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Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 22. Juli 2010, 23:22
von zandvoortstrand
Hallo !

Ich habe mich gerade erst im Forum registriert, weshalb die Regeln bzw. der Umgang
miteinander für mich neu sind. Angemeldet habe ich mich, weil bei meiner Mutter im Januar 2007
ein Pankreaskopftumor diagnostiziert und von einer Whipple-Operation abgeraten wurde,
obwohl sie sich im Grunde gerne den Tumor hätte entfernen lassen. Letztlich an den Folgen
der Nichtoperation verstarb meine Mutter Ende Februar 2009, immerhin "erst" 25 Monate
nach Erstdiagnose.

Meine Mutter hat nie eine Selbstbestimmungsaufklärung, eine Behandlungsaufklärung
oder eine Risikoaufklärung über die Krankheit erhalten oder was ihr im Detail droht,
wenn sie sich nicht operieren lässt. Ich habe mich deshalb im September 2009 an die
Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein
gewendet. Das "Gutachten" ergab keinen Behandlungsfehler,im Gegenteil wurden die
beanstandeten Ärzte von dem Gutachter im Gutachten gleich mehrfach überschwenglich
für ihr umsichtiges Verhalten gelobt. Die behandelnden Ärzte in Wuppertal gaben im
Verfahren an, alles richtig gemacht zu haben.

Ich würde gerne mit ähnlich Betroffenen Kontakt aufnehmen um mich darüber
auszutauschen, ob ich Behandlungsfehler sehe wo keine sind oder ob ich gerade
dabei bin, einem Schweigekartell zu unterliegen. Danke für Ihre/Eure Antworten.

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 23. Juli 2010, 05:06
von yasmin75
Ist sehr sehr schwer zu beantworten,manchmal kann man wirklich uch wenn es nur ein Tumor ist ohne Metastasen,nicht operieren,wenn der Tumor z.B. so kompliziert an einer Arterie sitzt usw.,das die Gefahr das der Patient während der OP einer wirklich großen lenebsbedrohlichen Gefahr ausgesetzt ist,kann schon sein das die ärzte dann nicht operieren.
Falls sogar tatsächlich ein Behandlungsfehler vorlag,ist das auch so gut wie unmöglich das nachzuweisen,weil es eigentlich immer eine medizinische erklärung gibt.

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 23. Juli 2010, 17:03
von Reinhard
Hallo,
würde Dich ja gerne mit dem Vornamen anreden aber der ist mir nicht bekannt.
Zur Sache:
Alles was hier geäußert wird, kann nur dem Bereich der Spekulation zugeschrieben werden. Auch mit einer"Betroffenenkompetenz" können wir Dein Problem leider nicht lösen.
Fakt ist, dass in einigen Häusern OP´s durchgeführt werden, die von anderen Ärzten als nicht machbar eingestuft werden.
Das Gelingen einer OP gerade in diesen "Grenzbereichen" hängt stark von der Erfahrung und dem Können des Chirurgen ab. Schon eine "normale" OP an der Pankreas gehört zu der "Königsklasse" der Operationen. Manche OP´s sind auch deshalb nicht machbar, weil der Tumor (wie Yasemin schon schrieb) lebenswichtige Gefäße umschließt. Es gibt schon Gründe, die eine operative Entfernung des Tumors unmöglich machen.
Ich war vor 15 Jahren fest davon überzeugt dass bei mir gravierende Fehler gemacht wurden. Dies wurde sogar von mehreren Gutachten bestätigt. Und habe ich den Prozess vorm OLG gewonnen??!!.........Nein!!
Könnte darüber ein Buch schreiben. Der Fall war mit dem Deiner Mutter nicht zu vergleichen, zeigte aber die Hürden und Tricks auf, mit denen dabei gearbeitet wird. Nun, ich habe knapp überlebt, deshalb bin ich schon dankbar und ärger mich nicht mehr darüber.
Manches muss man schicksalhaft annehmen. Dass das in Deinem Fall sehr schwer ist, kann ich natürlich verstehen.
Alles Gute und Kraft wünsche ich Dir.
Reinhard

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 23. Juli 2010, 17:16
von yasmin75
Alles was wir hier sagen,sind reine Spekulationen und wie du es ja sagtest,hängt es einmal vom Chirurgen ab und vom Krankenhaus(Equipment etc.).

