Ursachenforschung EPI
Verfasst: 27. Januar 2021, 10:28
Hallo liebe Leser/innen,
ich wende mich mit einer Anfrage an euch, weil ich - dem Anschein nach seit Jahren schon - Probleme mit meiner Bauchspeicheldrüse habe. Dazu folgende Details:
Ich bin 48 Jahre alt, männlich und hatte lange Jahre ein Körpergewicht zwischen 90 kg und 95 kg bei einer Größe von 178 cm. Durch Sport (insbesondere Radfahren) und gesunde Ernährung (häufig selbst gekochtes Essen mit viel Gemüse usw.) habe ich lange Zeit versucht, mein Gewicht etwas zu reduzieren bzw. erhöhte Werte bei Cholesterin sowie Triglyceriden in den „Normalbereich“ zu bringen. Irgendwann, ich schätze vor 5 oder 6 Jahren, ging mein Gewicht langsam zurück, was ich auf den Sport bzw. die Essgewohnheiten zurückführte. Hinzu kam jedoch (zunächst nur bei wenigen Lebensmitteln, später wurden es mehr) ca. 1 bis 2 Stunden nach dem Essen ein "Ekelgefühl", das durchaus 3 bis 4 Stunden anhalten konnte. (Es fühlte sich an, als hätte meine Verdauung die Arbeit vorübergehend eingestellt!) Nachfolgend Durchfälle. Die ersten problematischen Lebensmittel waren Camembert, Quark, Käsekuchen - also verzichtete ich auf diese. Gut. Jedoch nach dem Genuss der angegebenen Lebensmittel in Kombination mit solchen, die viel Fett enthielten, hatte ich zusätzlich Probleme durch Gallenstauungen, die durchaus 2 bis 3 Tage anhalten konnten.
Nach und nach vergrößerte sich der Reigen der problematischen Lebensmittel auf Milchprodukte (ich vermutete eine Laktoseunverträglichkeit, reduzierte die Menge und bevorzugte laktosefreie Produkte, was zu einer deutlichen Besserung führte). Dann kamen Weizenmehl, Roggenmehl, später Hühnereier, Fisch, Sojaprodukte, Körner- bzw. Vollkornprodukte, danach Rind- und Schweinefleisch usw.
Währenddessen ging mein Gewicht immer weiter zurück. Magen- und Darmspiegelungen blieben bis auf den Nachweis (und die nachfolgende Eradikation von Helicobacter) ohne weiteren Befund. Der Zustand nach der Eradikation (Bestätigung durch weitere Magenspiegelung) blieb jedoch unverändert. Da bei einem Ultraschall diverse Gallensteine festgestellt wurden, waren diese zunächst eine Erklärung(?) für die beschriebenen Symptome. Durch die Behandlung mit Ursofalk sollten die Gallensteine aufgelöst werden (Behandlungsbeginn Januar 2020), was jedoch nicht gelang.
Schließlich war ich im September 2020 bei knapp 70 kg (bei einem Gewichtsverlust von 1 kg pro Woche) und den noch halbwegs verträglichen Nahrungsmitteln wie Haferflocken, Apfelkompott, gedünstetem Gemüse, Kartoffelpüree, Hafermilch, Reis, Polenta und glutenfreien Nudeln angekommen. Ich war ständig müde und kaputt, mir war fast immer kalt, ich hatte Heißhunger(!), der ab ca. einer Stunde nach dem Essen abgelöst wurde durch: Übelkeit, Ekelgefühl, stets Rumoren und Darmbewegungen im Bauch, weichem Stuhl mit teils unverdautem Essen sowie einem heftigen "Punktschmerz" im mittleren Oberbauch, gefühlt nur knapp unter der Hautoberfläche. Dieser war manchmal so stark, dass ich anliegende Kleidung dort kaum ertragen konnte. Nach einem verzweifelten telefonischen "Hilferuf" schlug meine Ärztin vor, die Pankreas-Elastase in einer Stuhlprobe bestimmen zu lassen. Eine erste Messung vom 22.10.2020 ergab einen Wert von unter 20.
