Kreon (Pankreatin) hilft mir gegen Durchfall warum ist aber unklar
Verfasst: 4. Februar 2019, 22:10
Hallo zusammen
Ich bin neu hier. Ich habe mich hier angemeldet, da mir Kreon (Pankreatin) hilft, ohne dass ich eine ärztliche Diagnose habe, die das erfordern oder erklären würde. Ich möchte meine Probleme und Erkenntnisse schildern und hoffe, dass Ihr mir Tipps geben könnt, wie ich weiter verfahren könnte.
Ich bin ein 39 Jahre alter Mann und habe letztes Jahr durch Diäten 20kg verloren. Davor habe ich in 2 Jahren 10kg verloren, was mich aber eher gefreut hat. Ich wiege bei 1,79m noch bedenklich wenige 63kg. Ich hatte anhaltende morgendliche Durchfälle. Ich brauchte keinen Wecker zum aufstehen, das hat mein Darm erledigt. Diese Beschwerden hatte ich seit mindestens 10 Jahren, sie wurden aber immer schlimmer.
Es kann sein, dass die Ursache schon immer da war. Ich hatte mit 9 (ziemlich genau vor 30Jahren) eine Blinddarmreizung, zumindest hat man mir das gesagt und das ist das an was ich mich erinnere... neben den Schmerzen. Es ist nicht operiert wurden, alles noch intakt. Ich war als Kind sehr dürre. Mein Bruder, der 1.5Jahre jünger ist als ich, hat mich etwa zur gleichen Zeit in Gewicht und Größe überholt. Erst ab etwa 25 konnte ich etwas Bauch ansetzen. Seit etwa 10 Jahren kamen Hämorrhoiden dazu. Eine OP 2014 linderte das Problem.
Im September 2017 bin ich dann zum Arzt gegangen. Dieser hat mich dann zum Gastroenterologen geschickt, der dann alle nicht invasiven Tests durchgeführt hat, darunter Lactose und Fructose Atemtests, Ultraschall von Leber und Bauchspeicheldrüse, Stuhl und Blutprobe. Dabei kam eine Laktoseintoleranz zum Vorschein, was mich sehr verwundert hat, da ich jeden Morgen eine Tasse Milchkakao ohne direkten Beschwerden getrunken hatte und weil ich die Milch vor Jahren schon einmal erfolglos ausgesetzt hatte. Also habe ich über Weihnachten sämtliche Milchprodukte weggelassen. Die Beschwerden blieben und es gab einige Zwischenfälle, die mich sehr an den Tag des Laktoseatemtests erinnerten und mir weitere Tage versauten. Und zwar war beide male Bier und Kohl (einmal Grün- einmal Rosenkohl) im Spiel. Raffinosen stellten sich als sehr problematisch heraus.
Im Januar 2018 bin ich dann zur Ernährungsberatung, weil es nicht besser wurde. Dann begann die erste Diät: Low-FODMAP. Sie hat den Stuhl etwas verbessert. Ich habe begonnen an Gewicht zu verlieren. Aber es gab dennoch immer mal wieder Rückfälle. Nach 6 Wochen habe ich begonnen schrittweise wieder normal zu Essen. Das ging am Anfang gut, später nicht mehr. Klarheit warum es nicht ging erschloss sich mir nicht. Auch meine Ernährungsberaterin konnte nicht erkennen, woran es liegt und hat mir geraten weitere Untersuchungen zu machen: Magen- und Darmspiegelung, Sorbit Atemtest, Pankreas Elastase. Dabei kam eine leichte Entzündung des Zwölffingerdarms heraus, diese hätte man aber auch mit einer Tasse starken Kaffee provozieren können. Letztlich ohne Befund. Auch eine fettreduzierte Diät aufgrund der Farbe des Stuhls hat nicht geholfen.
Ich bin dann zurück zum Arzt der mich überwiesen hatte, der selbst Internist aber auch Gastroenterologe ist. Er bietet die Gastroleistungen aber nur für Selbstzahler an. Er hat noch mal eine umfassende Stuhlprobe gemacht. Dabei kam eine Clostridium Difficile Infektion (CDI) heraus, die sich in weiteren Tests aber als nicht toxisch heraus stellte. Des weiteren waren zu viele Fäulniskeime im Stuhl, der pH Wert war zu basisch und Sekretorisches IgA im Stuhl (Schleimhautimmunität) unter 277.5µg/ml.
