Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
-
timo
- Beiträge: 2
- Registriert: 4. Januar 2020, 18:33
Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Hallo Zusammen,
ich heiße Timo, bin 35 und habe Ende November die Diagnose Zwölffingerdarmkarzinom bekommen. Mein Leben steht seither Kopf, alles ging Schlag auf Schlag sodass ich am 19.12. in Tübingen operiert wurde. Der Bauchspeicheldrüsenkopf wurde entfernt, zusammen mit Zwölffingerdarm, Gallenblase, Pförtner und 2/3 meines Magens. Die OP verlief soweit komplikationslos und ich war nach zwei Tagen auch wieder relativ normal zu Fuß unterwegs und wurde am 30.12. entlassen. Allerdings plagen mich seither Blähungen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Mein Gewicht ist von 78,5 kg auf 71 kg gesunken und ich mache mir Sorgen, dass das so weiter geht.
Ich verstehe, dass der Heilungsprozess bei jedem Menschen unterschiedlich ist, aber ein "hey, alles normal soweit, mach dir keine Sorgen" würde mir sehr helfen. Für Ernährungstipps bin ich selbstverständlich auch offen, aber dazu habe ich schon viel dazu hier im Forum gelesen und hatte in Tübingen eine Ernährungsberatung, vor allem bezüglich Kreon. Ich fühle mich mit meiner weiteren Genesung jedenfalls ein wenig allein gelassen.
Viele Grüße und vielen Dank
Timo
ich heiße Timo, bin 35 und habe Ende November die Diagnose Zwölffingerdarmkarzinom bekommen. Mein Leben steht seither Kopf, alles ging Schlag auf Schlag sodass ich am 19.12. in Tübingen operiert wurde. Der Bauchspeicheldrüsenkopf wurde entfernt, zusammen mit Zwölffingerdarm, Gallenblase, Pförtner und 2/3 meines Magens. Die OP verlief soweit komplikationslos und ich war nach zwei Tagen auch wieder relativ normal zu Fuß unterwegs und wurde am 30.12. entlassen. Allerdings plagen mich seither Blähungen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Mein Gewicht ist von 78,5 kg auf 71 kg gesunken und ich mache mir Sorgen, dass das so weiter geht.
Ich verstehe, dass der Heilungsprozess bei jedem Menschen unterschiedlich ist, aber ein "hey, alles normal soweit, mach dir keine Sorgen" würde mir sehr helfen. Für Ernährungstipps bin ich selbstverständlich auch offen, aber dazu habe ich schon viel dazu hier im Forum gelesen und hatte in Tübingen eine Ernährungsberatung, vor allem bezüglich Kreon. Ich fühle mich mit meiner weiteren Genesung jedenfalls ein wenig allein gelassen.
Viele Grüße und vielen Dank
Timo
-
wasistes
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Hallo Timo,
willkommen im Forum. Ich denke nach so einem schwierigen Eingriff wird es erst eine Weile brauchen bis dein Körper wieder auf Vordermann gebracht ist.
Das Kreon solltest du genau dosieren, es gibt hierzu Anleitungen im Internet.
Hier z.B.
https://www.mycare4you.de/magen-darm-mu ... dosierung/
Ich hoffe das hier noch Jemand reinschaut, der auch eine Whipple hinter sich hat und dir zur Ernährung mehr Tipps geben kann.
Wenn ich fragen darf, was waren den deine vorherigen Beschwerden und wie wurde der Krebs (handelt es sich um einen Dünndarm- oder um einen Tumor der Papilla Vateri?
Ich frage, weil ja doch eine ganze Menge entfernt wurde bei dir.
Ich wünsche dir von Herzen einen raschen Genesungsprozess und drücke dir die Daumen für die Zukunft
willkommen im Forum. Ich denke nach so einem schwierigen Eingriff wird es erst eine Weile brauchen bis dein Körper wieder auf Vordermann gebracht ist.
Das Kreon solltest du genau dosieren, es gibt hierzu Anleitungen im Internet.
Hier z.B.
https://www.mycare4you.de/magen-darm-mu ... dosierung/
Ich hoffe das hier noch Jemand reinschaut, der auch eine Whipple hinter sich hat und dir zur Ernährung mehr Tipps geben kann.
Wenn ich fragen darf, was waren den deine vorherigen Beschwerden und wie wurde der Krebs (handelt es sich um einen Dünndarm- oder um einen Tumor der Papilla Vateri?
Ich frage, weil ja doch eine ganze Menge entfernt wurde bei dir.
Ich wünsche dir von Herzen einen raschen Genesungsprozess und drücke dir die Daumen für die Zukunft
-
Tomas von Hindenburg
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Hallo Timo,
auch von mir ein herzliches Willkommen.
Als ich im Pankreaszentrum Bochum lag, habe ich mitbekommen wie Prof. Uhl einem Patienten dem die Whipple OP noch bevorstand, sagte, dass es im Schnitt 9 Monate dauert bis man wieder Fit ist.
Gib Deinem Körper bitte Zeit, Zeit zu genesen.
Ich hoffe ich konnte Dich zumindest etwas beruhigen.
