BSD, Reizdarm, Hypochonder?
Verfasst: 12. Januar 2018, 20:57
Hallo alle zusammen,
ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir schon seit einiger Zeit Gedanken um meinen Gesundheitszustand mache. Erstmal zu mir: Ich bin männlich, 29 Jahre alt und wiege aktuell 66 kg bei 170 cm.
Zu meiner Vorgeschichte: Mir wurde Ende Januar 2017 die Gallenblase entfernt, da einige kleine Steinchen einen Gallenstau verursachten. Hierzu wurde auch ein ERCP durchgeführt. In Folge dieser Problematik entstand eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die mit Schonkost und Antibiotika behandelt wurde. Nach einer Woche hatten sich die Entzündungswerte deutlich verbessert und die Gallenblase konnte operiert werden. 3 Tage nach der Gallen OP hat man mich mit guten Werten wieder entlassen.
Anfangs dachte ich, meine Verdauung würde so gut funktionieren wie lange nicht mehr. Ich hatte in den ersten 2 Monaten keinerlei Probleme. Danach allerdings traten gelegentliche, zu diesem Zeitpunkt noch seltene Verdauungsprobleme auf. Die machten sich durch Krämpfe im Unterbauch (etwa 30 Min nach dem Essen) bemerkbar und hatten gelblichen Durchfall zur Folge. Dies schob ich anfangs noch auf die fehlende Gallenblase.
Das ging dann etwa ein halbes Jahr so weiter, ohne dass ich mir Gedanken machte. Im September 2017 traten nach einem Urlaub allerdings auch noch Probleme mit Herzrasen auf. Das war so heftig, dass ich dachte, ich bekäme einen Herzinfarkt. Mir wurde schwindelig und übel durch den hohen Puls. Ich hatte einen Ruhepuls von über 110 im Liegen. Ein Krankenhausaufenthalt ergab nichts. EKG war in Ordnung, Ultraschall des Herzens ohne Befund, Blutwerte ohne Befund. Einen Monat später, im Oktober dann wieder diese Symptomatik. Der Hausarzt veranlasst ein Langzeit-EKG, auch dieses ohne Befund - bis auf eben den erhöhten Puls, den sich niemand erklären kann. Blutwerte waren fantastisch - Leber, Niere, Blutzucker, etc. waren im Optimalbereich.
Irgendwann war das Herzrasen kein Thema mehr, aber einige Wochen nach dem Langzeit-EKG sprachen mich meine Mitmenschen darauf an, dass ich stark abgenommen hätte. Von ursprünglich (zum Zeitpunkt der Gallen-OP 80kg) auf inzwischen 64 kg. Ich erwähnte daraufhin auch den gelegentlichen Durchfall und mein Hausarzt schickte mich zum Gastroenterologen für eine Darmspiegelung. Er war überzeugt, es gäbe keine Anhaltspunkte für Probleme mit der Bauchspeicheldrüse - meine Symptome sprechen eher für den Darm.
Die Darmspiegelung wurde durchgeführt und ergab einen Bakterienfund und eine zurückliegende Entzündung, die nicht chronisch sei. Dagegen wurde mir Antibiotika gegeben, die allerdings nichts an der Symptomatik änderten. Das war bereits im November. Da ich nun feststellte, dass ich allerdings wieder geringfügig zunahm (zwischenzeitlich 67 kg über Weihnachten), hatte ich zunächst keine Lust mehr auf weitere Untersuchungen.
Nun gehen die Verdauungsprobleme allerdings weiter, auch wenn sie sich verändert haben. Ich habe aktuell Gewichtsschwankungen von 1 kg pro Woche, obwohl ich durchaus deftig esse und keinen Sport mache und einen erhöhten Stuhldrang. Gelber Durchfall ist zwar seltener geworden, dafür habe ich aber manchmal 3 - 4 mal pro Tag Stuhlgang. Der erste ist meist noch fest, danach wird es immer weicher. Mittlerweile aber auch häufig ohne zuvor Krämpfe im Unterbauch zu haben.
Soweit ich das als Laie beurteilen kann, sieht der Stuhlgang für mich nicht nach Fettstuhl aus. Er schwimmt nur äußerst selten (wenn er sehr weich ist) oben, geht aber sonst im Wasser unter. Er schäumt auch nicht. Ich kann einen Fettstuhl aber auch nicht sicher ausschließen und werde wohl meinen Hausarzt nochmal darauf ansprechen, doch mal eine Stuhlprobe zu veranlassen.
