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Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 7. November 2020, 07:59
von Mecke1959
Guten Morgen all.

Hab mal eine Frage
Ich bin seit März krank geschrieben.
Hatte eine Bauchspeicheldrüßenkolig , jetzt chronische Bauchspeicheldrüßenentzündung und einen Herzinfarkt gleichzeitig.
Wobei wahrscheinlich die Kolig den Infarkt ausgelöst hat.
Herz ist nach Reha,Stands usw. wieder soweit ok aber meine Bauchspeicheldrüße nicht.
Hab fast jeden Tag Schmerzen und nehme mitunter sehr starke Schmerzmittel.
Der Medizinische dienst der Krankenkasse will mich in 14 Tagen wieder gesund Schreiben.
Muss noch sagen ich bin Busfahrer und die starken Tabletten piemen mich weg.
Und die schmerzen sind nicht immer nur von 18-6 Uhr
Hat jemand einen Tipp oder Erfahrungen was ich dagegen Unternehmen kann.
Danke
LG Michael

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 7. November 2020, 10:13
von Andi
:hallo: Michael,
ist ne ganz blöde Situation, wer hat dich zum medizinischen Dienst geschickt?
Hast du Befunde / Unterlagen?, hat man diese Entscheidung nach Aktenlage geurteilt oder erfolgte eine persönliche Begutachtung?
Als Busfahrer kannst du so ganz bestimmt nicht arbeiten, im Vordergrund steht jetzt erst mal anderes, außerdem hast du ein Recht 78 Wochen auf Krankschreibung, was sagt der Behandelnde Arzt dazu ?

Lg Andi

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 7. November 2020, 10:53
von Mecke1959
Danke

Die AOK schickt mich zum medizinischen Dienst und will ab 3.12. die Zahlung des krankengeldes einstellen.
Muss noch dazu sagen das ich nicht mehr der jüngste bin 62.

Grüße Michael

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 7. November 2020, 16:33
von DOKASCH
Hallo Michael, bei mir war es vor 3 Jahren, damals 62 J. War lange Krank geschrieben wegen Rücken, dann Reha und dann wäre Wiedereingliederung gewesen . Ein Tag davor bekam ich eine schwere Pankreatitis das war am 6. März und ich brauchte lange um mich zu erholen hatte damals auch die Enddiagnose schnell fortschreitende chronische Bauchspeicheldrüßenentzündung an arbeiten war da nicht zu denken ich war Krankenschwester im ambulanten Bereich. Im Juni glaube ich war es als die Krankenkasse mir schriftlich mitteilte daß ich ab Juli wieder arbeiten müßte. Ich habe dann schriftlich Wiederspruch eingereicht und bekam dann einen Termin beim Med. Dienst. Ich habe alle Befunde die ich hatte vom Krankenhaus ,Reha und so mitgenommen. Krankenkasse hatte behauptet die hätten alle Unterlagen was dann nicht stimmte. Die Ärztin dort meinte dann daß ich so wirklich nicht arbeiten könnte, sie riet mir dann noch zu einer psychologischen Therapie dazu die habe ich aber nicht gemacht da ich keine Kraft dazu hatte meine Angehörigen kümmerten sich zwar um mich heute denke ich ich hätte es tun sollen aber es geht mir jetzt gut. Nach diesen 78 Wochen wurde ich ausgesteuert von der Krankenkasse man muß nur schauen daß man bei der KK alle termine pünktlich war nimmt habe meine Krankmeldungen immer persönlich dort abgegeben. Am Schluß hat ja meine Versicherung geendet und ich konnte dann über meinen Mann weiter versichert werden. Dann habe ich Alg 2 beantragt du mußt aber angeben daß du du weiter arbeiten willst sonst bekommst du Harz 4. Ich hatte dann am Anfang ein Gespräch mit einem Sachbearbeiter und der hat mich wirklich aufgebaut vor allem da er hörte daß ich ab dezember meine Rente bekam mit 63 u 7 mon. Ich hätte Alg 2 glaube 2 Jahre lang bekommen können. Vielleicht kannst du durch deinen Herzinfarkt 50 % Behinderung bekommen dann geht das mit der rente und volllen Bezügen besser. Ich habe es nicht bekommen aber bin auch so gut durch gekommen. Ich wünsche dir alles Gute.
Dorothea

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 7. November 2020, 17:24
von Andi
Hallo, Dorothea, du meinst bestimmt man muß auf dem Jobcenter angeben, das man arbeiten will, sonst bekommt man keine ALG 2 Leistung.
Wenn man dort dann keinen Kankenschein vorlegen kann, wird man gnadenlos vermittelt und dann gehen die Probleme weiter. Das Schlimme ist von was soll man leben, man kann ganz schnell in Armut landen.
Mir liegt auch eine Info vor, das man mit Abzug eher in Rente gehen muss, damit die Geld sparen.
Für Langzeit kranke Menschen ist auf dem Jobcenter nichts vorgesehen, hat man wohl vergessen bei der Einführung dieses sozialen System, was beschämend ist. Man könnte diesen Fehler korrigieren, macht man aber nicht. Wird eine EU-Rente verweigert fällt man unweigerlich ins Harz4, als wenn wir Betroffenen nicht schon genug benachteiligt sind......

