfall, Blähungen und Magengrummeln bin ich dann zum Hausarzt, weil es immer schlimmer wurde. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich hätte früher gehen sollen, aber so sind wir Männer halt. Erst zum Arzt, wenn wir hinken. Jedenfalls wurde bei Blutproben nichts festgestellt, aber bei Stuhlproben; vor ein, zwei Monaten deutliche Unterfunktion. Aber weil es zu wenig "Probe" war, letzte Woche dann noch mal ran. Jetzt habe ich das Ergebnis und mein neuer Hausarzt hat gesagt, dass die Funktion des Pankreas kaum noch nachweisbar ist :denk: macht mir jetzt doch echt ganz gewaltige Sorgen. Vor allem hab ich das Gefühl, dass ich ab jetzt ewig von Arztbesuch zu Arztbesuch renne. Es wurden bisher nur Ursachen bekämpft (nachschauen bei fodmaps.de, 2x3 Pankreathan 36.000 + probiotische einwöchige Kur, alles ohne wirklichen Erfolg). Beide konnten mir nicht einmal mögliche Ursachen nennen und nun schickt der neue Hausarzt mich zur Darmspiegelung??? Muss ich mich jetzt auf eine Endlosschleife von Arztbesuchen einstellen, bis ich die Diagnose kriege?

Ich habe zudem auch keine Ahnung, woher die mögliche Erkrankung zudem kommt. Ich war Ende 2015 drei Monate in Südostasien (Viren, Bakterien?), hatte eine ziemlich wilde Zeit und habe viel Alkohol getrunken. Aber davor und danach ist es auf einem normalen Level geblieben, meine Ernährung/Aktivitäten sind zudem auch nicht von schlechten Eltern. Ich bin außerdem mittelstarker Raucher (10-25 Zigaretten täglich, je nach Lust und Laune). 23 Jahre alt, was ein ungewöhnliches Alter für Pankreatitis zu sein scheint.

Ich danke Euch für die Zeit, die Ihr euch zum Lesen genommen habt! :)

Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung - was erwartet mich?

Verfasst: 2. Februar 2017, 17:35
von Andi
:hallo: ,
herzlich Willkommen erst mal hier bei uns betroffenen.
Schön, das Du den Weg hier her gefunden hast und Deine Fragen los werden kannst.
Ja, prinzipiel ist es so, das die Ursache der Unterfunktion der Drüse gefunden werden sollte.
Dafür ist eine vernünftige Diagnostik notwendig, am besten in einem Pankreaszentrum, die Ärzte wissen was zu untersuchen ist, damit da nichts anbrennt.Hausärzte sind damit meist überfordet, geben das aber oft nicht zu.
Außerdem ist Einnahme von Verdauungsenzymen beim Verzehr von Essen unbedingt nötig, um die Beschwerden ( Durchfall usw.) in den Griff zu bekommen, über die Einnahme findest Du hier im Forum reichlich Infos, dabei gibt es einiges zu beachten sonst hilft es nicht.
Alkohol und rauchen möglichst ganz weglassen, weil das die Drüse zusätzlich reizt und die Krankheit verschlimmert, auch wenn es schwer fällt, es lohnt sich auf jeden Fall.
Ich hoffe , ich konnte Dir erst mal weiter helfen.

Liebe Grüße Andi :daumenh:

Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung - was erwartet mich?

Verfasst: 2. Februar 2017, 18:08
von veritas
Ich würde aufhören mit der Sache zum Hausarzt zu gehen - ich hab noch nie einen Hausarzt gesehen, der sich mit der Bauchspeicheldrüse gut auskennt. Was nichts gegen Allgemeinmediziner sein soll, es ist einfach etwas zu speziell. Du solltest dich nach einem guten Internisten umschauen, der mit der Thematik viel vertrauter ist und dich dann auch in Zukunft regelmäßig untersuchen kann und bei dem du dich gut aufgehoben fühlst.

Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung - was erwartet mich?

