Angst vor chronischer BSD Entzündung

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Tobix
Beiträge: 41
Registriert: 26. Dezember 2017, 12:35

Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Tobix »

Hallo, ich habe mich hier mal angemeldet und schon einige Erfahrungsberichte gelesen. Nun möchte ich Euch aber auch mal meinen Fall schildern. Ich bin männlich, 37/188/97 und auch ein recht sportlicher Typ, muskulös, Fitnessstudio. Im Rahmen von Routine-Checks wird seit Jahren immer mal ein leicht erhöhter Lipase-Wert im Blut festgestellt, der nach Aussage meiner Ärztin aber nicht sonderlich spezifisch sei, da dieser Wert immer mal "gerne" schwankt und beim nächsten Mal dann auch schon wieder normal ist. Also widmete ich dem ganzen auch keine gesteigerte Aufmerksamkeit. Das ganze geht schon so seit etwa 2010. Da wir der Sache dann aber doch mal auf den Grund gehen wollten, wurde 2013 ein MRT veranlasst mit dem Verdacht auf chronische Pankreatitis. Die Untersuchung war jedoch ohne Befund, alles i.O. Wieder war für mich damit die Sache gegessen. Mein Lebensstil würde ich eigentlich als relativ gesund einstufen. Ich trinke so gut wie keinen Alkohol (schon aus sportlicher Hinsicht - da damit der Muskelaufbau verhindert wird), esse entsprechend viel mageres Fleisch, Hühnchen, Fisch, Reis - einfach oft asiatische Küche. Mc Donalds oder frittierte Sachen vermeide ich weitestgehend. Allerdings leide ich auch schon seit Jahren unter starken Blähungen, was sehr unangenehm ist. Ob nachts, oder tagsüber, Blähungen habe ich relativ häufig. Und auch mein Bauch kommt mir immer mal aufgebläht vor. Auch mein Stuhlgang ist schon länger als eher weich als hart oder geformt zu bezeichnen. Also begab ich mich im Dezember 2015 zu einem Gastroenterologen, der relativ gründliche Untersuchungen vornahm. Es wurde eine Darmfloraanalyse gemacht und ein Atemtest auf Fruktose- und Laktoseintoleranz. Dort wurde auch die Elastase bestimmt die zu dem Zeitpunkt über 500 lag (Dezember 2015) Beim Atemtest kam raus, dass ich eine Laktoseunverträglichkeit (keine Intoleranz - das sei wohl ein Unterschied) habe. Also wurde mir empfohlen auf laktosefreie Lebensmittel umzusteigen oder Laktrase Enzym Dragees zu nehmen, falls Milchprodukte mal nicht zu vermeiden sind. Die Darmfloraanalyse ergab eine Dünndarmfehlbesiedlung und somit erklärte ich mir die Blähungen. Mir wurde die Einnahme von Ozovit über die Dauer von 2 Wochen empfohlen, sowie eine probiotische Kur. Das habe ich dann eine Zeit lang durchgezogen. Gebessert haben sich die Blähungen dadurch eigentlich nicht so wirklich, vielleicht etwas. Mein Gewicht konnte ich die letzten 2-3 Jahre von 85 auf nunmehr knapp 100 steigern mittels Muskelaufbau durch Sport. Dezember 2015 - März 2017 ging so die Zeit so dahin mit meinen üblichen Blähungen aber ansonsten beschwerdefrei. Im März hatte ich plötzlich sehr starke akute Bauchschmerzen die sich aber eher wie Druck anfühlten und ganz plötzlich kamen, ich dachte erst das sei vielleicht ein eingeklemmter Nerv vom Atmen her oder irgend sowas. In den Rücken strahlte nichts. Nach etwa 20 Minuten war Ruhe. Ich habe mir einen Tee gemacht und so schnell wie die Schmerzen kamen waren sie dann auch wieder weg. Ich bin trotzdem zum Arzt gegangen, weil ich selber BSD ausschließen wollte. Also wieder Lipase im Blut getestet, die war dann schon deutlich erhöht, also wurde recht zeitnah ein CT mit dem Verdacht auf akute BSD Entzündung veranlasst. Bei diesem kam heraus, dass sich die BSD in allen Teilen leicht größenbetont darstellt, ansonsten aber nichts zu sehen ist, keine Pseudozysten oder irgendwas. Weder die Radiologin noch mein Hausarzt war also sonderlich alarmiert, die Lipasewerte hatten sich bei einer neuerlichen Blutkontrolle auch schon wieder normalisiert. Also wurde mir nur eine Diät empfohlen, kein Alkohl die nächste Zeit (eine etwas ungenaue Zeitangabe) und auch nichts arg Fettiges. Aber das hielt ich ja von Hause aus schon ein. Ich hatte dann auch keine Beschwerden mehr im Hinblick auf Schmerz. Meine üblichen Blähungen und der tendenziell weiche Stuhlgang blieb aber bestehen. Zur Stärkung der Darmflora würge ich mir sogar ab und zu Sauerkrautsaft hinter um mal alles durchzuspülen. Jetzt im Dezember hatte ich den Eindruck, dass mein Stuhlgang auch irgendwie leicht glänzt und natürlich weich ist wie immer, auch voluminös und von der Färbung eher hellbrauner, aber auch nicht gelb wie er sonst immer beschrieben wird. Also habe ich auf eigenen Antrieb den Elastase-Wert bestimmen lassen wollen bei meiner Hausärztin, weil ich darüber gelesen habe. Und das Ergebnis beschert mir seither Kummer und Sorgen. Der Wert lag bei 75. :( Am 2.1.18 habe ich mir jetzt einen Termin beim Gastroenterologen gemacht und werde auch anregen, mich nochmal ins MRT zu schieben (kein CT - wegen der Strahlung, hatte ich ja im März schon) Geht das Martyrium und die Angst also weiter. Die Ärztin verschrieb mir derweil Kreon 40.000 und wirkte auch weiterhin recht unaufgeregt, das hätten viele sagte sie... Aber wenn man so recherchiert und liest wird einem ja angst und bange... Nun ja,ich hoffe, ich habe jetzt hier nicht zu viel geschrieben. Wenn es jemanden interessiert, wie meine Geschichte hier weitergeht, kann ich ja gern nochmal was dazu schreiben. Gruß Tobi
Paul86
Beiträge: 271
Registriert: 6. Oktober 2016, 10:31

