wasistes hat geschrieben: ↑20. Mai 2019, 10:34
Moin Abel,
willkommen im Forum.
Wie wurde die Diagnose Chronische Pankreatitis Cambridge 1 bestätigt, per Endosonographie?
Zur Beruhigung:
Ich bin jetzt 31 Jahre alt. Mit 30 wurde bei mir die gleiche Diagnose gestellt und im Sommer letzten Jahres per Biopsie bestätigt, Ursache allerdings bis dato unbekannt.
Da ich von Seiten der Ärzte auch mehr oder weniger im Stich gelassen wurde, habe ich mich irgendwann selbst um meinen Genesungsprozess gekümmert.
Inzwischen gehts mir wieder recht gut, ich gehe drei mal die Woche zum Sport, arbeite und vereise wieder.
Wichtig ist das dir die Ärzte, bei einer bestätigten exokrinen Pankreasinsuffizienz Kreon oder Pangrol verschreiben. Die solltest du dann zur Mahlzeit nehmen.
Mängel an fettlöslichen Vitaminen und Spurenelementen solltest du ausgleichen.
Entgegen der Meinung der Ärzte hierzulande kann man doch einiges unternehmen um den Prozess der chronischen Pankreatitis zu verlangsamen.
Die richtige Herangehensweise meiner Meinung nach ist jetzt: 1. Ernährung anpassen, 2. Supplements und 3. Stärkung der Psyche.
1. Bei einem symptomatischen Pankreas Divisum wird das sicher noch etwas anderes sein. In erster Linie würde ich versuchen dein ganzes Verdauungssystem zu schonen,
führe am besten mal ein Ernährungstagebuch um zu schauen was du noch verträgst oder nicht.
Ich musste feststellen, dass ich inzwischen sämtliche Milchprodukte vom Speiseplan streichen sollte um nicht massive Probleme zu bekommen.
Ich esse inzwischen ganz anders als früher, sprich eher leichte Kost, dein Stuhl ist ein ganz gutes Messinstrument um zuschauen was du verträgst oder nicht.
Bekömmlich für mich sind insbesondere Fisch, Reis, Gemüsessuppen usw.
2. Es gibt eine Reihe von Supplements (Nahrungsergänzungsmittel) die nach klinischen Studien einen positiven Effekt auf eine chronische Pankreatitis haben sollen.
Einige verhindern die Umwandlung der Sternzellen in Bindegewebe (Fibrose), andere verbessern die Fettverdauung deutlich, andere verhindern die Entstehung von Diabetes, andere wiederrum helfen die ohnehin geschädigte Darmflore und das Darmlumen zu regenerieren. Besonders wirkungsvoll bei entzündungsfortschreitenden Krankheiten wie der chr. Pankreatitis sind insbesondere Antioxidante.
Am Besten schaust du mal in meinen Riesenthread : Was tun bei fibrotisierender chr. Pankreatitis. Hier habe ich Studien und Supplements gesammelt die einen Effekt auf die Drüse haben sollen.
Aktuell nehme ich jeden morgen u.a. ein: Vitamin E, Vitamin C, Sylmarin (Mariendistelöl), Selen, Zink, Omega 3, Resveratrol, OPC, Tudca, ein gutes Probiotika, Apigenin. Ausprobieren kann man mindestens auch Lecithin, welches das Darmlumen regeneriert und bei Entzündungen des Darmes eingesetzt wird (Colitis, Crohn usw.).
3. Die Stärkung der Psyche ist eminent wichtig. Meine Erfahrung war die, dass ich zunächst garnicht ernst genommen wurde, weder von Ärzten noch Familienangehörigen.
Bei einer Erkrankung wie dieser ist das aber besonders wichtig, da die Symptome dementsprechend stark ausfallen (Schmerzen, Gewichtsverlust, Energieverlust usw.)
Das wichtigste für mich war aber die Angst nach hinten zu stellen, da diese fast ein ganzes Jahr mich einnahm, da zunächst unklar war was hinter den Symptomen stecken könnte, die anschließende Befundung hat mich auch mehr verunsichert als beruhigt, sprich es gab nie ein wirklich klärendes Gespräch.
Die Angst wird man am Besten los, wenn man versucht sich wieder Schritt für Schritt vom Körper zu lösen und auf das wesentliche im Leben zu konzentrieren. Je stärker das Körperbewusstsein und der Fokus auf die Krankheit, desto mehr nehmen die Symptome dein Tagesrhytmus ein. Ich habe mich also gezwungen nicht mehr ständig in die Schüssel zu schauen nach dem Toilettengang, wenn ich Schmerzen entwickelt habe, habe ich versucht aktiv was dagegen zu unternehmen. Mir helfen bestimmte Schonhaltungen, Aufstehen und viel Bewegung, Sport bringen einen auch auf andere Gedanken. Ich meide bestimmte Websiten (auch dieses Forum) um mich nicht von den tragischen Einzelschicksalen anderer Betroffener zu stark herunterziehen zu lassen).
Der Schlüssel zur Selbstheilung liegt auch in einem selbst und dem Umgang mit der eigenen Erkrankung.
Ich jedenfalls wünsche dir viel Kraft auf deinem weiteren Weg und lass den Kopf nicht hängen!
Alles Gute