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 7. November 2020, 23:59
von Mecke1959
Vielen Dank für eure Antworten
Hat mir schon etwas weiter geholfen.
Einen schönen Sonntag
Grüße Michael

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 8. November 2020, 11:48
von DOKASCH
Hallo Andy ,du kannst dort dann keinen Krankenschein mehr vorweißen denn mann ist ja ausgesteuert. Bei mir war es so daß ich das Jahr davor bei der Rentenberatung war und sie mir da sagten daß ich meine 45 Jahre haben werde mit 63 1/2 Jahre. Das wären noch 2 jahre gewesen und ich dachte die könnte ich trotz meinen Rückenproblemen gut schaffen, ja der Mensch denkt und Gott lenkt zwei Monate nach dem Besuch dort wurde mein Rücken so schlimm daß ich nicht mehr arbeiten konnte. Ein viertel Jahr später dann die Pankreatitis. Ja ich hatte Glück daß ich kurz vor dem krank werden einen neuen Vertrag von meinem Arbeitgeber bekam da ich viele Überstunden hatte und so wurde ich für 60 % eingestellt mußte aber nur für 40 % arbeiten und hatte so ein höheres gehalt von dem dann das zuerst Krankengeld und danach Arbeitslosengeld gezahlt wurde. Ich hatte somit von meinem Ausgangsgehalt aus keinen Verlust ,bekam so fast das gleiche wie sonst immer bekam als ich meine 40% gearbeitet hatte. Mit der Aussteuerung war dann die gefahr daß ich nicht mehr krankenversichert bin und ich konnte das so regeln daß ich kurz über meinen Mann mitversichert war. Gut das waren manchmal schon schreck Momente da man schnell reagieren mußte. Ich habe zwischendurch schon mitbekommen daß andere die jünger waren da viel schlechter dastehen und Probleme bekommen können vor allem auch alleinstehende die pünktlich Miete usw. zahlen müßen, ich habe mich oft priviligiert gefühlt daß bei mir das meißte gut lief.
Als ich beim Arbeitsamt meine Papiere abgab die ich dort bei einem Termin vorher bekam und zuhause ausfüllen mußte war da eine Frage ob ich arbeiten möchte oder so ähnlich wollte ich natürlich nicht weil ich es ja nicht konnte und habe sie mit nein angegeben. Die Dame an der rezeption las sie kurz durch und meinte dann wenn ich nicht arbeiten möchte müßte ich Harz 4 beantragen also habe ich es bejaht wegen weiterer Arbeit. Meine Angst war natürlich auch dieses bewerben usw. . Gut ich bekam dann kurz darauf einen termin bei meinem sachbearbeiter und der meinte so schnell müßte ich mich nicht bewerben meine Papiere würden zuerst an die mediz. Stelle gehen und das könnte dauern. Als er dann mitbekam ( es war Ende April ) daß ich im Dez. in meine offizielle Rente gehe freute er sich und meinte ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Ich muß gestehen das waren meine schönsten Monate zum entspannen, nicht jede 14 Tg. zum Arzt wegen erneuter Krankmeldung, das geld kam pünktlich und ich habe gemerkt wie mir das eine Ruhe und Freiheit brachte wo es mir dann auch gesundheitlich immer besser ging. Klar fühle ich mich genüber anderen priviligiert aber auch ich hatte dunkle Momente wo ich nicht wußte wie es weiter geht. Mein Mann war schon in Rente und wir sind durch Schulden von unserem Haus auch nicht finanziell gut gestellt und ich war auf jeden Cent meines Gehalt angewießen. Ich hätte Alg2 bis zu meiner Rente mit 65 1/2 bekommen können hätte zeitlich glaube ausgereicht aber ich hätte nur mehr ca. 50 Euro mehr bekommen und darauf habe ich verzichtet.
Dorothea

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 8. November 2020, 18:34
von Andi
:hallo: Dorothea,
vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
Es ist schön, das sich bei dir alles zum guten gewandelt hat.
Man muss wissen, nach Harz 4 kommt nichts mehr weiter unten. Ich finde es beschämend, das man als kranker Mensch überhaupt so tief runterrutschten kann.
Dieser ganze Stress trägt nicht zur Besserung der Erkrankung bei, weil man gar nicht zur Ruhe kommt, es legt sich auf die Psyche usw.
Existenzängste kommen hinzu und machen das Leben nicht leichter, da kann man nur noch beten, das sich alles zum guten wendet.
Lg Andi

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 8. November 2020, 20:52
von DOKASCH
Andy , ja das stimmt und ich bin dankbar daß es bei mir vom Alter her alles so gut gepaßt hat. Ich habe einen jüngeren bekannten der im Baugewerbe arbeitet ,alleinstehend und finanziell durch eine scheidung gebeutelt ist und nun durch kaputten Rücken kaum mehr arbeiten kann ,wenn man da zusehen muß wie schnell man da in Harz 4 rutscht und was das mit einem macht tut das schon weh. Ich möchte diese Situation auch nicht jung erleben.
Dorothea

Re: Arbeitsunfähigkeit

Verfasst: 8. November 2020, 21:40
von Andi
Ja, Dorothea du hast recht, es ist schlimm, hier ist dringend Handlungsbedarf nötig, von der Seite des Gesetzgebers. Ich frage mich nur warum man hier nichts tut.....