Blähungen

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Bene86
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Blähungen

Beitrag von Bene86 »

Hallo zusammen

Ich habe meine Vorgeschichte immer mal wieder in diesem Forum beschrieben, geändert hat sich bei mir eigentlich nicht viel, mal geht's besser, mal wieder weniger, Hauptsymptome sind:

Müdigkeit
Appetitlosigkeit
Öfters Durchfall
BLÄHUNGEN IMMER NACHTS!

Nun nehme ich seit März dieses Jahres Kreon ein, das hat mir bisher eig. nur etwas gegen die leichte Übelkeit geholfen, sonst stelle ich keinen weltbewegenden Unterschied fest.

Grundsätzlich kann ich mit den meisten Symptomen leben (die Müdigkeit ist zwar schon echt schlimm), auch wenn es mir hie und da etwas Kopfzerbrechen bereitet.
Ausserdem befinde ich mich im Moment in einer absoluten Stressphase, da ich mich von meiner Ex-Freundin trenne (6 Jahre Beziehung)m Wohnungsauflösung etc. steht an).

Nun was mich wirklich stört ist folgendes:

Tagsüber habe ich überhaupt keine Blähungen. Immer Nachts, wenn ich mich hinlege, geht das Gedröhn los und der Bauch füllt sich mit Luft. Wenn ich dann aufstehe, bessert es normalerweise auch sehr schnell wieder. Auch wenn ich absolut gesund esse und dabei übermässig Kreon einnehme (zb. Reis nature mit Lammfleisch ungewürzt) habe ich oftmals Durchfall bzw. Blähungen in der Nacht. Ich meine sorry, aber zumindest die Konsistenz müsste doch auch mal gut und nicht Durchfall sein, wenn ich über eine Woche lang Fettig fast konsequent weglasse und beim Essen echt viel Kreon einwerfe. :evil:

Gestern habe ich z.B. Mittags eine sehr kleine Portion (etwas Fleisch, gedämpftes Gemüse und Kartoffellroketten mit 7 mal 25.000 Kreon, was ja wirklich ausreichend sein sollte, hatte ich bei einem Stuhltest im März dieses Jahres doch noch einen Elastasewert von ü500 ) gegessen und Abends aufgrund des Gesprächs mit der Ex gar nichts mehr. Ich dachte, dass ich wenigstens diese Nacht ruhe haben sollte, da ich ja Abends nix mehr gegessen habe. Falsch gedacht, war genau wie immer und heute morgen natürlich auch wie so oft mal wieder Durchfall.

Ich frage mich einfach, was das Problem ist. Ich bin mir sicher, dass der extreme psychische Stress z.Z. (die Trennung ist schon echt hart) sehr stark da reinspielt, allerdings hatte ich die Symptome auch schon in den besseren vergangenen Phasen.

Hat irgendjemand ev. noch eine Idee?
wasistes

Re: Blähungen

Beitrag von wasistes »

Hallo Bene,
ich kenn deinen Werdegang leider nicht genau. Hast du eine gesicherte chronische Pankreatitis? Bzw. ist die EPI festgestelt worden?
Ich kenn das Problem mit der ständigen Luft im Bauch. Das hat meistens was mit dem Dünndarm zu tun, eine bakterielle Fehlebsiedlung des Dünndarms führt zu einer Reihe von Beschwerden, da durch das Ungleichgewicht im Darm nicht mehr vernünftig verdaut werden kann.
Ursachen hierfür sind:
-ein geschwächtes Immunsystem z.B. durch Stress wie du den gerade erlebst
-eine EPI weil nicht genügend verdauungsenzyme entstehen, können Nahrungsmittel nicht richtig verdaut werden, gleichzeitig wird das Milieu im Darm umgekehrt, weil die Magensäure / Verdauungsenzyme eine Überbesiedlung mit Bakterien im Dünndarm verhindern, bzw. Bakterien abtöten
-Die Einnahme bestimmter Lebensmittel kann eine SIBO fördern
-Wenn die Leber streikt, können auch hier eine Reihe von Symptomen auftreten. Z.B. kann es zu einer Vermehrung von Ammoniak kommen, was auch mit dem Gleichgewicht im Darm zu tun hat

Besonders bewährt bei einer SIBO/Dünndarmfehlbesiedlung ist die Elementar Diät, Vivonex ist ganz schön teuer, aber du kannst dir die Bestandteile auch selber zusammenstellen. Such mal nach Dr. Sibecker Elementary Diet, dauert ca. 14 - 21 Tage. Alternativ kannst du auch versuchen Wasserfasten, aber nicht so lange.
Den Bakterien wird die Ernähungsgrundlage entzogen und sie sterben ab.
Anschließend mit Probiotika z.B. Omniflora oder frischen Obst udn Gemüse wieder aufbauen.
Ich würde dir außerdem anraten nicht so viel Kreon zu supplementieren, da es Verdauungsenzyme sind, können diese in großen Mengen deinem Magen und Verdauungssystem schaden. Man sollte z.B. nicht Kreon Tabletten zu Lange im Mund behalten oder die Kapsel öffnen, das kann verätzend wirken (hab ich in einigen englischen Foren gelesen).
Bene86
Beiträge: 376
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Re: Blähungen

Beitrag von Bene86 »

Hallo wasistes

Nein, bei mir besteht keine Diagnose. Das Letzte, was ich im Aug. letztes Jahr in der Pankreasklinik zu lesen bekam, war: "Eine Pankreaspathologie kann aufgrund der bisherigen Untersuchungen weitestgehend ausgeschlossen werden."
Dies nach meinem MRCP in der Pankreasklinik im Aug. 2017.