Ich bekam daraufhin Panzytrat bzw. Kreon (Einstiegsdosis: 25.000 Lipase-Einheiten ). Die Dosis habe ich nach und nach auf 80 000 pro Hauptmahlzeit und 50 000 pro Zwischenmahlzeit gesteigert. Mit jeder Dosissteigerung gingen die beschriebenen Symptome, die ich "seit Jahren" kenne, mehr und mehr zurück; Darmbewegungen und Punktschmerz waren nach einem Monat fast verschwunden (eigentlich so, wie es früher einmal war). In einer zweiten Messung vom 23.11.2020 war die Pankreas-Elastase wiederum unter 20. Mein Gewicht habe ich jedoch leicht steigern können.
MRT mit MRCP blieben ohne richtungsweisenden Befund; ein kurzer Krankenhausaufenthalt (Röntgen, Ultraschall, Tumormarker im Blut, ...) nach einer Gallenstauung ebenso.
Am 18.01.2021 wurde dann die Gallenblase entfernt; eine Endosonographie des Pankreas am 21.01.2021 war unauffällig. Eine erneute Messung der Pankreas-Elastase lieferte wieder einen Wert unter 20.
Aktueller Stand:
Mit Panzytrat bzw. Kreon kann ich viele Lebensmittel problemlos verzehren. Spätestens 3 Stunden nach der Nahrungsaufnahme stellt sich häufig das Phänomen „kalte Füß, Hände und Nasenspitze“ ein, das ca. eine Stunde nach der folgenden Nahrungsaufnahme endet. Ein oraler Glucose-Toleranztest lieferte folgende Werte: nüchtern 90, nach 2 Stunden 68. Im Krankenhaus (nach der Gallen-OP) dann wiederum ein Blutzucker von 154 ca. 3 Stunden nach dem Frühstück.
Meine Fragen:
Soll ich weiterhin Ursachenforschung betreiben oder die exokrine Pankreasinsuffizient so akzeptieren und mit Kreon abspeisen? Riskiere ich evtl. ohne Ursachenforschung auch noch den Verlust der endokrinen Funktion der Bauchspeicheldrüse? Wer hat Erfahrungen/Tipps zu diesem Problemkreis?
LG
ich wende mich mit einer Anfrage an euch, weil ich - dem Anschein nach seit Jahren schon - Probleme mit meiner Bauchspeicheldrüse habe. Dazu folgende Details:
Ich bin 48 Jahre alt, männlich und hatte lange Jahre ein Körpergewicht zwischen 90 kg und 95 kg bei einer Größe von 178 cm. Durch Sport (insbesondere Radfahren) und gesunde Ernährung (häufig selbst gekochtes Essen mit viel Gemüse usw.) habe ich lange Zeit versucht, mein Gewicht etwas zu reduzieren bzw. erhöhte Werte bei Cholesterin sowie Triglyceriden in den „Normalbereich“ zu bringen. Irgendwann, ich schätze vor 5 oder 6 Jahren, ging mein Gewicht langsam zurück, was ich auf den Sport bzw. die Essgewohnheiten zurückführte. Hinzu kam jedoch (zunächst nur bei wenigen Lebensmitteln, später wurden es mehr) ca. 1 bis 2 Stunden nach dem Essen ein "Ekelgefühl", das durchaus 3 bis 4 Stunden anhalten konnte. (Es fühlte sich an, als hätte meine Verdauung die Arbeit vorübergehend eingestellt!) Nachfolgend Durchfälle. Die ersten problematischen Lebensmittel waren Camembert, Quark, Käsekuchen - also verzichtete ich auf diese. Gut. Jedoch nach dem Genuss der angegebenen Lebensmittel in Kombination mit solchen, die viel Fett enthielten, hatte ich zusätzlich Probleme durch Gallenstauungen, die durchaus 2 bis 3 Tage anhalten konnten.
Nach und nach vergrößerte sich der Reigen der problematischen Lebensmittel auf Milchprodukte (ich vermutete eine Laktoseunverträglichkeit, reduzierte die Menge und bevorzugte laktosefreie Produkte, was zu einer deutlichen Besserung führte). Dann kamen Weizenmehl, Roggenmehl, später Hühnereier, Fisch, Sojaprodukte, Körner- bzw. Vollkornprodukte, danach Rind- und Schweinefleisch usw.