Viele Grüße
Tomas von Hindenburg
auch von mir ein herzliches Willkommen.
Als ich im Pankreaszentrum Bochum lag, habe ich mitbekommen wie Prof. Uhl einem Patienten dem die Whipple OP noch bevorstand, sagte, dass es im Schnitt 9 Monate dauert bis man wieder Fit ist.
Gib Deinem Körper bitte Zeit, Zeit zu genesen.
Ich hoffe ich konnte Dich zumindest etwas beruhigen.
Viele Grüße
Tomas von Hindenburg
-
absshiva
- Beiträge: 159
- Registriert: 17. Mai 2013, 09:47
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Hi, ich hatte eine Whipple OP in Bochum In 2013, mein Magen ist mir erhalten geblieben, übel war mir ein paar Wochen, Arbeiten wieder nach 3 Monaten, richtig fit nach 1,5 Jahren, aber das wohl sehr individuell, Blähungen und Durchfall mmer wieder mal, abgenommen 16 Kilo aber 10 wieder drauf.
-
absshiva
- Beiträge: 159
- Registriert: 17. Mai 2013, 09:47
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Hi, ich hatte eine Whipple OP in Bochum In 2013, mein Magen ist mir erhalten geblieben, übel war mir ein paar Wochen, Arbeiten wieder nach 3 Monaten, richtig fit nach 1,5 Jahren, aber das wohl sehr individuell, Blähungen und Durchfall mmer wieder mal, abgenommen 16 Kilo aber 10 wieder drauf.
-
timo
- Beiträge: 2
- Registriert: 4. Januar 2020, 18:33
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Danke für eure Antworten!
@wasistes: Diagnostiziert wurde ein Duodenalkarzinom über eine Magenspiegelung mit Biopsie. Die Pathologie nach der OP sagt "Papillenkarzinom/Adenokarzinom". Beschwerden davor waren im Wesentlichen Magenschmerzen, weshalb mein Hausarzt zunächst von einer Magenschleimhautentzündung ausgegangen ist. Nachdem das nach zwei Runden Pantoprazol nicht besser wurde, hat er mich zur Magenspiegelung geschickt. Die niedergelassene Ärztin, die die gemacht hat, konnte allerdings mit ihren Instrumenten wohl nicht eindeutig sehen was Sache war, hatte aber ein wenig Blut gesehen und mich deshalb sofort in die Klinik geschickt, wo dann die weitere Diagnose stattgefunden hat. Im Nachhinein gesehen lief das alles diagnostisch wie am Schnürchen und super schnell.
@wasistes: Diagnostiziert wurde ein Duodenalkarzinom über eine Magenspiegelung mit Biopsie. Die Pathologie nach der OP sagt "Papillenkarzinom/Adenokarzinom". Beschwerden davor waren im Wesentlichen Magenschmerzen, weshalb mein Hausarzt zunächst von einer Magenschleimhautentzündung ausgegangen ist. Nachdem das nach zwei Runden Pantoprazol nicht besser wurde, hat er mich zur Magenspiegelung geschickt. Die niedergelassene Ärztin, die die gemacht hat, konnte allerdings mit ihren Instrumenten wohl nicht eindeutig sehen was Sache war, hatte aber ein wenig Blut gesehen und mich deshalb sofort in die Klinik geschickt, wo dann die weitere Diagnose stattgefunden hat. Im Nachhinein gesehen lief das alles diagnostisch wie am Schnürchen und super schnell.
-
Kerstin2015
- Beiträge: 333
- Registriert: 23. August 2019, 08:43
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Hi.. Bei mir war die Whipple 2015. Starke Rückenschmerzen und Blähungen 3-4 Monate nach OP.Abgenommen 14 Kilo. ...wieder zugelegt 7 kg..mein Geheim Tipp
:viele kleine"leichte" Mahlzeiten über den Tag verteilt, genügend Kreon,Spazieren gehn.Reha danach fand ich Klasse, (gute Therapeuten, Ernährungsberater und Ärzte vor Ort) Auf meiner letzten Reha hab ich einen getroffen mit gleichem Alter ,Diagnose und Op wie bei Dir...man kann sich gut austauschen und fühlt sich verstanden...lg Kerstin
-
Kerstin2015
- Beiträge: 333
- Registriert: 23. August 2019, 08:43
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Ach ja...vergessen....hey,alles normal soweit !
Ist schon Hardcore die Zeit zwischen "ich seh da was ",OP und Genesung..
-
Sterntaler
- Beiträge: 141
- Registriert: 23. August 2017, 09:39
Re: Erholung nach Whipple-OP, was ist normal?
Ich grüße dich, Timo,
du möchtest ermutigt werden und deshalb war ich im Zwiespalt, ob ich dir trotzdem von mir berichten soll. Wie schon erwähnt, sind die Berichte alle unterschiedlich und individuell.
Mein Whipple-Op war in 2000, also vor fast 20 Jahren. Op dauerte über 8 Stunden, Krankenhausaufenthalt 3 Wochen. Vor Op war mein Gewicht ungefähr 62 kg/170 cm, nach der OP bis heute 46 Kg (Dauerzustand seit etwa 8-10 Jahre). Die ersten 2 Jahre nach der Op war ich des öftern im Krankenhaus wegen Pseudozisten und Geschwüre an der Magen/Darm-Naht (mir fehlt auch der Magenpförtner, aber auch die Gallenblase usw).