Interessant ist, dass es allerdings einige Anomalien gibt. Immer wieder habe ich zwischendurch auch eine Woche Pause, in der meine Verdauung scheinbar normal funktioniert. Dann gehen die Probleme wieder für ein paar Tage los, ehe sich wieder alles normalisiert. Ich kann auch keinen direkten Zusammenhang zu fettreichem Essen erkennen, die Problematik scheint eher unabhängig von der zugenommenen Mahlzeit zu bestehen. Es gibt Tage, an denen kann ich ein Schnitzel mit Pommes verdrücken und habe nichts - an anderen Tagen reicht ein Nutellabrot bereits aus, um 30 Min später unter Durchfall zu leiden. Ebenso scheint es der Fall zu sein, dass der Konsum von Weizenbier (mache ich nur sehr selten) offenbar meine Stuhlproblematik für den Rest des Tages gänzlich beseitigt (vielleicht wegen der Hefe?)
Ich weiß aber langsam echt nicht mehr weiter. Ich mache mir ständig Sorgen, dass meine Bauchspeicheldrüse nicht in Ordnung ist und vor allem macht es mir Angst, dass ich so dünn geworden bin. Insgesamt kommen mir meine Handgelenke und Beine recht abgemagert vor. Die Knie erscheinen mir viel zu knochig. Der Po ist nicht mehr richtig ausgefüllt, sodass ich am Hüftgelenk eine Art Delle wahrnehme, je nachdem, wie ich das Bein bewege. Ich muss auf allen meinen Hosen mittlerweile einen Gürtel tragen, obwohl das früher nicht nötig war.
Kann die Symptomatik auf eine Pankreasinsuffizienz zurückzuführen sein oder liegt es doch eher weiterhin an den Darmbakterien? Wäre vielleicht sogar eine andere Ursache möglich, etwa ein Reizdarm oder ein Mangel an Gallensäure?
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen (und mich vielleicht auch ein wenig beruhigen).
Kleiner Nachtrag: Schmerzen habe ich bisher keine. Lediglich ein gelegentliches Druckgefühl nehme ich am rechten Rippenbogen war. Allerdings auf den Rippen, nicht unterhalb der Rippen. Ich kann auch nicht sicher sagen, ob das vom Skelett oder den Muskeln ausgeht oder darunter liegt. Dies fällt mir allerdings erst auf, seit ich mir verstärkt Gedanken über die Symptomatik mache.
ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir schon seit einiger Zeit Gedanken um meinen Gesundheitszustand mache. Erstmal zu mir: Ich bin männlich, 29 Jahre alt und wiege aktuell 66 kg bei 170 cm.
Zu meiner Vorgeschichte: Mir wurde Ende Januar 2017 die Gallenblase entfernt, da einige kleine Steinchen einen Gallenstau verursachten. Hierzu wurde auch ein ERCP durchgeführt. In Folge dieser Problematik entstand eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die mit Schonkost und Antibiotika behandelt wurde. Nach einer Woche hatten sich die Entzündungswerte deutlich verbessert und die Gallenblase konnte operiert werden. 3 Tage nach der Gallen OP hat man mich mit guten Werten wieder entlassen.
Anfangs dachte ich, meine Verdauung würde so gut funktionieren wie lange nicht mehr. Ich hatte in den ersten 2 Monaten keinerlei Probleme. Danach allerdings traten gelegentliche, zu diesem Zeitpunkt noch seltene Verdauungsprobleme auf. Die machten sich durch Krämpfe im Unterbauch (etwa 30 Min nach dem Essen) bemerkbar und hatten gelblichen Durchfall zur Folge. Dies schob ich anfangs noch auf die fehlende Gallenblase.
Das ging dann etwa ein halbes Jahr so weiter, ohne dass ich mir Gedanken machte. Im September 2017 traten nach einem Urlaub allerdings auch noch Probleme mit Herzrasen auf. Das war so heftig, dass ich dachte, ich bekäme einen Herzinfarkt. Mir wurde schwindelig und übel durch den hohen Puls. Ich hatte einen Ruhepuls von über 110 im Liegen. Ein Krankenhausaufenthalt ergab nichts. EKG war in Ordnung, Ultraschall des Herzens ohne Befund, Blutwerte ohne Befund. Einen Monat später, im Oktober dann wieder diese Symptomatik. Der Hausarzt veranlasst ein Langzeit-EKG, auch dieses ohne Befund - bis auf eben den erhöhten Puls, den sich niemand erklären kann. Blutwerte waren fantastisch - Leber, Niere, Blutzucker, etc. waren im Optimalbereich.
