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CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 8. Februar 2021, 23:10
von KleinerSchrank
Hallo,
bei mir wurde eine Pankreasinsuffizienz festgestellt. Das MRCP mit Konrastmittel ist ohne Befund.

War in Bochum im Pankreaszentrum dort, wollten sie noch ein CT mit Kontrastmittel machen. Keine Endosonographie

War in Muenchen in zwei Pankreaszentren, dort meinten die Aerzte das MRCP und Endosonographie fast gleichwertig sind. Aufgrund des Befundes denken sie nicht, dass in der Endosonographie nochwas neues rauskommt in meinem Fall. CT hielten sie nicht fuer notwendig.


Ich wollte gerne wissen:
1) Was kann man im CT sehen was man im MRCP nicht sehen kann?
2) Endosonographie gilt als sehr genau und hier gab es Faelle wo man in der Endosonographie Veraenderungen frueher gesehen hat als im MRCP. Ist das zwangslaeufig so? Gibt bestimmt auch Faelle wo man im MRCP etwas sieht und in der Endosonographie nicht.

Die Aerzte wollen das MRCP in 1 Jahr wiederholen. Ich soll Kreon nehmen. Derzeit spricht nichts fuer eine chronische Pankreatitis ihrer Meinung nach.

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 11:24
von thphilipp
Hallo,

also....

Bochum macht liebend gern CT. Lieber als Endosono, warum auch immer. MRCP habe ich in Bochum schon zig mal machen lassen. Zusammen mit MRCP. Dort im MRT können alle Strukturen der BSD und Umfeld sehr gut beurteilt werden. Das Gewebe allerdings ist in der MRT erst ab einem gewissen geschädigten Grade zu beurteilen. Ist alles im Anfangsstadium oder nicht aktiv entzündet, wird rein gar nichts gesehen und die BSD sieht aus wie bei einem Gesunden, obwohl diese nicht mehr in Ordnung ist!

Bei mir ist in den ersten Jahren "NIE" etwas im CT oder MRT/MRCP zu sehen gewesen. Man sagte mir auch bald 8 Jahre lang, sie haben nichts mit der BSD. Na Pustekuchen...... Nur die Endosono hat die ersten Veränderungen gezeigt, die mit den jahren natürlich immer auffälliger wurden. Nach Jahren werden dann auch die Veränderungen und Auffälligkeiten im CT oder MRT sichtbar!

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 11:41
von KleinerSchrank
Hi,
danke fuer deine Antwort. Diese Aufasung von dir teile ich auch. Zumal Cambridge Stage 1 auch nicht im MRCP sichtbar ist, soweit ich weis.

Anderseits wird es doch ein Grund haben, dass die in Bochum nur MRCP & CT machen. Die "generelle" Erfahrung wird den doch gelehrt haben, dass man mit diesen Verfahren auch treffsichere Aussagen machen kann bei Durschnittspatienten.

Die Aerzte in Muenchen meinten, dass das MRCP und die Endosonographie fast gleichwertig sind. Deswegen wollen sie keine weiteren Untersuchungen anleiern. Weiterhin wuerde eine akute abgelaufene Pankreatitis auch Spuren hinterlassen im MRCP.

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 12:30
von wasistes
Die Endosonographie ist nur wirklich Aussagekräftig wenn sie in einem Pankreaszentrum vorgenommen wird, bzw. unter der Hand eines erfahrenen Schallers.
Sprich mehr als 40 Untersuchungen pro Jahr. In einem Wald- und Wiesenkrankenhaus muss man schon sehr viel Glück haben um mit einer Endosonographie wirklich verlässliche Aussagen treffen zu können.
Ich würde behaupten eine große Raumforderung wird aber auch ein wenig erfahrener Schaller erkennen.
Unter der Hand eines wirklich erfahrenen Schallers ist die Endosonographie aber anderen Untersuchungsmethoden überlegen, den bei der Untersuchung kann das Organ makroskopisch genau in jeder Schicht untersucht werden. So fallen selbst kleinere Zysten unter 1 cm auf. Allerdings auch frühe Veränderungen am Gewebe wie Fibrosestrandings, dezente Gangveränderungen, Verkalkungen können sehr genau festgestellt werden.

Der Vorteil des MRCPs ist die Gang Darstellung, den fast alle Vorstufen oder Karzinome entwickeln sich entweder an den Hauptgängen (Ductus Pancreaticus oder Ductus Hepaticus) oder aber an den Seitenästen.
Ich bin allerdings der Meinung das das MRT/MRCP weniger geeignet ist feinste Gewebeveränderungen einer chronischen Pankreatitis zu erkennen, als das etwa mit der Endosonographie möglich wäre.

In Bochum schwören sie außerdem auf ein Multislice CT bzw. Dünnschicht CT. Hier wird nochmal in sehr feinen Schichtbildern das Organ dargestellt.
Damit ist wahrscheinlich (gehe ich mal mit meinem Laienwissen von aus) eine deutlich besser Abschätzung vorzunehmen, wie sich ein Tumor im Gewebe ausbreitet, also im Vorgriff eines Operativen Eingriffes bzw. Whipple oder Teil Entfernung der Drüse.

