Seite 1 von 1

Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 14. Dezember 2017, 17:43
von MichaB
Hallo ihr lieben,
Vorgeschichte: ich ging für das Beratungsgespräch ins Krankenhaus, man erklärte mir das man bei der Whipple OP automatisch die Galle mit rausnimmt weil sie danach sonst ärger macht. Ich unterschrieb dafür das sie es machen dürfen.
Es kam der Termin an dem die OP losging, ist vor 7 Monaten gewesen. Mir wurde nochmal alles erklärt, hier ein Schnitt, da einer, das raus und das dann da ran usw. und die Galle kommt wie besprochen mit raus. Ich nickte.
Einen Monat nach der OP ging alles von vorne los, schmerzschübe, Morphium und Fentanyl halfen mir diese zu ertragen. Vor 4 Wochen per Ultraschall dann gesehen das die Galle noch drin ist und nun 4 mal so groß wie normal. Letzten Montag CT Untersuchung und es stellte sich raus das der Rest meiner BSP wieder stark verkalkt ist und ich wieder eine Whipple OP haben muss.

Wenn ich zur letzten op zurückdenke,hab ich echt schiss, musste Laufen lernen, essen und trinken lernen und die fiesen schmerzen beim ziehen der ganzen Schläuche.

Ist doch nicht normal das das op team vergisst die galle rauszunehmen und es mir danach nicht mal gesagt wird.
Ich weiß von der OP nichts, man hat mit mir danach nicht darüber gesprochen was wie gemacht wurde. Ich sitze bis heute im Dunkeln über den kompletten OP Verlauf.

Was würdet ihr machen? Die bevorstehende whipple op im gleichen kh machen zu lassen oder sie verklagen bezüglich der Galle?

Seid lieb gegrüßt

Re: Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 15. Dezember 2017, 18:07
von Andi
Hallo,
habe gerade Deine Geschichte gelesen und bin schockiert.
Es ist eine schwere Bauch OP und Du bist zu recht nicht zufrieden, so wie das abgelaufen ist und die Folgen sind schwer zu tragen.
Wo bist Du denn operiert worden?
Ich würde mir auf jeden Fall eine Meinung einholen in einem erfahrenen Pankreaszentrum, das Vertrauen in dieses Krankenhaus wäre bei mir hinüber.
Oben auf dieser Seite findest Du einen Link über Kliniken welche mit Pankreas spezialisiert sind, nur in eine solche würde ich gehen.
Zum verklagen sitzt Du bestimmt am kürzern Hebel, die Beweislage ist schwierig und man kann den Ärzten Ihre Fehler schwer nachweisen, so ist zumindest die Erfahrung.

Gute Besserung

Liebe Grüße Andi

Re: Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 18. Dezember 2017, 06:20
von MichaB
Hi, das war in Schleswig in der Helios Klinik.
Mich operierte der chefchirurg selbst da er im Beratungsgespräch meinte das dieser Eingriff die Königsklasse der Chirurgie ist.
Das hatte mir schon Hoffnung gegeben.
Als ich irgendwann dann später sah wie es zusammengenäht wurde, war ich entsetzt.
Es wurde nicht stoß an stoß zusammengenäht sondern das obere Stück auf das untere raufgelegt und dann mit 120 Stichen zusammen geschustert. Naja dachte ich mir, besser als andersrum denn dann würde ja das Wasser darauf stehen bleiben ;-) .

Da ich eh stark Übergewicht war, 138kg bei 1.76m hatte ich gehofft das ich durch die OP mit Sicherheit abnehme. Klappte auch, allerdings finde ich das es zu extrem ist. Nun bin ich auf 78 Kg.