Währenddessen ging mein Gewicht immer weiter zurück. Magen- und Darmspiegelungen blieben bis auf den Nachweis (und die nachfolgende Eradikation von Helicobacter) ohne weiteren Befund. Der Zustand nach der Eradikation (Bestätigung durch weitere Magenspiegelung) blieb jedoch unverändert. Da bei einem Ultraschall diverse Gallensteine festgestellt wurden, waren diese zunächst eine Erklärung(?) für die beschriebenen Symptome. Durch die Behandlung mit Ursofalk sollten die Gallensteine aufgelöst werden (Behandlungsbeginn Januar 2020), was jedoch nicht gelang.
Schließlich war ich im September 2020 bei knapp 70 kg (bei einem Gewichtsverlust von 1 kg pro Woche) und den noch halbwegs verträglichen Nahrungsmitteln wie Haferflocken, Apfelkompott, gedünstetem Gemüse, Kartoffelpüree, Hafermilch, Reis, Polenta und glutenfreien Nudeln angekommen. Ich war ständig müde und kaputt, mir war fast immer kalt, ich hatte Heißhunger(!), der ab ca. einer Stunde nach dem Essen abgelöst wurde durch: Übelkeit, Ekelgefühl, stets Rumoren und Darmbewegungen im Bauch, weichem Stuhl mit teils unverdautem Essen sowie einem heftigen "Punktschmerz" im mittleren Oberbauch, gefühlt nur knapp unter der Hautoberfläche. Dieser war manchmal so stark, dass ich anliegende Kleidung dort kaum ertragen konnte. Nach einem verzweifelten telefonischen "Hilferuf" schlug meine Ärztin vor, die Pankreas-Elastase in einer Stuhlprobe bestimmen zu lassen. Eine erste Messung vom 22.10.2020 ergab einen Wert von unter 20.
Ich bekam daraufhin Panzytrat bzw. Kreon (Einstiegsdosis: 25.000 Lipase-Einheiten ). Die Dosis habe ich nach und nach auf 80 000 pro Hauptmahlzeit und 50 000 pro Zwischenmahlzeit gesteigert. Mit jeder Dosissteigerung gingen die beschriebenen Symptome, die ich "seit Jahren" kenne, mehr und mehr zurück; Darmbewegungen und Punktschmerz waren nach einem Monat fast verschwunden (eigentlich so, wie es früher einmal war). In einer zweiten Messung vom 23.11.2020 war die Pankreas-Elastase wiederum unter 20. Mein Gewicht habe ich jedoch leicht steigern können.
MRT mit MRCP blieben ohne richtungsweisenden Befund; ein kurzer Krankenhausaufenthalt (Röntgen, Ultraschall, Tumormarker im Blut, ...) nach einer Gallenstauung ebenso.
Am 18.01.2021 wurde dann die Gallenblase entfernt; eine Endosonographie des Pankreas am 21.01.2021 war unauffällig. Eine erneute Messung der Pankreas-Elastase lieferte wieder einen Wert unter 20.
Aktueller Stand:
Mit Panzytrat bzw. Kreon kann ich viele Lebensmittel problemlos verzehren. Spätestens 3 Stunden nach der Nahrungsaufnahme stellt sich häufig das Phänomen „kalte Füß, Hände und Nasenspitze“ ein, das ca. eine Stunde nach der folgenden Nahrungsaufnahme endet. Ein oraler Glucose-Toleranztest lieferte folgende Werte: nüchtern 90, nach 2 Stunden 68. Im Krankenhaus (nach der Gallen-OP) dann wiederum ein Blutzucker von 154 ca. 3 Stunden nach dem Frühstück.
Meine Fragen:
Soll ich weiterhin Ursachenforschung betreiben oder die exokrine Pankreasinsuffizient so akzeptieren und mit Kreon abspeisen? Riskiere ich evtl. ohne Ursachenforschung auch noch den Verlust der endokrinen Funktion der Bauchspeicheldrüse? Wer hat Erfahrungen/Tipps zu diesem Problemkreis?
LG