Als Behandlung gab es Colibiogen, OmniLactis (Probiotika), DigestioCym(Amylase, Cellulase, Protease, Lipase davon aber nur 600Einheiten) und Magnesiumperoxid. Dazu eine kohlenhydratarme, möglichst zuckerfreie, glutenfreie Diät. Also mehr Eiweiß und Fett um das Gewicht halbwegs zu halten. Gewichtsverlust war einkalkuliert. Nach einem fiebrigen Durchfall gab es dann auch noch Metronidazol, was wohl Standard gegen CDI ist.
Ich habe schnell weiteres Gewicht verloren, da ich mit der Diät nur schwer in Gang kam. Ich hatte öfter Probleme mit Unterzuckerung, wenn ich nicht genug gegessen hatte. Und ich hatte leichte Seitenstechen-artige Schmerzen. Im Sitzen und Liegen nicht, aber schon beim Stehen.
Die nächste Probe nach 3 Monaten war dann ohne CDI, auch die Schleimhautimmunität war wieder gut. Dafür war etwas Fett und Eiweiß im Stuhl, sowie die Säureflora nicht mehr existent. Der pH Wert war gestiegen und die Colis konnten sich auch vermehren. Die Diät ging weiter mit noch mehr Probiotika, u.a. Symbioflor 1. Der Stuhl wurde nach dem Aufbrauchen vom Symbioflor 1 besser. Auch weil es mir gelang den Ballaststoffanteil ohne Beschwerden in der Nahrung zu erhöhen. Obwohl der Stuhl noch etwas breiig war, ließ er regelmäßig bis zu 3 Tage auf sich warten.
Nach weiteren 3 Monaten bin ich dann mal wieder zu meiner Ernährungsberaterin, und hab sie auf den neuesten Stand gebracht. Sie empfahl mir Kreon auszuprobieren, was ich dann auch eine Woche lang genommen habe, meist 30k morgens, 50k mittags, 30k abends. Die Wirkung war recht schnell bemerkbar: die Stuhlfarbe wurde brauner und auch die Konsistenz verbesserte sich.
Die Stuhlprobe, die ich kurz vorher noch ohne Kreon abgegeben hatte, enthielt diesmal keine erhöhten Fettwerte und auch die Säureflora war besser, aber die Fäulnisflora, entsprechend auch der pH Wert, waren katastrophal. Mein Arzt nahm das Kreon dann in den neuen Ernährungsplan auf, auch damit ich nicht weiter abnehme.
Bevor ich groß mit dem Kreon durch gestartet bin, musste ich ein Wochenende für einen Lipaseserumtest alle Enzyme weglassen. Dieses Weglassen führte dazu, dass mir bereits am zweiten Tag die Energie fehlte.
Dann begann die Medikation des Kreons und es ging mir schnell besser. Ich habe kaum Beschwerden, nehme aber sehr viele Tabletten. Diese muss ich auch noch selber bezahlen, weil es nur Nahrungsergänzungsmittel sind oder im Fall von Kreon die Pankreaselastase im Stuhl bei über 500µg/g liegt und es die Krankenkasse wohl daran fest macht. Auch meine Diät halte ich noch ein, auch wenn ich diese langsam zurück fahre.
Der letzte Test war ein Glucose Atemtest, der eine Dünndarmfehlbesiedlung ausschloss. Ich gehe inzwischen davon aus, dass die zu starke Fäulnisflora nicht die Ursache für mein Problem ist, sondern auch nur ein Symptom.
Mich wurmt bei dieser ganzen Sache, dass die Ursache dafür unklar ist. Ich möchte nicht herumsitzen und warten, bis sich die Ursache von allein zeigt und mir dann die Zeit davon läuft. Und ich möchte auch nicht den Rest meines Lebens die Wahl zwischen Tabletten schlucken und Hämorrhoiden OP haben, sondern wissen warum das so ist.