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 24. Juli 2010, 15:00
von zandvoortstrand
Vielen Dank für Eure Informationen. Das besser damals nicht operiert werden werden sollte wurde mit dem Alter meiner Mutter (damals 83 Jahre) begründet. Sonstige entgegenstehende medizinische Gründe gab es nicht. MIch ärgert es, wenn ein Arzt der zwar Gastroenterologe
ist, aber eben nicht Spezialist für die Bauchspeicheldrüse sein medizinisches Können zum Maßstab nimmt, über Wohl und Wehe eines
Patienten zu entscheiden. Hätte ich damals schon das Pankreaszentrum NRW gekannt, wären wir schon zu Beginn des Krankeitsverlaufes
dorthin gefahren und nicht erst im November 2008. Darauf aufmerksam gemacht hat uns seinerezeit auch keiner. Das ist hier in Wuppertal
so, dass man nur an örtliche Krankenhäuser verwiesen wird.

LIebe Grüße an Euch von Michael

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 24. Juli 2010, 16:45
von yasmin75
Das mit dem Alter haben wir gerade aktuell,hier im Forum und das ist die Sachlage schon anders,wenn deine Mutter 83 ist.Ich persönlich finde,das man nicht unbedingt vom Alter entscheiden sollte,ja oder nein zur OP,allerdings bin ich ja auch kein Mediziner,wie ist der allgemein Zustand des Patienten?Wird der Patient die OP erkraftn können?Ist das Herz/Lunge gut genug?Oder könnte es Komplikationen geben?Und und und......
Es ist ja auch wirklich eine sehr große OP,mit einem massiven Eingriff auf dein Leben danach,auch bei mir nach fast 3 einhalb Jahren,merke ich das es sogar schlimmer geworden ist mit meinen Beschwerden.

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 24. Juli 2010, 19:59
von zandvoortstrand
Da weißt Du ja wovon Du sprichst, wenn Du die Whipple-Operation hinter Dir hast. Hattest Du einen Tumor oder weswegen erfolgte der
Eingriff ?

Meine Mutter hätte sich gerne trotz des Alters operieren lassen aber der Internist in den Helios Kliniken Wuppertal hat davon abgeraten
und der Hausarzt als Internist dann auch. Der Professor Uhl vom Pankreaszentrum NRW hat 21 Monate hiernach zu meiner Mutter gesagt:
"Wenn Sie im Sommer 2007 zu mir gekommen wären, dann hätte ich (operativ) noch etwas tun können. Jetzt ist es dazu zu spät." Das ist
bitter

Liebe Grüße

Michael

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 24. Juli 2010, 22:08
von Reinhard
zandvoortstrand hat geschrieben:
Meine Mutter hat nie eine Selbstbestimmungsaufklärung, eine Behandlungsaufklärung
oder eine Risikoaufklärung über die Krankheit erhalten oder was ihr im Detail droht,
wenn sie sich nicht operieren lässt. Ich habe mich deshalb im September 2009 an die
Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein
gewendet.
Hallo Michael!
Habe meine erste Antwort etwas in Eile geschrieben. Beim Versuch zu speichern habe ich die Antwort unvollständig abgeschickt und musste sie dann schnell über "ändern" vervollständigen.
Meine Mutter ist vor einigen Wochen auch verstorben und ich habe alle Aktivitäten im Krankenhaus genau beobachtet.
Daher kann ich Dich gut verstehen!
Was die mangelnde Aufklärung betrifft, gebe ich Dir recht. Zwischenzeitlich wirst Du ja auch schon erfahren haben, dass das Wissen über die Möglichkeiten einer Pankreas OP nicht überall gleich vorhanden ist. Da Pankreaserkrankungen nicht so häufig vorkommen, ist der Ausbildungsstand nicht überall gleich. Ich denke jedoch, dass Krankenhausärzte sich auch bei den fachlich versierten Chirurgen Rat holen sollten. Ob so verfahren wurde, ist nicht bekannt.
Das Alter des Patienten sollte nicht das alleinige Kriterium sein.
Eine OP aber wäre allerdings ein gewaltiger Einschnitt für Deine Mutter gewesen. Da würde sich dann doch die Frage stellen, wie sie das in Ihrem Alter verkraftet hätte. Wenn Du möchtest kannst Du hier Näheres erfahren.
Eine Überlebenszeit von 22 Monaten (mit oder ohne Entfernung des Tumors) ist statistisch gesehen, lange.
Wichtig erscheint mir, wie es Deiner Mutter in den 22 Monaten überwiegend gegangen ist.
All das sollen nur für Dich eine Hilfen für eine nachträgliche Beurteilung der damaligen Situation sein.
Aus der Anhörung der Schlichtungsstelle entnehme ich, dass Du zu mindestens zeitweise an eine juristische Aufarbeitung gedacht hast.
Meine rein persönliche Einschätzung aus meinen Erfahrungen sagt mir, dass eine evt. Klage nicht Erfolg haben würde.
Gründe:
-Mangelnde Aufklärung wird man schwer belegen können ?
-War die Einschätzung der Ärzte nicht zu operieren falsch ?
-wenn ja, wäre trotz einer OP der Krankheitsverlauf anders gewesen ?
All das ist schwer zu belegen.
Ich wünsche Dir alles Gute
Reinhard