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Paul86 »

Hallo Tobi,
willkommen hier im Forum. Von deinem Alter und Lebenswandel her ähneln wir uns sehr wobei meine Symptomatik etwas ausgeprägter ist als deine. Auch Ich (übrigens auch viele andere) haben einen Ärztemarathon hinter uns mit uneindeutigen Ergenissen. Mein Pankreas stellt sich in der Bildgebung (Endosono und CT) in Gänze als prominent dar was aber als unspezifisch bewertet wurde. Ich kann Dir nur sagen mach dir nicht einen all zu großen Kopf und nehme mal das Kreon ein und schau ob es hilft.Ganz wichtig wiederhole den Elastase Test zu gegebener Zeit noch einmal. Einige wenn nicht viele hier hatten Werte um die 100 und dann wieder dauerhaft im Normbereich. Unterm Strich ein rel unzuverlässiger Parameter der auch mal verwässert und falsch erniedrigt sein kann. Nichts des zu trotz auch wegen den Blutwerten, deine Ärzte scheinen ja gewillt zu sein zu helfen, frage mal nach einer Endosonographie oder einem MRCP (spezielles MRT des Pankreas und der Galle). Beide Untersuchungen sind am besten geeignet um die Drüse zu beurteilen.

Viele Grüße.
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von veritas »

Kann es sein, dass du das viele asiatische Essen nicht verträgst? Das ist ja doch oft heftigst fettig (außer japanisch) und die Gewürze sorgen bei vielen Menschen in Europa (weil man halt nicht damit aufwächst) für starke Blähungen.
Tobix
Beiträge: 41
Registriert: 26. Dezember 2017, 12:35

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Tobix »