Verfasst: 3. Februar 2017, 08:53
von steppenderWolf
El Duderino hat geschrieben: Ich habe zudem auch keine Ahnung, woher die mögliche Erkrankung zudem kommt. Ich war Ende 2015 drei Monate in Südostasien (Viren, Bakterien?), hatte eine ziemlich wilde Zeit und habe viel Alkohol getrunken. Aber davor und danach ist es auf einem normalen Level geblieben, meine Ernährung/Aktivitäten sind zudem auch nicht von schlechten Eltern. Ich bin außerdem mittelstarker Raucher (10-25 Zigaretten täglich, je nach Lust und Laune). 23 Jahre alt, was ein ungewöhnliches Alter für Pankreatitis zu sein scheint.
Hallo El Duderino,

bis auf einen wilden Südostasian-Trip war der Rest deiner Beschreibung bei mir ähnlich. Durchfall war zwar nicht so lang, aber Alkohol war dabei (aus meiner Sicht in Maßen), Rauchen vergleichbar, ordentlich gefuttert, Übergewicht. Ich hatte dann während eines Prüfungszeitraums eine chronische Pankreatitis mit 24, und dann ab ins Krankenhaus, wo ich mit kurzer Unterbrechung inklusive ReHa-Klinik 3 Monate verbracht habe.

Ich kann dir ausdrücklich empfehlen umgehend auf Schonkost umzusteigen, der Gesundheit willen Alkohol und Rauchen vollständig aufzugeben. Blähende Lebensmittel weglassen, Chips und Co auch.

Und such dir einen ordentlichen Internisten oder such eine auf Pankreas spezialisierte Klinik auf (Sprechstunde).

Solange noch alles "drin" ist, hast du noch alle Optionen. Wenn du erst auf dem Tisch gelegen hast ist es zu spät und du ärgerst dich hinter dein Leben lang. Bei mir hat es der Internist verpeilt, das erste Krankenhaus auch. Nur weil ich mich hab verlegen lassen "auf eigenenes Risiko" bin ich noch am Leben. O-Ton "Am Samstag operiert doch keiner", nach 2 h im neuen KH lag ich auf dem Tisch. Im ersten Krankenhaus sollen dann Köpfe gerollt sein. Ich hab nie wieder was von denen gehört, keine Entschuldigung, nichts.

Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung - was erwartet mich?

Verfasst: 3. Februar 2017, 23:44
von El Duderino
El Duderino hat geschrieben:Es wurden bisher nur Ursachen bekämpft
natürlich meinte ich Symptome, nicht Ursachen! Die möchte ich noch herausfinden ;)
El Duderino hat geschrieben:Aber davor und danach ist es auf einem normalen Level geblieben, meine Ernährung/Aktivitäten sind zudem auch nicht von schlechten Eltern
um Missverständnisse auszuräumen: damit meinte ich, dass ich mit Ausnahmen auf eine gute Ernährung achte und ich regelmäßig Sport treibe.

So, jetzt euch schon mal vielen Dank für die ganzen Antworten! Ich habe euren Rat befolgt und habe einen Termin im Krankenhaus gemacht. Ich wohne im Großraum Köln und habe beim St Vinzenz-Hospital in Köln demnächst eine Sprechstunde. Die haben dort ein Pankreaszentrum (jemand schon mal da gewesen?). Ich stande auch unter dem Eindruck, dass die Hausärzte überfordert waren, vor allem frage ich mich, was eine Koloskopie mit dem Pankreas zu tun hat :D ich werde hier nochmals schreiben, wenn ich mehr weiß, vielleicht hilft es ja jemand anderem!

Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung - was erwartet mich?

Verfasst: 3. Februar 2017, 23:50
von El Duderino
steppenderWolf hat geschrieben: Solange noch alles "drin" ist, hast du noch alle Optionen. Wenn du erst auf dem Tisch gelegen hast ist es zu spät und du ärgerst dich hinter dein Leben lang. Bei mir hat es der Internist verpeilt, das erste Krankenhaus auch. Nur weil ich mich hab verlegen lassen "auf eigenenes Risiko" bin ich noch am Leben. O-Ton "Am Samstag operiert doch keiner", nach 2 h im neuen KH lag ich auf dem Tisch. Im ersten Krankenhaus sollen dann Köpfe gerollt sein. Ich hab nie wieder was von denen gehört, keine Entschuldigung, nichts.
Darf ich fragen, was genau deine Diagnose im 1. Krankenhaus war, wie sich dein Leben verändert hat seitdem und welche (Teile der) Organe entnommen worden sind? Dank dir, ich werde mir jetzt zwei mal überlegen, ob ich mich unters Messer lege. Ich hoffe immer noch, dass ich meine körperlichen Beschwerden irgendwie loswerden kann!