Zuvor hatte ich Ultraschalls, EUS, MRT, Kolo, Gastro, ja das volle Programm halt. Die Elastase war bei 2 Stuhlproben vor 1.5 Jahren mal erniedrigt (die Entnahme war an einem Samstag und darauffolgendem Sonntag), jedoch wie erwähnt dieses Jahr im Februar / März 2018 wieder ü500. Er hat aber noch meine Hormone prüfen lassen und anscheinend stimmt etwas mit meinem Testosteron nicht, obwohl ich eigentlich ein gesundes Libido geniesse, Bartwuchs habe und auch sonst genug kräftig gebaut bin. Er meinte, wir werden eine Hormontherapie in Betracht ziehen, da er gute Erfolge damit erzielt hätte. Ich werde meine Erfahrungen dann hier noch teilen, sobald ich die Therapie begonnen habe.

Bluttests waren immer o.B. bis auf erniedrigtes Vit. D.
Vit. A, E, und K wiederum schossen wiederum oben heraus. Autoimmunpankreatitiswerte liess ich auch bestimmen Igg4 oder so ähnlich, wir wissen, was ich meine.

Trotzdem fühle ich mich körperlich halt schon sehr bescheiden, elende Schlappheit. Ich muss dazu wirklich noch erwähnen, dass ich während der Trennung (nämlich in der Beziehungspause) ein sehr gutes Wohlbefinden genoss, nämlich in der Zeit, als ich 2 Monate temporär bei meinen Eltern wohnte. Da konnte ich (ebenfalls mit der Einnahme von Kreon) plötzlich praktisch alles essen, der Stuhlgang war prakt. immer fest und es ging mir allg. körperlich besser auch wenn auch in dieser Zeit Müdigkeit und Appetitlosigkeit vorhanden war. Darum denke ich auch an einen grossen Einfluss der psychischen Komponenten, wobei ich kaum die ganze Verantwortung darauf schieben kann.

Aber danke für deine Denkanstösse, die Sache mit dem Kreon wusste ich noch nicht obwohl ich extra in die wohl angesehendste Pankreasklinik in der Schweiz gereist bin.

Achja, vor ca. 4 Monaten machte ich eine Antibiotikatherapie von insg. 2 Wochen.

Ich denke, ich probiere einfach mal deine erwähnte Diät aus. Achja, Gewichtsverlust habe ich keinen.

Hast du eine gesicherte EPI und dadurch eine Fehlbesiedlung und wenn ja, wie gehst du diese an?

Grüsse
wasistes

Re: Blähungen

Beitrag von wasistes »

Hab ne gesicherte EPI und laut Biopsie eine leicht fibrotische minimal change Pankreatitis unklarer Genese. Spekuliert wurde auf eine virale Ursache. Lange Zeit hatte ich auch Angst wegen Krebs, aber nach 1,5 Jahren Darmbeschwerden und 1 Jahr Schmerzen schließe ich das eher aus, da 1. sich mein Gewicht stabilisiert hat, 2. Keine Lebermetastasen oder Ähnliches entstanden sind.
Inzwischen geh ich auch eher von einer autoimmunellen/rheumatischen Ursache aus.
Ich bin jetzt auch bei nem anderen Gastroenterologen (Bauchforum) in Behandlung, mal sehen ob die mir weiterhelfen können.
Zuletzt geändert von wasistes am 28. September 2018, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.
Bene86
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Re: Blähungen

Beitrag von Bene86 »

"laut Biopsie eine leicht fibrotische minimal change Pankreatitis"

Wie wurde die festgestellt, wenn ich fragen darf? Wie schaut es mit Schmerzen aus?
wasistes

Re: Blähungen

Beitrag von wasistes »