Jedem Arzt dem ich das erzähle was ich bisher abgenommen habe, macht es stutzig. An meinem Magen wurde nichts gemacht.
Ich schaffe es nicht mal mehr, mehr wie 1 halbes Brötchen zu essen, dann bin ich satt und mein Bauch fühlt sich stramm an.
Laut Arzt, kann ich nicht mehr zunehmen, warum auch immer. Ich zitiere: Sir können den ganzen Tag Sauce Hollandaise essen und Cola etc trinken, sie nehmen nicht zu.
Das ich 60 kg abgenommen habe bisher, ist zwar eine schöne Nebenwirkungen aber so extrem innerhalb von einem Jahr? Ist schon Heftig. Gott sei dank halte ich mich so gut es geht fit so das ich keinerlei Hautlappen rumhängen habe.

Ich Frage mich nur wie es angehen kann das sich andauernd Kalk in meiner BSP absetzt, woher kommt es? Mir kann kein Arzt in unseren Kliniken Antworten geben und ich war bisher in 7 Stück, inkl Uniklinik Kiel.

Was würde passieren wenn ich mich nicht mehr operieren lassen? Wenn ich die schmerzen weiterhin mit Morphium unterdrücke abgesehen davon das ich dann von dem Zeug abhängig werde?
Könnte ich von nu auf gleich ex gehen ?

Lieben Gruß an euch alle

Re: Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 18. Dezember 2017, 12:42
von Alkazzar
Hallo,

deine OP erfahrugen klingen ja nicht so schön, für die zukunft kann ich dir nur empfehlen geh in ein großes pankreas zentrum mit großer fallzahl..

Leider kann man an der OP narbe nicht ablesen wie gut oder schlecht der Chefarzt operiert hat denn in 99% der Fälle macht dieser weder den schnitt zum "aufmachen" noch näht er am ende zu .. das machen in der regel Assistentsärzte..

und das mit dem nicht zunehmen stimmt soweit als das dein Körper Fette und Kohlenhydrate ohne zusatz von Pankreatin nicht aufnehmen kann und du somit auch nicht zunimmst wenn du die mengen nicht an die Nahrungsmengen anpasst.
Doch sollte man das auf keinen fall als Freifahrtschein sehen jeden Scheiss zu essen/trinken.

Und ich denke du wirst um eine OP nicht rumkommen.. wenn es jetzt aber nur um eine OP geht in der die Gallenblase entfernt wird kann ich dir versichern das ist ein Kinderspaziergang im vergleich zu einer Whipple.. das sollte auch minimalinvasiv möglich sein ( in deinem fall vielleicht aufgrund der größe nicht mehr)

Re: Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 18. Dezember 2017, 21:15
von MichaB
Hi, nein es geht nicht mehr nur um die Galle.
Beim ersten mal haben sie meinen Pakreaskopf entfernt weil der voll Kalk war,
nun hat sich laut letzter CT das Kalk am Pankreasschwanz gesammelt.
Ich soll nun wieder auf den Tisch und noch so eine OP machen lassen.
Ich hoffe das sie dann bei dieser OP die Galle gleich mit entfernen.

Du meinst also wenn ich genügend Kreon nehme, dann nehme ich wieder zu ?

Zu meiner Ernährung kann ich nur sagen das ich sehr auf mein Essen aufpasse. Ich habe nie Alkohol getrunken und würde es bestimmt auch nie.
Klar esse ich auch mal ne Pizza, meistens jedoch koche ich mir und meiner 1.5 jährigen Tochter nur gesundes.

Re: Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 19. Dezember 2017, 00:09
von Ayumi
Hallo Micha,

ich kann Dir wärmstens die Uniklinik in Bochum empfehlen. Herr Prof. Dr. Uhl ist eine Koryphäe auf diesem Gebiet, er hatte mich 2010 in Hattingen operiert und mir das Leben gerettet.

LG

Re: Nach Whipple ist vor Whipple

Verfasst: 19. Dezember 2017, 00:18
von Ayumi
Hallo Micha,

sicherlich gibt einem so manches zu denken, daher ist es nur verständlich mal eine zweite Meinung einzuholen.
Herr Prof. Dr. Uhl ist eine Koryphäe auf diesem Gebiet und praktizierte 2010 an der Bochumer Uniklinik.
Er rettete mir das Leben.

Alles Gute,

Kristin