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 12:42
von KleinerSchrank
Hallo ihr beiden,

danke fuer eure Meinungen. Dann werde ich wohl auf eine Endosonographie bestehen muessen. Ich glaube nachwievor, dass ich eine leichte Pankreatitis hatte. Bin aber nicht beim Arzt gewesen. 1 Jahr spaeter wurde die Pankreasinsuffizenz festgestellt.

MRCP ohne Befund, Blut in Ordnung, Elastase erniedrigt 120 bis 190. --> Brauche Kreon.

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 13:53
von heidile
Wo warst du denn in München?
Großhadern oder rechts der Isar?

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 13:59
von KleinerSchrank
Hi,
ich war in Muenchen in Grosshadern und Rechts der Isar

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 9. Februar 2021, 16:33
von Jana
KleinerSchrank hat geschrieben: 8. Februar 2021, 23:10 Hallo,
bei mir wurde eine Pankreasinsuffizienz festgestellt. Das MRCP mit Konrastmittel ist ohne Befund.

War in Bochum im Pankreaszentrum dort, wollten sie noch ein CT mit Kontrastmittel machen. Keine Endosonographie

War in Muenchen in zwei Pankreaszentren, dort meinten die Aerzte das MRCP und Endosonographie fast gleichwertig sind. Aufgrund des Befundes denken sie nicht, dass in der Endosonographie nochwas neues rauskommt in meinem Fall. CT hielten sie nicht fuer notwendig.


Ich wollte gerne wissen:
1) Was kann man im CT sehen was man im MRCP nicht sehen kann?
2) Endosonographie gilt als sehr genau und hier gab es Faelle wo man in der Endosonographie Veraenderungen frueher gesehen hat als im MRCP. Ist das zwangslaeufig so? Gibt bestimmt auch Faelle wo man im MRCP etwas sieht und in der Endosonographie nicht.

Die Aerzte wollen das MRCP in 1 Jahr wiederholen. Ich soll Kreon nehmen. Derzeit spricht nichts fuer eine chronische Pankreatitis ihrer Meinung nach.
Der Radiologe meinte bei meinem MRCP, dass man bei diesem keine Verkalkungen sehen kann. Diese würde man nur bei normalen Sono, Röntgen oder auch beim CT sehen. Aber, wenn du diesbezüglich Bedenken hast, würde ich definitiv nur ein normales Sono (dort wurden die Verkalkungen bei mir gesehen) oder notfalls noch ein Röntgen machen. Das CT hat so viel unnötige Strahlenbelastung, das würde ich nicht ohne weiteres machen lassen.

Ja, es heißt immer wieder, beim Endosono sieht man ggf. Veränderungen bevor sie im MRT/MRCP sichtbar sind. Aber, was würde dir das ganze helfen? Klar man möchte Gewissheit haben. Kann ich verstehen. Ich bin auch immer wieder am hin und her schwanken. Es ändert sich aber momentan nichts. Für dich ist es jetzt im Moment total egal, ob du zufällig eine EPI entwickelt hast oder ob es von einer akuten Pankreatitis oder einer chronischen Pankreatitis kommt. Im Moment muss die EPI behandelt werden, der Rest muss sich im Verlauf zeigen und wird sich auch erst sicher im Verlauf zeigen. Manchmal dauert es Jahre bis man Auffälligkeiten an der Bauchspeicheldrüse (egal mit welcher Untersuchungstechnik) erkennt. Da kannst du jetzt im Moment noch 10 MRTs, 10 CT und 10 Endosonos machen, wenn du zwar schon Beschwerden hast, aber noch keine sichtbaren Veränderungen hast, hilft dir das ganze wenig.

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 13. Februar 2021, 23:07
von david646
Hallo KleinerSchrank,

durch meine Beschwerden habe ich die letzten Wochen bzw. gar Monate sehr sehr viel im Internet gelesen und mich informiert.
Meist auf Fachseiten wie "National Library of Medicine" etc.
Nach meinem Wissensstand scheinen die MRCP und die Endosono eine (fast) ähnliche Aussagekraft zu besitzen.
Ich persönlich würde mich trotzdem immer für eine Endosono entscheiden - für viele scheint diese Untersuchung wohl der "Goldstandard" zu sein in Bezug auf die Sensitivität. Natürlich ist diese Untersuchung immer sehr stark abhängig vom Fachwissen und der Erfahrung des Arztes. Deshalb würde ich es immer in einem Pankreaszentrum machen lassen.

Beste Grüße,
David

Re: CT versus MRCP versus Endosonographie

Verfasst: 15. Februar 2021, 12:43
von thphilipp
Also für mich wären immer beide Untersuchungen wichtig. Endosno zeigt sicherlich aufgrund der Nähe zur Drüse viel besser Gewebeveränderungen, die niemals in der MRT sichtbar wären. Die MRT/MRCP zeigt aber viel besser das Gangsystem und zystische Veränderungen. Beides zusammen ist also TOP!