AIP Typ 1 / Prednisolon / Erfahrung
Verfasst: 17. Dezember 2021, 16:00
Hallo zusammen,
ich habe dieses Forum erst vor kurzem entdeckt und würde mich sehr freuen zu meinem Beitrag ein wenig Rat/ Erfahrungsberichte zu bekommen.
Ich bin Alice, 20 Jahre, und habe im Sommer 2020 die Diagnose Autoimmunpankreatitis Typ 1 bekommen. Ich hatte letzten Sommer zum ersten Mal überhaupt sehr starke Oberbauchschmerzen bis in den Rücken, Lipase bei knapp 2000 und leicht erhöhten IgG4 Wert. Nach mehreren Untersuchungen (Sonographie, Endosonographie, MRCP) und einer Cortison-Therapie (30mg Prednisolon, alle 10 Tage um 5mg runter), die bereits nach 1 Woche angeschlagen hat, habe ich dann die Diagnose AIP Typ 1 bekommen.
Ich war sehr geschockt über die Diagnose, auch die Ärzte fanden meinen Fall relativ "ungewöhnlich", da ich wegen meines jungen Alters und recht gesunden Lebensstils (nie geraucht oder Alkohol konsumiert, sportlich, gesunde Ernährung, keine sonstigen Vorerkrankungen) nicht direkt in dieses Krankheitsbild passe. Vor allem der Typ 1 wäre bei meinem Geschlecht sowie Alter sehr selten, sagte man mir. Auch in meiner Familie gibt es keine Vor- bzw. Autoimmunerkrankungen; einzig mein Großvater hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs (was aber keine Parallele zu meiner Diagnose ist, denke ich).
Ich habe das Prednisolon ca. 4 Monate genommen und dann eigens (entgegen der Empfehlung meines Arztes) ausgeschlichen. Länger hätte ich es nicht ausgehalten; die Nebenwirkungen waren für mich unerträglich: Übelkeit jeden Abend, schwere Schlafstörungen, komplett gestörtes Hunger- und Sättigungsgefühl, Gewichtszunahme.
Im Frühjahr 2021 habe ich dann erneut dieselben Oberbauchschmerzen verspürt (allerdings weniger heftig als beim ersten Mal), Lipase bei knapp 400 und IgG4 Wert verdoppelt. Ich habe mich dann ins Pankreaszentrum Heidelberg für eine "Zweitmeinung" begeben, wo mir nach einem MRCP die Diagnose bestätigt wurde. Da ich geschildert habe, dass mir das Prednisolon sehr zu schaffen macht, durfte ich diesmal mit nur 20mg beginnen (alle 10 Tage um 5mg runter). Mir wurde sehr deutlich gemacht, dass ich das Prednisolon mindestens 6 Monate nehmen sollte (am Besten sogar 12 Monate) mit einer Erhaltungsdosis.
Ende Oktober 2021 musste ich es allerdings nach 5 Monaten wieder ausschleichen, weil ich unter den Nebenwirkungen kaum noch meinen Alltag stemmen konnte. Ich war auch nochmal in Heidelberg zur Untersuchung, die Bauchspeicheldrüse sah (im MRCP) soweit ganz okay aus. Der Schub war abgeklungen.
Mitte Dezember 2021 (also schon 2 Monate später) hatte ich wieder enorme Schmerzen, Lipase bei knapp 700 und IgG4 Wert verdoppelt. Nun nehme ich seit 4 Tagen wieder 20mg Prednisolon. Die Schmerzen haben sich gebessert, aber ich habe schon wieder sehr Bedenken vor den wiederauftretenden Nebenwirkungen und auch vor einem weiteren Schub.
Als Alternative zum Prednisolon wurde mir einmal Azathioprin vorgeschlagen, wobei der Arzt meinte, die Nebenwirkungen würden denen vom Prednisolon ähneln und da das Kortison so gut anschlägt, solle ich dabei bleiben.
Mir macht die Cortison-Therapie fast genauso viel aus wie die Schmerzen selbst. Habe mittlerweile 12kg zugenommen, immer noch Schlafstörungen, komme nie zur Ruhe und habe ein gestörtes Appetit-/ Hunger-/Sättigungsgefühl.
Bei meinem früher so geliebten Sport kann ich kaum noch Leistung erbringen, ich habe kaum einen Kopf für mein Studium und optisch wohlfühlen tue ich mich auch nicht mehr. Ich frage mich sehr wie alles weitergehen soll, da ich seit letztem Sommer gefühlt nur von Arzt zu Arzt gelaufen bin und trotz Behandlung/ Medikation bereits 3 Schübe hatte. Ich versuche mich weiterhin gesund zu ernähren und gebe mir Mühe das Prednisolon diesmal mindestens 6 Monate (so wie vom Arzt empfohlen) zu nehmen.