Danach kam ich zu Kräften und fühlte mich besser. Bekam aber einen Schwerbehinderten-Ausweis, weil ich arbeitsunfähig war.
Ich musste aber nie mehr wegen meiner Whipple oder deren Folgeerscheinungen ins Krankenhaus, obwohl ich mich wegen meinem grenzwertigen Untergewicht mal gerne durch einen Port unterstützen hätte lassen. Aber der Internist meinte, dass ich noch zu viel Fleisch auf den Rippen hätte und er mich erst ab 40 Kg übernehmen würde. Unverständlich für mich. Aber irgendwie komme ich auch so klar, wenn auch etwas mühseliger und arbeitsaufweniger. Ich führe ein Ernährungstagebuch seit 20 Jahren, auch schon wegen der vielen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Auf diese Weise kann ich bei 6-8 Mahlzeiten täglich ungefähr sehen, was ich vertragen kann/konnte.
Ich bin glücklich, dass ich seit Jahren so mein Fliegengewicht halten kann und danke Gott immer wieder, wenn die Waage nicht unter 46 kg fällt.
Mein Leben ist nicht einfach und kompliziert, aber man kann es schaffen, Timo. Mein Leben findet halt hauptsächlich in der Küche statt, aber ich habe trotz der permanenten Bauchkrämpfe, quälenden Blähungen, Dumpings noch ein lebenswertes Leben mit Freude und angenehmen Stunden. Ich habe inzwischen gelernt, dass es mir gut tut, anstatt zu jammern, mal ein Liedchen zu trällern oder ein kurzes Gebet zu meinem Schöpfer zu schicken. Das gibt mir Kraft und macht mir Mut. Das letztere ist nicht Jedermanns Sache, wollte es aber doch kurz erwähnen.
Ich hoffe, ich habe dich nicht entmutigt und wünsche dir die nötige Kraft und Durchhaltevermögen, die Sache positiv durchzuziehen! Nach den schlechten Tagen kommen auch wieder die guten. Glaube ganz fest daran!!!
Toi-Toi-Toi,
Sterntaler
du möchtest ermutigt werden und deshalb war ich im Zwiespalt, ob ich dir trotzdem von mir berichten soll. Wie schon erwähnt, sind die Berichte alle unterschiedlich und individuell.
Mein Whipple-Op war in 2000, also vor fast 20 Jahren. Op dauerte über 8 Stunden, Krankenhausaufenthalt 3 Wochen. Vor Op war mein Gewicht ungefähr 62 kg/170 cm, nach der OP bis heute 46 Kg (Dauerzustand seit etwa 8-10 Jahre). Die ersten 2 Jahre nach der Op war ich des öftern im Krankenhaus wegen Pseudozisten und Geschwüre an der Magen/Darm-Naht (mir fehlt auch der Magenpförtner, aber auch die Gallenblase usw).
Danach kam ich zu Kräften und fühlte mich besser. Bekam aber einen Schwerbehinderten-Ausweis, weil ich arbeitsunfähig war.
Ich musste aber nie mehr wegen meiner Whipple oder deren Folgeerscheinungen ins Krankenhaus, obwohl ich mich wegen meinem grenzwertigen Untergewicht mal gerne durch einen Port unterstützen hätte lassen. Aber der Internist meinte, dass ich noch zu viel Fleisch auf den Rippen hätte und er mich erst ab 40 Kg übernehmen würde. Unverständlich für mich. Aber irgendwie komme ich auch so klar, wenn auch etwas mühseliger und arbeitsaufweniger. Ich führe ein Ernährungstagebuch seit 20 Jahren, auch schon wegen der vielen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Auf diese Weise kann ich bei 6-8 Mahlzeiten täglich ungefähr sehen, was ich vertragen kann/konnte.
Ich bin glücklich, dass ich seit Jahren so mein Fliegengewicht halten kann und danke Gott immer wieder, wenn die Waage nicht unter 46 kg fällt.
Mein Leben ist nicht einfach und kompliziert, aber man kann es schaffen, Timo. Mein Leben findet halt hauptsächlich in der Küche statt, aber ich habe trotz der permanenten Bauchkrämpfe, quälenden Blähungen, Dumpings noch ein lebenswertes Leben mit Freude und angenehmen Stunden. Ich habe inzwischen gelernt, dass es mir gut tut, anstatt zu jammern, mal ein Liedchen zu trällern oder ein kurzes Gebet zu meinem Schöpfer zu schicken. Das gibt mir Kraft und macht mir Mut. Das letztere ist nicht Jedermanns Sache, wollte es aber doch kurz erwähnen.
Ich hoffe, ich habe dich nicht entmutigt und wünsche dir die nötige Kraft und Durchhaltevermögen, die Sache positiv durchzuziehen! Nach den schlechten Tagen kommen auch wieder die guten. Glaube ganz fest daran!!!
Toi-Toi-Toi,
Sterntaler