Hallo Paul, hallo Veritas! Danke für eure Antworten. Ich muss sagen, dass mir Essen generell keine großen Probleme bereitet hat bisher, was eventuelle Schmerzen anbelangt. Ich leide also weder an Übelkeit, Erbrechen oder Magenkrämpfen. Ich habe lediglich starke Blähungen zu jeder Tages- und Nachtzeit mal etwas mehr, mal weniger. Selbst das Hungergefühl löst bei mir Blähungen aus. Und ich esse auch recht gut also im Sinne von viel. Man muss als Kraftsportler ja auch auf seinen täglichen Kalorienumsatz achten. Was die Blähungen oder den Stuhlgang anbelangt erkenne ich keinen Unterschied zwischen asiatischer oder deutscher Küche. Also intuitiv würde ich sagen, dass ich das asiatische Essen schon vertage, bzw. nicht besser oder schlechter darauf reagiere als bei einem deutschen Gericht. Seit etwa einer Woche nehme ich jetzt das Kreon und ich muss sagen, dass es sich leider nicht gebessert hat. Im Gegenteil, ich habe eher den Eindruck, mein Stuhlgang schimmert jetzt noch fettiger als zuvor. Ich weiß, klingt kurios, weil es offenbar vielen ja zu helfen scheint. Ich erkenne leider keine Besserung, gefühlt eher eine Verschlechterung. Das werde ich gegenüber meinem Gastroenterologen am 2.1. auch mal ansprechen. Liebe Grüße, Tobi
Tobix
Beiträge: 41
Registriert: 26. Dezember 2017, 12:35

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Tobix »

Hallo Zusammen,

habe mir eben mal Ausdrucke meiner letzten Blutuntersuchungen vom Hausarzt ausdrucken lassen, um diese dann mit zum Gastro mitzunehmen.

Hier mal ein paar Lipase-Laborwerte:

01.12.2016 - 49
07.03.2017 - 61
16.03.2017 - 766 (daraufhin wurde das CT veranlasst)
20.03.2017 - 73
21.08.2017 - 39
05.12.2017 - 591

Normbereich wird mit 8 - 78 angegeben.
Paul86
Beiträge: 271
Registriert: 6. Oktober 2016, 10:31

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Paul86 »

Tobix hat geschrieben: 29. Dezember 2017, 13:01 Hallo Zusammen,

habe mir eben mal Ausdrucke meiner letzten Blutuntersuchungen vom Hausarzt ausdrucken lassen, um diese dann mit zum Gastro mitzunehmen.

Hier mal ein paar Lipase-Laborwerte:

01.12.2016 - 49
07.03.2017 - 61
16.03.2017 - 766 (daraufhin wurde das CT veranlasst)
20.03.2017 - 73
21.08.2017 - 39
05.12.2017 - 591

Normbereich wird mit 8 - 78 angegeben.
Waren halt zwei Ausreißer dabei, nicht schwindelerregend hoch aber schon so hoch das man mal nachschauen sollte.

Wurde eigentlich mal die Galle beurteilt?
Tobix
Beiträge: 41
Registriert: 26. Dezember 2017, 12:35

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Tobix »

Hey Paul, nein die Galle würde jetzt explizit nicht untersucht. Das CT vom März sprach von einer „fraglichen Menge an Sludge“ ich denke dass das die Galle abdeckt. Also Steine wurden nicht gesehen auch keine Verkalkungen oder dergleichen. Sprechen meine Werte eigentlich für eine chronische BSD oder müssten die Werte dafür dauerhaft erhöht sein? Mitunter sind sie ja normal. Das ist halt komisch.
Paul86
Beiträge: 271
Registriert: 6. Oktober 2016, 10:31

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Paul86 »

Sollte man mal nachschauen wie gesagt ein MRCP des Pankreas und Gallengänge wäre schon nicht schlecht. Sludge kann ja auch verstopfen und die Drüse reizen. Chronische Pankreatitis kann auch ohne dauerhaft erhöhte Blutwerte ablaufen.

Wie waren den die Entzündungsmarker?
Tobix
Beiträge: 41
Registriert: 26. Dezember 2017, 12:35

Re: Angst vor chronischer BSD Entzündung

Beitrag von Tobix »

Wie die Entzündungswerte im einzelnen waren, weiß ich gar nicht. Dazu hat sich die Ärztin auch nicht weiter geäußert. Hatte aber auch nicht danach gefragt. Aber guter Tipp mit dem MRCP. Werde mal darum bitten. Einige körperiche Eigenschaften sprechen bei mir so gar nicht für eine chronische Entzündung. Zum Beispiel die deutliche Gewichtszunahme die letzten Jahre. 2004 etwa wog ich 65 kg bei 188. Heute knapp 100. Und so richtige schmerzen hab ich eigentlich auch nicht. Jetzt wo ich mich da reinsteigere denk ich allerdings ich spüre ständig was :(
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