pflanzl. Alternative zu Pankreasenzymen-NORTASE
Verfasst: 31. August 2018, 13:32
Liebe Foren-Nutzer,
liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder gab und gibt es hier Fragen und Diskussionen zu dem Thema Pankreas-Ersatzverdauungsenzyme.
Daher möchte ich heute, den Interessierten einige Informationen zu dem Verdauungsenzym Nortase zukommen lassen.
Vielleicht sind diese Information für den Einen oder Anderen hilfreich.
Einige Patienten mit exokriner Pankreasinsuffizienz oder Pankreatektomie, die auf eine Enzymsubstitution angewiesen sind, suchen nach Alternativen zu Pankretinen aus Schweinepankreas. Das Arzneimittel Nortase ist eine solche Alternative. Dieses Enzymersatzpräparat enthält ebenfalls Lipasen, Proteasen und Amylasen. Im Unterschied zu Pankreatinen werden diese Enzyme aus Reispilzen gewonnen und die Kapsel wird aus pflanzlicher Cellulose produziert.
Aber auch bezüglich der Dosierung bestehen Unterschiede, die bei der Einnahme beachtet werden müssen. Häufig tauchen aufgrund der geringeren Lipasedosierung in Nortase (7.000 F.I.P.-Einheiten pro Kapsel) im Vergleich zu Pankreatinen (10.000 bis 40.000 Einheiten pro Kapsel, je nach Präparat) immer wieder Unsicherheiten und Anfragen bezüglich der Dosis auf. So wurde neulich im AdP-Forum online die Annahme formuliert, dass 10 Kapseln Nortase nötig seien, wenn eine warme Mahlzeit normalerweise mit 80.000 Einheiten Kreon ersetzt werde.
Dies ist laut Packungsbeilage jedoch nicht der Fall. Lipasen aus Reispilzen sind säurestabil und weisen damit andere Eigenschaften als Pankreatin auf. Auch der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass die Enzymeinheiten in Nortase nicht mit den Enzymeinheiten von Pankreatin gleichgesetzt werden sollen.
Es ist nicht notwendig, die benötigte Enzymmenge nach dem genauen Fettanteil der Nahrung zu berechnen. Laut Packungsbeilage wird – je nach Stärke der Beschwerden – eine Dosierung von 1-3 Kapseln pro Mahlzeit empfohlen.
In der Praxis hat sich eine solche, an die Ausprägung der Beschwerden angepasste Dosierung bewährt:
• Bei leichten oder mittelschweren EPI-Beschwerden sollten 2 bis 3 Kapseln zu jeder Hauptmahlzeit eingenommen
werden
• Eine schwere Form der EPI sollten anfänglich 3 Kapseln zu jeder Hauptmahlzeit substituiert werden.
• Auch für Zwischenmahlzeiten und milchhaltige Getränke wird ab eine Kapsel empfohlen.
Um alle Beschwerden beim Essen in den Griff zu bekommen, kann es beim dem ein oder anderen nötig werden, die Kapselanzahl individuell anzupassen bzw. erhöhen. Beim Hersteller kann ein Enzymtagebuch zur Findung der persönlichen Nortase-Dosis angefordert werden, in dem die Angaben zur Nahrungsaufnahme mit der Anzahl der Enzymkapseln pro Mahlzeit und die damit einher-gehende Besserung der Beschwerden protokoliert werden können. So bekommt man ein Gefühl dafür, wie viele Kapseln sinnvoll sind, um beschwerdefrei durch den Alltag zu kommen.
Zudem ist interessant zu wissen, dass durch die Säurestabilität der Enzyme aus Reispilzen diese im Gegensatz zu Pankreatinen auch bei niedrigen pH-Werten wirksam sind. Daher können diese schon im Magen wirken. Aber auch bei einer Übersäuerung des Dünndarms, z.B. durch die Einnahme von Medikamenten oder bei eingeschränkter Bicarbonatsekretion (welche ja bei einer EPI in der Regel vorliegt), werden die Enzyme nicht zerstört und können noch wirken. Eine zusätzliche Einnahme von neutralisierenden Medikamenten wie Bicarbonate oder Protonenpumpenhemmer ist in Bezug auf die Nortsase-Enzym-Einnahme daher nicht nötig.
liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder gab und gibt es hier Fragen und Diskussionen zu dem Thema Pankreas-Ersatzverdauungsenzyme.