Vielleicht hat jemand von Euch einen ähnlichen Krankheitsverlauf oder Erfahrungen mit derselben Medikation und würde mir ein paar Tipps zum besseren Umgang mit der ganzen Situation geben. Ich bedanke mich für jede Antwort!
ich habe dieses Forum erst vor kurzem entdeckt und würde mich sehr freuen zu meinem Beitrag ein wenig Rat/ Erfahrungsberichte zu bekommen.
Ich bin Alice, 20 Jahre, und habe im Sommer 2020 die Diagnose Autoimmunpankreatitis Typ 1 bekommen. Ich hatte letzten Sommer zum ersten Mal überhaupt sehr starke Oberbauchschmerzen bis in den Rücken, Lipase bei knapp 2000 und leicht erhöhten IgG4 Wert. Nach mehreren Untersuchungen (Sonographie, Endosonographie, MRCP) und einer Cortison-Therapie (30mg Prednisolon, alle 10 Tage um 5mg runter), die bereits nach 1 Woche angeschlagen hat, habe ich dann die Diagnose AIP Typ 1 bekommen.
Ich war sehr geschockt über die Diagnose, auch die Ärzte fanden meinen Fall relativ "ungewöhnlich", da ich wegen meines jungen Alters und recht gesunden Lebensstils (nie geraucht oder Alkohol konsumiert, sportlich, gesunde Ernährung, keine sonstigen Vorerkrankungen) nicht direkt in dieses Krankheitsbild passe. Vor allem der Typ 1 wäre bei meinem Geschlecht sowie Alter sehr selten, sagte man mir. Auch in meiner Familie gibt es keine Vor- bzw. Autoimmunerkrankungen; einzig mein Großvater hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs (was aber keine Parallele zu meiner Diagnose ist, denke ich).
Ich habe das Prednisolon ca. 4 Monate genommen und dann eigens (entgegen der Empfehlung meines Arztes) ausgeschlichen. Länger hätte ich es nicht ausgehalten; die Nebenwirkungen waren für mich unerträglich: Übelkeit jeden Abend, schwere Schlafstörungen, komplett gestörtes Hunger- und Sättigungsgefühl, Gewichtszunahme.
Im Frühjahr 2021 habe ich dann erneut dieselben Oberbauchschmerzen verspürt (allerdings weniger heftig als beim ersten Mal), Lipase bei knapp 400 und IgG4 Wert verdoppelt. Ich habe mich dann ins Pankreaszentrum Heidelberg für eine "Zweitmeinung" begeben, wo mir nach einem MRCP die Diagnose bestätigt wurde. Da ich geschildert habe, dass mir das Prednisolon sehr zu schaffen macht, durfte ich diesmal mit nur 20mg beginnen (alle 10 Tage um 5mg runter). Mir wurde sehr deutlich gemacht, dass ich das Prednisolon mindestens 6 Monate nehmen sollte (am Besten sogar 12 Monate) mit einer Erhaltungsdosis.
Ende Oktober 2021 musste ich es allerdings nach 5 Monaten wieder ausschleichen, weil ich unter den Nebenwirkungen kaum noch meinen Alltag stemmen konnte. Ich war auch nochmal in Heidelberg zur Untersuchung, die Bauchspeicheldrüse sah (im MRCP) soweit ganz okay aus. Der Schub war abgeklungen.
Mitte Dezember 2021 (also schon 2 Monate später) hatte ich wieder enorme Schmerzen, Lipase bei knapp 700 und IgG4 Wert verdoppelt. Nun nehme ich seit 4 Tagen wieder 20mg Prednisolon. Die Schmerzen haben sich gebessert, aber ich habe schon wieder sehr Bedenken vor den wiederauftretenden Nebenwirkungen und auch vor einem weiteren Schub.
Als Alternative zum Prednisolon wurde mir einmal Azathioprin vorgeschlagen, wobei der Arzt meinte, die Nebenwirkungen würden denen vom Prednisolon ähneln und da das Kortison so gut anschlägt, solle ich dabei bleiben.
Mir macht die Cortison-Therapie fast genauso viel aus wie die Schmerzen selbst. Habe mittlerweile 12kg zugenommen, immer noch Schlafstörungen, komme nie zur Ruhe und habe ein gestörtes Appetit-/ Hunger-/Sättigungsgefühl.
Bei meinem früher so geliebten Sport kann ich kaum noch Leistung erbringen, ich habe kaum einen Kopf für mein Studium und optisch wohlfühlen tue ich mich auch nicht mehr. Ich frage mich sehr wie alles weitergehen soll, da ich seit letztem Sommer gefühlt nur von Arzt zu Arzt gelaufen bin und trotz Behandlung/ Medikation bereits 3 Schübe hatte. Ich versuche mich weiterhin gesund zu ernähren und gebe mir Mühe das Prednisolon diesmal mindestens 6 Monate (so wie vom Arzt empfohlen) zu nehmen.
Vielleicht hat jemand von Euch einen ähnlichen Krankheitsverlauf oder Erfahrungen mit derselben Medikation und würde mir ein paar Tipps zum besseren Umgang mit der ganzen Situation geben. Ich bedanke mich für jede Antwort!