Was kann ich tun um heraus zu finden, warum es mit Kreon funktioniert?
Vielen Dank im Voraus!
Ich bin neu hier. Ich habe mich hier angemeldet, da mir Kreon (Pankreatin) hilft, ohne dass ich eine ärztliche Diagnose habe, die das erfordern oder erklären würde. Ich möchte meine Probleme und Erkenntnisse schildern und hoffe, dass Ihr mir Tipps geben könnt, wie ich weiter verfahren könnte.
Ich bin ein 39 Jahre alter Mann und habe letztes Jahr durch Diäten 20kg verloren. Davor habe ich in 2 Jahren 10kg verloren, was mich aber eher gefreut hat. Ich wiege bei 1,79m noch bedenklich wenige 63kg. Ich hatte anhaltende morgendliche Durchfälle. Ich brauchte keinen Wecker zum aufstehen, das hat mein Darm erledigt. Diese Beschwerden hatte ich seit mindestens 10 Jahren, sie wurden aber immer schlimmer.
Es kann sein, dass die Ursache schon immer da war. Ich hatte mit 9 (ziemlich genau vor 30Jahren) eine Blinddarmreizung, zumindest hat man mir das gesagt und das ist das an was ich mich erinnere... neben den Schmerzen. Es ist nicht operiert wurden, alles noch intakt. Ich war als Kind sehr dürre. Mein Bruder, der 1.5Jahre jünger ist als ich, hat mich etwa zur gleichen Zeit in Gewicht und Größe überholt. Erst ab etwa 25 konnte ich etwas Bauch ansetzen. Seit etwa 10 Jahren kamen Hämorrhoiden dazu. Eine OP 2014 linderte das Problem.
Im September 2017 bin ich dann zum Arzt gegangen. Dieser hat mich dann zum Gastroenterologen geschickt, der dann alle nicht invasiven Tests durchgeführt hat, darunter Lactose und Fructose Atemtests, Ultraschall von Leber und Bauchspeicheldrüse, Stuhl und Blutprobe. Dabei kam eine Laktoseintoleranz zum Vorschein, was mich sehr verwundert hat, da ich jeden Morgen eine Tasse Milchkakao ohne direkten Beschwerden getrunken hatte und weil ich die Milch vor Jahren schon einmal erfolglos ausgesetzt hatte. Also habe ich über Weihnachten sämtliche Milchprodukte weggelassen. Die Beschwerden blieben und es gab einige Zwischenfälle, die mich sehr an den Tag des Laktoseatemtests erinnerten und mir weitere Tage versauten. Und zwar war beide male Bier und Kohl (einmal Grün- einmal Rosenkohl) im Spiel. Raffinosen stellten sich als sehr problematisch heraus.
Im Januar 2018 bin ich dann zur Ernährungsberatung, weil es nicht besser wurde. Dann begann die erste Diät: Low-FODMAP. Sie hat den Stuhl etwas verbessert. Ich habe begonnen an Gewicht zu verlieren. Aber es gab dennoch immer mal wieder Rückfälle. Nach 6 Wochen habe ich begonnen schrittweise wieder normal zu Essen. Das ging am Anfang gut, später nicht mehr. Klarheit warum es nicht ging erschloss sich mir nicht. Auch meine Ernährungsberaterin konnte nicht erkennen, woran es liegt und hat mir geraten weitere Untersuchungen zu machen: Magen- und Darmspiegelung, Sorbit Atemtest, Pankreas Elastase. Dabei kam eine leichte Entzündung des Zwölffingerdarms heraus, diese hätte man aber auch mit einer Tasse starken Kaffee provozieren können. Letztlich ohne Befund. Auch eine fettreduzierte Diät aufgrund der Farbe des Stuhls hat nicht geholfen.
Ich bin dann zurück zum Arzt der mich überwiesen hatte, der selbst Internist aber auch Gastroenterologe ist. Er bietet die Gastroleistungen aber nur für Selbstzahler an. Er hat noch mal eine umfassende Stuhlprobe gemacht. Dabei kam eine Clostridium Difficile Infektion (CDI) heraus, die sich in weiteren Tests aber als nicht toxisch heraus stellte. Des weiteren waren zu viele Fäulniskeime im Stuhl, der pH Wert war zu basisch und Sekretorisches IgA im Stuhl (Schleimhautimmunität) unter 277.5µg/ml.