PS:
Sehe in der Vorschau beim Absenden meiner Nachricht Deine Aussage bezüglich der Einschätzung von Prof. Uhl.
Eine solche Aussage mag zunächst bitter klingen.
Ob die Lebensqualität nach der OP wesentlich besser gewesen wäre und Deine Mutter länger gelebt hätte, bleibt trotzdem fraglich. Er ist ein sehr guter Chirurg, und ich denke, er hätte die OP auch durchgeführt. Aber was hat er zum möglichen weiteren Verlauf gesagt? Fast alle brauchen nach der OP (z.B. nach Kausch-Whippel ) ein halbe bis ein Jahr, bis sich die Verdauung einigermaßen eingespielt hat. Es ist oftmals sehr beschwerlicher Weg. Dazu käme noch eine evt. Chemo-Therapie.

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 25. Juli 2010, 13:47
von zandvoortstrand
Hallo Reinhard,

ich danke Dir für Deine Informationen. Es tut mir leid, dass Deine Mutter auch nicht mehr da ist.

Meiner Mutter ist es in den ersten 20 Monaten nach Diagnosestellung relativ sehr gut gegangen, erst dann kamen in
rascher Folge Palliativeingriffe wie Stent-in-Stent-Setzung wegen einwachsendem Tumorgewebe in den ursprünglichen,
der deswegen drohte zu verstopfen. Zum Schluss dann eine Umgehungsoperation des Zwölffingerdarms, weil die
Nahrung diesen nicht mehr passieren konnte.

Hierzu kommt, dass das Vorhandensein eines bösartigen Pankreaskopftumors nicht fachgerecht gestellt wurde. Man hat zwar
mit einer Kamera darauf geschaut, aber keine Probe entnommen und im Krankenhaus keine CT oder MRT gemacht. In den
Entlassungsberichten steht immer "Verdacht auf Pankreaskopfkarzinom oder hochgradiger Verdacht hierauf".

Theoretisch könnte es also gewesen sein, dass der Tumor sogar zu Beginn gutartig war und erst im weiteren Verlauf bösartig
mutiert ist. Das kann ich aber nicht beweisen, so dass ich dies nicht weiter verfolgen werde. Jedenfalls hat Herr Prof. Uhl uns
gesagt, dass die Diagnosestellung seinerzeit nicht lege artis festgestellt wurde. Als deser im November 2008 um eine CT
der Bauchspeicheldrüse gebeten hat, was meinst Du wie der Röntgenarzt hier in Wuppertal deswegen im Sechseck
gesprungen ist ?" Ob das der Onkologe hier in Wuppertal wisse und wer überhaupt Prof. Uhl sei ? Wolle der ihnen vorschreiben
welche Untersuchungsmethode sie wählen würden ?" Ich kann Dir sagen, ich habe von Ärzten so die Nase voll. Sagt der
Chefarzt der Abteilung hier im Krankenhaus: Ich habe mehrfach insbesondere mit dem Sohn der Patientin gesprochen." Das
ist glatt gelogen.

Magst Du mir erzählen, warum Du an der Bauchspeicheldrüse operiert worden bist ? Will ja nicht immer nur von meinen Problemen berichten.

Gruß von Michael

Re: Tod nach Pankreaskopftumor

Verfasst: 26. Juli 2010, 00:38
von yasmin75
Hallo Michael,

bei mir war es ein neuro endokrener Tumor mit unklarer Dignität,weshalb ich immer noch strengstens engmaschig Kontrolliert werde,wie z.B. morgen,da habe ich wieder meine Kontroll Untersuchungen und ich schon seit ein paar Wochen wieder schlecht schlafen kann,weil da wieder die Angst regiert.


LG
Yasemin