Irgendwann war das Herzrasen kein Thema mehr, aber einige Wochen nach dem Langzeit-EKG sprachen mich meine Mitmenschen darauf an, dass ich stark abgenommen hätte. Von ursprünglich (zum Zeitpunkt der Gallen-OP 80kg) auf inzwischen 64 kg. Ich erwähnte daraufhin auch den gelegentlichen Durchfall und mein Hausarzt schickte mich zum Gastroenterologen für eine Darmspiegelung. Er war überzeugt, es gäbe keine Anhaltspunkte für Probleme mit der Bauchspeicheldrüse - meine Symptome sprechen eher für den Darm.
Die Darmspiegelung wurde durchgeführt und ergab einen Bakterienfund und eine zurückliegende Entzündung, die nicht chronisch sei. Dagegen wurde mir Antibiotika gegeben, die allerdings nichts an der Symptomatik änderten. Das war bereits im November. Da ich nun feststellte, dass ich allerdings wieder geringfügig zunahm (zwischenzeitlich 67 kg über Weihnachten), hatte ich zunächst keine Lust mehr auf weitere Untersuchungen.
Nun gehen die Verdauungsprobleme allerdings weiter, auch wenn sie sich verändert haben. Ich habe aktuell Gewichtsschwankungen von 1 kg pro Woche, obwohl ich durchaus deftig esse und keinen Sport mache und einen erhöhten Stuhldrang. Gelber Durchfall ist zwar seltener geworden, dafür habe ich aber manchmal 3 - 4 mal pro Tag Stuhlgang. Der erste ist meist noch fest, danach wird es immer weicher. Mittlerweile aber auch häufig ohne zuvor Krämpfe im Unterbauch zu haben.
Soweit ich das als Laie beurteilen kann, sieht der Stuhlgang für mich nicht nach Fettstuhl aus. Er schwimmt nur äußerst selten (wenn er sehr weich ist) oben, geht aber sonst im Wasser unter. Er schäumt auch nicht. Ich kann einen Fettstuhl aber auch nicht sicher ausschließen und werde wohl meinen Hausarzt nochmal darauf ansprechen, doch mal eine Stuhlprobe zu veranlassen.
Interessant ist, dass es allerdings einige Anomalien gibt. Immer wieder habe ich zwischendurch auch eine Woche Pause, in der meine Verdauung scheinbar normal funktioniert. Dann gehen die Probleme wieder für ein paar Tage los, ehe sich wieder alles normalisiert. Ich kann auch keinen direkten Zusammenhang zu fettreichem Essen erkennen, die Problematik scheint eher unabhängig von der zugenommenen Mahlzeit zu bestehen. Es gibt Tage, an denen kann ich ein Schnitzel mit Pommes verdrücken und habe nichts - an anderen Tagen reicht ein Nutellabrot bereits aus, um 30 Min später unter Durchfall zu leiden. Ebenso scheint es der Fall zu sein, dass der Konsum von Weizenbier (mache ich nur sehr selten) offenbar meine Stuhlproblematik für den Rest des Tages gänzlich beseitigt (vielleicht wegen der Hefe?)
Ich weiß aber langsam echt nicht mehr weiter. Ich mache mir ständig Sorgen, dass meine Bauchspeicheldrüse nicht in Ordnung ist und vor allem macht es mir Angst, dass ich so dünn geworden bin. Insgesamt kommen mir meine Handgelenke und Beine recht abgemagert vor. Die Knie erscheinen mir viel zu knochig. Der Po ist nicht mehr richtig ausgefüllt, sodass ich am Hüftgelenk eine Art Delle wahrnehme, je nachdem, wie ich das Bein bewege. Ich muss auf allen meinen Hosen mittlerweile einen Gürtel tragen, obwohl das früher nicht nötig war.
Kann die Symptomatik auf eine Pankreasinsuffizienz zurückzuführen sein oder liegt es doch eher weiterhin an den Darmbakterien? Wäre vielleicht sogar eine andere Ursache möglich, etwa ein Reizdarm oder ein Mangel an Gallensäure?
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen (und mich vielleicht auch ein wenig beruhigen).
Kleiner Nachtrag: Schmerzen habe ich bisher keine. Lediglich ein gelegentliches Druckgefühl nehme ich am rechten Rippenbogen war. Allerdings auf den Rippen, nicht unterhalb der Rippen. Ich kann auch nicht sicher sagen, ob das vom Skelett oder den Muskeln ausgeht oder darunter liegt. Dies fällt mir allerdings erst auf, seit ich mir verstärkt Gedanken über die Symptomatik mache.