Daher möchte ich heute, den Interessierten einige Informationen zu dem Verdauungsenzym Nortase zukommen lassen.
Vielleicht sind diese Information für den Einen oder Anderen hilfreich.
Einige Patienten mit exokriner Pankreasinsuffizienz oder Pankreatektomie, die auf eine Enzymsubstitution angewiesen sind, suchen nach Alternativen zu Pankretinen aus Schweinepankreas. Das Arzneimittel Nortase ist eine solche Alternative. Dieses Enzymersatzpräparat enthält ebenfalls Lipasen, Proteasen und Amylasen. Im Unterschied zu Pankreatinen werden diese Enzyme aus Reispilzen gewonnen und die Kapsel wird aus pflanzlicher Cellulose produziert.
Aber auch bezüglich der Dosierung bestehen Unterschiede, die bei der Einnahme beachtet werden müssen. Häufig tauchen aufgrund der geringeren Lipasedosierung in Nortase (7.000 F.I.P.-Einheiten pro Kapsel) im Vergleich zu Pankreatinen (10.000 bis 40.000 Einheiten pro Kapsel, je nach Präparat) immer wieder Unsicherheiten und Anfragen bezüglich der Dosis auf. So wurde neulich im AdP-Forum online die Annahme formuliert, dass 10 Kapseln Nortase nötig seien, wenn eine warme Mahlzeit normalerweise mit 80.000 Einheiten Kreon ersetzt werde.
Dies ist laut Packungsbeilage jedoch nicht der Fall. Lipasen aus Reispilzen sind säurestabil und weisen damit andere Eigenschaften als Pankreatin auf. Auch der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass die Enzymeinheiten in Nortase nicht mit den Enzymeinheiten von Pankreatin gleichgesetzt werden sollen.
Es ist nicht notwendig, die benötigte Enzymmenge nach dem genauen Fettanteil der Nahrung zu berechnen. Laut Packungsbeilage wird – je nach Stärke der Beschwerden – eine Dosierung von 1-3 Kapseln pro Mahlzeit empfohlen.
In der Praxis hat sich eine solche, an die Ausprägung der Beschwerden angepasste Dosierung bewährt:
• Bei leichten oder mittelschweren EPI-Beschwerden sollten 2 bis 3 Kapseln zu jeder Hauptmahlzeit eingenommen
werden
• Eine schwere Form der EPI sollten anfänglich 3 Kapseln zu jeder Hauptmahlzeit substituiert werden.
• Auch für Zwischenmahlzeiten und milchhaltige Getränke wird ab eine Kapsel empfohlen.
Um alle Beschwerden beim Essen in den Griff zu bekommen, kann es beim dem ein oder anderen nötig werden, die Kapselanzahl individuell anzupassen bzw. erhöhen. Beim Hersteller kann ein Enzymtagebuch zur Findung der persönlichen Nortase-Dosis angefordert werden, in dem die Angaben zur Nahrungsaufnahme mit der Anzahl der Enzymkapseln pro Mahlzeit und die damit einher-gehende Besserung der Beschwerden protokoliert werden können. So bekommt man ein Gefühl dafür, wie viele Kapseln sinnvoll sind, um beschwerdefrei durch den Alltag zu kommen.
Zudem ist interessant zu wissen, dass durch die Säurestabilität der Enzyme aus Reispilzen diese im Gegensatz zu Pankreatinen auch bei niedrigen pH-Werten wirksam sind. Daher können diese schon im Magen wirken. Aber auch bei einer Übersäuerung des Dünndarms, z.B. durch die Einnahme von Medikamenten oder bei eingeschränkter Bicarbonatsekretion (welche ja bei einer EPI in der Regel vorliegt), werden die Enzyme nicht zerstört und können noch wirken. Eine zusätzliche Einnahme von neutralisierenden Medikamenten wie Bicarbonate oder Protonenpumpenhemmer ist in Bezug auf die Nortsase-Enzym-Einnahme daher nicht nötig.