Als Behandlung gab es Colibiogen, OmniLactis (Probiotika), DigestioCym(Amylase, Cellulase, Protease, Lipase davon aber nur 600Einheiten) und Magnesiumperoxid. Dazu eine kohlenhydratarme, möglichst zuckerfreie, glutenfreie Diät. Also mehr Eiweiß und Fett um das Gewicht halbwegs zu halten. Gewichtsverlust war einkalkuliert. Nach einem fiebrigen Durchfall gab es dann auch noch Metronidazol, was wohl Standard gegen CDI ist.
Ich habe schnell weiteres Gewicht verloren, da ich mit der Diät nur schwer in Gang kam. Ich hatte öfter Probleme mit Unterzuckerung, wenn ich nicht genug gegessen hatte. Und ich hatte leichte Seitenstechen-artige Schmerzen. Im Sitzen und Liegen nicht, aber schon beim Stehen.
Die nächste Probe nach 3 Monaten war dann ohne CDI, auch die Schleimhautimmunität war wieder gut. Dafür war etwas Fett und Eiweiß im Stuhl, sowie die Säureflora nicht mehr existent. Der pH Wert war gestiegen und die Colis konnten sich auch vermehren. Die Diät ging weiter mit noch mehr Probiotika, u.a. Symbioflor 1. Der Stuhl wurde nach dem Aufbrauchen vom Symbioflor 1 besser. Auch weil es mir gelang den Ballaststoffanteil ohne Beschwerden in der Nahrung zu erhöhen. Obwohl der Stuhl noch etwas breiig war, ließ er regelmäßig bis zu 3 Tage auf sich warten.
Nach weiteren 3 Monaten bin ich dann mal wieder zu meiner Ernährungsberaterin, und hab sie auf den neuesten Stand gebracht. Sie empfahl mir Kreon auszuprobieren, was ich dann auch eine Woche lang genommen habe, meist 30k morgens, 50k mittags, 30k abends. Die Wirkung war recht schnell bemerkbar: die Stuhlfarbe wurde brauner und auch die Konsistenz verbesserte sich.
Die Stuhlprobe, die ich kurz vorher noch ohne Kreon abgegeben hatte, enthielt diesmal keine erhöhten Fettwerte und auch die Säureflora war besser, aber die Fäulnisflora, entsprechend auch der pH Wert, waren katastrophal. Mein Arzt nahm das Kreon dann in den neuen Ernährungsplan auf, auch damit ich nicht weiter abnehme.
Bevor ich groß mit dem Kreon durch gestartet bin, musste ich ein Wochenende für einen Lipaseserumtest alle Enzyme weglassen. Dieses Weglassen führte dazu, dass mir bereits am zweiten Tag die Energie fehlte.
Dann begann die Medikation des Kreons und es ging mir schnell besser. Ich habe kaum Beschwerden, nehme aber sehr viele Tabletten. Diese muss ich auch noch selber bezahlen, weil es nur Nahrungsergänzungsmittel sind oder im Fall von Kreon die Pankreaselastase im Stuhl bei über 500µg/g liegt und es die Krankenkasse wohl daran fest macht. Auch meine Diät halte ich noch ein, auch wenn ich diese langsam zurück fahre.
Der letzte Test war ein Glucose Atemtest, der eine Dünndarmfehlbesiedlung ausschloss. Ich gehe inzwischen davon aus, dass die zu starke Fäulnisflora nicht die Ursache für mein Problem ist, sondern auch nur ein Symptom.
Mich wurmt bei dieser ganzen Sache, dass die Ursache dafür unklar ist. Ich möchte nicht herumsitzen und warten, bis sich die Ursache von allein zeigt und mir dann die Zeit davon läuft. Und ich möchte auch nicht den Rest meines Lebens die Wahl zwischen Tabletten schlucken und Hämorrhoiden OP haben, sondern wissen warum das so ist.
Was kann ich tun um heraus zu finden, warum es mit Kreon funktioniert?
Vielen Dank im Voraus!