Also ich war in unterschiedlichen Krankenhäusern und hatte insgesammt 7 Endosonographien, unzähilige Sonographien, MRT CT usw.. In manchen wurde nichts ungewöhnliches an der Drüse festgestellt (Ultraschall), in anderen aber dezente Veränderungen im Kopfbereich, die auf eine entzündliche Genese hindeuten.
Letztendlich bin ich dann bis nach München ins LMU gefahren wo eine Biopsie gemacht wurde. Dabei wurde eine leichte Fibrose eines Ganges festgestellt und mehrere Lymphknotenschwellungen, wodurch die Diagnose Minimal Change Pankreatitis gesichert wurde. Außerdem waren in der Endosono drei Minorkriterien nach Rosemont Klassifikation zu sehen (Stranding, dezente Kontrastierung des Ductus Hepaticus)
Im MRT/MRCP sowie CT war nie was zu sehen.
Endosonographie ist auf jedenfall sehr Untersucherabhängig, die meiste Deckungsgleichheit hatte ich bei sehr erfahrenen Endosonographen, z.B. am UKE/LMU.
Habe auch eine Steatosis Hepatis unklarer Genese, wobei sich das inzwischen rückgebildet hat, meine Leberwerte waren zuletzt jedenfalls in Ordnung (GPT 200 und GOT 91 auf unter 30).
Schmerzen waren insbesondere Anafng des Jahres sehr schlimm, dann war ich fast zwei Monate schmerzfrei (im Juni) zuletzt habe ich wieder täglich leichte Schmerzen, insbesondere im Sitzen und liegen, bin mir aber nichtmal sicher ob die wirklich von der Drüse kommen, oder woanders her. Mir hat man gesagt die Bauchspeicheldrüse hätte keine Schmerzrezeptoren, Erst wenn sie richtig anschwillt (Akute Entzündung und dadurch Nerven reizt, oder Blockade der Hauptgänge und Anstieg der Amylase Lipase entstehen die Schmerzen.

Aber wahrscheinlich ist das bei jedem Patienten anders.
wasistes

Re: Blähungen

Beitrag von wasistes »

Als das bei mir losging stand ich übrigens auch unter großem psychogenen Druck. Krankheit und psychischer/emotionaler Stress sind eng verbunden. Es gibt sogar Studien dazu, dass Stress Krebs begünstigen kann.
Bene86
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Re: Blähungen

Beitrag von Bene86 »

wasistes hat geschrieben: 28. September 2018, 16:14 Also ich war in unterschiedlichen Krankenhäusern und hatte insgesammt 7 Endosonographien, unzähilige Sonographien, MRT CT usw.. In manchen wurde nichts ungewöhnliches an der Drüse festgestellt (Ultraschall), in anderen aber dezente Veränderungen im Kopfbereich, die auf eine entzündliche Genese hindeuten.
Letztendlich bin ich dann bis nach München ins LMU gefahren wo eine Biopsie gemacht wurde. Dabei wurde eine leichte Fibrose eines Ganges festgestellt und mehrere Lymphknotenschwellungen, wodurch die Diagnose Minimal Change Pankreatitis gesichert wurde. Außerdem waren in der Endosono drei Minorkriterien nach Rosemont Klassifikation zu sehen (Stranding, dezente Kontrastierung des Ductus Hepaticus)
Im MRT/MRCP sowie CT war nie was zu sehen.
Endosonographie ist auf jedenfall sehr Untersucherabhängig, die meiste Deckungsgleichheit hatte ich bei sehr erfahrenen Endosonographen, z.B. am UKE/LMU.
Habe auch eine Steatosis Hepatis unklarer Genese, wobei sich das inzwischen rückgebildet hat, meine Leberwerte waren zuletzt jedenfalls in Ordnung (GPT 200 und GOT 91 auf unter 30)
Hmm interessant, meine EUS hatte ich schon bei einem erfahrenem Schaller, eig. will der Arzt auch nix weiter untersuchen, er meinte, dass wohl nix Neues dabei rauskommt.

Schmerzen habe ich halt nicht... Ausser mal ein leichtes Drücken alle 2 Wochen zu beliebigen Tageszeiten meist so über 10-15 Minuten..

Komische Sache.
wasistes

Re: Blähungen

Beitrag von wasistes »

Die Frage ist, was die Diagnose dann auch bringt. Bei mir gabs bisher keine therapeutische Konsequenz.
Ich denke wenn man bei jedem Reizdarmpatienten eine Endosonographie machen würde, oder MRT oder EPI Messung wer weiß was da rauskommen würde und wieviele pathologische oder auffällige Veränderungen haben.
Hier sammeln sich meist eh nur die Patienten die sich dahintergeklemmt haben.
Angst kann auch vieles kaputt machen, mir wäre eine Reizdarmverlegenheitsdiagnose auch lieber.
Bene86
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Re: Blähungen

Beitrag von Bene86 »

wasistes hat geschrieben: 28. September 2018, 16:30 Die Frage ist, was die Diagnose dann auch bringt. Bei mir gabs bisher keine therapeutische Konsequenz.
Ich denke wenn man bei jedem Reizdarmpatienten eine Endosonographie machen würde, oder MRT oder EPI Messung wer weiß was da rauskommen würde und wieviele pathologische oder auffällige Veränderungen haben.
Hier sammeln sich meist eh nur die Patienten die sich dahintergeklemmt haben.
Angst kann auch vieles kaputt machen, mir wäre eine Reizdarmverlegenheitsdiagnose auch lieber.
Ja da hast du wohl auch wieder recht.

Schönes Wochenende
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